<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1735737126500531371</id><updated>2011-12-03T02:45:21.111+01:00</updated><category term='Story'/><category term='Extras'/><title type='text'>Die Emanzipations-Proklamation</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://anja-tina.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Anja+Tina</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03663176774796438039</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_aRw8XE3eVT8/St971i5Z5yI/AAAAAAAAAGk/zf8dZIFvhgk/S220/fuck.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>97</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1735737126500531371.post-2772812492653141420</id><published>2011-04-23T18:19:00.001+02:00</published><updated>2011-04-23T18:23:24.236+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Story'/><title type='text'>Epilog</title><content type='html'>*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;„Am Ende frage ich mich, was schwieriger war. Das Erzählen selbst oder die, denen man es erzählte. Oder, wenn man endlich alles ausgesprochen hat, war vielleicht die Geschichte alles, was wichtig war.“ – Sarah Dessen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Opfer bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas, das wir alle tun. Jeder muss um eines anderen Willen manchmal Zugeständnisse machen und etwas aufgeben. Loslassen, wenn es nötig ist, obwohl man vielleicht nichts lieber täte als weiter festzuhalten. Das erinnert mich an eine Redewendung, die Jasper mir einst erzählte, als wir im Haus in Washington in meinem Schlafzimmer saßen – Nella vita: chi non risica, non rosica. Im Leben: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Er meinte, ich könne auf Nummer sicher gehen, so weitermachen wie bisher und würde überleben, aber stellte mir auch die Frage, ob mir mein reines Überleben überhaupt noch genug war. So schlug er vor, ich solle mich hinaus wagen und ein Risiko eingehen, mir nehmen, was ich mir für mein Leben wünschte, solange ich die Möglichkeit dazu hätte. Er sagte, es gäbe keine Garantien, aber wahre Möglichkeiten, und auch wenn er mir keinen Erfolg versprechen könne, sei er sich doch sicher, dass sich nichts ändern würde, wenn ich es nicht zumindest versuchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damals hatte er von einer einfachen Party gesprochen, einer Party, die Edward und mich letztendlich zusammengebracht hatte, doch seine Worte gingen so viel tiefer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weltweit leben mehr als 27 Millionen Menschen in Sklaverei, durch falsche Versprechungen zu Sklavenarbeit oder sexueller Ausbeutung gezwungen – über die Hälfte davon vermutlich Kinder. Allein in den Vereinigten Staaten sind schätzungsweise rund 300000 Kinder jederzeit davon bedroht unterjocht zu werden, 3 Millionen leben derzeit auf der Straße, von denen ein Drittel innerhalb von 48 Stunden, nachdem sie ihr zu Hause verloren hatten, in die Prostitution gelockt wurden. Das Durchschnittsalter beim Eintritt in Prostitution und Pornografie liegt in Amerika zwischen 12 und 14 Jahren, und während sie vom Großteil der Gesellschaft als Kriminelle angesehen werden, sind sie in Wahrheit einfach nur Opfer. Ihre Leben gehören ihnen nicht, weder können sie bestimmen, was aus ihnen wird, noch haben sie Einfluss darauf, was mit ihren Körpern geschieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sklavenhandel, das gewinnträchtigste Verbrechen der Welt, macht einen Umsatz von gut 32 Milliarden Dollar im Jahr. Das ist mehr als Nike, Google und Starbucks im letzten Jahr zusammen umgesetzt haben. 1850, über ein Jahrzehnt, bevor die Sklaverei in Amerika abgeschafft wurde, entsprach der durchschnittliche Wert eines Sklaven nach heutigem Maßstab 40000 Dollar, heutzutage jedoch kann man einen für kaum 90 Dollar kaufen. Die meisten Menschen besitzen ein Paar Schuhe, das mehr gekostet hat, ohne auch nur zu ahnen, dass sie dafür ein lebendes, atmendes menschliches Wesen hätten kaufen können. Dr. Cullen hatte einen unerhört hohen Betrag für mich bezahlt, eine Million Dollar, aber selbst das war nicht einmal annähernd genug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein menschliches Leben sollte kein Preisschild haben. Menschen sollten nicht zum Verkauf stehen... komme was wolle. Die genaue Opferzahl zu ermitteln ist nicht möglich, denn in Wahrheit weiß man von den meisten nichts. Es ist beinahe so, als wären sie Phantome ohne Identitäten, versteckt vor der Gesellschaft, doch sie sind da, auch wenn sie niemand bemerkt. Ich allerdings sehe sie und ich weiß, sie sind dort draußen, denn ich war eine von ihnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie schrubben Böden. Sie kochen Mahlzeiten, die sie nicht essen dürfen. Sie pflücken Baumwolle. Sie nähen Kleider, die zu kaufen sie sich nie leisten können. Sie ernten Kakaobohnen, aus denen Schokolade gemacht wird, die zu genießen sie nie die Freude haben werden. Über 70% aller Kakaobohnen kommt aus Westafrika, wo schätzungsweise 15000 Kinder in Sklaverei zur Arbeit auf den Feldern gezwungen werden. Jedes Mal, wenn Edward einen Riegel Toblerone kauft, frage ich mich, welche Hände geschuftet haben, damit dieser hergestellt werden konnte. War es ein kleiner Junge, dem man ein neues Fahrrad versprochen hatte, falls er einwilligte zu helfen, nur um dann mit Dutzenden anderen eingesperrt in einem kleinen Zimmer zu enden, gezwungen, 12 Stunden am Tag zu arbeiten, um dann halb tot geschlagen zu werden, sobald er nur einmal schwächelte? So geschehen mit einem 11 Jahre alten Jungen namens Aly Diabate... gibt es noch weitere?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstverständlich gibt es noch weitere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie stehen an Straßenecken und vor baufälligen Häusern und verkaufen sich für Geld, von dem sie nie auch nur einen Penny zu Gesicht bekommen. Als ich einmal den South Martin Luther King Drive in Chicago entlanggefahren war und die Prostituierten gesehen hatte, die die Straße auf und ab wanderten, hatte ich mich gefragt, wie viele von ihnen dies tatsächlich aus freien Stücken taten und welche Geschichten dahinter steckten. Hatten sie online einen Mann kennengelernt, der sie dazu überredet hatte, von daheim wegzulaufen, der ihnen die Freiheiten versprochen hatte, nach denen sich Teenager sehnten, nur um sie in seine Falle laufen zu lassen, sobald sie eingetroffen waren? Waren sie zu sexuellen Handlungen gezwungen worden und irgendwann dazu, ihre Körper zu verkauften, bedroht und geschlagen, falls sie zu entkommen versuchten? Angesichts der Tatsache, dass dies vor gar nicht langer Zeit einem 14 Jahre alten Mädchen aus Kansas – von einem Mann via Internet nach Chicago gelockt – passiert war, wusste ich, dass dies durchaus möglich war. Die wirkliche Frage ist aber, wie viele sind es genau?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war irgendwie ironisch, Prostituierte auf dem Dr. Martin Luther King Drive zu sehen. Ich frage mich, ob sie die Geschichte des Mannes kannten, nach dem die Straße benannt worden war, ob sie jemals die Möglichkeit gehabt hatten, in die Schule zu gehen und seine „Ich habe einen Traum“ Rede zu hören. Er hatte von einer Welt geträumt, in der alle gleich waren und in der niemand schlechter als andere behandelt oder nach etwas anderem als seinem Charakter beurteilt wurde. Hatten sie selbst Träume? Wünschten sie sich eine Welt, die besser war als die, in der sie derzeit lebten? Wenn ich daran denke, wie es war in einer Scheune in Phoenix aufzuwachsen, war ich davon überzeugt, dass sie Träume hatten. Selbst bei meinen Tiefpunkten, wenn sich alle Hoffnungen auf mehr in Luft aufgelöst hatten, hatte ich immer noch geträumt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lange Zeit hatten mich Schuldgefühle wegen des Todes von Edwards Mutter geplagt. Elizabeth Cullen hatte ihr Leben verloren, um meins zu retten, um mir zu ersparen, was sie durchgemacht hatte. Doch irgendwann war ich zu der Erkenntnis gelangt, dass dies nicht meine Schuld gewesen war. Es war kein Wunder, dass Jasper sich daran erinnerte, wie seine Mutter ihnen ständig die Redensart vorgetragen hatte: Nella vita – chi non risica, non rosica, denn genauso hatte sie ihre Leben gelebt. Nur zu überleben war nicht genug für sie gewesen, und ebenso war es auch für mich nicht genug. Sie wusste, es gab mehr im Leben, und wenn sie nichts tat, würde sich garantiert nichts ändern. Sie strebte nach einer Welt, die besser war als die, in der sie lebte – und wenn schon nicht für sich selbst, dann für ihre Kinder – und  letzten Endes hatte sie genau das getan, was die meisten von uns getan hätten... war wir alle manchmal tun mussten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Opfer bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der ersten Sätze, die ich je gelesen hatte, kamen aus dem Albert Schweitzer Buch, das ich als Kind gestohlen hatte. Es waren fünf einfache Worte, die selbst ich ohne Hilfe hatte lesen können - „Mein Leben ist mein Leitbild“ – aber es waren Worte, die ich erst viel später in meinem Leben wirklich verstehen konnte. Die Wahrheit ist, was wir sagen ist weniger wichtig, als das, was wir tun, unser Handeln sagt mehr als unsere Worte. Die Menschen können sich mit Geschichten und Tatsachen schmücken, aber große Taten brauchen keine Erklärungen. Jetzt verstehe ich es, denn mein Leben ist wirklich mein Leitbild, genau wie das von Elizabeth und Carlisle und all den anderen, die sich geopfert hatten, um jemandem zu helfen, der sich nicht selbst helfen konnte. Stundenlang könnte ich darüber sprechen, wie entsetzlich Menschenhandel ist, darüber schreiben, bis mir die Finger bluten, aber keine noch so große Summe an Worten ist dem lebenden Beweis gewachsen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die junge Sklavin Maggie, die erst in Phoenix und dann in Aros Haus lebte, war mit gerade mal 10 Jahren von zu Hause weggelaufen, weil sie dort misshandelt worden war. Eine Zeitlang hatte sie auf der Straße gelebt, an Straßenecken um Geld gebettelt und unter einer Brücke geschlafen, ehe sie letztendlich einem Mann zum Opfer gefallen war, der ihr ein Sandwich gekauft und Hilfe versprochen hatte. Ihre Freizeit hatte sie damals am liebsten damit verbracht, mit ihrer kleinen Schwester Schule zu spielen – sie wollte immer Kindergärtnerin werden, hatte es aber nicht weiter als bis zur fünften Klasse geschafft, bevor ihre ganze Welt zusammenbrach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Clara war eine Immigrantin aus Mexiko, mit 14 war sie nach Amerika gekommen, um der Armut und der Gewalt ihres Landes zu entkommen. Sie schickte Geld nach Hause, mit dem sie ihre kranke Mutter unterstützte, und wenn sie keine Arbeit finden konnte, griff sie auf Diebstahl zurück, verängstigt und allein in einem fremden Land, in dem sie niemandem um Hilfe bitten konnte. Irgendwann war jemand eingeschritten und hatte ihr einen Job als Hostess angeboten, ein Mann mit sanfter Stimme und weichem Lächeln, dem sie verzweifelt vertrauen wollte. Einige Wochen lief alles gut, dann veränderte sich das Verhalten des Mannes und sie fand sich schließlich angekettet in einem Zimmer wieder, wo sie gezwungen war schlimme Dinge zu tun und wo ihr Leben auf dem Spiel stand, falls sie versuchte sich zu wehren. Sie hatte nur der Gewalt entkommen und ihrer Familie helfen wollen, um dann in einer Welt gesperrt zu werden, die noch schlimmer als die ihre war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nonna war eine Waise gewesen, weitergereicht von Familie zu Familie, ehe sie bei Aros Eltern gelandet war. Dorthin gelangt war sie durch ein kaputtes Pflegesystem und keiner kam, um noch einmal nach ihr zu sehen, während sie ihr Leben in Knechtschaft verbrachte und es ihr nie erlaubt war zu gehen oder die Schule zu besuchen. Sie hatte nie etwas anderes gekannt, ihr lebenslanger Wunsch nach einer eigenen Familie war unerfüllt geblieben. Bei den Cullens war sie dem sehr nahe gekommen, so war es wahrhaft nicht verwunderlich, dass sie, nachdem sie bei ihnen eingezogen war, nicht nach mehr gestrebt hatte, sondern einfach damit zufrieden gewesen war, eine Ersatz-Großmutter für drei kleine Jungs zu sein, die wie niemand zuvor in sie vernarrt waren. Edward hatte erzählt, sie hätten nie ihren richtigen Namen gekannt – sie hatten  sie immer Nonna genannt, was das italienische Wort für Großmutter war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Janets Herkunft war ein Rätsel geblieben, aber das war nicht ungewöhnlich. Es gab Tausende namenlose Opfer in diesem Land, die aus dem Nichts zu kommen schienen und genau so schnell wieder verschwanden. Obwohl sie für mich nichts weiter als eine Geschichte war, jemand, die vor meiner Zeit gekommen und wieder gegangen war, hatte ich ziemlich viel über sie nachgedacht. Ich fragte mich, ob sie dort draußen eine Familie gehabt hatte, die sich um sie sorgte, ob es dort jemanden gab, der sie vermisste und sich fragte, was aus ihr geworden war. Jedes Opfer war jemandes Tochter, jemandes Schwester oder Bruder, oder sogar jemandes Mutter, also musste es jemanden geben, der sie genug liebte, um sich Sorgen zu machen. Ich konnte mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es sein musste, einen geliebten Menschen zu verlieren und niemals zu erfahren, was wirklich mit ihm geschehen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elizabeth war als Kind gekidnappt und gegen ein Lösegeld als Geisel genommen worden, das niemals gezahlt worden war. Die Eltern meiner Mutter waren kaltblütig ermordet und sie als Baby verkauft worden. Sie beide waren in sinnlose Fehden inmitten der Welt des organisierten Verbrechens geraten, hatten in der Gewalt und dem Chaos, in die ihre Familien verwickelt waren, ihre Unschuld verloren. Und ich? Ich war in diese Welt hineingeboren worden. Sie war ein Teil meiner DNA, kreiste durch meine Adern, und ganz egal, was ich tat, es würde immer so sein. Ich war durch meine Geburt eine principessa della mafia, und nichts würde diese Tatsache jemals ändern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manche hatten nicht überlebt, aber andere hatten durch die, die mutig genug gewesen waren, Stellung zu beziehen und Opfer zu bringen, eine zweite Chance für ihr Leben bekommen. Wir alle hatten unsere eigenen Geschichten, und Titel, die uns aufgezwungen worden waren, aber nichts davon definierte  wirklich, wer wir waren. Wir waren keine Sklaven... wir waren einfach nur Menschen mit Hoffnungen, Träumen und Ängsten, wie jeder andere auch. Das hatte mir Edward irgendwann einmal erzählt, damals in der Küche im Haus in Washington. Er hatte gesagt, ich wäre genau so wenig eine Sklavin wie er ein Mafiaprinz, andere mochten uns so gesehen haben, aber sie bestimmten nicht, wer wir waren. Wir bestimmten, wer wir waren, und nur das war die Wahrheit. Meine Leben sprach dafür.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Leben war nicht perfekt, und wir lebten kein Märchen wie in einem Bilderbuch. Wir waren nicht Cinderella und der Märchenprinz – nicht einmal Fiona und Shrek – aber wir waren auch nicht Jack und Rose oder Romeo und Julia. Wir waren einfach nur Edward und Bella fanden es gut so. Es würde keinen Ritt in den Sonnenuntergang oder ein „sie lebten glücklich miteinander bis ans Ende ihrer Tage“ am Ende unserer Geschichte geben, denn Happy Ends waren in Wirklichkeit nur unvollendete Geschichten. Das Leben ging weiter, es würde Zeiten der Prüfungen geben und manche Dinge würden vielleicht falsch laufen, aber so lange wir weitermachten, konnten wir nicht verlieren. Die einzigen Menschen, die verloren, waren die, die es nicht versuchten, und wir würden es versuchen, weil wir den Dingen, auf die  es ankam, nie den Rücken zudrehen konnten. Es war unser Schicksal, und Edwards Mutter hatte dafür gesorgt, dass wir beide eine Chance im Leben bekommen hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Emanzipations-Proklamation. Die meisten Menschen hören diese Worte und denken sofort an Abraham Lincoln, an den Bürgerkrieg und an das Gesetz, das vor rund 150 Jahren erlassen worden war, aber es ist in Wirklichkeit viel mehr als das. Es ist eine Freiheitserklärung, die davon handelt, die Vergangenheit und die Dinge, die uns unterdrücken, loszulassen. Es ist ein Wendepunkt, an dem uns schließlich klar wird, dass unsere innere Kraft stärker als alles ist, was vielleicht noch vor uns liegt. Die Situation oder die Umstände, in der sich eine Person befindet, oder was immer es ist, das sie festhält, spielen keine Rolle – einige der stärksten Menschen, die ich jemals getroffen habe, waren die, die auf dem ersten Blick die Schwächsten zu sein schienen. Jeder Mensch hat seinen freien Willen, auch wenn er nicht frei ist.. meine Mutter hatte das bewiesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl es immer noch wehtat, an eine Welt ohne sie zu denken,  erkannte ich, dass meine Mutter letztendlich genug Mut gesammelt hatte, um ihr Leiden zu beenden. Sie hatte sich in einem gewissen Sinne befreit, hatte eine Entscheidung getroffen, die ihr zum ersten Mal in ihrem kurzen Leben niemand hatte wegnehmen können. Ihr Leben war auf tragische Art und Weise zu Ende gegangen, aber die Wahrheit war, dass sie es auf ihre Art getan hatte, und ich mochte den Gedanken, dass sie in ihren letzten Momenten keine Angst gehabt hatte. Ich glaubte, dass sie, in dem Wissen, dass ihre Träume für mich wahr werden würden und sie sich nicht mehr um meine Zukunft sorgen musste, zum ersten Mal ihren Frieden mit etwas geschlossen hatte. Ich vermisste sie furchtbar und alles, was ich zurückbehalten hatte, war das eine Foto, das Dr. Cullen mir an meinem ersten Weihnachten in Forks gegeben hatte, aber ich brauchte keine Besitztümer, um mich an sie zu erinnern. Sie lebte in meinem Herzen weiter, meine Erinnerungen an ihre Liebe und ihre Stärke verblassten nicht. Ich war stolz auf sie, stolz darauf, dass sie den Mut gefunden hatte sich zu widersetzen, entschieden hatte, wann es genug war, und ich wusste, dass Edward im Laufe der Zeit gelernt hatte, über seine Eltern das Gleiche zu denken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte während des Lesens ihres Tagebuchs einiges über Elizabeth gelernt und es war leicht zu sehen, wie sehr sie ihre Kinder geliebt hatte. Sie waren ihre Welt gewesen und sie hatte daran geglaubt, so lange sie lebten, würde sie nie sterben, denn ein Teil von ihr würde für immer in ihnen weiterleben. Carlisle hatte sie aus der Sklaverei befreit, aber eigentlich hatte sich Elizabeth durch ihre Kinder selbst befreit. Sie hatte durch die Liebe, Hingabe und Aufopferung ihre Freiheit gefunden, hatte drei bezaubernde Jungs aufgezogen, die zu beschützerischen Männern herangewachsen waren, und ich glaubte wahrhaftig, dass die Welt durch deren Existenz ein besserer Ort war. Sie hatte etwas bewirken wollen, ihren Teil getan, um das Leid zu beenden, und das war ihr gelungen. Was ihr geschehen war, war herzzerreißend, aber ich war mir ganz sicher, wo immer sie auch war, schaute sie voller Stolz auf ihre Kinder herunter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bestimmt auch auf Edward...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn trotz allem, was er durchgemacht hatte, trotz allem, was er hatte tun müssen, war mein Ehemann immer noch ein guter Mann. Es spielte keine Rolle, wie manche Leute über ihn dachten oder welcher Ruf ihm vorauseilte, denn ich kannte seinen Charakter und nur das zählte wirklich. Ich mochte einige Dinge nicht, von denen ich wusste, dass er sie in seinem Leben getan hatte, die Diebstähle und das Leid, das er anderen zugefügt hatte, aber ich war mit dem Titel, den sie ihm bei der Einführung verliehen hatten, einverstanden. Er war ein Mann der Ehre. Und was Dr. Cullen betraf, nun... ich wage zu glauben, dass er genau dort war, wo er sein wollte. Seine allerletzte Tat war eine des Widerstands, aber inmitten der Gewalt, die er verursacht hatte, hatte er auch seine Ehre gefunden, die zu finden er eine so lange Zeit gekämpft hatte. Er hatte auf seinem Weg ein paar Misserfolge gehabt, hatte Fehler begangen, die nicht wieder zurückgenommen werden konnten, aber wenn es darauf angekommen war, hatte man sein wahres Gesicht durchleuchten sehen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, dass ich ihm in seinem Büro im Krankenhaus in Washington gegenüber gesessen hatte, ihm zugehört hatte, wie er über unsere Situation sprach, in der wir uns alle wiedergefunden hatten. Er hatte mir an diesem Tag erzählt, er versuche Edward vor etwas zu beschützen, von dem er nicht einmal wusste, dass er davor beschützt werden musste... dass er einen Ausweg suche, bei dem niemand geopfert werden müsse. Ich hatte mich damals um mich und um Edward gesorgt, hatte in der Angst gelebt, ich wäre diejenige, die ihr Leben verlieren würde oder er würde als Folge davon verletzt. Niemals wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass Dr. Cullen von sich selbst sprach. Nicht ein Mal hatte ich innegehalten und darüber nachgedacht, dass vielleicht er derjenige war, der dieses Opfer bringen würde. Ich denke oft an dieses Gespräch zurück und frage mich, ob er irgendwie von Anfang an gewusst hatte, dass alles so enden würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erinnere mich an den Tag, es war vor meinem ersten Weihnachtsfest bei den Cullens, an dem ich mit Edward in diesem Einkaufszentrum war und wie er lässig erklärt hatte, dass er eines Tages eine Emanzipations-Proklamation für mich herausgeben würde, um mich zu befreien. Damals hatte ich es amüsant gefunden, so liebenswert naiv, aber inzwischen verstehe ich, was er damals gemeint hatte. Jahrelang hatte ich darüber nachgedacht, was Freiheit wirklich bedeutete, und ich erkenne nun, dass es nicht um absolute Sicherheit und Perfektion geht, es geht darum die Möglichkeit zu haben, die eigene Last des Lebens zu tragen. Es geht darum, etwas lebenswertes zu  finden, etwas, worum es sich zu kämpfen lohnt, etwas, wofür man sterben und etwas riskieren würde. Nella vita - chi non risica, non rosica. In diesem Sinne hatten weder Edward noch ich uns geopfert, als wir vor den Menschen standen, die wir liebten und uns schworen, für den Rest unseres Lebens zusammenzubleiben. Wir hatten unsere Wahl getroffen, unsere Bürden gemeinsam angenommen, und das war der Moment, in dem er es wirklich getan hatte. Das war der wahre Moment, in dem Edward Cullen mir die Freiheit gegeben hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war meine Emanzipations-Proklamation gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir schreiben das Jahr 2010, und irgendwo in der Welt wird gerade ein Mädchen, umhüllt von Dunkelheit, in die Sklaverei hineingeboren. Sie wird aufwachsen und sich mehr für ihr Leben wünschen, von einer Welt außerhalb von der träumen, in der sie lebt. Einer Welt, in der sie Freunde haben, zur Schule gehen, in der sie ihre Liebe finden und irgendwann sogar heiraten kann. Einer Welt, in der sie hingehen kann, wo immer sie möchte, und sein kann, was immer sie sein möchte. Eine Welt, in der die Menschen sie wahrnehmen und wissen, dass sie existiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kenne ihren Namen nicht, aber ich vertraue darauf, dass es eines Tages irgendjemanden geben wird, der es tut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Alla Fine&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The End&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ende&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1735737126500531371-2772812492653141420?l=anja-tina.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://anja-tina.blogspot.com/feeds/2772812492653141420/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/2011/04/epilog.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default/2772812492653141420'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default/2772812492653141420'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/2011/04/epilog.html' title='Epilog'/><author><name>Anja+Tina</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03663176774796438039</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_aRw8XE3eVT8/St971i5Z5yI/AAAAAAAAAGk/zf8dZIFvhgk/S220/fuck.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1735737126500531371.post-9102717266748787994</id><published>2011-03-01T21:19:00.002+01:00</published><updated>2011-04-12T22:22:04.805+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Story'/><title type='text'>Kapitel 80</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Abhängigkeit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich will gebraucht werden. Ich will unentbehrlich für jemanden sein. Ich brauche jemanden, der all meine Freizeit, mein Ego, meine Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Jemanden, der abhängig von mir ist. Eine gegenseitige Abhängigkeit.“ – Chuck Palahniuk&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bella Swan POV&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist absolut unnötig“, brummte ich. Tiefer in den Ledersitz sinkend blickte ich durch das dunkel getönte Seitenfenster. Wir fuhren durch die Straßen, die Gebäude schnellten vorbei, die Gegend verschwamm in der Dunkelheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mr. Cullen ist anderer Ansicht, Ma‘am“, sagte eine höfliche Stimme vom Fahrersitz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mich Ma‘am zu nennen ist auch unnötig“, erwiderte ich mit einem Blick auf den Mann, der das Auto fuhr. Mir fiel auf, dass er mich im Rückspiegel beobachtete, die Nervosität stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ich hatte ihn noch nie gesehen, und es war nicht zu übersehen, dass er dies hier zum ersten Mal machte und nicht vermasseln wollte, was höchstwahrscheinlich seine erste Gelegenheit sich zu beweisen war. Es war eine PC Situation, wie sie es nannten – Precious Cargo – die nur den zuverlässigsten und vertrauenswürdigsten Fahrern überlassen wurde. Normalerweise war dies Prominenten oder Politikern vorbehalten, aber mit der Mafia zu tun zu haben schob einen wie es aussah in die gleiche Kategorie. Angesichts der drohenden Vergeltungsmaßnahmen, sollte irgendetwas schief gehen, leuchtete das wohl ein, aber dass ich dazu zählte, fand ich nach wie vor verblüffend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tut mir leid,Ma‘am“, entgegnete er leise und wandte den Blick ab. Leise lächelnd sah ich wieder aus dem Fenster, die Ironie der Situation entging mir absolut nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war erstaunlich, wie viel sich verändert hatte, unser Leben hatte sich in einer Art und Weise gewandelt, die ich mir nicht einmal ansatzweise hätte vorstellen können. Neugierig, wie die Dinge unter anderen Umständen gelaufen wären, dachte ich oft über die Ereignisse nach, die uns hierher gebracht hatten. Mir war klar, wie sinnlos das war, denn zurückzukehren und alles zu verändern war unmöglich, dennoch konnte ich manchmal nicht anders. Doch egal, wie oft ich es durchdachte, schien es mich immer wieder zurück zu dem einen Vorfall zurückzuführen, der alles in Gang gesetzt hatte – der Ermordung meiner Großeltern Marcus und  Didyme Tanner im Winter 1972.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Großeltern – ich bezweifelte, dass ich mich jemals daran gewöhnen würde, dieses Wort zu sagen. Abgesehen von meiner Mutter hatte ich nie über einer Familie nachgedacht, hatte mich geweigert, die Swans als dergleichen anzusehen, aber je mehr Zeit verging, umso mehr hinterfragte ich die Dinge. Edward bot an zu erklären, was er wusste, versprach zukünftig offener mit mir zu sein, aber letztendlich war es Alec, der mir die Wahrheit erzählte. Er erzählte mir alles, was er über die Tanners wusste, gab die Geschichten weiter, die er darüber gehört hatte, was für Menschen sie gewesen waren. Sie waren eine starke Familie voller Stolz, und trotz Marcus‘ Verstrickungen mit der Mafia war er offenbar ein anständiger Mensch gewesen. Alec sagte, sie hätten sich sehr darüber gefreut, eine Tochter bekommen zu haben, und verriet mir, dass sie sie nach meiner Urgroßmutter Briana ‚Bree‘,  genannt hatten. Es war überraschend von der Herkunft meiner Mutter zu hören und zu erfahren, wie sehr man sie gewollt hatte... wie sehr man sie geliebt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angefangen von der Planung ihrer Ermordung bis zum Verwischen seiner Spuren, erklärte er mir, was Aro getan hatte, und ich begriff, dass dies der Augenblick gewesen war, der all unsere Leben bestimmt hatte. Dadurch war ein Domino-Effekt ausgelöst worden, dessen Nachwirkungen auch Jahrzehnte später noch spürbar waren. Hätte Aro nicht diese Entscheidung getroffen, hätte meine Mutter die Möglichkeit gehabt, unter privilegierten Umständen aufwachsen zu können. Sie hätte zur Schule gehen und Freunde haben, das College besuchen und eine Karriere beginnen können. Es hätte Pyjama- und Geburtstagspartys, einen Freund und Dates gegeben. Sie hätte nicht unter der Knute der Swans leiden müssen und es hätte nicht diesen schicksalhaften Tag vor vielen Jahren gegeben, an dem die Cullens zu Besuch gekommen waren. Elizabeth wäre auch noch am Leben. Edward hätte nicht den Mord an seiner Mutter mit ansehen müssen, Dr. Cullen hätte nicht sein Leben verloren. Sie hätten zusammenbleiben und eine heile Familie sein können, nicht sie zerstörten Menschen, die ihr Tod aus ihnen gemacht hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wären Marcus und Didyme am Leben geblieben, wären alle glücklich gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war vollkommen einleuchtend, aber Edward hatte den Fehler in meiner Logik entdeckt – wären sie nicht gestorben, wäre ich nie geboren worden. Er meinte, während ihr alles andere erspart geblieben wäre, hätte sie mich nicht bekommen, und er war überzeugt, dass sie für mich nicht für ihre Welt eingetauscht hätte. Ich wusste, woher dies rührte, dennoch konnte ich manchmal nicht anders, als mir dies alles vorzustellen, besonders in Augenblicken, in denen ich mit einer Limo durch die Straßen Chicagos fuhr. Wäre eine Handlung anders gewesen, wäre eine Entscheidung nicht gefällt worden, könnte es meine Mutter und nicht ich sein, die gerade durch die Gegend gefahren wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ma‘am?“ Wieder sah ich den Fahrer an und bemerkte, dass er mich mit fragend hochgezogenen Augenbrauen musterte. „Auf dem Highway 41 hat es einen Unfall gegeben, der den Verkehr Richtung Norden zum Stillstand gebracht hat. Ich muss einen Umweg fahren, aber es wird nur ein paar Minuten länger dauern.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend blickte ich auf meine Uhr, konnte in der Dunkelheit schwach die Zeit ausmachen – Viertel nach zehn Uhr abends. „Okay.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeit.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist in Ordnung“, erwiderte ich im Versuch, seine Nerven zu beruhigen. „Ist keine große Sache. Und bitte nennen Sie mich Isabella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die restliche Fahrt über schaute ich wieder aus dem Fenster, und er sagte nichts mehr, bis er vor dem großen weißen Haus anhielt und die Limo am Straßenrand parkte. Er stieg aus und blickte sich achtsam um, öffnete dann eine Tür und hielt mir seine Hand entgegen. Lächelnd ergriff ich sie, kletterte vorsichtig aus dem Auto. „Vielen Dank.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gern geschehen, Ma‘am.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dem Wissen, wie sinnlos es wäre, ihn abermals zu verbessern, schüttelte ich meinen Kopf und zog etwas Bargeld hervor. Er weigerte sich das Trinkgeld anzunehmen, sagte, mich zu fahren  wäre eine Ehre gewesen, doch ich stopfte ihm das Geld augenrollend in seine Jackentasche. Dann wollte er mich zur Tür geleiten, aber ich winkte ab, also blieb er nervös neben dem Wagen stehen, als ich mich auf den Weg zum Haus machte. Die Eingangstür war abgeschlossen, also holte ich meinen Schlüsselbund heraus, schloss schnell auf und schlüpfte, zum Abschied winkend, hinein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Haus war es ziemlich dunkel und still, wenn man vom gedämpften Raunen des Fernsehers im Wohnzimmer absah. Direkt hinter der Tür zog ich meine Schuhe aus und ging in die Küche, nahm mir ein Glas aus dem Schrank und füllte es mit Wasser aus der Leitung. Gegen die Arbeitsplatte gelehnt trank ich einen Schluck, dabei ließ ich meinen Blick neugierig durch die Küche schweifen. Auf dem Tisch lagen Papiertücher, auf denen Tassen standen, und das Geschirr war den ganzen Tag nicht gespült worden. Ein Teil der Arbeitsplatte war mit Krümeln übersät, und neben der Spüle stand ein leeres Glas Erdnussbutter, dessen Deckel schief aufgesetzt war, daneben lag ein schmutziges Messer. Es war auch etwas Klebriges verschüttet worden, der Boden musste dringend gewischt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend kehrte ich diesem Durcheinander den Rücken zu und blickte auf den Kalender an der Wand. Darauf sah es chaotisch aus, überall war Gekritzel zu sehen, und manche Tage waren durchgestrichen, aber nichts stand so sehr heraus, wie das Datum am unteren Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;29. August 2010&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Quadrat war mit Rotstift eingekreist, und ich lächelte, als ich die Worte las, die ordentlich in das Kästchen geschrieben worden waren: unsere Hochzeit. Es waren knapp zwei Jahre vergangen, seit Edward und ich wieder zueinander gefunden hatten, und in nur fünf Tagen hatten wir vor es offiziell zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ehe. Es war immer noch schwer zu glauben, dass wir so weit gekommen waren. Leicht war es wirklich nicht für uns gewesen, denn wir konnten uns nicht einfach in eine Blase einschließen und alles, was draußen war, ignorieren, wie wir es in Forks getan hatten. Wir mussten ein Teil dieser Welt sein, mussten uns in sie integrieren und herausfinden, wie wir hinein passten. Immer wieder beschwor es Konflikte herauf, wenn wir die Balance zwischen uns als Paar und uns als Individuen zu finden versuchten, aber es war nicht so schlimm, als dass wir es nicht gemeinsam schaffen konnten. In bestimmten Dingen waren wir verschiedener Meinung, zum Beispiel bei meiner Sicherheit, und obwohl ich es manchmal erdrückend fand, tolerierte ich eine Menge seiner Wünsche. An die Bodyguards oder den Fahrservice würde ich mich nie gewöhnen, aber ich wusste, es war ein wirklich kleiner Preis für Edwards Seelenfrieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn ganz ehrlich, Seelenfrieden war etwas, das Edward sehr selten bekam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich damals in Chicago angekommen war, war mir klar, dass er süchtig war, auch wenn er es zu diesem Zeitpunkt nicht sehen wollte. In meiner Abwesenheit hatte er sich von Alkohol und Drogen abhängig gemacht, sich nicht ein einziges Mal nur auf seine Stärke verlassen, um es durchzustehen. Ich glaubte an Edward und wollte nicht seine Krücke sein, was zum Teil zu meiner Entscheidung beigetragen hatte, es langsam mit ihm angehen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten angefangen, all die Dinge zu tun, die normale Paare taten, wie Dates oder gemeinsame Ausflüge. Intimität war allerdings knifflig, denn trotz der sexuellen Anspannung, die schwer zwischen uns hing, schienen wir beide zu verstehen, dass wir nicht sofort zu diesem Schritt bereit waren. Wir mussten an unseren emotionalen Problemen arbeiten, ehe wir körperlich zusammen kommen konnten, denn täten wir es nicht, würde es alles nur noch komplizierter machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu warten war die beste Entscheidung gewesen, die wir getroffen hatten, denn als wir uns letztendlich unserer Leidenschaft hingaben, war es genauso intensiv wie beim ersten Mal. Es geschah nicht aus Lust oder schlichter sexueller Befriedigung; es geschah nicht, weil wir zerstört waren und uns selbst vorlogen, es könne uns heilen. Als wir uns endlich liebten, passierte es genau deshalb – aus Liebe. Weil es sich richtig anfühlte, weil wir zusammen passten, und nicht, weil wir verzweifelt versuchten, unsere nicht schwindende Qual zu lindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Normalität, die wir miteinander gefunden hatten, war etwas, wonach ich mich immer gesehnt hatte. Sie war nicht perfekt, denn Edward musste hin und wieder ohne Vorwarnung unsere Pläne streichen, aber die meiste Zeit versuchte Alec entgegenkommend zu sein. Edward hatte eine neue Stellung innerhalb der Organisation angenommen, und ich war mir über die Einzelheiten nicht im Klaren, aber ich wusste, es war der gleiche Job, den Charles Swan während meiner Kindheit innegehabt hatte. Nach der Hochzeit hatten wir vor umzuziehen, aber bis dahin musste Edward immer wieder zu Reisen aufbrechen. Manchmal war er wochenlang weg, kam aber jedes mal in einem Stück wieder zu mir zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder, nun ja, so in einem Stück, wie Edward war jedenfalls.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hatte beschlossen die Schule zu pausieren, um seinen Kopf frei zu bekommen, damit er ein gewisses Gleichgewicht in seinem Leben finden konnte, aber ich hatte mich sofort unter meinem richtigen Namen im Art Institute of Chicago eingeschrieben. Edwards Alkoholkonsum hatte sich noch eine Weile fortgesetzt, aber irgendwann, ohne jeglichen Druck, war er zu dem Entschluss gelangt, die Anonymen Alkoholiker aufzusuchen. Es war wohl von heute auf morgen passiert, und ich hatte keine Ahnung, was der Auslöser gewesen war, aber seine Entscheidung machte mich stolz. Wann immer er in der Stadt war, ging er gewissenhaft zu den Treffen, und auch dies stellte sich hin und wieder gegen unsere Pläne – besonders wenn er sich verwundbar fühlte – aber ich verstand und unterstützte ihn vollkommen. Allerdings wäre es gelogen zu sagen, es wäre leicht gewesen, denn in Wahrheit war nüchtern zu bleiben immer noch ein tagtäglicher Kampf für ihn. Dann war er gereizt und sein Temperament ging mit ihm durch, doch ich blieb geduldig, denn ich wusste, es war nur eine Nebenwirkung seiner Sucht. Es hatte Rückschläge und Ausrutscher gegeben, die ihn wieder umwarfen, doch jedes Mal, wenn dies geschah, stand er sofort wieder auf und versuchte es erneut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich trank noch einen Schluck Wasser und schüttete den Rest in den Ausguss, dann stellte ich das Glas neben mir auf der Arbeitsplatte ab. Schon wollte ich weggehen, zögerte dann aber, drehte mich wieder herum und nahm das Glas. Dann öffnete ich die Spülmaschine, stellte es hinein und sammelte schnell das andere herumliegende Geschirr zusammen. Ich schaltete sie nicht ein, denn das konnte bis morgen warten, räumte aber den Müll zusammen und wischte die Arbeitsflächen ab. Der klebrige Boden würde auch warten müssen, aber den Rest konnte ich einfach nicht so lassen, denn trotz allem, was sich bei uns verändert hatte, waren einige grundlegende Dinge immer noch geblieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verließ die Küche und ging zum Wohnzimmer. Als mein Blick auf Edward fiel, erstarrte ich. Es fühlte sich an, als wäre alle Luft aus meiner Lunge gepresst worden, der sich mir bietende Anblick war buchstäblich atemberaubend. Die Emotionen überwältigten mich derart, dass meine Knie weich wurden, meine Brust schmerzte so sehr, dass ich befürchtete, mein Herz würde durch den Druck explodieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Beine vor sich ausgestreckt und seinen Körper an die Rückenlehne geschmiegt, saß Edward in einem Fernsehsessel. Eine kleine Gestalt war um seinen Oberkörper geschlungen, ein Kopf ruhte auf seiner Brust, und kleine Fäuste packten sein Hemd. Beide schliefen tief und fest, der Lichtschimmer des Fernsehers erhellte sanft ihre friedlichen Gesichter in der Dunkelheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leise schlich ich auf Zehenspitzen auf sie zu, rüttelte sanft an Edwards Schulter und rief seinen Namen. Er zuckte zusammen und öffnete seine Augen, blinzelte einige Male und sah dann in meine Richtung. Ein schiefes Grinsen formte sich auf seinen Lippen, als er mich dort stehen sah, und vorsichtig veränderte er seine Position im Sessel, achtete darauf, den Kleinen nicht zu wecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hey tesoro“, sagte er leise mit noch schlaftrunkener Stimme. „Wie war dein Abend?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er war gut“, erwiderte ich. Eine Gastkünstlerin hatte heute die Uni besucht und eine Vorlesung für die Studenten gehalten, der wir beiwohnen mussten. Ich hatte versucht mich zu drücken, hatte Edward nicht allein lassen wollen, aber meine Note hing davon ab, also war mir wirklich keine Wahl geblieben. „Wie war deiner?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Verdammt anstrengend“, murmelte er. „Den Scheiß könnte ich ernsthaft nicht jeden Tag machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich bin sicher, dass es anders ist, wenn es deine eigenen sind“, entgegnete ich lächelnd und streichelte die warme Wange des kleinen Jungen, ehe ich mit meiner Hand durch sein wirres blondes Haar strich. Carlisle Anthony Cullen, der fast Zweijährige, der gerade an Edward geschmiegt schlief, war Weihnachten 2008 in den späten Abendstunden zu Welt gekommen. Den Feiertag hatten wir im University of Chicago Medical Center verbracht und in einem Wartezimmer um einen künstlichen Weihnachtsbaum gesessen, während Rosalie und Emmett das großartigste Geschenk der Welt bekamen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Esme hatte gesagt, es wäre ein Wunder, ein Zeichen von Dr. Cullen, dass er seinen Frieden gefunden hatte, und den hübschen kleinen Jungen aufwachsen zu sehen, ließ mich dies auch glauben. Ich wusste, er hatte seine hellblonden Haare und seine strahlend blauen Augen von seiner Mutter, aber mit jedem Tag schien er erstaunlicherweise mehr und mehr dem Mann ähnlich zu sehen, nach dem er benannt worden war. Zwischen ihnen gab es keine Blutsverwandtschaft, und dennoch fühlte es sich an, als würde ein Teil von Dr. Cullen in diesem Kind leben – der Familienname würde eine weitere Generation überleben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hatten uns gebeten seine Paten zu werden, doch Edward hatte nur zögernd zugestimmt. Nicht, dass er es nicht gewollt hätte, aber die Wahrheit war, dass er sich zurüchhielt, ihm zu nahe zu kommen. Er wollte den Jungen nicht weiter in unsere Welt hineinziehen als er es musste, befürchtete, ihm Gefahren auszusetzen, denen er andernfalls nicht entgegensehen müsste. Dafür respektierte ich Edward, aber Emmett und Rosalie hatten darauf bestanden, dass wir perfekt für diesen Job waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann hatte er nachgegeben, und zusammen hatten wir der Taufe beigewohnt und geschworen, uns so um das Kind zu kümmern, als wäre es unser eigenes. Edward nahm seine Pflichten als Pate genauso ernst wie seinen Eid für die Organisation, und ich wusste, er genoss jeden Augenblick davon, selbst wenn er manchmal versuchte, nach außen hin hart zu wirken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hast du etwas von Emmett und Rosalie gehört?“ fragte ich neugierig, richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Edward.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah. Falscher Alaram, war ja klar“, erwiderte er humorlos lachend. Rosalie war mit ihrem zweiten Kind in der 36. Schwangerschaftswoche, beide wollten ihre Kinder, wie es auch bei den Cullen-Jungs war, altersmäßig dicht beieinander haben, und hatten heute Nachmittag angerufen, weil sie überzeugt gewesen waren, die Wehen hätten eingesetzt. Esme hatte zugesagt Carlisle zu nehmen, wenn es soweit war, aber sie und Alec waren wegen persönlicher Angelegenheiten nicht in der Stadt, also hatten sie uns um Hilfe gebeten. Wir hatten vorher schon einige Male auf ihn aufgepasst, aber es war das erste Mal, dass Edward ihn allein hatte. „Em meinte, sie lassen ihn über Nacht hier und holen ihn morgen früh ab.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist gut“, sagte ich lächelnd. „Ich bin sicher, sie können etwas Ruhe brauchen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist ihre eigene beschissene Schuld.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht, aber mich stört es nicht“, entgegnete ich wissend, dass es Edward ebenso ging. Wäre es anders, hätte er dem Babysitten nicht zugestimmt, wohlwissend, dass ich fast den ganzen Abend nicht da sein würde. „Ich hab den kleinen Kerl gern hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, es ist, ähm, nett, denke ich“, sagte er, ließ seine Worte dabei langsam ausklingen. Wieder veränderte er seine Sitzposition und hielt den kleinen Jungen fest, als er sich erhob, achtete darauf, ihn nicht fallen zu lassen. „Himmel, er wird verdammt schwer. Warum ziehst du dir nicht diese Sachen aus, während ich ihn ins Bett bringe? Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich stehe verdammt nochmal kurz vorm Verhungern.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich beobachtete ihn, wie er schnell die Treppen hinauf eilte und im Gästezimmer verschwand, folgte ihm kurz darauf, machte mich auf den Weg in unser Schlafzimmer und zog mich aus. Nachdem ich meine Sachen in den Wäschekorb in der Ecke geworfen hatte, ging ich ins angrenzende Badezimmer, stellte die Dusche an und kletterte hinein. Das Wasser fühlte sich gut auf meiner nackten Haut an, der warme Strahl nahm augenblicklich etwas der Anspannung aus meinem Körper. Ich nahm mir Zeit mein Haar zu waschen und versuchte, mich zu entspannen, aber als ich das Shampoo ausspülte, fuhr plötzlich ein kühler Luftzug durch das Zimmer. Gänsehaut überzog meinen Körper und zitternd lugte ich durch den Duschvorhang. Verblüfft sah ich, dass die Tür offen war und ein sehr nackter Edward im Zimmer stand. Er stellte das Babyphon auf das Waschbecken, meine Augen tasteten instinktiv seine Gestalt ab, wanderten zu dem feinen Pfad Haare auf seinem Bauch, und ich wurde rot, als mein Blick auf seine überdeutliche Erektion fiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was... Ich meine...“, setzte ich stammelnd an. Er zog den Vorhang weiter auseinander und trat zu mir in die Dusche, brachte mich damit noch mehr außer Fassung. Ohne ein Wort zu sagen, packte er meine Hüften und zog mich zu sich heran, damit er sich gegen mich drücken konnte. Er neigte seinen Kopf und küsste meinen Hals, seine rechte Hand fuhr nach oben und umfasste meine Brust. Als sein Daumen über meinen Nippel strich und dieser unter seiner Berührung hart wurde, erzitterte ich abermals. Schauer liefen über meinen Rücken, und in Erwiderung schlang ich meine Arme um ihn und fuhr mit meinen Fingern durch das Haar an seinem Hinterkopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich dachte, du wärst hungrig“, raunte ich und warf meinen Kopf zurück, um ihm besseren Zugang zu gewähren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bin ich“, wisperte er heißer. „Wie gesagt, ich bin verdammt nochmal kurz vorm Verhungern, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, erwiderte ich abgelenkt, keuchte auf, als er seine Hand von meiner Brust zwischen meine Beine sinken ließ. „OH!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Reaktion brachte Edward zum Lachen, er schob meine Beine auseinander und drang ohne zu zögern mit zwei Fingern in mich ein. Stöhnend schloss ich meine Augen, und er fing an, mit seinen Fingern in mich zu stoßen, sein Daumen strich dabei über meine empfindliche Klit, woraufhin meine Knie weich wurden. Um mich zu stützen, drängte er mich gegen die Wand und stieß seine Finger schneller in mich, seine Lippen wurden hektischer, als die meiner Kehle entweichenden Geräusche lauter wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh Gott“, stöhnte ich, spürte schon den Druck, der sich in meiner Magengrube bildete. Mein ganzer Körper prickelte, mein Herz schlug vor Erwartung wie verrückt. Ich umfasste seine Erektion und streichelte so gut ich konnte, doch dank der Position, in der wir hier standen, war meine Koordination einfach nur schrecklich. Der Hautkontakt ließ ihn aufstöhnen, und er stieß von selbst in meine Hand, die Wucht knallte mich rückwärts gegen die Wand der Dusche. Ich schlug hart mit dem Kopf dagegen, und Edward fluchte, entschuldigte sich schnell, doch die Worte kamen kaum bei mir an. Genau in diesem Moment verkrampfte sich mein Körper, ein lähmendes Gefühl überkam mich, und dann explodierte ich vor Wonne. Ich schrie meinen Orgasmus heraus, und Edward schmetterte seine Lippen auf meine, versuchte meine Geräusche zu dämpfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald die Empfindungen nachließen, rückte ich etwas zur Seite, um es uns leichter zu machen, und fing an ihn erneut zu streicheln. Dann tauschten wir die Plätze und Edward lehnte sich gegen die Wand der Dusche, schloss seine Augen und biss auf seine Unterlippe, versuchte still zu bleiben. Ich machte noch eine Weile so weiter und ließ mich dann auf meine Knie sinken, kreiste mit meiner Zunge um seine Spitze und nahm ihn dann in meinen Mund. Grunzend legte Edward seine Hände um meinen Hinterkopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fuck, tesoro, das fühlt sich gut an“, stöhnte er, als ich anfing meinen Kopf zu bewegen und ihn, ohne zu würgen, so weit wie ich konnte, in mich nahm. Er ließ seine Hände in meinen Haaren ruhen und zog meinen Kopf nicht näher, aber ich merkte, wie er gegen den Drang ich mich zu stoßen ankämpfte. Für ein paar Minuten saugte und leckte ich heftig weiter, während das Wasser auf uns herabstürzte. Dann spannte er sich an, umschloss mit seinen Fäusten eine Handvoll meiner nassen Haare und verlor den Kampf um seine Willenskraft. Seine Hüften stießen nach vorn, und wissend, dass er seinem Orgasmus nahe war, versuchte ich, meine Kehle zu entspannen. Genau in dem Moment, als er vollständig hineinglitt, war ein lautes Kreischen zu hören. Erschrocken über das Geräusch musste ich würgen, dabei biss ich ihn aus Versehen bei dem Versuch, ihn aus meinem Mund zu drängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fuck! Nein, nein, nein, nein“, begann Edward verzweifelt zu rufen. Verwirrt und überrascht sah ich zu ihm auf, wollte etwas sagen, atmete jedoch Wasser ein. Ich würgte, hustete heftig. Durch die Flüssigkeit in meiner Lunge fing meine Brust an zu brennen. Edward zog mich auf die Füße und starrte mich entsetzt an, weil ich um Luft rang. Mit erhobenen Händen versuchte ich im klarzumachen, dass mir nichts fehlte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich endlich wieder Luft bekam, ertönte ein weiterer Schrei, und mir wurde klar, dass Carlisle, der im Nebenzimmer schlief, wach geworden war. „Ich kümmere mich um ihn“, bot ich an und lächelte   mitfühlend. „Du willst vielleicht, öhm... du weißt schon... beenden, was ich angefangen habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohlwissend, dass Edward hart bleiben würde, bis er seine Erlösung gefunden hatte, deutete ich auf seine Erektion und trat aus der Duschkabine, wofür ich ein ärgerliches Brummen von ihm erntete. „Du weißt, in den Pornos ist der Sex -Scheiß in der Dusche verdammt sexy.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„In Pornos ist alles sexy“, erwiderte ich lachend und griff nach meinem Bademantel, der an einem Haken auf der Innenseite der Tür hing. „Sogar Sachen wie, na ja, Analsex.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei diesen Worten wurde ich feuerrot, konnte die Reaktion einfach nicht unterdrücken, und er sah mich schockiert an. „Fuck, willst du das als Nächstes probieren, tesoro?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich knotete meinen Bademantel zu und verdrehte meine Augen. „Nein danke“, erwiderte ich. „Ich passe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er murmelte etwas vor sich hin, und ich verließ das Bad, ging schnell durch den Flur zum Gästezimmer. Dort sah ich Carlisle tränenüberströmt mitten auf dem Bett sitzen. „Hey, kleiner Mann.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bella“, wimmerte er und sah mich verzweifelt an. Neben Edward war er der einzige, der mich Bella nannte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich setzte mich neben ihn aufs Bett und öffnete meine Arme, damit er auf meinen Schoß klettern konnte. „Was fehlt dir, Schätzchen?“, fragte ich und umarmte ihn fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mama“, antwortete er und starrte mich aus strahlend blauen Augen an. Lächelnd wischte ich die Tränen von seinen Wangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Deine Mom kommt morgen früh. Und dein Daddy auch“, sagte ich. „Wenn du jetzt schön schläfst, siehst du sie morgen früh gleich wieder, okay?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Kay“, gab er zurück, aber an seiner zitternden Unterlippe sah ich, dass nichts okay war. Er war noch so klein und nicht zuhause, und ohne seine Eltern bei uns zu sein, war ihm völlig fremd. Seufzend drückte ich einen zarten Kuss auf seinen Kopf, legte ihn dann wieder auf sein Kissen und ließ mich neben ihn aufs Bett sinken. Ich steckte die Bettdecke rund um ihn fest und streichelte ihn für eine Weile, bis er wieder wegdämmerte. Sobald ich sein leises Schnarchen hörte, stand ich auf und ging zurück ins Schlafzimmer, wo ich mich meines Bademantels entledigte und in einen Pyjama schlüpfte. Mein Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden, machte ich mich auf den Weg ins Erdgeschoss, wo ich Licht in der Küche sah. Edward stand vor der weit geöffneten Kühlschranktür und starrte ärgerlich hinein. Er trug nur eine Jogginghose, die tief auf seinen Hüften saß. Seine Brust und seine Füße waren nackt, seine Haare wie immer ein einziges heilloses Durcheinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Findest du nichts?“, fragte ich. Er schüttelte frustriert seufzend seinen Kopf und schloss den Kühlschrank wieder, seine Augen überflogen die Menükarten der Restaurants mit Lieferservice an der Kühlschranktür. Wir ließen uns öfter Essen liefern als mir gefiel, aber die Schule hielt mich auf Trab und Edwards Terminpläne waren oft unvorhersehbar, also gab es im Moment bei uns nur selten planbare Mahlzeiten. „Ich kann etwas machen. Vom gelieferten Essen musst du doch die Nase voll haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er gluckste amüsiert, mustere mich und hob eine Augenbraue. „Kommt darauf an, was ich geliefert bekomme“, sagte er anzüglich. „Dich könnte ich jeden Tag essen, und ich hätte nie die Nase voll, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist so pervers“, antwortete ich kopfschüttelnd. Ich spürte die Röte in meinen Wangen und wusste, es wäre sinnlos zu versuchen sie verbergen zu wollen. Jedes Mal, wenn er so etwas sagte, reagierte ich auf diese Art und nahm an, dies war mit ein Grund, weshalb er immer wieder solche Kommentare von sich gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, aber du liebst es“, sagte er spielerisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Stimmt“, erwiderte ich achselzuckend. Er kannte mich zu gut, warum sollte ich es also bestreiten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Edward drehte sich lachend um und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Menükarten. „Ich werde was beim Chinesen bestellen. Es ist schon spät, und du sollst nicht mehr kochen müssen, vor allem, da du die verdammte Küche heute Abend schon mal aufgeräumt hast. Glaub nicht, ich hätte den Scheiß nicht gesehen. Du weißt, ich hätte das auch machen können. Ich hätte es auch getan.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß das“, sagte ich wahrheitsgemäß. Einige Dinge, wie Putzen oder Wäsche waschen, machte Edward nie, aber er konnte seinen eigenen Kram ganz gut aufräumen. Er liebte es nicht gerade und würde zu gern Leah weiterhin dafür bezahlen, aber ich wusste, er tat es für mich. „Es hat mir nichts ausgemacht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na dann, danke schön.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er griff nach dem schnurlosen Telefon, das an der Wand hing, und wählte schnell eine Nummer. „Yeah, es geht um eine Lieferung. Der Name ist Edward Cullen“, sagte er, nachdem sie geantwortet hatten. Dann dauerte es eine Weile, sie überprüften wohl seinen Namen in ihrem System. „Ja, das bin ich. Ich hätte gern Schweine Mu Shu Wraps, Mongolisches Fleisch, das Kung Pao Hühnchen und zweimal die Wan Tan Suppe. Ich weiß nicht, groß? Oh, und ein paar Frühlingsrollen. Wie viele sind eine Portion? Zwei?! Mehr nicht? Das ist beschissene Abzocke. Dann will ich drei Portionen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er sah mich mit fragend erhobenen Augenbrauen an. „Habe ich was vergessen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Öhm, nein“, erwiderte ich, fragte mich, wieso er so viel bestellte. Anscheinend war er am Verhungern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, das war's. Und vergesst die Glückskekse nicht“, sagte er ins Telefon, runzelte dann aber seine Stirn, während er der Person in der Leitung zuhörte. „Was meint ihr damit, ihr habt gerade keine Glückskekse? Ihr seid ein gottverdammtes chinesisches Restaurant. Ihr müsst Glückskekse da haben. Was? Nein, ich will nicht mit dem Geschäftsführer sprechen, ich will nur meine beschissenen Glückskekse. Ist mir scheißegal, dass sie euch ausgegangen oder eine höfliche Gratisbeigabe sind. Kommt mir nicht mit diesem Bockmist. Ich fühle mich gerade nicht höflich behandelt. Treibt welche auf.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem irritierten Stöhnen beendete er das Gespräch und knallte das Telefon so hart auf die Arbeitsplatte, dass ich zusammenzuckte. „ Verdammtes undankbares Pack“, spie er, riss das Eisfach auf und schaute hinein. Ich wusste sofort, was er suchte, und es schien auch ihm gleich klar zu werden. Er hatte aus  Impuls und Frustration heraus gehandelt, was ihm hin und wieder passierte. Für einen Moment starrte er auf den leeren Platz, wo einst die Wodka-Flasche gestanden hatte, bevor er die Tür wieder zuschlug und den Kühlschrank öffnete. Er griff nach einer Dose Cola, und ich ging zu ihm, nahm sie aus seiner Hand und rieb zärtlich seinen Rücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Glückskekse sind doch unwichtig“, sagte ich und stupste ihn zur Seite, damit ich ein Glas aus dem Schrank holen konnte. Edward lehnte sich gegen die Arbeitsplatte und sah zu, wie ich die Schüssel mit den Kirschen hervorholte und für ihn eine Cherry-Coke mischte. „Du isst sie nicht einmal. Du sagst immer, sie schmecken wie Pappe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, aber du tust es“, erwiderte er angespannt.  Er zappelte fahrig herum und rieb unruhig mit den Handflächen über seine Hosenbeine. „Du magst sie.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lächelte leicht und reichte ihm sein Getränk. „Danke, dass du an mich gedacht hast, aber das war wirklich nicht nötig. Genauso unnötig wie die Limousine, die du mir gestern Abend geschickt hast.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht waren es die Kekse nicht, aber die Limousine war definitiv notwendig“, sagte er und trank einen Schluck. „Verdammt, du konntest auf keinen Fall nach Hause laufen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, aber ich hätte den Bus nehmen können“, erwiderte ich achselzuckend. „Ich meine, ich bin auf der Hinfahrt auch mit dem Bus gefahren. Und ich mochte das irgendwie. Ich bin niemals zur Schule gegangen und mit dem Schulbus gefahren oder sowas. Es fühlte sich, ich weiß nicht, authentisch an?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er starrte mich zweifelnd an, und mir wurde klar, er fand mich wahrscheinlich albern, denn unter Garantie war er selbst nie mit dem Schulbus gefahren. „Du hättest zurück aber keinen Bus genommen, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum? Ist doch keine große Sache.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist eine große Sache“, antwortete er mit erhobener Stimme. „Es war bereits dunkel. Und die Bushaltestelle ist nicht einmal in der Nähe des Hause, also hättest du durch die verdammte Dunkelheit laufen müssen. Das konnte ich nicht zulassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist doch nicht weit, nur ein paar Blocks“, sagte ich beschwichtigend und hoffte, ihn so beruhigen zu können. „Ich meine, ich hätte nur ein paar Minuten gebraucht, vor allem, wenn ich durch diese Gasse...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als mir klar wurde, was ich gerade gesagt hatte, unterbrach ich mich abrupt, und Edward stand starr und steif da. Die Bushaltestelle war in der Nähe des alten Theaters, in dem Edward im Oktober 1996 sein Klavier-Konzert gegeben hatte. Die Gasse, die von dort zum Haus führte, war die, die Edward zusammen mit seiner Mutter gegangen war, eine, die er seitdem nie wieder betreten hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Offensichtlich aus gutem Grund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Okay“, stimmte ich ihm nickend zu, ich verstand seine heftige Reaktion. Ich wusste, das Risiko, dass mir etwas passierte, war gering, aber wieder einmal ging es mir mehr um seinen Seelenfrieden, als um meine eigene Sicherheit. „Kein Bus, wenn es dunkel ist, aber tagsüber möchte ich nach wie vor mit dem Bus fahren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist der einzige Mensch, den ich kenne, der den beschissenen öffentlichen Nahverkehr bevorzugt“, knurrte er. Mein Kompromiss gefiel ihm immer noch nicht, aber er widersprach mir nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich sehe einfach nicht ein fahren zu müssen, wenn es nicht notwendig ist“, erklärte ich. „Und Limos sind wirklich zu extravagant, vor allem für die Schule. Ich bin froh, dort gut klarzukommen, und eine Limo, die mich abholt, würde mir nicht gerade helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hab's kapiert“, sagte er. „Ich möchte dich nur beschützen, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das weiß ich, und ich bin dir sehr dankbar dafür. Wenn es in Zukunft später wird und ich den Bus nicht mehr nehmen kann, rufe ich ein Taxi.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trocken lachend fuhr Edward mit einer Hand durch seine Haare. „Und du sagst, ich wäre dickköpfig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist dickköpfig“, sagte ich. „Wahrscheinlich färbst du einfach auf mich ab.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Moment lang schwiegen wir beide, dann verzogen sich seine Lippen zu einem Lächeln. „Yeah, ich färbe gern auf dich ab.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh Gott“, stöhnte ich kopfschüttelnd und wandte meinen Blick ab. Er gluckste bei meiner Reaktion, und für einen Augenblick war er still, bis er resigniert seufzte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Kein Taxi, aber ich kann es unverdächtiger aussehen lassen“, sagte er. „Sie haben Mercedes, aber auch andere Limousinen und sogar Geländewagen, die nicht so auffällig sind. Wenn ich meine, ich muss dir ein Auto schicken, dann schicke ich dir so eins. Und ansonsten ist der Bus wohl in Ordnung, nehme ich an.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Danke schön“, sagte ich lächelnd. „Du bist so gut zu mir, weißt du das?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er verdrehte seine Augen und wollte gerade antworten, da wurde er von seinem klingelnden Handy unterbrochen. Ohne zu zögern hetzte er aus der Küche und rief mir noch zu, ich sollte schon mal einen Film aussuchen. Er verschwand in einem Nebenzimmer, das zu einem Büro umgebaut worden war, und ich ging ins Wohnzimmer, wo ich mich auf die Couch setzte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann klopfte es an der Tür und ich stand auf, um sie zu öffnen, aber Edward kam zurück und sagte mir, ich sollte mich wieder setzten. Er ging hinaus, und nach einer Weile wurde meine Neugier zu groß, also ging ich in die Küche und lugte durch das Fenster. Mit gerunzelter Stirn sah ich, dass Edward mit zwei Männern auf der Eingangstreppe stand, keinen von beiden kannte ich. Alle drei wirkten angespannt, die Unterhaltung zwischen ihnen war auf jeden Fall geschäftlich, wie ich aufgrund ihrer Haltung annahm. Mein Herzschlag beschleunigte sich, wie er es immer tat, wenn ich Edward bei seiner Arbeit beobachtete, natürlich kam auch etwas Angst dazu. Dies war ein Teil seiner Lebens, mit dem ich nichts zu tun hatte, ein Teil von Edward, den ich nie kennenlernen würde, und auch wenn ich verstand warum, wurde es für mich nicht einfacher, damit klar zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Edward sah plötzlich zum Fenster und seine Miene verhärtete sich, als er mich dort stehen sah. Schnell trat ich voller Panik einen Schritt zurück, ich wollte ihn nicht wütend machen, indem ich in belauschte, und sah auf die Straße, auf der gerade ein Auto am Bordstein anhielt. Die zwei Männer gingen schnell weg, Edward kam zurück ins Haus und ging wieder in sein Büro. Genau in dem Moment erreichte der Bote mit unserem Essen das Haus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor er klopfen konnte, kam Edward mit seinem Portemonnaie in der Hand wieder und öffnete die Tür. „Das macht $49,75.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Himmel, das ist aber beschissen teuer“, murmelte Edward. Ich schlenderte zur Küchentür und sah zu, wie er sein Bargeld durchzählte. Er zog einen Fünfziger hervor und gab ihn dem Mann auf der Veranda, zögerte kurz, ehe er noch einen Fünf Dollar Schein herausholte. Lächelnd sah ich zu, wie er das Trinkgeld gab, die Tüten mit dem Essen hochnahm und die Haustür schloss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du solltest nicht so neugierig sein“, sagte er, als er mich bemerkte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich war nicht neugierig. Ich war nur... wissbegierig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Neugierig, wissbegierig, ist doch alles das Gleiche“, murmelte er vor sich hin. „Aber sei bitte vorsichtig, ja? Du weißt, dass der Scheiß mich nervös macht.“ Ich nickte und er zeigte auf die große Tüte mit dem Essen in seiner Hand, wechselte schnell das Thema, indem er vorschlug zu essen, bevor alles kalt würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich holte mir eine Limonade aus dem Kühlschrank, griff nach Edwards Cherry-Coke und folgte ihm ins Wohnzimmer. Wir setzten uns auf die Couch und aßen, plauderten zwanglos und sahen fern. Sobald wir satt waren, räumte Edward die Reste zur Seite, zog eine weiße Papiertüte hervor und öffnete sie. Er sah lachend hinein und schüttete den Inhalt auf den Kaffeetisch. Schockiert sah ich mehr als ein Dutzend Glückskekse, die herausfielen, und las die Aufschrift auf den durchsichtigen Plastikhüllen. Wir hatten das Essen bei Satay bestellt, aber die Kekse kamen von einem Restaurant, das Ming Choy hieß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast ihnen solch eine Angst gemacht, dass sie Glückskekse von einem anderen Restaurant gekauft haben, Edward.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich hätte ihm für den Scheiß wohl mehr Trinkgeld geben sollen, was?“, sagte er, ohne sein Vergnügen verbergen zu können. Er nahm einen der Kekse und warf ihn mir in den Schoß, griff dann für sich selbst nach einem weiteren. Er öffnete die Verpackung und holte den Keks heraus, brach ihn schnell auf und zog ein Zettelchen hervor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was steht drauf?“, fragte ich meinen öffnend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das Wichtigste ist, nie aufzuhören Fragen zu stellen“, las er vor, warf den Keks dann zur Seite und nahm den nächsten. „So ein verdammter Blödsinn.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lachte und zog meinen Zettel heraus. „Dein Traum wird in Erfüllung gehen, wenn du es am wenigsten erwartest“, las ich vor, was auf dem kleinen Zettel stand. Ich legte ihn weg und biss in den Keks, was mir eine Grimasse von Edward bescherte. „Meine Träume sind schon längst in Erfüllung gegangen. Familie, Freunde, Schule, Hochzeit. Ich könnte nicht mehr wollen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist noch nicht verheiratet, tesoro“, sagte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß, aber bald“, sagte ich und sah ihn zögernd an. „Glaubst du, wir haben uns den richtigen Zeitpunkt ausgesucht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was meinst du mit dem richtigen Zeitpunkt?“, fragte er und zog seine Brauen zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, mit allem, was in der Familie los ist, und Rose bekommt bald das Baby... Ich frage mich nur...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiß drauf“, unterbrach er mich. „Ich werde nicht unsere Hochzeit verschieben, weil mein Bruder seinen Schwanz nicht in der Hose behalten kann, Bella. Wir haben das Datum festgelegt, bevor er sie aufgeblasen hat. Außerdem haben wir die Einladungen bereits verschickt und die ersten Arschlöcher fliegen bald ein, also ist es wohl ein wenig zu spät, den Scheiß noch umzuplanen. Es sei denn, du versuchst mir gerade zu sagen, dass du mich nicht mehr heiraten willst, denn in diesem Fall...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Natürlich will ich dich noch heiraten“, sagte ich, streckte meine Hand aus und umfasste sein Kinn. Ich zog sein Gesicht näher, sodass er mir in die Augen blickte, und lächelte traurig, als ich die Besorgnis in seinen Gesicht sah. Edward versuchte nach außen hin hart zu erscheinen, aber ich spürte seine Verletzlichkeit unter der harten Oberfläche. „Ich liebe dich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich liebe dich auch“, sagte er, seine Schultern entspannten sich bei meinen Worten sichtlich. Er küsste mich sanft, warf einen weiteren Glückskeks in meinen Schoß und öffnete selbst seinen nächsten. „Als wir jünger waren, haben meine Brüder und ich das Spiel anders gespielt. Wir haben die Worte „im Bett“ an den Glücksspruch gehängt. Dadurch war es interessanter“, sagte er, brach seinen Keks auseinander und zog das Papier heraus. „Dein Selbstbewusstsein ist angebracht... im Bett.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie wahr“, sagte ich spielerisch und zog, als er lachte, meinen nächsten Zettel heraus. „Der, den du liebst, wir dich niemals enttäuschen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Im Bett“, fügte Edward grinsend hinzu. „Gottverdammt richtig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir saßen dort und öffneten alle Kekse und wechselten uns beim Vorlesen der Sprüche ab. Als noch ein Keks übrig war, gab Edward ihn mir, lehnte sich auf der Couch zurück und beobachtete mich beim Öffnen. Ich zog den Zettel heraus und mampfte den Keks, während ich den Spruch las, verschluckte mich dann aber beinahe an den Worten, die darauf standen. Hustend griff ich nach meiner Limonade, um einen Schluck zu trinken. Edward nahm mir den Zettel ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„In naher Zukunft erwartet dich eine aufregende Zeit“, las er laut vor. Er begann zu lachen und sah mich an, die Erkenntnis ließ meine Wangen in Flammen stehen. „Das ist es, tesoro. Das ist es.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne ein weiteres Wort stand er auf, nahm meine Hand und zog mich auf die Füße. Er machte sich gar nicht erst die Mühe irgendetwas aufzuräumen, sondern führte mich aus dem Zimmer, überprüfte kurz, ob das Haus abgeschlossen war und ging dann mit mir die Treppe hinauf. Sobald wir das Schlafzimmer betreten hatten, waren seine Hände auf mir. Er entkleidete mich und streifte seine eigene Hose ab. „Sind wir ungeduldig?“, fragte ich, verdattert von seinem Ungestüm. Er grunzte bei meiner Frage, umfasste meine Hüften und führte mich zum Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Eigentlich denke ich, ich war mehr als geduldig“, sagte er. „Aber jetzt ist es an der Zeit, zu beenden, was du angefangen hast, denn auf keinen beschissenen Fall habe ich das vorhin ohne dich tun können.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Geräusch ließ mich aus meinen Schlaf aufschrecken und meine Augen reibend, setzte ich mich verwirrt auf. Ich sah mich im leeren Zimmer um und starrte verblüfft auf die Uhr. Es war bereits nach zwölf Uhr Mittags.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von unten war sorgenfreies Lachen zu hören, und über dieses Geräusch lächelnd stieg ich aus dem Bett, um mir etwas anzuziehen. Dann gab es ein Trommelfeuer von Schritten im ersten Stock, gefolgt von Stimmen, die durch das ganze Haus hallten. Es herrschte Chaos, das wusste ich, nachdem ich aus dem Zimmer getreten war, die Geräusche wurden lauter, als ich leise die Treppe herunter lief. Sobald ich unten angekommen war, erstarrte ich, meine Brust zog sich grauenerfüllt zusammen, weil ich sie sah, die vertraute Reisetasche neben der Haustür. Ich hatte sie schon öfter gesehen, als ich zählen konnte, sie stand immer an der gleichen Stelle, und ich wusste genau, was es bedeutete, sie dort zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Edward würde fortgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Gedanken rasten, ich wusste, es musste etwas vorgefallen sein, und stand kurz vor einer Panikattacke, als neben mir eine Stimme quietschte und mich überraschte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Isabella!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich blickte in die Richtung, aus der die Stimme kam und wappnete mich, denn das kleine Mädchen raste direkt auf mich zu. Es war ihre altvertraute Begrüßung, sie rammte  mich und schlang ihre Arme um meine Taille, und ich lachte. Aufgeregt sah sie zu mir auf, und ich konnte nicht anders, als lächelnd in ihre warmen Augen zu schauen. Es verblüffte mich noch immer, sie so glücklich zu sehen und zu wissen, dass ich ihr zu diesem Glück verholfen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hey Chelsea“, sagte ich ihre Umarmung erwidernd. „Wie geht es dir, mein Schatz?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Super!“, antwortete sie freudig. „Es ist endgültig, Isabella! Ich habe eine Familie!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hattest schon die ganze Zeit eine Familie, weißt du“, sagte ich. „Wir alle lieben dich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß, aber jetzt ist es echt!“, verkündete sie. „Ich habe sogar einen neuen Namen! Evanson!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Chelsea Evanson“, sagte ich nickend. „Das gefällt mir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mir auch!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Esme hatte sich zu Herzen genommen, was ich am Tag von Dr. Cullens Beerdigung gesagt hatte, und auf dem Weg zum Anwaltsbüro, wo das Testament verlesen worden war, hatte sie das Thema Adoption erneut angeschnitten. Ich erzählte ihr etwas über die Kinder, die ich in Kalifornien kennengelernt hatte, konzentrierte mich dabei auf Chelsea, denn sie hatte mich immer am stärksten berührt. Während meiner Zeit auf Achse hatte ich ständig an sie gedacht, besorgt darüber, wie es ihr ging und was in der Zukunft wohl aus ihr werden würde. Esme schien beeindruckt, und ein paar Wochen später hatte sie mich gefragt, ob ich mit ihr nach Kalifornien fliegen würde, damit sie das Mädchen kennenlernen könne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald Esme Chelsea erblickt hatte, stand ihr Entschluss fest. Sie wollte das Mädchen und würde kein ‚Nein‘ als Antwort akzeptieren. Es war nicht leicht gewesen, denn Chelsea war ein Staatsmündel, und der Staat war skeptisch, ein Kind einer Familie mit mutmaßlichen kriminellen Verbindungen zu überlassen. Alecs Akte war sauber, ein paar Festnahmen, aber keine Verurteilungen, doch war die Saat erst einmal gepflanzt, war es unmöglich, sie vom Wachsen abzuhalten. Spekulationen und Andeutungen, was seine Stellung in der Organisation betraf, würden ihn auf Ewig verfolgen, genau wie ich wusste, dass diese auch Edward immer jagen würden. Er konnte zur Schule gehen und eine seriöse Karriere anstreben, der Regierung wäre das allerdings egal. Für sie würde er schlicht und ergreifend immer einer von denen sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es hatte unzählige Telefonate mit Regierungsvertretern und Tausende Dollar an Anwaltskosten gekostet, bis sie die Möglichkeit überhaupt ernsthaft in Erwägung ziehen wollten, doch erst als ich eingeschritten war, war es endlich voran gegangen. Aus einer Laune heraus hatte ich Emily angerufen und war zurück zu ihr nach Kalifornien geflogen, hatte mich mit ihr zusammengesetzt und ihr, soweit ich es konnte, alles erklärt. Angesichts der Tatsache, dass sie damit zur Polizei rennen könnte, war mir klar, welch enormes Risiko es bedeutete, ihr von meiner Vergangenheit zu erzählen. Mir war auch klar, dass sie mich genauso gut für eine Lügnerin halten und mich hätte auslachen können, denn es klang ziemlich unglaubwürdig, dass die Sklaverei im Amerika des 21. Jahrhunderts immer noch existieren sollte, aber das war ein Risiko, das ich bereitwillig einging. Letztendlich hatte es sich ausgezahlt. Nachdem sie den Kern der Sache erfasst hatte, war sie bereit gewesen, mir zu helfen, wo auch immer sie konnte. Sie war zu ihrem Vater, dem Senator, gegangen, und ihm war es möglich gewesen, an ein paar Strippen zu ziehen, um den Papierkram vor Esme und Alec durchzudrücken. Vor einem Jahr hatten sie endlich die Freigabe bekommen, das Sorgerecht für Chelsea zu übernehmen und sie nach Illinois zu holen, und letzte Woche war die Adoption abgeschlossen worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bella, Bella, Bella!“, quiekte Carlisle und zog unsere Aufmerksamkeit auf sich, indem er den Flur entlang auf uns zu rannte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hey, Little C“, sagte ich. Er blieb vor mir stehen, und ich beugte mich herab, um durch sein Haar zu strubbeln. „Freust du dich, dass deine Mom jetzt hier ist?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mama!“, verkündete er begeistert, drehte sich bei ihrer Erwähnung um und trippelte zurück ins Wohnzimmer. Chelsea rannte ihm nach, und er kicherte, seine Aufmerksamkeit wurde gleich wieder abgegelenkt. Seine Laufrichtung ändernd rannte er in die Wäschekammer, wo er sich vor ihr versteckte und wieder losbrüllte. „Verstecken!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lachte, doch verstummte sogleich, als ich Edward im Wohnzimmer verärgert stöhnen hörte. „Das ist beschissener Bockmist“, spie er wütend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Schlucks runter, Bruder“, erwiderte Emmett lachend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Leck mich am Arsch“, entgegnete Edward. „Du bescheißt, verdammt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tue ich nicht“, konterte Emmett. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie beschissen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hörte Rosalie bitter lachen. „Du bescheißt beim Monopoly.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und bei seinen beschissenen Steuern“, merkte Edward an. „Du kannst mir nicht erzählen, dass du  wirklich all das Geld angegeben hast, das Dad dir hinterlassen hat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Genauso wenig wie du“, sagte Emmett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aha? Ich habe nie behauptet, ich würde verdammt nochmal nicht bescheißen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie bescheiße ich denn?“, fragte Emmett ungläubig. „Das geht doch gar nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Keine Ahnung, sagt du mir, wie du es machst“, erwiderte Edward.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verwirrt, was da vor sich ging, näherte ich mich zögernd  und hielt inne, als ich einen Blick auf die drei erhaschte. Rosalie saß in einem Sessel am anderen Ende des Zimmers, Edward und Emmett jedoch hockten zusammen auf der Couch. Auf dem Kaffeetisch vor ihnen war ein Brettspiel aufgebaut. Nachdem ich erkannt hatte, welches es war, fing ich an zu lachen, konnte mich einfach nicht mehr beherrschen, und ihre Blicke richteten sich auf mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Candyland?“, fragte ich belustigt. „Ernsthaft?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es sind Idioten“, sagte Rosalie kopfschüttelnd. „Esme hat Chelsea hergebracht, damit sie einige Wege erledigen konnte, und hat uns gebeten, ein Spiel mit mir zu spielen, und, nun, du siehst ja, was daraus geworden ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist nichts falsches, ein Spiel zu beenden, wenn du es einmal begonnen hast“, sagte Emmett abwehrend. „Das nennt man Engagement, Rosie. Wenn ich einmal etwas angefangen habe, gebe ich nicht einfach auf. Ich ziehe die Dinge durch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Zu schade, dass du im Bett nicht die gleiche Weitsicht zeigst“, konterte sie schmunzelnd. Edward fing an zu lachen und schubste Emmett, der ihn zurück schubste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über ihr kindisches Verhalten den Kopf schüttelnd, ging ich auf sie zu und setzte mich auf die Armlehne neben Edward. „Also gehe ich mal davon aus, dass Emmett gerade gewinnt, weil er beschuldigt wird, geschummelt zu haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er schummelt wirklich“, beharrte Edward. „Ich stecke seit Ewigkeiten im Sirupsumpf fest und komme da nicht raus, ehe ich nicht eine rote Karte bekomme.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie kann Emmett daran schuld sein?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hat alle roten Karten geklaut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lachte ungläubig, und Emmett stieß Edward an, um ihm zu zeigen, dass er an der Reihe war. Edward schnappte sich eine Karte, warf dabei beinahe die Spielsteine um und erstarrte, als er sah, dass es eine Rote war. „Wird aber auch beschissene höchste Zeit“, brummte er und bewegte seinen Stein weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirst du dich dafür entschuldigen, ihn des Bescheißens beschuldigt zu haben?“, fragte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiß auf ihn“, murmelte Edward. Wir lachten, und sie setzten ihr Spiel fort, dabei war meine Aufmerksamkeit auf Edward konzentriert. Er hatte schon geduscht und war mit einer schwarzen Hose und einem hellblauen Hemd schick bekleidet. Ich warf einen Blick auf seine Füße und sah die schwarzen Anzugschuhe, die die Tasche vor der Tür zurück in meine Gedanken brachten. Es war seine Geschäftskleidung, die er trug, wenn er auf Alecs Geheiß verreisen musste. Der war offensichtlich ein Traditionalist und erwartete, dass seine Männer anständig aussahen, wenn sie ihn repräsentierten, und das war eine Tatsache, die Edward nicht sonderlich mochte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du gehst“, sagte ich leise mit gerunzelter Stirn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich muss mich um ein paar Dinge kümmern“, entgegnete er und sah auf seine Uhr. „Em kommt mit mir nach Vegas.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Zur Hölle, yeah, wir machen die Kasinos platt“, warf Emmett ein. „Ein bisschen zocken.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsicher über Edwards wacklige Gelassenheit musterte ich die beiden, beschloss aber meinen Mund zu halten. Ich musste seinem Urteilsvermögen vertrauen, und ich wusste, Emmett würde seinen Bruder nichts Dummes anstellen lassen. „Wann geht euer Flug?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir machen uns auf den Weg, sobald Alec anruft. Wir dürfen seinen Privatjet nehmen“, erwiderte Edward. „Du weißt schon, nur für den Fall, dass Rosalies Wehen einsetzen und Em zurück muss. Oder zumindest, wenn sie glaubt, ihre Wehen hätten eingesetzt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fick dich, Cullen“, entgegnete Rosalie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein danke“, witzelte Edward.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was ist mit der Hochzeit?“, fragte ich und unterbrach ihr Gezänk. „Wirst du auch sicher bis dahin wieder zurück sein?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tesoro, nichts wird mich von der Hochzeit fernhalten, das verspreche ich dir“, antwortete er. „Egal was kommt, ich werde vor diesem Altar stehen und auf dich warten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und die Generalprobe?“, fragte ich. Sie war in zwei Tagen, aber ich wusste, so schnell würde er auf keinen Fall wieder zurück sein. Meine Frage beantwortete er mit einem Schulterzucken und fuhr sich nervös mit einer Hand durch sein Haar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir werden sie absagen müssen“, meinte er. „Wir improvisieren dann einfach bei der Zeremonie. Ich meine, wie schwer kann das sein?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rosalie lachte bei seinen Worten trocken auf, wollte offensichtlich andeuten, dass es nicht so einfach war, wie Edward sich das vorstellte, doch ich nickte nur, denn ich wusste, wir konnten nichts dagegen tun. Wenn Alec ihn jetzt wegschickte, obwohl er wusste, wie nahe der Hochzeitstermin war, musste es wichtig sein. Edwards Telefon klingelte und ehe einer von uns noch etwas sagen konnte, zog er es heraus und blickte mit gerunzelter Stirn aufs Display. „Wir kommen, Sir“, sagte er, nachdem er rangegangen war. Mit einem zaghaften Blick auf mich legte er auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sei vorsichtig“, sagte ich leise, mühte mich, gegen die Nervosität anzukämpfen, die ich jedes Mal verspürte, wenn er gehen musste. Irgendwie war es eine Erleichterung, dass Emmett mit ihm ging, aber meine Ängste vollständig abbauen konnte dies nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bin ich immer. Es sind nur ein paar Tage, also mach dir keine Sorgen. Kaum genug Zeit mich zu vermissen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde dich vermissen, sobald du durch die Tür trittst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das bezweifle ich“, sagte er und stand auf. Er lehnte sich herab und küsste mich schnell, Emmett verabschiedete sich von seiner Frau und seinem Sohn. „Ich denke, du wirst zu beschäftigt mit der Hochzeit sein und wahrscheinlich gar nicht mal bemerken, dass ich nicht da bin.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er wandte sich zur Tür, gerade als sein Telefon wieder zu klingeln begann, und ich kaute auf meiner Lippe, bemüht, die sich in meinen Augen sammelnden Tränen dort zu lassen, wo sie waren. „Keine Sorge, Izzy Bizzy, ich werde darauf achten, dass er nicht vom Weg abkommt“, sagte Emmett und stupste mich spielerisch mit seinem Ellbogen im Vorbeigehen in die Seite. „Ich werde dafür sorgen, dass er in Nullkommanichts wieder zurück ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Danke, Emmett“, erwiderte ich. Ich ging mit ihm in den Flur und beobachtete Edward, der nach der Reisetasche griff und sich dann umdrehte, im mich anzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich liebe dich“, formte er mit seinen Lippen. Das Telefon war an seinem Ohr und er hörte zu, wer auch immer in der Leitung war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich dich auch“, erwiderte ich. „Denk an deine Gelübde.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Komm schon, Isabella. Nur eins.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß nicht“, sagte ich misstrauisch und musterte das kleine mit goldener Flüssigkeit gefüllte Glas vor mir auf dem Tisch. „Ich meine, ich weiß nicht, ob ich das sollte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du solltest“, plapperte Alice von ihrem Platz mir gegenüber dazwischen. „Ich mache mit.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie schnappte sich ein leeres Schnapsglas von der Tischmitte und füllte es mit dem goldenen Zeug. Dem Etikett nach war es Patron Ahejo Tequila, aber mir sagte das nicht viel. Ich wusste nur, dass es harter Alkohol war und dass meine Freunde entschlossen schienen, mich davon probieren zu lassen. Es war meine Junggesellinnen-Abschiedsfeier, wie sie es nannten, und Rosalie hatte gemeint, wir müssten das unbedingt feiern. Nachdem ich allerdings Unterhaltungen über männliche Stripper und Sexspielzeuge belauscht hatte, war ich panisch geworden und hatte darauf bestanden, dass alles schlicht gehalten wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Widerstrebend hatte sie zugestimmt, denn sie wusste, andernfalls würde ich daheim bleiben, und aus diesem Grund waren wir in mit einer Flasche Tequila auf dem Tisch Alecs Club gelandet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich mache auch mit“, fiel eine dritte Stimme ein. Ich sah meine Freundin Emily an, die lächelnd ein Glas nahm und es füllte. Sie war vor drei Tagen wegen der Hochzeit hergeflogen und zur gleichen Zeit wie Alice angekommen. Ich war überrascht, wie gut sie zu Alice und Rosalie passte, und war dankbar, dass die beiden sie so willkommen geheißen hatten. Es hatte mir einige Sorgen bereitet, dass Emilys starke Persönlichkeit falsch bei ihnen ankommen könnte, aber sie war ein wichtiger Mensch in meinem Leben gewesen, als ich auf mich allein gestellt war, und daher wollte ich sie dabei haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich bin noch nicht mal alt genug zum trinken“, sagte ich den Schnaps musternd. „Ich werde erst in zwei Wochen einundzwanzig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh bitte“, sagte Emily. Ich konnte ihr Augenrollen nahezu hören. „So viel, wie du in deinem Leben durchgemacht hast, hast du dir einen kleinen Tequila verdient.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Davon abgesehen bin ich auch noch keine einundzwanzig“, zwitscherte Alice. „Und du weißt, Alec stört es nicht. Ich meine, er ist sowas wie dein Onkel.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dein verdammt heißer Onkel“, fügte Emily an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber Edward...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„... ist nicht hier“, schnitt mir Rosalie das Wort ab. „Und ganz ehrlich, wäre er hier, würde er dich anfeuern, da bin ich sicher. Ich meine, komm schon, wir reden hier von Edward. Glaubst du ernsthaft, er würde dir diesen Moment verweigern? Ich glaube es nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, aber...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Kein aber, Isabella“, sagte Alice. „Lebe ein bisschen. Du heiratest nur einmal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kichernd hob Emily ihr Glas. „Nicht dort, wo ich herkomme“, sagte sie. „In Kalifornien heiratet man ein halbes Dutzend mal, ehe man endlich den Richtigen hat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alice und Rosalie lachten. „Nun, Isabella wird nur einmal heiraten“, verkündete Alice überzeugt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn überhaupt“, fügte Rosalie an. „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass sie ihre Meinung ändert, ehe es zu spät ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Keine Chance“, sagte ich kopfschüttelnd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, falls sie es tut, melde ich Erstansprüche an“, sagte Emily scherzhaft und zwinkerte mir zu. „Der Mann sieht umwerfend aus. Und er behandelt sie auch noch gut. Ich bin rundum eifersüchtig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rosalie verzog das Gesicht und gab vor zu würgen. „Du musst verdammt nochmal blind sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, komm schon, Rose. Du kannst ruhig zugeben, dass Edward gut aussieht“, sagte Alice. „Ich bestreite nicht, dass er attraktiv ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tut mir leid, aber nein“, sagte Rosalie kopfschüttelnd. „Ich kann einfach nicht an seinem arschbreiten Ego und seiner hässlichen Persönlichkeit vorbei sehen. Ich habe nie verstanden, was die Mädels in ihm gesehen haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist eine solche Lügnerin“, widerlegte Alice mit einem Lachen. „Solltest du wirklich glauben, Edward wäre so schlimm, hättest du ihn auf keinen Fall zu Little Cs Paten gemacht. Du hast ihm sogar dessen zweiten Vornamen gegeben. Das sagt mir, du siehst etwas in ihm.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Da liegst du falsch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Liege ich nicht. Raus mit der Wahrheit. Du hältst ihn für einen guten Kerl.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, tue ich nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Doch, tust du“, sagte Alice bestimmt. „Du magst Edward Cullen tatsächlich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nimm das zurück!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein! Gib es zu!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In eine Sackgasse geraten starrten sie sich an, Emily lachte und versuchte die Anspannung zu lockern. „Nun, ich mag ihn“, sagte sie. „Jeder Mann, der tut, was Edward für Isabella getan hat, ist meiner Meinung nach ein verdammt guter Mann.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, darauf trinke ich“, sagte Alice. Lächelnd griff ich endlich nach dem Schnapsglas vor mir und hob es hoch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich auch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie befeuchteten ihre Hände und streuten Salz darauf, sagten mir, ich solle das gleiche tun. Obwohl ich mir unsicher war, hörte ich auf sie, und auf drei leckten wir das Salz von unserer Haut und kippten dann den Schnaps herunter. Die Flüssigkeit brannte, sobald sie meine Brust erreichte, und ich fing an zu husten, Tränen traten in meine Augen. „Hier“, sagte Rosalie und hielt mir eine Zitronenscheibe hin. „Draufbeißen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Säure der Zitrone schwächte das Brennen ein wenig ab, und tief durchatmend wischte ich mir mit dem Handrücken die Tränen aus den Augen. „Meine Güte, das ist heftig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ist es“, sagte Alice. „Los, noch einen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ungläubig sah ich sie an, Emily stimmte zu und füllte schnell die Schnapsgläser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber ihr habt gesagt, nur einen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, nun, wirklich niemand trinkt nur einen“, sagte Emily. „Das ist nur irgendwelcher Scheiß, den du dir einredest, bevor du dich besäufst, Iz.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fein“, sagte Rosalie plötzlich und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. Sie ruhten auf ihrem gewölbten Bauch, und lächelnd streckte ich den Arm aus und legte meine Hand seitlich darauf. Ich liebte das Gefühl, wenn das Baby trat, und zum Glück hatte Rosalie nichts dagegen, wenn ich dies tat. Mutter zu sein hatte sie weicher gemacht... größtenteils zumindest. Sie hatte offensichtlich immer noch Spaß daran, Edward das Leben schwer zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was, fein?“, fragte Alice.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fein, ich gebe es zu“, sagte sie. „Edward ist nicht so schlimm. Er ist ziemlich erwachsen geworden. Und er gibt einen wirklich guten Babysitter ab.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Siehst du! Ich hab es ja gesagt! Du magst Edward Cullen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich mag ihn. Egal. Verratet ihm den Scheiß bloß nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Schau mal einer an“, sagte Emily, die schmunzelnd ihr Glas hob. „Wieder ein Grund zum Trinken!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alice nahm ihr Glas, und sie sahen mich erwartungsvoll an. Ich zögerte, doch benetzte dann meine Hand und bestreute sie mit Salz, begleitet vom Jubel der anderen. Wir tranken den Schnaps, der zweite ging schon ein klein wenig sanfter als  der erste, und ich biss in die Zitrone, da wurde mir auf einmal schwindelig. Mein Rücken prickelte, meine Beine waren leichter als vorher, ich fläzte mich in meinen Stuhl, und mein Körper entspannte sich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das war nicht mehr so heftig“, verkündete ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lächelnd griff Alice nach der Flasche. „Noch einen“, sagte sie und goss die Flüssigkeit in unsere Gläser, die wir ihr entgegen hielten. „Diesmal trinken wir auf die Liebe und die Ehe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und die Familie“, rief Rosalie, nahm ihr Wasser und hielt es hoch, um mit uns anzustoßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und Sex“, sagte Emily. „Das darf man nicht vergessen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall darf man das vergessen“, stimmte Rosalie zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Glückseligkeit“, sagte Alice, „und Freundschaft.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Freiheit“, fügte ich, über das Wort lächelnd, hinzu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf die Freiheit“, wiederholten sie, als wir unsere Gläser klirren ließen. Rosalie nippte an ihrem Wasser, und wir kippten unseren Schnaps. Die harsche Flüssigkeit ließ mich grunzen, meine Brust wurde noch wärmer als zuvor. Ich hatte das Gefühl zu schweben, mein Körper war erfüllt von Elektrizität und ein Nebel schien sich auf mein Gehirn gelegt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist irgendwie ironisch, dass wir auf die Freiheit trinken, wenn du kurz davor stehst, dich an jemanden zu binden“, sagte Emily.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Besonders an Edward. Das muss ein verdammter Vollzeitjob sein“, meinte Rosalie. Alice sah sie mit erhobener Braue an und Rosalie zuckte mit den Schultern. „Was? Sei nachsichtig mit mir. Alte Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist nicht wirklich ironisch“, setzte ich zu einer Erklärung an und schnappte mir die Flasche, die vor Alice auf dem Tisch stand. Meine Worte kamen leicht lallend, und ich fühlte mich merkwürdig, als würde ich in Zeitlupe agieren. Mir wurde klar, dass ich schon ein bisschen betrunken war, was aber nicht sonderlich schlimm zu sein schien, denn ich schenkte mir einen weiteren Schnaps ein. Es fühlte sich gut an, und ich wusste, Rosalie hatte Recht – Edward wäre glücklich, wenn ich etwas lockerer würde. Er hatte nie gewollt, dass seine Probleme mich davon abhielten oder daran hinderten, eine schöne Zeit zu haben, also nahm ich an, konnte es nichts schaden, wenn ich ein paar Drinks nahm, solange ich Edward damit nicht in Gefahr brachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie meinst du das?“, fragte Rosalie, als ich  meine Worte nicht sofort weiter ausführte. Ich schenkte zwei weitere Gläser ein, verschüttete dabei aus Versehen etwas von der Flüssigkeit, und wir tranken sie aus, bevor ich erklärte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, es ist nicht ironisch, dass wir am Vorabend meiner Hochzeit auf meine Freiheit anstoßen, weil ich nie gewusst hätte, was frei zu sein bedeutet, wenn Edward nicht gewesen wäre.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich blieb stehen und starrte, völlig verblüfft von meinem Erscheinungsbild, in den Spiegel. Mein Haar fiel mir in Locken über den Rücken, die obere Hälfte war mit Nadeln hochsteckt, eine kleine goldene Tiara hielt meinen Schleier an Ort und Stelle. Ich trug Makeup, nicht viel, aber genug. Mein cremefarbenes, nur eine Schulter bedeckendes Kleid war schlicht und hatte eine Schleppe im Rücken. Dazu trug ich ein Paar passende High Heels. Es war nicht zu auffällig, aber zweifellos wunderschön, ganz genau, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Es war unglaublich, mich selbst so zu sehen, ein Leben voller Hoffnungen und Träume starrte mich aus dem Spiegel an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich konnte die Tränen spüren, die sich in meinen Augen bildeten, und ich kämpfte sie zurück, um mein Makeup nicht zu ruinieren. Doch es war hart, vor allem, als meine Gedanken zu meiner Mutter wanderten. Ich vermisste sie schrecklich und wünschte mir, sie könnte jetzt hier sein, stellte mir vor, wie stolz sie wäre, könnte sie mich in diesem Moment sehen. Dies war alles, was sie für mich gewollt hatte, alles, von dem sie mir immer erzählt hatte, dass ich es eines Tages finden würde. Früher hatte ich an ihren Worten gezweifelt und gedacht, es wäre unmöglich, aber jetzt wurden sie letztendlich wahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tür hinter mir öffnete sich, und ich beobachtete im Spiegel, wie Rosalie, gefolgt von Emily und Alice, eintrat. Sie waren meine Brautjungfern, sie alle trugen schulterfreie Kleider in hellem Pink, Silber und Braun, mit Spitzenmiedern und Satinschärpen über mehrere Lagen Tüll, und auch sie trugen passende High Heels. In ihren Kleidern sahen sie atemberaubend aus, sogar die hochschwangere Rosalie, die dreinschaute, als wäre ihr alles mehr als unbequem. Rosalie und ich waren uns über die Jahre nahegekommen und sie war meine Trauzeugin, etwas, dass ich nie für möglich gehalten hätte, als ich sie kennenlernte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich komme nicht darüber hinweg, wie wunderschön du aussiehst“, sagte Alice. „Edward wird umfallen, wenn er dich sieht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich lächelte. „Ist er inzwischen da?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, sie sind gerade angekommen, direkt vom Flughafen hierher gerast“, sagte Rosalie. „Genau genommen ist er nur ein paar Zimmer weiter.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich?“, fragte ich aufgeregt, drehte mich um und eilte zur Tür. Mit einem wilden Ausdruck auf ihrem Gesicht sprang Alice mir in den Weg, und verwirrt blieb ich abrupt stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was denkst du, wo du gerade hingehst?“, fragte sie mit den Händen auf ihren Hüften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Öhm, zu Edward.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du bescheuert?“ kreischte sie. „Vor der Trauung kannst du ihn nicht sehen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum nicht?“, fragte ich, ihre Reaktion nicht verstehend. Stöhnend verdrehte sie ihre Augen und Rosalie und Emily lachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es bringt Unglück, wenn der Bräutigam die Braut vor der Trauung sieht“, erklärte Emily.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also, das ist Blödsinn“, sagte ich. „Das glaube ich nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das spielt keine Rolle“, sagte Alice nüchtern. „Nun, für alle Fälle wirst du dich daran halten. Oder willst du dich selbst verhexen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und weil es Tradition ist“, fügte Rosalie hinzu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Eher Aberglaube“, murmelte ich, als sich die Tür erneut öffnete. In der Hoffnung, es wäre Edward, sah ich hinüber, aber leicht enttäuscht bemerkte ich, dass es nur Esme war, die hereinkam. Chelsea in ihrem weißen Blumenmädchenkleid folgte ihr und Carlisle trottete ihnen hinterher. Er sah pfiffig aus in seinem kleinen schwarzen Anzug, seine blonden Haare glatt zurückgestrichen. Er knurrte und zog eine grimmige Miene, als er in unsere Richtung sah. „Was machst du, kleiner Mann?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Grrrrr“, rief er, kräuselte seine Nase und sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. „Ringträger! Grrrrr!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er knurrte weiter, und ich musste lachen. „Ich habe ihm erklärt, er wäre der Ringträger der Hochzeit, und er ist nun davon überzeugt, er muss die Ringe beschützen“, erklärte Rosalie und verdrehte ihre Augen. „Den ganzen Morgen macht er diese Scheiße schon.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiße!“, schrie Carlisle seiner Mutter nachäffend. Geschockt riss ich meine Augen auf, und Rosalie keuchte, während die anderen zu lachen begannen. Ihr offensichtliches Vergnügen spornte Carlisle noch weiter an. „Scheiße! Scheiße! Scheiße!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, Baby! Sprich Mommy nicht nach!“, sagte Rosalie schnell und hob Carlisle auf ihre Arme. „Sag nicht dieses Wort!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiße!“, rief er wieder aus und fing an unkontrolliert zu kichern. Rosalie versuchte ihn zu beschwichtigen, aber es funktionierte nicht, die Aufmerksamkeit, die er jetzt hatte, machte es nur noch schlimmer, also entschuldigte sie sich und stürzte mit ihm auf den Armen aus dem Zimmer. Ich versuchte mich zu beherrschen, konnte mein Lachen aber nicht zurückhalten, die gesamte Szene war einfach zu amüsant gewesen. Er hatte nicht zum ersten Mal wiederholt, was er nicht sollte, und mit der Familie, in die er hineingeboren worden war, würde es auch nicht das letzte Mal bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, bei diesem Mund weiß man, dass er mit Edward verwandt ist“, sagte Esme scherzend, sie dachte offensichtlich das Gleiche wie ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stimmte dem zu und ging dann zum Spiegel zurück, um mich fertig zu machen. Wir unterhielten uns gerade über brisante Themen, wie über die Tatsache, dass ich eine Tradition brach, weil ich nichts Blaues trug, als sich jemand in der Nähe räusperte. Bei dem Geräusch sahen wir alle in Richtung der Tür, mein Herz setzte beinahe aus, als ich Alec dort stehen sah. „Sie brauchen die Hochzeitseskorte“, sagte er und zeigte auf meine Brautjungfern und Chelsea. Aufgeregt lächelten sie mir zu und eilten aus dem Zimmer und Esme begleitete Chelsea hinaus, um mich mit Alec allein zu lassen. Nervös drehte ich mich von ihm weg, das Blut rauschte wie wild durch meine Adern und meine Angst schnellte sprunghaft in die Höhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec schlenderte lässig in meine Richtung, blieb hinter mir stehen und sah mich im Spiegel an. Für einen Moment schwieg er, er starrte nur, und seine Schweigsamkeit half nicht, meine Nerven zu beruhigen. Die Zeit verging zusehends, alles fühlte sich so unwirklich an. „Principessa della Mafia“, sagte er schließlich mit leiser Stimme. „Als Carlisle mir damals gestand, wer du bist, sagte ich ihm, ich könne es nicht sehen. Ich sagte ihm, du sähest nicht aus wie eine von uns.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er nichts weiter sagte,  biss ich mir auf meine Lippe und begann herumzuzappeln, mein Herz hämmerte so wild in meiner Brust, dass sie schmerzte. Er starrte weiter nachdenklich auf mein Spiegelbild, und als sich seine Lippen zu einem Lächeln nach oben bogen, fühlte ich mich auf einmal wie benebelt, ich sah ihn nur noch schemenhaft, während ich darauf wartete, dass er weitersprach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich sehe es jetzt“, sagte er schließlich, seine Erklärung traf mich unvorbereitet. Schockiert starrte ich ihn an, und er räusperte sich wieder, er fühlte sich immer noch unwohl mit allem, was auch nur entfernt mit Zuneigung zu tun hatte. Seit Chelsea bei ihnen lebte, war er ein wenig lockerer geworden, aber er war weit davon entfernt, liebevoll oder väterlich zu sein. Ich wagte zu glauben, dass diese Kälte immer ein Teil von ihm bleiben würde, obwohl er in privaten Momenten seiner weicheren Seiten hin und wieder erlaubte durchzuschimmern. „Ich gebe dir noch einen Moment Zeit, Isabella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne ein weiteres Wort ging er aus dem Zimmer, ließ mich noch einmal alleine, und ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf mein Spiegelbild. Als ich die Klaviermusik hörte, die ganz in der Nähe begann, lächelte ich und neue Tränen sammelten sich in meinen Augen, meine Gedanken waren bei meiner Mutter. Ich rief mir den Tag in Erinnerung, an dem ich sie das letzte Mal in Phoenix gesehen hatte, erinnerte mich an ihre allerletzten Worte an mich. Sie hatte gesagt, sie wäre immer bei mir, in meinem Herzen, und die Welt wäre mit mir dort draußen ein besserer Ort. Ich hatte an diesem Tag gezögert, hatte sie nicht zurücklassen wollen, aber sie hatte darauf bestanden, dass ich ging. Sie hatte gewollt, dass ich mein Leben lebte, glücklich wurde und meinen Träumen folgte, und sie hatte an diesem Tag ganz genau gewusst, was mein Schicksal war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Edward.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;‚Er wartet auf dich‘, würde sie jetzt meine Furcht spürend sagen. ‚Bei ihm solltest du jetzt sein, nicht hier. Lass ihn nicht warten.‘&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das werde ich nicht, Mom“, wisperte ich in das leere Zimmer, warf meinem Spiegelbild einen letzten Blick zu und senkte dann den Schleier über mein Gesicht. Ich griff nach meinem Brautstrauß aus weißen Rosen und ging hinaus zu Alec, der im Flur auf mich wartete. Nervös nahm ich seinen Arm, den er mir hinhielt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du soweit?“, fragte er, während wir den kurzen Weg zu den hölzernen Doppeltüren zurücklegten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Absolut“, antwortete ich und hörte, dass die Klaviermusik vom Canon in D zum Hochzeitsmarsch wechselte, unserem Einsatzzeichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er führte mich in die Kirche, am Anfang des Gangs blieben wir kurz stehen, sodass ich alles in mich aufnehmen konnte. Meine Sicht verschwamm, was ich vor mir sah, überwältigte mich völlig. Die Kirchenbänke waren voller Menschen, von denen ich einige nicht kannte, und sie alle standen auf, sobald wir den Gang betraten. Ich wusste, dass viele von ihnen nicht meinetwegen hier waren, sie waren Mitglieder der Organisation, aber das störte mich nicht. Sie waren für Edward gekommen, einem Ehrenmann, und aus Respekt vor diesem Mann waren sie bereit mich ihm anzuvertrauen. Alec war ihr Boss, und wir waren seine Familie, und ich verstand, dass dies in der Welt, in der wir lebten, eine Menge bedeutete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schaute nach vorne ins Kirchenschiff und wurde von meinen Gefühlen überwältigt, als meine Augen auf Edward fielen. Er stand wie angewurzelt auf einem Fleck, starrte mich mit  staunendem Blick unverwandt an. Er trug seinen schwarzen Anzug mit einer cremefarbenen Krawatte und passender Weste, und seine neben ihn stehenden Brüder trugen das Gleiche, nur in Dunkelbraun. Sein Anblick ließ mich den Kampf gegen meine Tränen verlieren und sie begannen über meine Wangen zu laufen, während Alec und ich langsam den Kirchengang hinunter schritten. Ich konzentrierte meine Aufmerksamkeit auf Edward, und er wandte den Blick nicht eine Sekunde von mir ab, grinste, als wir näher kamen. Seine Augen wanderten über meinen Körper, als ich neben ihm stehen blieb, und er zwinkerte, sobald ich ihm wieder in die Augen sah. Errötend wandte ich meinen Blick ab, hoffte, der Schleier würde meine Reaktion verdecken, aber als er leise gluckste, wusste ich, dass er es bemerkt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec ließ mich los und hob meinen Schleier, nickte Edward zu und ging dann zu der Kirchenbank, auf der Esme saß. Die Musik hörte auf zu spielen und der Geistliche sprach ein kurzes Gebet, gefolgt von einem kollektiven Scharren, als sich alle wieder setzten. Ich übergab Rosalie meinen Brautstrauß, damit sie ihn für mich hielt, und Edward starrte mich weiterhin mit einem Grinsen im Gesicht an, das Glück strahlte in Wellen von ihm ab. Ich untersuchte ihn kurz von oben bis unten, das tat ich jedes Mal, wenn er von einer Reise zurückkehrte... immer hielt ich nach Verletzungen Ausschau, stellte sicher, dass er an einem Stück zu mir zurückgekehrt war, und lachte, als meine Augen auf seine Füße fielen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nikes?“, wisperte ich, so leise, dass nur er es hörte. „Was ist mit deinen Schuhen passiert?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein Grinsen wurde breiter und er zuckte mit den Achseln. „Ich hab sie vergessen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Tränen liefen weiter und er lächelte strahlend, streckte seine Hand aus und wischte ein paar von ihnen fort, als der Geistliche uns bereits ansprach. „Edward und Bella, seid ihr aus freien Stücken und ohne Vorbehalte hierher gekommen, um den Bund der Ehe einzugehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagten wir gleichzeitig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Werdet ihr für den Rest eures Lebens einander als Mann und Frau ehren?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagten wir beide wieder, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen. Ich konnte es spüren, tief in meiner Seele, er war es für mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Werdet ihr eure Kinder als von Gott gegeben liebevoll akzeptieren und sie gemäß dem Gesetz Christi und seiner Kirche erziehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte ich sofort, aber Edward zögerte. Er blickte kurz zu dem Geistlichen hinüber und spannte sich an, ehe der das Wort schließlich aussprach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dies entspricht nicht unserer Tradition, aber die Braut und der Bräutigam haben darum gebeten, selbst sprechen zu dürfen, und die Kirche hat ihrer Bitte freudig zugestimmt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Worten des Geistlichen unterdrückte Edward ein Lachen, und ich konnte mich gerade noch davon abhalten, bei seiner Reaktion meine Augen zu verdrehen. Ich hatte gelernt, dass es bei einer katholischen Hochzeit nicht erlaubt war, sein eigenes Gelöbnis aufzusagen, aber dies war eines der Dinge, die ich unbedingt wollte, also hatte Edward dafür gesorgt, dass es mir trotzdem erlaubt wurde. Der Gedanke, dass er jemanden für mich erpressen oder tyrannisieren könnte, hatte mich zuerst abgeschreckt, aber er hatte darauf beharrt, dass es ausgereicht hätte, der Kirche  eine beträchtliche Spende zukommen zu lassen, damit sie zustimmte. Bestechung, in andere Worten...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur bei unserer Hochzeit musste ein Geistlicher bestochen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Geistliche sah neugierig zwischen Edward und mir hin und her und ich räusperte mich, versuchte den  Kloß in meinem Hals loszuwerden. „Ich werde anfangen“, sagte ich nervös und sah Edward an, um sicher zu gehen, dass es okay war. Er bedeutete mir, ich sollte fortfahren, und lächelnd fing ich an zu sprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das erste Mal, dass du mich fragtest, ob ich dich heiraten würde, war vor vier Jahren an meinem siebzehnten Geburtstag, obwohl es sich eigentlich anfühlt, als wäre es erst gestern gewesen. Du sagtest mir an diesem Morgen, dass es nicht an jenem Tag passieren müsste, oder am nächsten Tag, oder in jenem Jahr. Du wolltest nur mein Versprechen, dass ich deine Frau würde und den Rest meines Lebens mit dir verbringe, sobald ich bereit dazu wäre. Ich hatte natürlich ja gesagt, und ich hatte es auch so gemeint. Ich wusste an diesem Morgen ganz genau, wozu ich mich bereit erklärte. Wir waren noch sehr jung, und vielleicht waren wir naiv, hatten wir doch gedacht, wir hätten alles ergründet, aber ich habe nie bezweifelt, dass wir zusammen gehören.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hielt inne, um mir neue Tränen von den Wangen zu wischen, die aus meinen Augen strömten. „Seit diesem Tag ist viel geschehen und wir sind eine Weile getrennte Wege gegangen, aber am Ende kamen wir wieder zusammen. Ich gehöre zu dir. Ganz egal, was in der Zukunft geschieht, weiß ich, dass dies unser Schicksal ist. Als ich dich zum ersten Mal sah, wusste ich nicht, was ich von dir halten sollte, denn du warst anders als jeder, den ich bis dahin kannte. Die Dinge, die du mich hast fühlen lassen, haben mir furchtbare Angst eingejagt, und ich wollte nichts lieber, als mich so weit wie möglich von dir fernzuhalten, aber ich konnte es nicht. Ich fühlte mich zu dir hingezogen. Du hast mir Hoffnung gegeben. Du hast an mich geglaubt und mir geholfen, und vor allem hast du mich geliebt. Mich. Von allen Menschen auf der Welt, hast du mich ausgesucht. Ich war so daran gewöhnt, übersehen zu werden, so daran gewöhnt, unsichtbar zu sein, aber du hast mich gesehen. Ohne dich wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich liebe dich, Edward Anthony Cullen, und ich möchte dich wissen lassen, dass ich jetzt bereit bin. Ich bin bereit, deine Frau zu sein und den Rest meines Lebens mit dir zu verbringen, und es gibt keinen Platz auf der Welt, an dem ich lieber wäre.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sempre“, wisperte er und schluchzte bei dem Wort. Ich wusste, er versuchte sich zusammenzureißen, er wollte nicht vor so vielen Menschen zusammenbrechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sempre“, wiederholte ich seine Worte und meinte es mit jeder Faser meines Seins. Er war meine Ewigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich bin mir sicher, dass du dich an unser erstes Zusammentreffen an diesem Morgen in der Küche in Forks erinnerst, und was für ein komplettes Desaster daraus wurde. Ich hatte nicht erwartet, jemanden dort unten zu sehen, also bin ich ausgeflippt, als ich dich in der Tür stehen sah. Es endete damit, dass ich meinen Orangensaft fallen ließ und ihn über meine Hose und den Boden schüttete. Du hast angefangen ihn aufzuwischen, hast versucht zu helfen, und ich, ähm, nun, du weißt, was ich gemacht habe“, sagte er und schüttelte bei der Erinnerung seinen Kopf. Ich nickte und lächelte traurig, als ich mich an sein Ausrasten erinnerte und wie er mein Handgelenk umfasst hatte, um mich daran zu hindern sauber zu machen. Er war damals so wütend gewesen... so gebrochen. Edward hatte immer noch Risse in sich und Narben von seinen früheren Verletzungen, aber er riss sich jetzt zusammen, und nur das zählte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was du jedoch nicht weißt, als wir beide wie Idioten in dieser Saftpfütze saßen und uns eine Kraftprobe lieferten, wer das sauber machen sollte, war alles, an was ich denken konnte, wie wunderschön du warst. Du warst verängstigt, verwirrt und verletzt, und ich weiß, dass ich dir in diesem Moment nicht gerade geholfen habe, aber unter all deiner Angst warst du einfach nur wunderschön, Isabella. Schon als ich dich zum allerersten Mal gesehen hatte, war ich dir verfallen, du hast mir das Herz direkt aus meiner Brust gestohlen, ohne dass ich es überhaupt wusste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erinnere mich daran, später an diesem Morgen darüber nachgedacht zu haben, dass du mein Leben verkomplizieren würdest“, sagte er und lachte in sich hinein. „Und du hast es verkompliziert. Alles, was ich wusste, alles, woran ich glaubte, alles, was ich aus meinem Leben machen wollte... alles ging an diesem Tag  den Bach hinunter. Du hast mich umgekrempelt und mich wieder etwas fühlen lassen. Du hast mich vor dem Absturz bewahrt und mein Leben gerettet, auch wenn mir gar nicht klar war, dass ich gerettet werden musste. Ich dachte, mir ginge es gut und ich bräuchte niemanden, aber ich lag so falsch, Bella, weil ich doch jemanden brauche. Ich brauche dich. Vielleicht ist das ungesund, weil ich in der Lage sein sollte, es allein zu schaffen, und wenn ich es müsste, könnte ich es vielleicht auch. Aber ich weiß es nicht, und die Wahrheit ist, ich will überhaupt nicht wissen, ob ich es kann. Jesus, ich...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich riss schockiert meine Augen auf, der Geistliche sog scharf die Luft ein und wohlwissend, dass er gerade Jesus als Fluchwort benutzt hatte, hörte Edward abrupt auf zu sprechen. „Scheiße“, sagte er aus einem Instinkt heraus, und sah mich dann voller Entsetzen an, als ihm klar wurde, dass er schon wieder geflucht hatte. Er begann voller Panik zu stammeln, wurde aber unterbrochen, als ein paar Schritte entfernt eine laute Stimme ertönte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiße!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein kollektives Keuchen war zu hören, und alle drehten sich zu Carlisle, der mit einem strahlenden Grinsen auf seinem Gesicht stolz neben seinem Vater stand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was bringst du meinem Sohn bei, Mann?“, fragte Emmett, während Esme von ihrem Platz aufsprang und  Carlisle auf ihren Arm nahm, der damit begann, das Wort aufs Neue abzufeuern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, Edward“, sagte Rosalie hinter mir. Ich drehte mich um und sah sie überrascht an, dachte daran, was kurz vor der Zeremonie noch vorgefallen war, aber sie grinste und bedeutete mir zu schweigen. Ich schüttelte meinen Kopf und sah Edward wieder an, der sich mit der Hand durch seine Haare fuhr und verzweifelt seinen Kopf schüttelte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe ihm dieses gottverd....“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wusste, was er sagen wollte, bevor ihm das Wort herausrutschte, und schnell streckte ich meine Hand aus und hielt ihm den Mund zu, ehe irgendjemand anders es hörte. Er starrte mich erschreckt an, und ich konnte die Panik in seinen Augen sehen, als Esme Carlisle mit zu ihrem Platz nahm und versuchte, ihn zum Schweigen zu bringen. Ich lächelte leicht, damit er nicht dachte, ich wäre böse auf ihn, und beobachtete, wie er sich vor meinen Augen sichtbar entspannte. Vorsichtig nahm ich meine Hand von seinem Mund, und er lehnte sich vor und strich mit seinen Lippen über meine. Ich erwiderte seinen Kuss, teilte meine Lippen und stöhnte leise, als seine Zunge meine berührte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Noch nicht, Mann“, sagte Emmett, griff nach Edward und zog ihn von mir weg. „Du überholst dich gerade selbst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Geistliche räusperte sich und beäugte uns argwöhnisch, und Edward ließ ein verzweifeltes Seufzen ertönen. „Tut mir leid, Vater“, grummelte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Möchtest du gern fortfahren?“, fragte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Äh, nein“, erwiderte Edward kopfschüttelnd. „Ich denke, ich habe genug gesagt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn es eure Absicht ist, den Bund der Ehe zu schließen, reicht euch eure rechte Hand und erklärt vor Gott und seiner Kirche euer Einverständnis“, sagte der Geistliche schnell, er wollte offenbar die Messe hinter sich bringen. Edward ergriff meine Hand, verflocht unsere Finger miteinander und drückte sie zärtlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward, nimmst du Isabella als deine Ehefrau? Versprichst du ihr Treue in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit, sie zu lieben und zu ehren alle Tage deines Lebens?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, das tue ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Isabella, nimmst du Edward als deinen Ehemann? Versprichst du ihm Treue in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit, ihn zu lieben und zu ehren alle Tage deines Lebens?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, das tue ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ihr habt vor der Kirche eure Einwilligung erklärt. Möge der Herr in seiner Güte eure Entscheidung stärken und euch beide segnen. Was Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht scheiden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir tauschten unsere Ringe aus, und meine Hand zitterte, als Edward den einfachen goldenen Ring auf meinen Finger schob, den, von dem ich wusste, dass er einst seiner Mutter gehört hatte. Ich starrte ihn an und meine Tränen begannen wieder zu laufen, meine Emotionen überwältigten mich, als der Geistliche uns zu Mann und Frau erklärte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt dürft ihr euch küssen“, sagte Emmett und stieß Edward an. Ich schaute wieder auf und sah, dass Edward seinen Bruder anblitzte, doch dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf mich und sein Gesicht leuchtete voller Liebe auf. Er griff sanft nach meinem Kinn und lehnte sich vor. Meine Augen schlossen sich, als unsere Lippen verschmolzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein Kuss war süß, aber es lag Leidenschaft dahinter... eine Leidenschaft, die ich für den Rest meines Lebens spüren wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Edward Cullen POV&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nur noch ein paar.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend versuchte ich still zu halten, aber der verdammte Anzug begann mich zu ersticken. Wir schienen schon Stunden hier zu stehen und der Fotograf schoss ein Bild nach dem anderen, ließ uns für ein paar gute Aufnahmen in jeder gottverdammt vorstellbaren Stellung posieren. Ich tat mein bestes, meine Augen auf die Kamera zu konzentrieren, wollte unsere Hochzeitsfotos schließlich nicht versauen, aber meine Aufmerksamkeit blieb auf die Frau an meiner Seite gerichtet. Auf mindestens der Hälfte der Fotos würde es wahrscheinlich aussehen, als wolle ich sie mit den Augen ausziehen, aber ich konnte einfach nicht anders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie war so verdammt schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Entspann dich“, sagte Isabella, die mein Unbehagen spürte, leise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich versuch's“, murmelte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt alle lächeln!“, rief der Fotograf.  Ich lächelte wie auf Kommando, wollte den Scheiß endlich hinter mich bringen, und er schoss in schneller Abfolge ein paar Fotos. „Alles klar, ich denke, wir haben es.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleichtert atmete ich auf und lockerte sogleich meine Krawatte. „Gott sei Dank, verflucht noch mal. Dieser Scheiß hat ewig gedauert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, so schlimm war es nicht“, sagte Isabella lachend. „Das waren doch gerade mal zwanzig Minuten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich umfasste ihre Hüften und sie schrie auf, als ich sie schnell an mich zog. „Da liegst du falsch, Isabella Marie Cullen“, sagte ich grinsend, zum ersten Mal konnte ich diesen Scheiß laut aussprechen. „Es war so schlimm, weil ich zwanzig Minuten lang nicht das machen konnte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fordernd drückte ich meine Lippen auf ihre, küsste sie innig und hörte Rosalie neben mir stöhnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist ja ekelerregend“, brummte sie. „Ich will das nicht sehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dann hör auf so beschissen zu glotzen“, spie ich und löste mich gerade lange genug von Isabellas Lippen, um diese paar Worte herauszupressen. Sie lachte, als ich sie sofort weiter küsste, schlang ihre Arme um mich und erwiderte meinen Kuss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir gehen wieder hinein“, hörte ich Jasper sagen, der mir auf den Rücken klopfend an uns vorbei ging. „Lasst Eure Gäste nicht warten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Meinetwegen“, brummte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir standen noch eine Weile länger dort und küssten uns, während alle anderen in den Festsaal gingen, wo der Empfang stattfand. Schließlich löste sie sich aus meinen Armen und versuchte keuchend zu Luft zu kommen, ihre Wangen glühten. „Vielleicht sollten wir reingehen“, schlug sie fort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiß drauf“, sagte ich und zog sie erneut an mich. Ich machte mich daran, feuchte Küsse auf ihrem Hals zu verteilen. „Lass uns abhauen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir können nicht einfach gehen, Edward“, sagte sie atemlos. „Diese Leute sind unseretwegen hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So?“, wisperte ich und begann erneut ihren Hals zu küssen. Lachend schob sie mich weg und ich seufzte resigniert. „Okay, ich hab's kapiert. Du hast Recht. Wir müssen rein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Siehst du?“, sagte sie und griff nach meiner Hand. „Mach dir keine Sorgen. Das wird lustig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, aber ich denke, wir hätten eine Menge mehr Spaß, wenn wir jetzt irgendwo alleine wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht“, sagte sie achselzuckend. „Obwohl ich denke, dass wir noch genug Zeit dazu haben werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sicher wie Scheiße hoffe ich das.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie zog mich am Arm hinter sich her und widerwillig folgte ich ihr. Sobald wir den Saal betraten und der DJ unser Eintreffen ankündigte, wurden wir mit lautem Applaus begrüßt. Isabella errötete und senkte ihren Kopf, und ich ging grinsend mit ihr zu unserem Tisch. Nachdem wir uns gesetzt hatten und darauf warteten, dass das Service Personal das Essen brachte, dankte ich schnell allen. Ein Kellner brachte unsere Teller und stellte sie vor uns auf den Tisch, ein anderer kam mit einer grünen Glasflasche in seiner Hand und begann unsere Gläser zu füllen. Dankend nickte ich ihm zu, als er das schäumende Getränk in mein Glas schenkte/goss, nahm dann das Glas hoch und roch daran, während er Isabellas Glas füllte. Ich zog eine Grimasse und Jasper, der ganz in der Nähe saß, schwenkte lachend seinen Drink.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, einmal auf der Hochzeit meines kleinen Bruders schäumenden Traubensaft zu trinken“, sagte er und trank kopfschüttelnd einen Schluck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir haben auch perlenden Jasmin-Tee“, erläuterte Bella sachlich. „Und Wein-Limo. Die Getränke sehen alle wie Champagner aus, sind aber alkoholfrei.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend stellte ich mein Glas ab, ohne überhaupt getrunken zu haben, die Wendung, die die Unterhaltung nahm, mochte ich überhaupt nicht. In dem Wissen, dass wir keinen gottverdammten Hochzeits-Empfang ohne Alkohol durchziehen konnten, gab es für die Gäste weiter hinten einen abgetrennten Raum mit einer Bar, aber wegen mir wurde in Hauptsaal kein Alkohol ausgeschenkt.  Ich fühlte mich irgendwie schuldig, war aber auch dankbar, und zur gleichen Zeit fraß es an meinen Nerven. Mir schien, alle dächten, ich wäre irgendein verdammtes zerbrechliches Arschloch, das nicht normal funktionierte und wegen der ganzen Scheiße an die Hand genommen werden musste. Dadurch fühlte ich mich schwach, und noch schlimmer, durch die Diskussion über meine Abstinenz, lechzte ich erst recht wie wild nach einem gottverdammten Drink.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als alle ihre Teller hatten und der DJ, bevor wir zu essen begannen, ein kurzes Dankgebet sprach, beendeten sie endlich ihre Diskussion. Ich hob meine Gabel und stocherte in meinem Essen herum, aber mir war beschissen übel. Meine Handflächen waren schweißnass und weil meine Panik zunahm, fing ich an mit einem Bein unter dem Tisch zu wippen. Plötzlich fühlte ich mich sehr unwohl in meiner Haut. Der Drang zu trinken steckte immer noch in mir und ich sehnte mich nach einem Schnaps, mein Körper schrie nach nur einen winzigen Schluck. Ich konnte das Brennen in meiner Kehle beinahe spüren, konnte um der guten alten Zeiten willen ein wenig Wärme in meiner Brust gebrauchen... nur um meine Nerven zu beruhigen und diese verdammte Panikattacke in den Griff zu bekommen, obwohl ich aus Erfahrung wusste, dass es nicht funktionierte, denn ich hatte diesem Verlangen schon früher nachgegeben. Ich hatte um einen winzigen Schluck gebettelt, aber nie war es genug gewesen, denn sobald ich Alkohol in die Finger bekam, wusste ich, dass ich nicht aufhören konnte. Aus einem Schluck wurde zwei, die dann zu einer ganzen Flasche wurden, was am nächsten Morgen mit verdammten dröhnenden Kopfschmerzen, einem sehr angepissten Boss und Erinnerungslücken endete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yeah, ich hatte keinerlei Verlangen, das noch einmal durchzumachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Isabella griff unter dem Tisch nach meinem Schenkel und brachte mein wippendes Bein, dessen Bewegungen anscheinend auffällig wurden, energisch zum Stillstand. Ich sah sie vorsichtig an, aber sie lächelte, auf ihrem Gesicht war keinerlei Ärger zu sehen. Sie spürte immer sofort, wenn ich mit mir kämpfte und verurteilte mich nie dafür, sie schien immer genau zu wissen, was mich wieder beruhigte. „Alles in Ordnung?“, fragte sie besorgt. Nickend ließ ich meine Gabel sinken und fuhr mir nervös mit einer Hand durch meine Haare.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, alles in Ordnung“, erwiderte ich und versuchte mich wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Spannung wich langsam aus meinem Körper und ich schaute sie an, sie sah einfach atemberaubend aus. Verdammt, sie glühte regelrecht und meine Brust schwoll vor Freude an, als ich das Glück in ihren Augen funkeln sah. Ich hoffte, sie sah das Gleiche in meinen Augen. Sie bedeutete mir alles. Meine Liebe zu ihr war stärker als alles andere, mächtiger als die Drogen und der Alkohol jemals gewesen waren. Sie war meine Welt, mein verfluchtes Leben, und jetzt war sie obendrein auch noch meine Frau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Frau... wer hätte jemals gedacht, dass Edward Cullen eines Tages eine verdammte Frau haben würde?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du solltest etwas essen“, sagte sie leise, ihr Lächeln wurde schelmisch und sie wandte sich wieder ihrem Teller zu. „Du brauchst deine Kraft für später.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stöhnte über ihre Andeutung, hob meine Gabel wieder und spießte ein Stück Fleisch von meinem Teller auf. Es war wohl irgendwas ähnliches wie beschissenes Schweinefleisch, aber ich war mir nicht ganz sicher. Esme hatte das Catering für uns in die Hand genommen, da weder Isabella noch ich wirklich viel mit dem Formalitäten des Empfangs im Sinn gehabt hatten. Eigentlich war ich dafür gewesen Pizza zu bestellen, an der sich die Bande dann selbst hätte bedienen können, aber offenbar hatten die Flachwichser das nicht drauf. „Mach dir keine Sorgen, Bella. Ich habe massig Kraft für dich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, ich mache mir keine Sorgen“, sagte sie und nahm einen Bissen. „Ich erinnere mich an einen bestimmten Glückskeks, der mir versprochen hat, dass du mich nicht enttäuschen wirst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lachte und begann zu essen, fühlte mich gleich viel besser. Das Zittern verschwand jedes mal wieder, aber die Gedanken lauerten in meinem Hinterkopf. Mit dem Trinken war ich wirklich außer Kontrolle geraten, aber erst nach Carlisles Geburt war mir bewusst geworden, wie schlimm es wirklich war. Ich konnte die Hälfte der Zeit kaum geradeaus denken und meine Launen wechselten so unberechenbar, dass mir klar war, wie schwer Isabella es am Anfang mit mir gehabt haben musste. Ich hatte versucht, es auf meine Trauer abzuwälzen, dachte, sobald ich alles verarbeitet hatte und die Dinge sich beruhigt hätten, würde sich mein Verhalten normalisieren, aber das tat es nicht. Es wurde nur noch schlimmer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war der Tag vor meinem einundzwanzigsten Geburtstag im Juni 2009, als es schließlich zur Krise kam. Ich war betrunken, wie verdammt immer, und wurde von Alec beauftragt, mich zusammen mit einem Geldeintreiber um einen Buchmacher zu kümmern, der nicht bezahlt hatte. Normalerweise machte der Geldeintreiber das allein, es war ja schließlich sein verdammter Job, sich um diesen Scheiß zu kümmern, aber Alec hatte mich testen wollen, um zu sehen, ob ich allein mit den Buchmachern klarkam. Ich war entschlossen mich zu beweisen und ihn wegen meiner Fortschritte stolz auf mich zu machen, aber natürlich ging das furchtbar in die Hose. Sobald ich dem Kerl gegenüberstand, geriet er in Panik, gab mir eins auf die verdammte Nase und rannte weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Geldeintreiber fing ihn ein und schlug ihn zusammen, aber ich war einfach nur nutzlos. Vom Alkohol und den sengenden Schmerzen völlig benommen, stieg ich in mein Auto, lehnte meine Stirn an das Lenkrad und schloss im Versuch, alles Geschehene abzublocken, meine Augen. Die Zeit verlor jede Bedeutung für mich, es konnten Sekunden, Minuten oder sogar gottverdammte Stunden gewesen sein, die ich dort wie besinnungslos saß. Das nächste, woran ich mich erinnerte, war ein Klopfen am Fenster, und ich öffnete meine Augen, um das Letzte zu sehen, was ich in diesem verdammten Moment sehen wollte... blitzende blaue Lichter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war immer noch minderjährig, betrunken und saß, mit einer halbleeren Flasche Grey Goose neben mir auf dem Beifahrersitz, hinter dem Steuer eines Autos. Außerdem hatte ich eine geladene Pistole mit abgefeilter Seriennummer bei mir, die ich versteckt gehalten hatte und die in Chicago nicht registriert war. Sie sperrten mich ein und ich verbrachte die Nacht in einer Zelle, eingebuchtet wegen zwei Gesetzesübertretungen und drei Verstößen gegen das Waffengesetz. Zusammen mit zwei Dutzend angriffslustigen Arschlöchern in einer Zelle sitzend wurde ich einundzwanzig und wartete wegen der  Kaution auf den Richter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich konnte Isabella nicht anrufen, damit sie mich abholte, denn der kleine C. übernachtete bei uns, weil Rosalie und Emmett ihren ersten Hochzeitstag feierten, also rief ich widerstrebend Esme an. Meine Kaution wurde schließlich festgesetzt und um fünf Uhr morgens konnte ich endlich gehen. Ich erwartete draußen meine besorgte Tante vorzufinden, wurde aber statt dessen von einem sehr angepissten Alec empfangen. Während der ganzen Fahrt nach Hause sagte er nicht ein verdammtes Wort zu mir, aber er stand so unter Strom, dass ich seine Wut praktisch spüren konnte. Ich lief Gefahr, das zu verlieren, auf das ich hingearbeitet hatte, wusste, er konnte mir den verdammten Job in Vegas wieder wegnehmen, bevor ich ihn überhaupt angetreten hatte. Wenn ich hier nicht mit armseligen Buchmachern klarkam, würde er mir auf keinen Fall alle Konzessionen dort unten anvertrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec bremste vor meinem Haus, die Schuld fraß an mir, als er sich weigerte, mich anzusehen oder auch nur zur Kenntnis zu nehmen, dass ich überhaupt im Auto saß. Ich stieg aus und ging langsam ins Haus, mein erster Weg führte mich in die Küche, wo ich den Gefrierschrank öffnete und die eiskalte Wodkaflasche herauszog. Zögernd trank ich einen großen Schluck, leerte mit einem Zug fast die halbe Flasche und erlaubte dem Brennen in meiner Kehle die Schmerzen zu mildern, die ich verspürte. Während der Alkohol sich langsam in meinem Körper ausbreitete, starrte ich auf die Flasche in meiner Hand, drehte sie dann seufzend um und leerte sie in der Spüle aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging die Treppe hinauf, betrat unser Schlafzimmer und fand Isabella dort schlafend vor, der kleine C. lag still neben ihr. Er war wach und starrte zur dunklen Decke hinauf, doch als ich auf das Bett zutrat, wanderte  sein Blick in meine Richtung. Unsere Augen trafen sich und begeistert, ein bekanntes Gesicht zu sehen,  lächelte er und begann unverständliches Zeugs zu brabbeln. Grinsend beobachtete ich ihn und ich hatte das Gefühl, meine verdammte Brust müsse jeden Moment platzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau in diesem Moment, als ich den kleinen Jungen beobachtete, der so glücklich war, mich zu sehen, beschloss ich, mit dem Alkohol ein für alle mal fertig zu sein. Er war es nicht wert und ich schwor, ich würde nie wieder einen Schluck trinken, ganz egal, wie sehr ich es wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstverständlich war das eine verdammte Lüge, denn natürlich hatte ich ein paar Rückfälle gehabt, die gewöhnlicherweise darin resultierten, dass Alec meinen besoffenen Arsch irgendwo aufsammeln musste, aber ich tat mein Bestes und mit der Zeit wurde es leichter. Mr. Ricci hatte die meisten Anklagen gegen mich abschmettern können, aber was den Besitz einer unregistrierten Knarre betraf, kamen sie mir keinen Millimeter entgegen. Ich war jetzt ein überführter Straftäter und das nicht, weil man mich beim Stehlen erwischt oder weil ich in Erfüllung meiner Pflichten jemanden verletzt hatte. Nein, ich war aus verdammter Blödheit vorbestraft. Ich hatte jetzt für alle Zeiten einen schwarzen Fleck auf meiner weißen Weste, und für diesen Scheiß konnte ich niemand anderem die Schuld geben außer mir selbst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiteres Mal legte ich meine Gabel hin, schob meinen Teller zu Seite und griff nach meinem Saftglas. Ich trank gerade, als Emmett neben mit aufstand, seinen Stuhl zurückschob und sein Glas hob. Er nahm seine Gabel und tippte damit an sein Glas, machte so alle auf sich aufmerksam. „Ich denke mal, jeder hier weiß, wer ich bin, aber falls nicht, mein Name ist Emmett. Ich bin Edwards älterer und klügerer Bruder, auch wenn er das niemals zugeben würde. Er hat jedenfalls zugelassen, dass ich sein Trauzeuge bin und in dieser Rolle ist es meine Pflicht, hier zu stehen und zu versuchen ihn in Verlegenheit zu bringen“, begann er. Stöhnend stellte ich mein Glas ab und schüttelte meinen Kopf. Ich hatte ihm gesagt, eine Rede zu halten wäre nicht notwendig, aber ich hätte es besser wissen müssen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Emmett würde sich niemals die Gelegenheit entgehen lassen mich zu ärgern. „Es gibt so vieles, was ich über meinen kleinen Bruder sagen könnte, so viele Worte ihn zu beschreiben, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll. Er ist stur, dumm, pingelig, launisch, mürrisch, urteilt schnell und reagiert sogar noch schneller. Außerdem bin ich der Ansicht dass er auch ganz schön hässlich ist und nicht weiß, wie er seine Haare kämmen soll, aber das ist nur meine persönliche Meinung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fick dich“, murmelte ich und fuhr gedankenlos mit einer Hand durch meine Haare. Sie standen noch mehr ab als vorher und Emmett stieß mich kichernd an, als alle anderen zu lachen begannen. „Ich vergaß zu erwähnen, dass er einen dreckigen Mund hat, was ihr heute alle miterleben durftet. Der Priester segnet wahrscheinlich gerade die Kirche neu ein, nachdem er sie entweiht hat“, sagte er scherzhaft, obwohl ich den Scheiß überhaupt nicht lustig fand. „Einige von Edwards nicht so bekannten Eigenschaften sind, dass er die Menschen, die er liebt, beschützt, und dass er für das kämpft, woran er glaubt. Es hat den Anschein, als wäre er extrem selbstsüchtig, aber in Wahrheit ist er der wahrscheinlich selbstloseste Mann, den ich kenne. Er ist bereit sich aufzuopfern, wenn er es für die einzige Lösung hält, wenngleich ich weiß, dass es das letzte ist, was er wirklich tun möchte. Wie ich vor einer Minute sagte, er kann sehr stur sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann ist dort Isabella, die die geduldigste lebende Person auf diesem Planeten sein muss, um es mit ihm aufnehmen zu können. So stark und talentiert, so charmant und wunderschön. Zu Anfang schienen sie und Edward wie Feuer und Wasser zu sein, das schüchterne naive Mädchen, das alles zum ersten Mal erlebte, und der abgestumpfte rücksichtslose Junge, den alles ankotzte. Wir alle erwarteten Konflikte und Probleme, weil sie so verschieden waren. Ich nehme an, niemand von uns hätte vorhersagen können, dass diese zwei Menschen, die von zwei total verschiedenen Seiten des Spektrums kommen, in der Lagen wären, sich irgendwo in der Mitte zu treffen und Gemeinsamkeiten zu finden, aber genau das taten sie. Er half ihr, sich zu öffnen und zeigte ihr, was draußen in der Welt auf sie wartete, und sie beruhigte ihn und brachte ihm bei, dass es immer noch Dinge gibt, wegen denen es sich zu leben lohnt. Sie brachten sich ins Gleichgewicht, fanden ihren Frieden ineinander, und zusammen schafften sie es, ihre Liebe zueinander zu finden. Ich weiß, es klingt kitschig, ich komme mir vor, als zitiere ich aus einem verdammten Julia Roberts-Film oder so, aber es ist die Wahrheit. Was sie haben, ist etwas ganz Seltenes.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schaute Bella an und sie nahm unter dem Tisch lächelnd meine Hand in ihre, als Emmett fortfuhr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber in der High School war mein Bruder berüchtigt. Er war sowas wie ein heißer Football Spieler, der berühmte Quarterback. Dieser Scheiß ist ihm ein wenig zu Kopf gestiegen, er dachte, er wäre unbesiegbar, aber ich gebe zu, er war ganz gut“, sagte er. „Ich will hier nicht klischeehaft oder so erscheinen, aber eins hat mich meine eigene Ehe gelehrt, eine Beziehung ist in vielerlei Hinsicht wie  Football. Es ist ein Teamsport, und man muss zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein. Es gibt Höhen und Tiefen, gute Spiele und schlechte Entscheidungen, und wenn man das Spielfeld betreten will, muss man bereit sein, das Spiel zu spielen. Man lernt, während man handelt, achtet darauf, wie die andere Seite arbeitet, und passt sich dem an. Große Fehler werden mit der Bank bestraft, und je nachdem, wie sehr man es verbockt hat, kann es einem ein Vermögen kosten, bevor man wieder die Erlaubnis bekommt auf das Spielfeld zurückzukehren. Es werden immer Gegner da sein, Leute, die versuchen, einen aus dem Spiel zu kicken, aber am Ende des Ganzen ist man glücklich, man endet mit einem netten Ring am Finger. Aber damit ist es noch nicht vorbei, wisst ihr. Denn dann beginnt die Realität, und für den Rest seines Lebens wird man versuchen, jedem zu beweisen, dass man zu gewinnen verdient hat. Dass man, allem voraus, verdient hat, diesen Ring zu tragen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hielt inne und kicherte in sich hinein, ehe er weitersprach. „Doch ganz egal, was geschieht, ganz egal, was man tut, es ist wichtig für beide, so viele Punkte zu erzielen, wie man kann. Ohne diese Punkte ist alles nur verschwendete Zeit.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gluckste, als Rosalie ihre Serviette hochnahm und sie augenrollend nach Emmett warf. Er lachte und warf ihr spielerisch eine Kusshand zu, dann setzte er seine Rede fort. „Ich glaube, ich sollte mich jetzt kurz fassen. Meine alte Dame wirft schon die gelbe Karte nach mir“, scherzte er und hielt sein Glas in die Höhe. „So, im Namen meiner Frau Rosalie und mir, möchte ich einen Toast auf meinen Bruder und seiner neuen Frau Izzy Bizzy aussprechen – einer der schönsten, süßesten, bescheidensten, bodenständigsten und talentiertesten Frauen, die jemals geboren wurden. Mögen sie in der Zukunft massenhaft Punkte machen. Auf Edward, der es nicht besser, und auf Isabella, die es, offen gesagt, nicht schlimmer hätte treffen können.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle hoben ihre Gläser und toasteten uns zu und ich lehnte mich vor, um Isabella zu küssen, als der DJ das Wort ergriff. Er kündigte an, dass es Zeit für unseren ersten Tanz war und Panik blitzte in Isabellas Augen auf, als ich aufstand und meine Jacke auszog. Sie stand neben mir auf und zögerte, bevor sie sich von mir auf die leere Tanzfläche führen ließ. Ich bemerkte ihre verdammte Anspannung, ihr war klar, jeder im Saal beobachtete uns, aber sie versuchte ihr Bestes, sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen. Als 18th Floor Balcony zu spielen begann, zog ich sie an mich, meine Hände auf ihren Hüften führten sie, als wir anfingen uns zu der Musik zu bewegen. Leise sang ich die Worte mit, meine Stimme war gerade laut genug, dass sie sie hören konnte, und spürte, wie sie sich fast sofort entspannte. Sie starrte in meine Augen, ihre Arme lagen auf meinen Schultern und ihre Finger spielten mit den Haaren in meinem Nacken. Ich sah die Tränen, die sie zurückkämpfte, ihre Augen funkelten im Licht. Sie sah glücklicher aus als jemals zuvor, und es war atemberaubend, dass ich verdammt nochmal dafür verantwortlich war. Ich war derjenige, der sie glücklich machte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich liebe dich“, sagte ich leise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß“, erwiderte sie, ihr Lächeln wuchs. „Ich liebe dich auch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gut“, sagte ich grinsend. Ich würde niemals müde werden, sie dies sagen zu hören, dessen war ich mir sicher. „Tut mir leid, dass ich die Zeremonie vermasselt habe. Ich schätze, dieser Scheiß ist nicht so einfach wie er aussieht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sei nicht dumm. Du hast nichts vermasselt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe vor dem Priester geflucht, Bella“, verkündete ich und lachte trocken. „Ich habe das dritte Gebot gebrochen. Oder vielleicht war es auch das zweite...  ich kann mich nicht erinnern, verdammt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist das dritte“, sagte sie. „Und es ist wirklich keine große Sache. Ich meine, es ist nicht das erste Gebot,  das du gebrochen hast, und ich bin mir sicher, es  wird auch nicht das letzte sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Soll ich mich jetzt besser fühlen?“, fragte ich lachend, als sie lässig mit den Schultern zuckte. „Yeah, jedenfalls habe ich, mitten in einer katholischen Kirche stehend, kein anderes Gebot gebrochen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist wahr, aber es hätte schlimmer sein können“, sagte sie. „Zumindest hast du es durch die ganze Zeremonie geschafft, ohne das F Wort zu sagen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Erst zum zweiten Mal in meinem Leben“, murmelte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ganz genau, also solltest du stolz auf dich sein. Das ist eine ziemliche Leistung“, scherzte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Lustig“, sagte ich sarkastisch. „Ich wollte den Scheiß einfach nur richtig machen, weißt du.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast es richtig gemacht“, beharrte sie. „Das warst einfach du, Edward. Ich hätte es nicht anders haben wollen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor ich die Chance auf eine Antwort hatte, endete der Song und alle anderen fanden sich auf der Tanzfläche ein. Jasper schnappte sich sofort Isabella, um mit ihr zu tanzen, und Alice nahm ohne zu zögern ihren Platz vor mir ein, quasselte zwei Songs lang über allen möglichen Hochzeits-Bullshit. Beim dritten Song klaute ich mir Isabella zurück, wollte ich doch mit meiner verdammten Braut zusammen sein, und wir tanzten für eine Weile, bis es an der Zeit war, die Torte anzuschneiden. Diese Affäre war ein Desaster und entwickelte sich zu einer ausgewachsenen Tortenschlacht, bei der wir mit Zuckerguss um uns warfen und versuchten, uns gegenseitig Tortenstücke ins Gesicht zu schleudern. Der größte Teil der Torte landete auf der Hochzeitsgesellschaft statt in deren verfluchten Mägen, aber wir gaben wirklich einen Scheiß darum, sondern lachten und rangen miteinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach säuberten wir uns so gut es ging, und ich nahm meinen Platz am Kopf des Tisches ein, währenddessen Isabella sich vorbereitete, ihren Brautstrauß zu werfen. Jasper setzte sich neben mich, und Emmett leistete uns kurze Zeit später Gesellschaft, stopfte sich immer noch verfluchte Torte in sein Gesicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Darf ich dir eine Frage stellen?“, fragte Jasper. Ich sah ihn neugierig an und nickte. „Wieso hast du dich für so eine große Hochzeit entschieden? Dies scheint nicht wirklich zu euch beiden zu passen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und ehrlich, Brüderchen, eine katholische Hochzeit?“, fiel Emmett ein, seine Worte klangen gedämpft, weil er seinen verdammten Mund voll hatte. „Hast du vorher gebeichtet? Ich wette, das hat Stunden gedauert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fick dich“, spie ich, schubste ihn nach hinten und schlug ihm dabei die Torte von der Gabel. Er keuchte voller Entsetzen auf, als der Kuchen zu Boden segelte, und schubste mich zurück. Er stand auf und verschwand leise vor sich hinbrummelnd, um sich ein neues Stück zu holen, und ich drehte mich zu Jasper. „Wir haben tatsächlich überlegt heimlich zu heiraten. Sie sagte, ich könne einfach mit ihr nach Vegas fahren, und wir würden es dort tun, aber es fühlte sich nicht richtig an. Ich konnte sie  einfach nicht zu irgendeiner 'drive-through'  Hochzeitskapelle bringen. Sie hat ihr ganzes Leben von einer tollen Hochzeit geträumt und ich konnte nicht zulassen, dass ihre Erinnerung daran von einem fetten Trottel in einem Elvis-Kostüm getrübt wird.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Macht Sinn“, erwiderte Jasper. Ich dachte immer, ihr würdet wie Mom und Dad heiraten... etwas kleines, intimes, vielleicht daheim mit der Familie.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, auch darüber haben wir nachgedacht“, sagte ich. „Doch diese große Hochzeit war meine Idee. Nichts an uns ist traditionell, und ich wollte zumindest das hier haben, diese eine Sache, damit wir sagen können, wir haben den Scheiß richtig gemacht. Und offen gestanden wollte ich, dass die ganze Welt es sieht. Ich wollte, dass jeder Flachwichser, den wir irgendwann mal getroffen haben, uns heiraten sieht. Sie hat ihr ganzes Leben im Verborgenen verbracht, im Glauben, andere Menschen würden sich ihrer schämen und sie für wertlos halten. Ich wollte, dass sie gesehen wird.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amüsiert über irgendetwas lächelte Jasper. Nervös fuhr ich mir mit der Hand durch die Haare. „Ich weiß, das klingt wahrscheinlich verdammt bescheuert...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, tut es nicht“, unterbrach er mich. „Es ist... ich weißt nicht... süß!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde dir mal sagen, was süß ist, diese verdammte Torte“, sagte Emmett, der sich wieder auf seinen Stuhl fallen ließ. „Habt ihr gesehen, wer den Brautstrauß gefangen hat?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, sagten wir beide und sahen zur gleichen Zeit auf die Tanzfläche. Ich fing an zu lachen, als ich Alice aufgeregt mit den weißen Rosen in ihren Händen herumhüpfen sah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir hätten eigentlich wissen sollen, dass es Alice sein würde“, sagte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, es ist schon ihr zweiter“, sagte Emmett. „Auf unserer Hochzeit hat sie den von Rosie gefangen. Sie wird erwarten, die nächste zu sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das tut sie“, stimmte ich zu. „Warum zur Hölle dauert das bei euch so lange?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich wollte warten, bis wir mit der Uni fertig sind“, erwiderte Jasper achselzuckend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jazz, du wirst noch die nächsten zehn verdammten Jahre studieren“, sagte ich. „Sie wird auf keinen Fall so lange warten wollen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wohl wahr“, lachte Emmett. „Wenn du es nicht bald tust, wird sie ungeduldig werden und einfach die Hochzeit planen, scheiß auf Verlobung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mädchen gesellten sich wieder zu uns, Alice setzte sich auf Jaspers Schoß und wedelte freudig mit dem Brautstrauß vor seiner Nase herum. Glucksend stand ich auf und ging für ein Weilchen mit Isabella zurück auf die Tanzfläche, denn die Feier neigte sich so langsam dem Ende entgegen. Wir durchtanzten zwei weitere Lieder, dann wurden wir abermals unterbrochen, irgendetwas knallte direkt in uns hinein und verkeilte sich zwischen unseren Beinen. Abrupt blieben wir stehen und blickten herab, sahen Carlisle dort stehen, seine Haare waren wild durcheinander und sein Gesicht verschmiert. An seinen Händen klebte Torte und ich sog scharf Luft ein, als er sich an Isabellas Kleid klammerte und das ganze Unterteil beschmierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh oh“, sagte Carlisle, begriff augenblicklich, was er getan hatte. Er fing an, an der Stelle herumzureiben, versuchte die Torte wegzuwischen, verschmierte sie allerdings nur noch mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist schon in Ordnung“, meinte Isabella und ging neben ihm in die Hocke. „Onkel Edward hat mich mit mehr Torte bekleckert als du, und er hat es mit Absicht gemacht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ooohhh“, sagte er und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Du Ärger!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Den habe ich“, erwiderte ich glucksend. „Und sie wird mich nachher ordentlich dafür bestrafen, keine Sorge. Ich werde ertragen, was auf mich zukommt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward!“, keuchte Isabella und wurde rot, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Carlisle. „Möchtest du tanzen, kleiner Mann? Ich glaube, Onkel Edward muss sich abkühlen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Erwiderung lächelte er strahlend und sie nahm ihn in ihre Arme, hielt ihn fest und stand wieder auf. Ich gab beiden einen Kuss und machte mich auf den Weg zurück in den vorderen Teil des Raumes, blieb aber abrupt stehen, als ich Chelsea erblickte. Mit in ihrem Schoß gefalteten Händen saß sie an der Seite und starrte schweigend auf den Boden. Sie schien beleidigt zu sein, oder verärgert, oder vielleicht fühlte sie sich auch nur verdammt unwohl, der Punkt jedenfalls war, dass sie verloren wirkte und diese Scheiße gefiel mir gar nicht. Das Gefühl war mir viel zu vertraut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging zu ihr und blieb direkt vor ihr stehen. Mit wachsamem Blick sah sie zu mir auf, als ich ihr meine Hand entgegenstreckte. „Möchtest du tanzen, sole?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr Gesicht erhellte sich, nickend nahm sie zaghaft meine Hand und stand auf. Ich führte sie auf die Tanzfläche wirbelte sie herum, schmunzelte, als sie anfing zu lachen. „Was ist eine sole?“, fragte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Sonne“, erwiderte ich. „Oder Sonnenschein, egal. So hat mich meine Mom immer genannt, als ich noch klein war... sie meinte, ich würde ihre Welt erstrahlen lassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist süß“, sagte Chelsea mit einem fröhlichen Lächeln. „Wie nennt sie dich jetzt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei ihrer Frage spannte ich mich an, ich hatte sie nicht erwartet, und schüttelte langsam meinen Kopf. „Gar nicht. Sie, ähm... sie ist nicht mehr unter uns. Schon seit ich so alt war wie du nicht mehr.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vermisst du sie?“, fragte sie aufrichtig interessiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte ich, „jeden Tag.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich vermisse meine nicht“, meinte Chelsea und schüttelte den Kopf bei diesem Gedanken. „Ich erinnere mich gar nicht an sie.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, ich kannte deine nicht, aber sie kann kein so toller Mensch gewesen sein, wenn sie dich hat gehen lassen“, sagte ich. Meine Worte ließen ihr Lächeln noch breiter werden und erfreut, sie so glücklich zu sehen, wirbelte ich sie wieder herum. „Weißt du, du und ich haben einiges gemeinsam, Sonnenschein. Nachdem ich meine Mom verloren hatte, hat sich Esme auch um mich gekümmert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, eine Zeit lang war sie wie eine zweite Mom für mich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich liebe Esme, sie ist eine tolle Mom“, sagte sie und hielt kurz inne, ehe sie mit leiser Stimme weitersprach. „Alec ist auch nett, aber er kann ziemlich erschreckend sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zustimmend nickend lachte ich, erinnerte mich daran, wie verflucht wahnsinnig er mich gemacht hatte, als ich noch jünger war. „Ja, das kann er“, entgegnete ich. „So ist Alec nun mal. Er ist harmlos, aber ehrlich gesagt... manchmal erschreckt er sogar mich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald ich diese Worte ausgesprochen hatte, räusperte sich jemand hinter mir und ich drehte mich herum und erstarrte, als ich Alec dort stehen sah. Ich hatte ihn nicht kommen hören, was mich angesichts der Tatsache, dass er ein Talent dafür hatte, sich an andere Leute heranzuschleichen, verflucht nochmal nicht überraschte. Steif und mit ernstem Gesichtsausdruck starrte er mich an. „Sir?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich muss dich unter vier Augen sprechen, Edward“, sagte er, sein Tonfall glich seiner Miene.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt?“, frage ich ungläubig. „Kann das nicht warten?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, kann es nicht“, sagte er schlicht, drehte sich dann um und ging davon. Zögernd sah ich Chelsea an, ehe ich sie an Jasper übergab und Alec durch den Bankettsaal folgte. Ich spannte mich an, als er den Barbereich ansteuerte, und hielt meine Augen auf den Boden gerichtet. Sobald ich nach ihm den Raum betreten hatte, klopfte mein Herz wie wild. Wir schlängelten uns durch die Menschenmassen nach hinten zu einer schlichten Metalltür, die er öffnete und mir bedeutete, sie vor ihm zu durchschreiten. Wissend, dass ich keine andere Wahl hatte, gehorchte ich und trat in das kleine Zimmer und sah mich neugierig um, als er das Neonlicht an der Decke einschaltete. Augenblicklich erkannte ich, dass dies ein Lagerraum war, an den Wänden standen mit Schnapsflaschen überfüllte Metallregale, und dutzende Kartons standen überall herum. An der Seite stand ein einfacher Holztisch, metallene Klappstühle waren gegen die Wand gelehnt worden, daneben befand sich ein kleiner Mülleimer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist, ähm, etwas nicht in Ordnung?“, fragte ich. Der Anblick des Alkohols machte mich nur noch nervöser, als ich es ohnehin schon war. Meine Haut prickelte und plötzlich wurde mir heiß, ich fing an zu schwitzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, antwortete er schlicht. Ich starrte ihn an, wartete darauf, dass er zu einer verdammten Erklärung ansetzte und mir sagte, warum wir hier waren, aber er gab kein weiteres Wort von sich. Er stand nur schweigend da und starrte mit ungeduldiger Miene auf seine Uhr. In meiner Panik dauerte es einen Moment, ehe mir dämmerte, dass wir auf jemanden warteten, und mit irritiert gerunzelter Stirn fragte ich mich, was zum Teufel so wichtig sein konnte, dass er mich an meinem Hochzeitstag damit aufhielt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwa eine Minute später öffnete sich die Tür und ich sah zwei mir bekannte Männer herein kommen. Es waren Alecs Unterboss und der Consigliere, ehemalige Capos, die er, nachdem er vor knapp zwei Jahren die Organisation übernommen hatte, befördert hatte. Sie waren die Mächtigsten der Cosa Nostra und waren die wohl gefährlichsten Flachwichser Chicagos, wenn nicht sogar des ganzen Landes. Wenn es zu seiner Führung kam, schiss Alec nicht herum, rekrutierte nur die stärksten, cleversten und gefährlichsten Männer in die höchsten Positionen. Er achtete darauf, dass sein Gebiet geschützt und sein Geschäft sicher war, verräterisches Verhalten tolerierte er von niemandem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab bestimmte Regeln, von denen er erwartete, dass sie stets befolgt wurden, und bei diesem Scheiß führte er eine Nulltoleranz-Politik. Jeder, der sich widersetzte, sah sich augenblicklich Konsequenzen gegenüber. Zu Beginn war die Zahl der Überläufer enorm gewesen, in der einen Woche traten die Männer ein, nur um in der nächsten zu verschwinden, wenn sie es nicht schafften, in der Reihe zu bleiben, doch nach einiger Zeit wurde es ruhiger, denn die Leute kapierten, dass sie keine andere Wahl hatten, als zu tun was er sagte. Er hatte die Organisation sozusagen zurück zu ihren Wurzen geführt, zurück zu der Zeit, wo erwartet wurde, dass man sich in der Öffentlichkeit wie ein anständiger, respektabler Gentleman benahm und das Monster nur nach Einbruch der Nacht herausließ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem Eid folgte er haargenau, bestrafte alle, die auch nur einen Teil davon missachteten. Jeder, der bewusst eine Frau oder ein Kind verletzte, wurde zu einem Sit Down einberufen. Das schloss auch den Besitz von Sklaven ein, der von Alec verboten worden war, sobald er die Macht übernommen hatte. Er schluckte keine der Ausreden, die ihm aufgetischt wurden, sagte, die ganze Situation wäre unnötig und brächte nur noch mehr Schwierigkeiten in unser Leben. Wenn man sich niemanden leisten konnte, der einem regelmäßig die Arbeit abnahm, dann musste man härter arbeiten und mehr Geld verdienen. Wenn man Bedenken hatte, jemanden in sein Haus zu lassen, weil er Geheimnisse entdecken könnte, dann war man zu gottverdammt auffällig. Jeder, der zu spät zu einem Treffen kam oder nicht pünktlich bezahlte, wurde zurechtgewiesen. Jeder, der dabei gesehen wurde, wie er mit einem unserer Rivalen oder der Polizei zusammen war, wurde zu einem Sit Down gerufen, um zu erklären, was zur Hölle das sollte. Fuck, jeder, der dabei erwischt wurde die Frau eines anderen zu vögeln, wurde zu einem Sit Down gerufen. Alles, was ihm als fragwürdiges Verhalten erschien, ganz egal, was zum Teufel es war, endete in einem Sit Down.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und als ich hier in diesem Lagerraum stand und die Männer anstarrte, die mein Leben kontrollierten, fühlte es sich wie ein abgefucktes Sit Down an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nervös fing ich an zu stottern, sagte ihnen, ich hatte verdammt noch mal nicht tun wollen, was auch immer es war, das sie mir vorwerfen würden, doch Alec hob seine Hand und brachte mich zum Schweigen. Er griff in seinen Mantel und holte seine Knarre heraus, meine Gedanken rasten, als ich versuchte herauszufinden, was zur Hölle ich wohl falsch gemacht haben konnte. Alec ging zum Tisch und legte die Kanone darauf ab, dann griff er abermals in seinen Mantel und holte ein kleines Taschenmesser heraus. Langsam klappte er es auf und mit gerunzelter Stirn sah ich zu, wie er es neben der Knarre auf den Tisch legte. Irritiert sah ich die Waffen an, hatte keine Ahnung, was gerade geschah, denn so begann immer das Einführungsritual. Ich hatte mein eigenes durchlebt und einigen anderen beigewohnt, also war mir der Vorgang gut vertraut, aber ich hatte keinen Schimmer, warum er dies hier machte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec nickte dem Consigliere zu, bedeutete ihm, dass es an der Zeit war anzufangen, doch dann räusperte der Mann sich. „Edward Cullen“, verkündete er mit erwartungsvollem Blick meinen Namen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir.“ Meine Stimme zitterte, egal, wie sehr ich mich bemühte sie ruhig zu halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist jetzt verheiratet“, sagte er das Offensichtliche aussprechend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Liebst du deine Frau?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wäre ihr Leben in Gefahr, würdest du das deine opfern, um sie zu retten?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Selbstverständlich“, erwiderte ich und fragte mich, worauf zur Hölle er mir seiner Fragerei hinaus wollte. „Das habe ich und würde es wieder tun.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vertraust du ihr?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vollkommen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er wandte sich ab und nickte Alec zu, der mir anzeigte, ich solle zu ihm an den Tisch kommen. „Cu è surdu, orbu e taci, campa cent'anni 'mpaci“, bekundete er, sobald ich neben ihm zum Stehen kam. „Es ist kein Club, dem wir angehören. Es ist ein Geheimbund... geheim ist das Schlüsselwort. La Cosa Nostra, diese unsere Sache, ist eine Lebensordnung. Es gibt nur einen Weg hinein und auf diesem bist du heute in diesen Raum gekommen – du hast ihn bereitwillig betreten. Aber genauso gibt es nur einen Weg hinaus, und zwar auf einer Bahre. Du hast den Schwur bereits geleistet, du kennst die Regeln und du kennst auch die Konsequenzen für das Brechen der Regeln. Plauderst du unsere Geheimnisse aus, stirbst du. Punkt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er legte eine Pause ein und ich nickte, damit er wusste, dass ich ihm Gehör schenkte, auch wenn mir immer noch nicht klar war, was zur Hölle hier vor sich ging. Mir war schwindelig, mein Hals brannte und mein Magen spielte verrückt, weswegen es mir schwer fiel stillzustehen. Ich gab mir Mühe nicht zu zappeln, wollte nicht nervös erscheinen, obwohl diese Flachwichser nicht blöd waren... wie wussten, dass ich eine Scheißangst hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jeder, der sich wegen eines anderen hilfesuchend an die Polizei wendet, ist entweder ein Idiot oder ein Feigling. Ein Mann, der sich ohne den Schutz anderer nicht selbst helfen kann, ist beides. Es ist ein Zeichen von Schwäche und du zeigst deine Schwachstellen niemals. Du lässt sie niemals glauben, sie könnten dir eins auswischen. Du schlägst deine eigenen Schlachten; du erwartest nicht, dass ein anderer deine Probleme löst. Wir führen dich nicht ein, damit wir dich beschützen können, wir führen dich ein, weil wir glauben, dass du dich selbst beschützen kannst und die La Cosa Nostra beschützen wirst. Verstehst du das?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Isabella kennt unsere Geheimnisse. Sie hat unsere Gesichter gesehen und unsere Stimmen gehört. Sie kennt unsere Namen. Sie hat Dinge gesehen, die sie nicht hätte sehen sollen. Diese eine Frau kann die gesamte Organisation ins Wanken bringen, kann zerstören, war wir alle geschworen haben, mit unserem Leben zu beschützen, und doch vertraust du ihr, dass sie dies nicht tun wird. Ist das richtig?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Würdest du bei deinem Leben darauf schwören? Würdest du beschwören, dass sie keine Gefahr für uns ist, dass unsere Geheimnisse bei ihr sicher sind?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das würde ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du bereit für Isabella zu bürgen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln, als mir klar wurde, was verflucht er mich gerade fragte, und Erleichterung durchfloss mich. Beim Wort „bürgen“ entspannte ich mich zusehends.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Absolut“, erwiderte ich nickend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec nahm das Messer wieder vom Tisch und bedeutete mir, ihm meine rechte Hand zu geben. „Sprich mir nach... Ich, Edward Cullen, übernehme die Verantwortung für Isabella Marie Swan. Ich schwöre...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Cullen“, stellte ich richtig, unterbrach ihn, ohne nachzudenken. Seine Augen zogen sich zusammen und wieder spannte ich mich an, denn mir wurde klar, dass ich dies verdammt nochmal nicht hätte tun sollen. „Entschuldigung, Sir. Es ist nur, sie ist jetzt eine Cullen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das nehme ich wohl an. Cullen also“, sagte er scharf. Offensichtlich war er nicht erfreut, dass ich ungefragt gesprochen hatte. „Ich schwöre, dass sie die Omertà ehren wird und werde den Eid heute noch einmal für sie ablegen, weil sie es nicht kann, und für ihre Loyalität und ihr Schweigen garantieren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wiederholte die Worte, er packte meine Hand und drehte die Handfläche nach oben. „Heute wirst du dein Blut für sie vergießen, um deine Verpflichtung zu besiegeln, und du weißt, sollte sie uns jemals verraten, wird auch dein restliches Blut vergossen werden. Du und sie, ihr sitzt im selben Boot. Verrät sie unsere Geheimnisse, stirbst du. Punkt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er nahm das Messer und zog es diagonal über meine Handfläche, was mich aufheulen ließ. Sofort begann das Blut aus dem Schnitt zu rinnen. Er ballte meine Hand zu einer Faust und drückte fest zu. Dadurch schmerzte die Wunde nur noch mehr, sengende Schmerzen rasten durch meine Hand hinauf in meinen Arm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dieses Treffen ist vorbei und hat nie stattgefunden“, sagte der Unterboss hinter Alec. Alec nickte zustimmend, woraufhin der Consigliere und der Unterboss die Tür öffneten, geschwind hinaus gingen und so schnell verschwanden, wie sie gekommen waren. Alec nahm einen kleinen weißen Lappen vom Regal und reichte ihn mir mit den Worten, ich solle ihn auf die Wunde drücken. Ich quetschte den Lappen in meine Hand und er machte sich auf den Weg zur Tür, blieb aber mit der Hand auf dem Knauf zögernd stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Als du mich gebeten hast, sie bei der Hochzeit zu dir zu führen, habe ich nicht nur zugestimmt, sie zum Altar zu geleiten“, sagte er und warf mir einen schnellen Blick zu. „Meinen Glückwunsch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behutsam bewegten sich meine Finger über die Tasten des Klaviers, leise Musik hallte durch das Zimmer. Es war eine bekannte Melodie, ein Lied, das ich auswendig konnte – Clair de Lune von Debussy. Seit ungefähr einem Jahrzehnt hatte ich das verdammte Lied nicht mehr gespielt, doch als ich hier in dem halbdunklen Zimmer saß und aus dem Fenster sah, von dem aus man die Stadt überblicken konnte, verspürte ich das plötzliche Verlangen es zu hören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Augenwinkel erhaschte ich eine Bewegung und sah mich um, meine Finger gerieten ins Stocken, als mein Blick auf Isabella fiel. Sie stand in der Lobby, hielt sich noch immer in der Nähe der Schlafzimmertür auf, durch die sie gerade gekommen war. Sie trug einen kurzen schwarzen Seidenmorgenmantel, der um die Taille zusammenbunden war, und schwarze Strümpfe bedeckten ihre Beine. Unter dem Mantel konnte ich einen Hauch des Strumpfhalters erkennen, an dem sie befestigt waren und stöhnte auf, der Anblick ließ meinen Schwanz unverzüglich hart werden. Ihr Haar war von dem Bad, das sie gerade genommen hatte, immer noch feucht und hing in losen Wellen herab, alle Spuren des Hochzeits-Makeups waren verschwunden. Sie war vollkommen natürlich und so gottverdammt schön, brauchte den ganzen anderen Scheiß nicht, um mich anzumachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hör nicht auf zu spielen“, sagte sie leise mit einem Anflug Nervosität in ihrer Stimme. Ich lächelte beruhigend und sah wieder auf die Klaviertasten, fing das Lied von vorn an, währenddessen sie ein paar Schritte in meine Richtung kam. Am Fenster blieb sie stehen und starrte hinaus, ihre Hand war an das Glas gedrückt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es hat angefangen zu regnen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du, Italiener glauben, dass es Glück bringt, wenn es am Hochzeitstag regnet“, sagte ich. „Sposa bagnata, sposa fortunata. Eine nasse Braut ist eine glückliche Braut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Interessant“, sagte sie. „So wie du den Sonntag für unsere Hochzeit ausgesucht hast, weil es der glücklichste Tag der Woche sein soll?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sowas in der Art“, erwiderte ich. Vielleicht war ich zu einem abergläubischen Idioten geworden, aber ich wusste schon immer, Vorsicht war besser als Nachsicht. Bei dem Leben, das wir lebten, brauchten wir all das gottverdammte Glück, das wir bekommen konnten, und wenn es half, einen bestimmten Tag für die Hochzeit auszusuchen oder für einen Sturm zu beten, dann war ich nicht zu stolz es zu versuchen. Jedenfalls konnte es verdammt nochmal nicht schaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, zu schade, dass wir heute nicht nass geworden sind“, sagte sie geistesabwesend. Vor Lachen vertat ich mich bei ein paar Noten und sie sah mich irritiert an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Keine Sorge, tesoro, unser Hochzeitstag ist noch nicht vorbei“, sagte ich. „Ich habe vor, dich noch oft nass zu machen, bevor die Nacht zu Ende ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Augenrollend drehte sie sich wieder zum Fenster, damit ich ihre Röte nicht sehen konnte. „Ich komme einfach nicht darüber hinweg, wie wunderschön es hier ist“, murmelte sie. Wir waren im Peninsula Hotel in der Peninsula Suite mit Blick über den Lake Michigan. Es war beschissen teuer, aber es war auch das Beste des Besten und Isabella verdiente auf jeden Fall nur das Allerbeste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nicht so wunderschön wie du“, entgegnete ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So ein Charmeur“, meinte sie spielerisch. „In welcher Etage sind wir überhaupt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„In der Achtzehnten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ersthaft?“, fragte sie lachend. „Haben wir einen Balkon?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Öhm, yeah“, erwiderte ich, ohne einen Schimmer zu haben, warum sie mich das fragte, denn schließlich regnete es. „Genaugenommen ist es eine offene Terrasse mit Whirlpool.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wow, also haben wir einen Whirlpool auf unserem 18th Floor Balcony im achtzehnten Stock?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir dämmerte, was sie gesagt hatte, und ich gluckste - 18th Floor Balcony. „An diesen Scheiß habe ich nicht mal gedacht, als ich das Zimmer gebucht habe. Auf dieser Etage sind die besten Suiten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es passt“, erwiderte sie und kam auf mich zu. Ich spielte weiter und sah aus dem Augenwinkel, wie sie neben der Klavierbank stehen blieb. Langsam löste sie das Band, das ihren Morgenmantel zusammenhielt, und als sie den Stoff zu Boden gleiten ließ, warf ich ihr einen verblüfften Blick zu. Abermals kam die Musik ins Stocken, denn ich starrte sie an, sah das schwarze durchsichtige Tanktop und den dazu passenden String an ihr, keins von beiden ließ noch viel Platz für Fantasie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht, dass ich beschissene Fantasie brauchte... ich hatte mir jeden Zentimeter ihres Körpers eingeprägt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fuck“, keuchte ich und schob die Bank ein Stück zurück, da sie sich zwischen mich und das Klavier quetschte. Ich schlang meine Arme um ihre Taille, sie kletterte auf meine Schoß und umfing mich mit ihren Beinen, sodass sie nun gegrätscht auf mir saß. Mit ihren Händen fuhr sie durch meine Haare, dann neigte sie sich für einen Kuss nach vorn. Ihre Augen schlossen sich, als sie ihre Lippen auf meine drückte. Sie fest umschlingend erwiderte ich ihren Kuss, ihre Lippen waren so weich und verdammt süß wie Erdbeeren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam wanderte ich mit meinen Händen ihren Rücken hinauf und sie schauderte, ihr Körper bebte unter meinen Berührungen. Ihr Atem kam stoßweise, schon jetzt war sie verflucht angetörnt, wand sich auf meinem Schoß und rieb sich an mir. Ich stöhnte, und mit jeder Bewegung ihrer Hüften wurde mein Schwanz noch härter, sehnte sich nach etwas gottverdammter Aufmerksamkeit und fing an in meiner Hose zu pulsieren. Durch den hauchdünnen Stoff ihrer Kleidung konnte ich ihre Wärme spüren, was nicht sonderlich dabei half ruhig zu bleiben. Ein Teil von mir schrie danach, mich genau jetzt in diesem verdammten Moment in sie zu versenken. Ich versuchte, dies zu ignorieren, schob diese Gedanken so gut ich konnte beiseite, um mich ganz auf sie konzentrieren zu können. Es ging um sie, nicht um mich. Sie bedeutete mir gottverdammt alles und das wollte ich ihr auch zeigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sollte wissen, wie sehr ich sie verehrte, sie sollte fühlen, wie sehr ich sie verflucht nochmal liebte. Sie hatte sich mir bereitwillig vollkommen hingegeben... nicht weil ich alles war, das sie kannte, sondern weil ich alles war, das sie wollte. Von jedem gottverdammten Ort, zu dem sie hätte gehen, und von jedem, mit dem sie hätte zusammen sein können, hatte sie entschieden, mit mir zusammen zu sein, dort zu sein, wo ich war. Das bedeutete mir mehr, als ich jemals ausdrücken konnte, aber ich würde alles in meiner Macht stehende tun, um ihr zu beweisen, dass sie, indem sie mir diese Chance gab, es nicht verschissen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie fest in den Armen haltend erhob ich mich und sie schrie überrascht auf, als ich ihren Hintern auf dem Klavier absetzte. Ihre Füße landeten auf den Tasten und ließen zufällige Noten im Raum erklingen. Sie musterte mich achtsam, wie ich zwischen ihren Beinen stand, meine Hände auf ihre Knie legte und dann langsam über die Innenseiten ihrer Schenkel strich. Stöhnend warf sie den Kopf zurück, stützte sich rückwärts auf ihre Ellbogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„La mia bella ragazza“, hauchte ich und fuhr mit meinen Händen wieder an ihren Schenkeln herab. Als nächstes öffnete ich die Clips ihres Strumpfhalters und zog langsam ihre Strümpfe nach unten. „Nein, streich den Scheiß. Das ist falsch. La mia bella donna. Du bist jetzt eine Frau, tesoro.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Worte brachten sie zum Lächeln und sie entspannte sich, schloss ihre Augen und summte zufrieden. Ich zog ihr die Strümpfe ganz aus und ließ sie auf den Boden fallen, dann fuhr ich langsam mit einen Händen wieder ihr Beine hinauf, begann bei ihren Zehen und arbeitete mich bis ganz nach oben. Für eine Weile setzte ich diese Bewegung fort, liebkoste einfach ihre Haut, ehe ich meine Finger unter ihr Höschen gleiten ließ und daran zog. Sie hob ihre Hüften gerade genug, damit ich es nach unten ziehen konnte, warf auch dies auf den Boden und widmete mich wieder ihren Beinen. Sie stöhnte, mein Reizen machte sie verrückt vor Erwartung, aber ich hatte keine Eile und plante, jede gottverdammte Sekunde zu genießen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem Moment strich ich über ihre Pussy, schmunzelnd bemerkte ich, wie feucht sie war. „Ich hab dir ja gesagt, du würdest nass werden“, sagte ich spielerisch und streichelte abermals ihre Beine. Sie stöhnte, als ich sie auseinander drückte und mich nach vorn neigte, mit meiner Nase über die Innenseite ihres Schenkels fuhr und zarte Küsse auf ihre Haut drückte. Sobald ich ihre Pussy erreichte, krallte sie ihre Hände in meine Haare und zog mein Gesicht noch näher an sich heran.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bitte“, wimmerte sie. Ein lautes Keuchen entwich ihr, als ich mit meiner Zunge sanft ihre Klit umkreiste. Mit zwei Fingern drang ich in sie sein und fing an, in sie zu stoßen, während ich jeden Zentimeter von ihr mit der Zunge liebkoste und das einzigartige Aroma schmeckte, das meine Bella war. Noch nie zuvor hatte ich eine andere Pussy gekostet, und würde das auch niemals, da war ich mir absolut sicher. Aber ich wagte zu behaupten, dass keine gottverdammt andere davon auch nur im entferntesten so gut schmecken würde wie ihre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gott, ja“, stöhnte sie, bog ihren Rücken durch und drückte mich fester an sich, als ich anfing, an ihrer Klit zu saugen. Ich konnte nicht anders, als stolz darauf sein, wie verdammt energisch sie manchmal sein konnte. Was ihren Körper und ihre Bedürfnisse betraf, war sie absolut nicht schüchtern. Seit jenen Tagen in Forks, wo sie immer noch versucht hatte herauszufinden, wer sie wirklich war, hatten wir einen weiten Weg zurückgelegt. Nun wusste sie es und sie hatte keine Angst es zu zeigen. Für mich gab es nichts, das sexier war als ihr Selbstvertrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich beschleunigte meine Bewegungen und krümmte meine Finger, versuchte ihren G-Punkt zu finden. Sobald ihre Beine anfingen zu beben, wusste ich, ich hatte ihn gefunden, also stieß ich meine Finger schneller in sie hinein und drückte meinen Mund fester auf sie. Meine Zunge attackierte ihre Klit und sie schrie auf und ihr Körper spannte sich an, als sie ihrem Orgasmus schnell näher kam. Sie packte meine Haare so fest, dass ich zusammenzuckte und mir sicher war, dass sie sie mir händeweise ausriss, während sie lustvoll explodierte. „Oh Gott, Edward“, schrie sie, hob ihre Hüften vom Klavier und bäumte sich auf. Ihre Füße krachten auf die Tasten, laut kreischende Klänge mischten sich unter ihre Schreie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich machte weiter, bis sich ihr Körper wieder lockerte, die Anspannung von ihr wich und sie fast augenblicklich ihre Fäuste aus meinen Haaren löste. Ich nahm meine Lippen von ihrer Pussy und küsste wieder ihre Schenkel, setzte meine Fingerbewegungen in ihr langsam fort. Nach einer Weile wimmerte sie und ich erstarrte, denn sie fing an zu zittern und ich stand kurz vor einer Panikattacke. Ich dachte, sie würde weinen, war aber verblüfft, als stattdessen Lachen erklang, das durch den stillen Raum hallte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was zur Hölle ist so lustig, tesoro?“, fragte ich, zog meine Finger aus ihr und streichelte erneut ihre Beine. Mein Ego wurde bei diesem Geräusch beinahe zerschmettert, denn Lachen war das Letzte, was meine Leckkünste hervorrufen sollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Pretty Woman“, erwiderte sie immer noch lachend und richtete sich auf, um mich anzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was?“, fragte ich mir vor Verwirrung gerunzelter Stirn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Pretty Woman“, wiederholte sie lächelnd. „Du weißt schon, der Film. Das erinnert mich an eine Szene, in der die Figur, gespielt von Richard Gere, in der Hotellobby Klavier spielt und...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt warte mal eine gottverdammte Minute. Ich mache das, und du liegst da und denkst an einen beschissenen Film?“, fragte ich ungläubig. Verlegen lächelnd zuckte sie mit den Schultern und ich stöhnte frustriert. Ich umfasste ihre Hüften, hob sie vom Klavier und stellte sie schnell wieder auf ihre Füße. „Komm.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich griff nach ihrer Hand und zog sie durch die Lobby. „Was ist bloß in dich gefahren?“, fragte sie erstaunt, wehrte sich aber nicht gegen mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich denke mal, die wahre Frage ist, was in dich gefahren ist“, antwortete ich, „und die Antwort auf die Frage ist: ich. Keine Frau denkt an einen scheiß Kitschfilm wie Pretty Woman, nachdem ich sie zum Höhepunkt gebracht habe. Dieser Scheiß ist unakzeptabel. Ich muss das korrigieren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg ins Schlafzimmer lachte sie, und dort angekommen schwang ich sie herum und zog sie an mich. Ich griff nach dem Saum ihres Tanktops und riss es ihr schnell vom Körper, ließ es zu unseren Füßen auf den Boden fallen. Während ich mein Hemd aufknöpfte und es zur Seite warf, öffnete sie ihren Strumpfhalter. Dann schlüpfte ich aus meinen Schuhen und sie begann an meinem Gürtel herumzufummeln, währenddessen zupfte mein Mund an der weichen Haut ihres Halses. Sobald sie meine Hose geöffnet hatte, zog sie sie zusammen mit meiner Boxer herunter. Ich streifte beides ab, schmiegte mich an sie und führte sie zum Bett, meine Lippen liebkosten jetzt ihre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie kletterte auf das Bett, ich beugte mich über sie und spreizte ihre Beine weit genug, um mich zwischen ihnen niederzulassen. Meine Hände fuhren über ihren Körper und ich spürte die Gänsehaut, die sich auf ihrer Haut ausbreitete, ihr Atem kam stoßweise, als meine Fingerspitzen ihre Brüste liebkosten. Ich rollte ihre Nippel zwischen meinen Fingern und zog an ihnen, was sie in meinen Mund stöhnen ließ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinen Kopf nach unten gebeugt nahm ich einen Nippel in meinen Mund und biss zart zu, meine Hände erforschten weiter ihren Körper. Sobald sie sich unter mir krümmte, nahm ich meinen Schwanz in die Hand und machte mich vor ihrem Eingang bereit. Ich wimmerte, denn meine Hand tat da, wo Alec mich geschnitten hatte, noch höllisch weh, aber ich ignorierte die Schmerzen, um Isabella nicht zu alarmieren. Ich hatte ihr erzählt, ich hätte mich an irgendeinem Glas geschnitten, aber da sie mir gedankt hatte, als sie meine Wunde mit Peroxid reinigte, war ich mir ziemlich sicher, dass sie es besser wusste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schob mich ein Stück in sie, nur so viel, dass meine Spitze hineinglitt, und meinen Namen wimmernd schlang sie ihre Arme um mich. „Willst du es, Baby?“, fragte ich leise und verteilte zarte Küsse über ihr Gesicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte sie atemlos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sag's mir“, sagte ich und küsste mich an ihrer Kieferlinie entlang, bis ich ihr Ohr erreichte. „Sag mir, dass du mich willst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich will dich“, sagte sie. „So sehr.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sag mir, dass du mich liebst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich liebe dich“, sagte ich, während ich mit der Zunge über ihr Ohrläppchen fuhr. „Mehr als alles andere.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sag mir, wem du gehörst“, wisperte ich in ihr Ohr und brachte sie zum Schaudern, als mein Atem sie traf. Sie stöhnte laut und klammerte sich noch enger an mich, ihre Fingernägel gruben sich in die Haut auf meinem Rücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mir“, antwortete sie, in ihrer Stimme war absolut kein Zögern zu hören. Sie sprach voller Selbstbewusstsein, musste über diese gottverdammte Frage nicht einmal nachdenken. „Ich gehöre niemanden, außer mir selbst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist mein Mädchen“, sagte ich grinsend. Ihre Schreie hallten durch das Zimmer, als ich mich ganz in sie schob und mit einer Bewegung füllte. Ich begann langsam und bedächtig, aber es dauerte nicht lange, bis die Lust zwischen uns mich vorwärts stieß. Mein Tempo steigerte sich, meine Stöße wurden mit jeder vergehenden Minute schneller und heftiger. Ihre Pussy war warm und feucht und presste sich eng um meinen Schwanz. Sie war wie für mich gemacht, so geformt, dass wir perfekt zusammenpassten, und es war perfekt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Perfekter, als jedes gottverdammte Ding, das ich vorher gefühlt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du fühlst dich so gut an“, sagte sie, ihr Atem kam stoßweise. Sie fuhr mit ihren Händen über meinen Rücken, ihre Nägel kratzten zart über meine Haut, bevor sie auf meinem Hintern innehielten. Sie umfasste meine Arschbacken und drückte zu, ich zog ihre Knie höher und spreizte ihre Beine weiter. Die leichte Veränderung der Position ließ mich tiefer in sie stoßen, und in dem Wissen, dass sie genau das wollte, begann ich härter in sie zu hämmern. Auch wenn sie es nicht immer aussprach, kannte ich ihre Signale und konnte immer ganz genau sagen, wie sie es wollte. Stöhnend warf sie ihren Kopf zurück und ich küsste ihren Hals, strich mit meiner Zunge über ihr Schlüsselbein. „Mehr.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich versuchte noch tiefer zu kommen, aber das war in dieser Stellung unmöglich, also zog ich mich schnell aus ihr zurück und griff nach ihren Beinen. Ich legte sie über meine Schultern, hob dabei ihren Arsch hoch und legte mich wieder auf sie. Hart in sie stoßend presste ich meine Lippen auf ihre, füllte sie so tief ich nur konnte und sie stieß einen lusterfüllten Schrei aus. „Gott, ja, genau so“, schrie sie in meinen Mund, ihre Worte waren ein einziges Durcheinander, weil unsere Zungen sich immer wieder miteinander verschlangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Regen draußen wurde stärker, während ich mich in sie rammte, Donnerschläge rüttelten an den Fenstern. Stoßweise erhellten die Blitze das Zimmer, beleuchteten ihren blassen Körper in der Dunkelheit. Ihre Augen waren geschlossen und sie biss sich auf ihre Unterlippe, versuchte ihre Schreie zu unterdrücken, aber auch gegen ihren Willen entflohen sie ihrer Kehle. Ich hämmerte so verdammt hart in sie, dass es es kein Wunder gewesen wäre, wenn ich ihr die Hüfte ausgerenkt hätte. Mit Sicherheit würde sie blaue Flecken bekommen. Ich bemerkte, dass sie bald wieder kommen würde, ein weiterer Orgasmus baute sich schnell in ihr auf. Ich begann ihre Klit zu reiben und stieß weiter in sie, wollte fühlen, wie sie kam. Ihr Körper spannte sich an und sie schloss fest ihre Augen, ihr Gesicht verzog sich voller Lust, als sie ihr nächster Höhepunkt überkam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Aufschrei klammerte sie sich noch fester an mich und ich stöhnte laut, als ich spürte, wie die Wände ihrer Pussy um mich herum pulsierten. Ich behielt meine Geschwindigkeit bei, als die Lust durch ihren Körper schoss, aber sobald sie ihre Umklammerung löste, verlangsamte ich meine Bewegungen wieder. Dann richtete ich mich auf und ließ ihre Beine aufs Bett sinken, ehe ich mich vorsichtig auf sie legte, ich wollte die Wärme ihres Körpers wieder unter meinem spüren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre Augen öffnend starrte sie zu mir hoch, ihre Wangen waren gerötet und ihre Haut von einem feinen Schweißfilm überzogen. Ihre Händen fuhren zart über meinen Rücken, bevor sie über meine Haare strich, und ich stieß weiter in sie, jeder Stoß nun wieder bedächtig. Wir starrten einander in die Augen, während wir uns liebten, meine Hände liebkosten ihren Körper. „Ti amo”, flüsterte ich und drückte einen sanften Kuss auf ihre Lippen. „Non posso immaginare di non averti nella mia vita, lo combatterò ogni giorno per essere I'uomo di vostri sogni."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wusste, sie verstand nur einen Teil davon, aber das spielte keine Rolle, denn sie hatte das Gefühl dahinter erkannt... Ich liebte sie, verdammt noch mal. Ihre Lippen noch einmal küssend, fühlte ich den Druck in mir rasch ansteigen, ich wusste, ich würde jeden Moment kommen. Stöhnend beschleunigte ich meine Stöße wieder ein wenig und ihre Finger fuhren weiter durch meine Haare, was Schauer über meinen Rücken jagte. „Fuck, ich komme gleich“, keuchte ich und spürte, wie es in mir zu prickeln begann. Nach ein paar weiteren Stößen übermannte mich mein Orgasmus und ich stöhnte, als mein Schwanz zu pulsieren begann und die Lust mich überflutete. Ich presste meine Lippen auf ihre und küsste sie leidenschaftlich, während ich mich in ihr verströmte. Meine Arme eng um sie geschlungen lag ich nach einem Moment still auf ihr, das Zimmer wurde nur noch vom Geräusch des strömenden Regens und des grollenden Donners erfüllt. Ich konnte das Heben und Senken ihrer Brust fühlen, mit noch immer wie wild schlagendem Herzen klammerte sie sich an mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zischend zog ich mich aus ihr zurück, vermisste sofort in ihrer Pussy zu sein. Mit meiner Hand fuhr ich durch meine schweißnassen Haare, legte ich mich stöhnend neben sie auf das Bett und zog sie in meine Arme. Sie schmiegte sich an meinen Hals und  schob ihr Bein über mich, ihre Hand streichelte den Haarstreifen auf meinem Bauch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Weile lachte sie und ich schloss seufzend meine Augen. „Bitte, sage mir, dass du nicht wieder an Pretty Woman denkst, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Genau genommen tue ich das“, sagte sie amüsiert, nicht eine Spur Scham in ihrer Stimme. Sie würde eines Tages mein verdammtes Todesurteil sein. „Ich habe nur gerade gedacht, dass der Typ aus Pretty Woman keine Konkurrenz für dich ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na gut“, erwiderte ich grinsend und drückte einen Kuss auf ihren Kopf. „Ich lass dir den Scheiß dann mal durchgehen. Dieses Mal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dieses Mal?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, dieses Mal“, schwor ich ihr. „Denn in ungefähr fünf Minuten starten wir die nächste Runde und ich habe nicht vor aufzuhören, bis du dich nicht einmal mehr daran erinnerst, dass dieses Arschloch überhaupt existiert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*******&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du dir wegen der Scheiße wirklich sicher, Bella?“, fragte ich und sah sie skeptisch an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, bin ich“, sagte sie hartnäckig nickend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du weißt, sobald du das getan hast, kannst du es nicht wieder zurücknehmen“, sagte ich und fragte mich, ob ihr wirklich klar war, was zum Teufel sie da tun wollte. Theoretisch schien es so einfach zu sein und ich verstand ihre Beweggründe, aber es verdammt noch mal wirklich zu tun, war eine ganz andere Sache.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß das“, erwiderte sie und sah mich an, als sei ich bescheuert, obwohl ich langsam zu denken anfing, dass es genau anders herum war. „Und warum sollte ich es denn zurücknehmen wollen? Ich habe dir doch gesagt, ich bin mir sicher.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fein“, sagte ich achselzuckend. Ich hatte mir wirklich alle Mühe gegeben es ihr auszureden, aber sie hatte in ihrer Entscheidung nicht gewankt. Ich würde es ihr auch nicht verbieten, denn es war ihr Leben und sie konnte machen, was sie wollte, aber war ich mir definitiv nicht so sicher, wie sie es war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß nicht, warum du dich deswegen so anstellst“, sagte sie kopfschüttelnd. „Ich meine, eigentlich war das deine Idee.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist verrückt“, sagte ich. Dessen war ich mir nun sicher... sie hatte ihren verdammten Verstand verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bin ich nicht“, sagte sie nachdrücklich. „Du hast mir vor langer Zeit mal gesagt, dass ich es tun könnte, wenn ich es wollte, und ich habe mich entschieden, dass ich es jetzt will.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frustriert seufzte ich, wusste verdammt genau, dass sie Recht hatte, aber ich hatte nicht wirklich erwartet, dass sie auf mich hören würde. „Nun gut. Wenn es das ist, was du wirklich willst, dann machen wir es“, sagte ich und fuhr mir nervös mit einer Hand durch die Haare. „Himmel, ist das heiß hier draußen. Anfang September, verdammt noch mal, und ich schwitze mir die Eier ab.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie lachte amüsiert, aber ich sah nichts Lustiges an dem, was ich gesagt hatte. Alec hatte mir zwei Wochen frei gegeben, sodass Isabella und ich einige Zeit zusammen verbringen konnten. Ich hatte ihr gesagt, sie könne sich jeden Ort der Welt aussuchen und ich würde mit ihr unsere Hochzeitsreise dorthin machen, damit sie alles bekam, was sie wollte. Ich schlug Hawaii vor, dachte, wir könnten mal in die beschissenen Tropen fahren, oder nach Italien, damit ich ihr die alte Kultur und andere Sachen zeigen konnte, aber sie wählte den letzten gottverdammten Ort, den ich von ihr erwartet hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hölle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Okay, es war vielleicht nicht die richtige Hölle, aber es war so nahe dran, wie es nur möglich war, und sicher wie Scheiße fühlte es sich so an. Die Sonne briet uns und sogar mit meiner Sonnenbrille auf der Nase musste ich blinzeln, um etwas zu sehen. Die Luft war heiß und staubig und so trocken, dass sie in meiner Lunge brannte, wenn ich tief Luft holte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yeah, von allen gottverdammten Orten auf der Erde, hatte sie mich gebeten, sie nach Phoenix zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du, ich habe deiner Mutter versprochen, dich niemals hierher zurückzubringen“, sagte ich und runzelte die Stirn, als ich mich an unsere Unterhaltung erinnerte, kurz bevor sie sich das Leben genommen hatte. Sie hatte mich gebeten, Isabella von diesem Ort fernzuhalten, und mit dem Gedanken, dass wir nie einen verdammten Grund haben würden zurückzukehren, hatte ich es ihr geschworen. Offensichtlich hatte ich mich geirrt, aber versprochen war versprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich bin mir sicher, meine Mom würde es verstehen“, sagte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist dir wegen einer ganzen Menge Scheiß sicher, oder?“, murmelte ich und schob meine Ärmel hoch. „Fuck, ich brauche was zu trinken.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie warf mir einen ungläubigen Blick zu und stöhnend schüttelte ich meinen Kopf. „Wasser, Bella. Ich meine Wasser. Du weißt, verdammtes H2O?“, sagte ich und malte Gänsefüßchen in der Luft. „Ich trockne hier aus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie verdrehte ihre Augen. „Ich erinnere mich nicht, dass du beim letzten Mal, als wir hier waren, so viel gejammert hast“, sagte sie. „Wenn du so durstig bist... ich habe eine Flasche Wasser im Auto.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie deutete mir an, ich sollte sie mir holen, und ich drehte mich um und ging die paar Schritte zu dem silbernen Volvo-Cabrio hinüber, den wir in der Nähe abgestellt hatten. Es war nicht mein beschissener Volvo, denn Alec hatte zugegeben, das Scheißteil in Kalifornien zerstört zu haben, aber es war so nahe dran wie nur möglich. Es war ein neueres Modell, eins von 2010, das wir für diese Fahrt gemietet hatten, nachdem wir in Arizona gelandet waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fluchend riss ich die Tür auf, das Metall brannte auf meiner verdammten Hand, so hatte es sich von der Sonne aufgeheizt. Ich kämpfte gegen den Drang an, der verfluchten Karre einen Tritt zu verpassen, schaute mich statt dessen drinnen nach der Wasserflasche um und zuckte zusammen, als ich sie an meine Lippen setzte. Das Wasser war pisswarm und tat nichts, um meinen Durst zu löschen, was mich nur noch mehr ärgerte. Ich schaute zu Isabella hinüber und wollte gerade etwas sagen, denn es wäre verdammt noch mal nicht ich, wenn ich nicht über jedes gottverdammte Ding jammern würde, schwieg aber, als ich sah, was sie gerade tat. Sie hatte sich irgendwann von dem Fleck wegbewegt, auf dem sie die letzten zwanzig Minuten zugebracht hatte, und stand nun auf der Veranda des großen Farmhauses und starrte auf die Haustür. Ich legte die Wasserflasche ins Auto zurück und schlenderte dann zum Haus, um ihr auf der Veranda Gesellschaft zu leisten. „Möchtest du reingehen?“, fragte ich neugierig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, sagte sie schnell, ihr Ton klang entschieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum nicht?“, fragte ich und hob fragend eine Braue. „Ich meine, alles, was drinnen steht, gehört dir. Vielleicht möchtest du etwas mitnehmen...?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich bin mir völlig sicher“, sagte sie mich unterbrechend. „Ich will nichts davon.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na dann“, erwiderte ich achselzuckend. Wir standen noch einen Moment schweigend da, dann griff sie in ihre Tasche und holte eine Schachtel Streichhölzer heraus, die sie aus dem Hotel, in dem wir wohnten, mitgenommen hatte. Sie öffnete die Schachtel, zündete ein Streichholz an und warf es vor ihre Füße auf die Veranda. Obwohl ich es versuchte, konnte ich mein Lachen nicht zurückhalten und sah grinsend zu, wie das verdammte Ding einfach ausbrannte. Ich hatte Recht gehabt... Sie wusste wirklich nicht, was zum Teufel sie gerade tat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie zündete ein weiteres Streichholz an und warf es neben das erste, aber auch das erlosch schnell. Mit ärgerlich verzogener Stirn blitzte sie mich an, als ich wieder lachte. „Bella, du kannst so ein verdammtes Streichholz nicht einfach nur hinwerfen“, sagte ich. Sie wirkte frustriert und sah mich an, als wolle sie mir meinen verfluchten Kopf abbeißen. „Du brauchst mehr als das, um diesen Riesenkasten abzubrennen, einen Brandbeschleuniger oder sowas.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Einen was?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Etwas Brenn- oder Entflammbares, etwas, das sich schnell entzündet. Mit Schaum funktioniert das gut oder mit etwas aus Korb, das brennt auch gut“, erwiderte ich. Eine Augenbraue hebend sah sie mich erwartungsvoll an. „Hast du schon viele Häuser niedergebrannt, Edward?“ (warum eigentlich Schaum? o.O Hab ich ja auch noch nicht gehört)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht“, antwortete ich und grinste achselzuckend. Obwohl ich in Wahrheit noch nie ein Haus niedergebrannt hatte, wenn man von dieser beschissenen Katastrophe vor ein paar Jahren im Reservat mal absah, aber ich hatte ein paar Mal dabei zugesehen und kannte die Grundbegriffe. Die Organisation war perfekt darin, Brandstiftung wie ein zufälliges Feuer aussehen zu lassen, und machte gelegentlich davon Gebrauch, um Spuren zu verwischen und alle Beweise zu vernichten, die zurückgelassen worden waren. Das Haus, in dem wir Aro zurückgelassen hatte, war direkt nach dem Vorfall mysteriöserweise niedergebrannt, Feuerwehrmänner hatten seinen Körper tot vorgefunden. Tatsächlich hatte das Haus schon in verdammten Flammen gestanden, bevor wir in dieser Nacht zuhause angekommen waren. Alec hatte es mir gegenüber nie zugegeben, aber ich wusste, dass dieser Flachwichser es angesteckt hatte... wahrscheinlich während Aro noch lebte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wieder einmal, doppelt genäht hielt besser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und mit Benzin?“, fragte sie. „Charles hatte hinter dem Haus immer ein paar Kanister.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schüttelte meinen Kopf. „Mit Benzin würde es klappen, aber es werden keine Kanister mehr da sein. Das ist Jahre her, Bella. Und es wäre schon längst verdunstet“, erwiderte ich und sah mich um. Meine Augen fielen auf das Auto und ich seufzte. „Geh und hole einen der Benzinkanister. Und ich brauche eine Art Schlauch oder einen Strumpf oder so etwas. Meinst du, du kannst so etwas finden?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Uh, yeah“, sagte sie und trat von der Veranda. Während sie um das Haus herumging, öffnete ich den Tankdeckel. Nach ein paar Minuten kam Isabella mit dem Scheiß zurück, nach dem ich gefragt hatte, unter ihrem Arm klemmte ein altes zerfleddertes Buch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hab's aus der Scheune“, erklärte sie, als sie meinen Blick sah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich dachte, du wolltest nichts von den Dingen hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Will ich auch nicht“, sagte sie bestimmt und sah nervös auf das Buch hinunter. „Ich meine, uh... es ist irgendwie meins, denke ich. Es ist das Albert Schweitzer-Buch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, sagte ich, mehr Erklärungen brauchte ich nicht. Dies war das Buch, das sie als Kind gestohlen hatte, das einzige, das sie jemals gelesen hatte, bevor sie zu uns gekommen war. Es sah aus, als würde es jeden Moment auseinanderfallen und es fehlten wahrscheinlich einige Seiten, aber ich verstand, warum sie daran hing. Es war so ziemlich die einzige Sache, mit der sie aufgewachsen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne ein weiteres Wort steckte ich den Schlauch in den Benzintank, wollte kein großes Aufhebens darum machen, und brachte das andere Ende an meine Lippen. Isabella keuchte auf, sah entsetzt zu, wie ich an dem Schlauch saugte, aber ich schaffte es, meinen Mund schnell genug wegzuziehen und den Schlauch in den Benzinkanister zu stecken, bevor ich den Mund voll hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yeah, nicht zum ersten Mal füllte ich das Benzin eines Autos um.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald genug im Kanister war, um den Scheiß in Gang zu setzen, zog ich den Schlauch heraus und ging zum Haus hinüber, um das Benzin auf der Veranda und rund um das Gebäude zu verschütten. „Die Scheune auch?“, fragte ich und sah sie neugierg an. Sie lächelte und schien ausgesprochen zufrieden mit sich selbst zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, bitte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinen Kopf schüttelnd goss ich den Rest des Benzins rund um die Scheune aus und stellte den leeren Kanister hinein. Als ich fertig war, ging ich zurück zu Isabella, die mit über der Brust verschränkten Armen an der Beifahrertür des Autos lehnte. „Jetzt wirf das verdammte Streichholz auf die Veranda, aber geh nicht zu nahe heran.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie legte das Buch auf die Motorhaube des Autos, zündete auf das Haus zugehend ein Streichholz an und warf es auf die Veranda. Es flog auf eine kleine Benzinpfütze und der verdammte Scheiß entzündete sich sofort. Überrascht aufschreiend, weil sich die Flammen so schnell ausbreiteten, sprang sie zurück.  Mit einem befriedigten Grinsen drehte sie sich kurz zu mir um und warf dann ein weiteres Streichholz vor der Scheune auf den Boden. Als sie fertig war, kam sie zu mir herüber, lehnte sich neben mich an das Auto und beobachtete, wie das Feuer die Gebäude verzehrte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dir ist klar, dass der Scheiß illegal ist, oder?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was?“, fragte sie und sah mich an, als wäre ich verrückt geworden. „Wieso ist das illegal? Es gehört mir!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, es gehört dir, aber du kannst es nicht einfach abbrennen, verdammt noch mal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber du hast mir gesagt, ich könnte es“, widerlegte sie mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das weiß ich, aber ich bin nicht gerade ein Paradebeispiel für einen gesetzestreuen Bürger, Bella. Es gibt Gesetze gegen den Scheiß.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie blöd“, sagte sie. „Es gehört mir, also sollte ich damit machen können, was ich will. Ich tue doch niemanden weh.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das stimmt“, sagte ich achselzuckend. „Unglücklicherweise sieht die Polizei das nicht so. Brandstiftung ist eine Straftat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tut mir leid“, sagte sie stirnrunzelnd. „Mir war nicht klar, dass ich dich gebeten habe, im Urlaub ein Gesetz zu brechen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist schon gut“, sagte ich, schlang meine Arme von hinten um sie und starrte mit ihr ins Feuer, was jetzt richtig aufloderte. „Wie heißt es so schön? 'Fährst du in Urlaub, erwischt dich kein Bewährungshelfer.' Dann weißt du, ob den Scheiß richtig machst.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie lehnte sich entspannt an mich und lachte. „Nun, dann hoffen wir mal, dass wir nicht geschnappt werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Werden wir nicht. Bevor jemand den Rauch sieht und die Feuerwehr ruft, sind wir lange weg“, sagte ich. „Das Haus steht hier mitten im beschissenen Nirgendwo. In einem Umkreis von ein paar Meilen lebt niemand. Es ist sogar so isoliert hier, dass wir wahrscheinlich eine halbe gottverdammte Stadt ausradieren könnten, ohne dass es jemand bemerkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ernsthaft?“, fragte sie ungläubig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hier draußen ist es verdammt trocken, tesoro. Der Scheiß kann leicht aus dem Ruder laufen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh Gott, ich wollte doch keinen Flächenbrand auslösen, Edward! Ich wollte einfach nur das Haus loswerden“, sagte sie. „Vielleicht hätten wir das doch nicht tun sollen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich Bella?“, fragte ich kopfschüttelnd. „Ich habe den ganzen scheiß Morgen nichts anderes gesagt. Aber du warst dir doch so sicher.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„War ich, aber ich glaube, ich habe das wirklich nicht gut durchdacht“, sagte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na ja, jetzt ist es zu spät“, sagte ich achselzuckend. „Wenn du dich dadurch besser fühlst, wenn wir gleich abhauen, rufen wir die 911 an und melden das Feuer, bevor es außer Kontrolle gerät.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie werden uns schnappen“, sagte sie und  biss sich nervös auf die Unterlippe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, wenn das passiert, musst du die Schuld auf dich nehmen“, sagte ich spielerisch. „Ich bin bereits ein Verbrecher. Dann kannst du dich mir genau so gut anschließen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kopfschüttelnd verdrehte sie ihre Augen. „Nein, du warst das, nicht ich. Du hast das Feuer gelegt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast mich darum gebeten“, erinnerte ich sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na ja, aber du hattest die Idee, erinnerst du dich?“, widerlegte sie meinen Einwand. „Außerdem habe ich nächste Woche Geburtstag. Du wirst doch nicht zulassen, dass ich meinen einundzwanzigsten Geburtstag im Gefängnis verbringen muss, oder?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wieso nicht?“, fragte ich scherzhaft. „Musste ich auch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich grinste und warf kapitulierend meine Hände hoch, als sie mich anblitzte. Ich war jetzt eine Woche verheiratet und machte schon Zugeständnisse, aber ich wusste, dass ich dieses bekloppte Streitgespräch nicht gewinnen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Charles hat uns immer gesagt, dass wir beobachtet werden“, sagte sie offensichtlich immer noch besorgt. „Er erzählte uns, wir könnten hier nichts tun, ohne erwischt zu werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tja, Charles war ein beschissener Lügner“, sagte ich, allein die Erwähnung seines Namens machte mich schon wütend. „Er hat euch den Scheiß nur erzählt, um euch Angst zu machen und damit ihr nicht versucht wegzurennen. Hier ist niemand, der uns beobachtet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie starrte ein paar Minuten ins Feuer, ehe sie seufzend zu der Baumreihe hinüber sah, die knappe 100 Meter weiter begann. Ihre Augen tasteten den Bereich ab, bevor sie an dem großen Felsen hängen blieben, vor dem ihre Mutter beerdigt worden war. „Willst du Hallo sagen gehen?“, fragte ich, unsicher was sie dachte. Sie schaute mich kurz an und richtete ihre Aufmerksamkeit dann wieder kopfschüttelnd auf das wütende Feuer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Meine Mutter ist nicht dort drüben“, sagte sie leise. Verwirrt über ihre Worte runzelte ich meine Stirn, ich war mir gottverdammt sicher, dass sie immer noch dort begraben war.  Wir hatten überlegt, ihre Überreste ausgraben und woanders beerdigen zu lassen, wenn möglich auf dem gleichen Friedhof wie ihre Eltern, aber schließlich hatte Isabella entschieden, sie nicht stören zu wollen. Sie hatte das Gefühl, ihre Mutter hätte endlich ihren Frieden gefunden und sollten sie ihn ihr nicht rauben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wo ist sie dann?“ fragte ich. Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen, und sie nahm meine Hand, um sie über ihrem Herzen auf ihre Brust zu legen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie ist hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich starrte auf das Blatt Papier in meiner Hand und überflog zum vielleicht millionsten Mal die Worte, die darauf geschrieben standen. Das Papier war zerknittert und vom vielen Falten voller Eselsohren. Manche der Worte waren unleserlich, weil ich sie hastig darauf gekritzelt hatte. Fast das ganze Blatt war vollgeschrieben und ein paar Reihen waren durchgestrichen, aber das meiste war stehengeblieben. Es schien mich zu verspotten, eine mahnende Erinnerung daran, was für ein unausstehlicher Scheißkerl ich den größten Teil meines Lebens gewesen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was machst du da?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zuckte zusammen und knüllte das Blatt in meiner Faust zusammen, die Stimme hinter mir hatte mich völlig unvorbereitet erwischt. „Himmel, Frau“, spie ich, als ich mich schnell umdrehte und Isabella auf der Veranda stehen sah. „Ich habe dich nicht herauskommen hören.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe mein Glöckchen wohl vergessen“, sagte sie sarkastisch, kam zu mir herüber und setzte sich neben mich auf die Stufe. „Die Fliegentür ist hinter mir zugeschlagen. Ich bin überrascht, dass du das nicht gehört hast. Was immer du gelesen hast, muss sehr interessant sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trocken auflachend schüttelte ich meinen Kopf und versuchte das Blatt zu glätten. „Drücken wir es mal so aus“, murmelte ich. „Das da ist meine sehr eigene Karma-Liste, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Karma-Liste?“ fragte sie verwirrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yeah, kennst du die Sendung „My Name is Earl“? Er macht sich diese Liste fürs Karma“, versuchte ich zu erklären, doch sie sah mich weiter an, als spräche ich in einer beschissenen Fremdsprache. „Egal, vergiss es. Es ist nicht wichtig. Es ist eine Liste mit all den Menschen, denen ich in meinem Leben Unrecht getan habe. Jedenfalls die, an die ich mich erinnern kann.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ah, einer der Schritte“, sagte sie, hatte endlich verstanden, wovon ich sprach. Schritt acht und neun der Anonymen Alkoholiker – erstelle eine Liste all der Menschen, denen du Unrecht getan hast, dann bring die Sache mit diesen Flachwichsern in Ordnung. An die beschissenen Zehn Gebote konnte ich mich nicht erinnern, aber ich kannte jetzt die zwölf verdammten Schritte auf dem Weg zur Nüchternheit. „Darf ich die Liste sehen oder ist das gegen die Regeln?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Achselzuckend hielt ich ihr den Zettel hin, hatte ja nichts zu verbergen, war aber fast schon verflucht beschämt, als sie anfing die aufgelisteten Namen zu lesen. „Das ist verrückt, Edward. Das müssen an die fünfzig Namen sein! So viele Menschen kannst du gar nicht verletzt haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hab ich aber“, murmelte ich und fuhr mir mit meiner Hand durch die Haare. Mit gesenktem Kopf musterte ich sie besorgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall“, sagte sie kopfschüttelnd, während sie die Namen überflog. „Charles Nash?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er war einer der Lehrer am Internat. In der ersten Woche habe ich die Scheiben seines Autos zertrümmert, weil er mich angepisst hat. Ich kann mich verdammt nochmal nicht mal erinnern, warum ich so wütend war.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Kevin Barrow?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe seine Verlobte gefickt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sara Porter?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„An einem Abend bin ich betrunken Auto gefahren und habe ihren Briefkasten gerammt, hab das Scheißteil total über den Haufen gefahren. Es war einer von diesen schicken handbemalten Briefkästen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Caroline McAllister?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hab ihr Auto auf einem Parkplatz gerammt und mich einen Scheiß darum geschert. Natürlich war ich betrunken.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Joshua Sanders?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hab ihm eine reingehauen, weil er Scheiße erzählt hat, und ihm dabei zwei Zähne ausgeschlagen“, erwiderte ich. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er tatsächlich nie ein Wort über mich verloren hat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aua“, murmelte sie schaudernd. „Anna Hart?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war ihr einen schnellen Blick zu und versuchte nicht zu lachen. Lachen hätte mich zu einem nur noch größeren Arschloch gemacht, trotzdem war es schwer, es zu unterdrücken. „Angry dragon.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, sagte sie. Ihr entsetzter Gesichtsausdruck verriet mir, dass sie sich genau daran erinnerte, was das war, was weitere Erklärungen überflüssig machte. „Lynette Harris?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hab ich entjungfert“, entgegnete ich. Sie sah mich verwirrt an und ich schüttelte meinen Kopf, wollte es nicht erklären müssen. „Als ich im zweiten Jahr in der Highschool war, war sie im Abschlussjahr, und ich habe sie davon überzeugt, mir ihre Unschuld zu geben. Sie war ein braves Mädchen, fromme Katholikin, und ich war danach ein absoluter Arsch. Direkt nach dem Abschluss ist sie in einen Orden eingetreten. Ich habe ein schlechtes Gewissen wegen dieser Scheiße. Nonnen sollten doch Jungfrauen sein, richtig?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fragend sah ich sie an, war mir verdammt nochmal nicht ganz sicher, und sie zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht, aber dafür kannst du dir nicht die Schuld geben“, sagte sie. „Ich meine, sie war dumm genug, Sex mit dir zu haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verblüfft lachend stupste ich sie spielerisch an. „Mensch, danke, Bella“, sagte ich. „Jetzt fühle ich mich auf jeden Fall besser.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie errötete verlegen und kicherte, dann betrachtete sie wieder den Zettel. „Okay, dann hast du also einigen der Leute hier ein paar schlimme Dinge angetan, aber komm schon, Tanya Denali? Was hast du mit ihr gemacht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„An der Nase herumgeführt“, sagte ich achselzuckend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, nun mach mal halblang“, meine sie. „Du kannst dich nicht bei jemandem entschuldigen, der die bewusste Entscheidung getroffen hat mit jemandem Sex zu habe, der eindeutig klargestellt hat, dass es nur um Sex ging.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn du das sagst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das tue ich“, entgegnete sie und überflog weiter die Liste. „Was ist mit Billy Black? Warum steht er hier drauf?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ungläubig blickte ich sie an, denn sie wusste verdammt gut, was ich ihm angetan hatte. „Ich habe sein Haus abgefackelt und beinahe seinen Sohn in die Luft gejagt, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, aber dafür hast du bezahlt“, erwiderte sie. „Er hat ein neues Haus bekommen. Du bist fortgegangen und dem Reservat ferngeblieben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ging alles auf das Konto meines Vaters, und mit Sicherheit weißt du noch, dass ich an diesem einen Tag meinen Arsch trotzdem ins Reservat bewegt habe“, sagte ich. „Ich meine, fuck, ich habe ihm nie gesagt, dass es mir leid tut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tut es dir leid?“, fragte sie mit neugierig erhobenen Augenbrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dann okay“, sagte sie. „Du kannst aber Jacob nicht auf diese Liste setzen. Du kannst nicht etwas bei jemandem machen, der nicht mehr am Leben ist. Genauso dein Vater. Was denkst du, hast du deinem Vater angetan?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Da weiß ich nicht mal, wo ich anfangen soll“, murmelte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, ich bin mir ziemlich sicher, dass er dir das alles längst vergeben hat“, sagte sie. Sie las ein paar weitere Namen, dann verspannte sie sich und runzelte verwirrt die Stirn. „Warte, warum stehe ich auf dieser Liste?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe dich verletzt“, sagte ich leise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, jetzt bist du einfach nur noch albern, Edward Cullen“, erwiderte sie streng. „Deine Brüder auch? Und Alice und Rosalie? Du gehst zu hart mit dir ins Gericht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, gehe ich nicht“, sagte ich mit einem humorlosen Lachen. „Ich habe noch nicht mal die Leute drauf, die ich seit meiner Einführung verletzt habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend gab sie mir mit einem Kopfschütteln die Liste zurück. „Wir machen alle Dinge, die wir lieber nicht tun würden, machen es aber trotzdem, weil wir es müssen. Es ist übel, wenn Leute unseretwegen verletzt werden, aber so ist das Leben, und wenn nichts Schlimmes geschehen würde, würde keiner von uns mehr das Gute wahrhaft zu schätzen wissen. Sicher, du hast einigen dieser Menschen weg getan. Die, dessen Sachen zu zerstört hast, die Mädchen, mit denen du Schlimmes angestellt hast, die Jungs, die du ohne Grund verprügelt hast... Ich verstehe, dass du das Gefühl hast, ihnen etwas schuldig zu sein. Du warst leichtfertig und hast sinnlos gehandelt. Aber du kannst dich nicht von deinen Schuldgefühlen kontrollieren lassen. Du tust dir damit nur genauso weh, wie du den andern weh getan hast, und das machst du nicht aus Gefühllosigkeit. Du hast keine Freude daran. Es heißt, entweder sie oder du, also ist das im Grunde genommen eine Art Selbstschutz. So sehe ich es jedenfalls. Ist das nicht genug?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei ihren Worten faltete ich die Liste zusammen und steckte sie in meine Tasche. „Ich weiß es nicht“, antwortete ich wahrheitsgemäß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, es muss genug sein. Du kannst nicht den Rest deines Lebens damit verbringen, die schlechten Dinge, die du in der Vergangenheit getan hast, wieder gutmachen zu wollen, denn dann wirst du nur all das Gute verpassen, das in der Zukunft auf dich wartet“, entgegnete sie und stand auf. Sie lief über Rasen zu dem alten Metallbriefkasten an der Straße, öffnete ihn und sah hinein. Dann zog sie irgendetwas heraus, kam zurück und setzte sich wieder neben mich. Schweigend saßen wir für einige Minuten da, und während sie die Post betrachtete, es schien irgendeine Karte zu sein, sagte keiner von uns ein Wort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Weile klingelte das Telefon im Haus, Isabella stand erneut auf und ging hinein, um das Gespräch entgegenzunehmen. Die Fliegentür krachte laut hinter ihr und der Knall ließ mich zusammenzucken. Dann hob ich die Karte hoch, die sie auf der Treppenstufe hatte liegen lassen. Schmunzelnd betrachtete ich die Vorderseite, darauf war ein Bild einer verdammten Palme an einem Strand. Oceanside, Kalifornien stand am unteren Rand geschrieben und ich drehte die Karte herum, musste nicht mal die Absendeadresse lesen, um zu wissen, dass sie von Clara war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor einem Jahr war sie zusammen mit Maggie, dem Mädchen, das aus Aros Haus gerettet worden war, weggezogen. Sie kannten sich schon von den Swans und hatten beschlossen, den nächsten Schritt ihres Lebens gemeinsam zu gehen, wollten jemanden um sich haben, der verdammt nochmal verstand, was sie durchgemacht hatten. Ich hatte ihnen einen Teil meines Erbes gegeben, damit sie sich keine Sorgen ums Geld machen mussten, und Maggie hatte obendrein einen Haufen beschissene Kohle aus Aros Vermögen als Entschädigung bekommen. Seine Frau war im Knast, wo sie eine achtjährige Haftstrafe für die Mittäterschaft bei Maggies Versklavung absaß. Sie wäre mit dem Scheiß davon gekommen, wäre Maggie nicht mutig genug gewesen auszusagen und ihre Leben zu riskieren, indem sie die Leute verriet, die ihr Schaden zugefügt hatten. Anfangs war ich deswegen besorgt gewesen, hatte befürchtet, sie würde verdammt nochmal für ihre Aussage getötet, aber Alec hatte gemeint, es bestünde kein Grund zur Sorge. Maggie hatte keines der Organisationsgeheimnisse verraten, die sie vielleicht hätte wissen können, was Alec mir anrechnete. Er meinte, es wäre meine Freundlichkeit ihr gegenüber gewesen, die sie dazu gebracht hatte, keinen von uns da mit reinzuziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach wenigen Minuten knallte die Fliegentür abermals, Isabella kam zurück und setzte sich wieder auf die Stufe neben mich. „Das war Esme“, sagte sie und nahm mir die Postkarte ab, die ich ihr entgegenhielt. „Sie wollte wissen, wie wir uns einleben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einleben. Sechs Wochen nach unserer Hochzeit hatte Alec mir offiziell die Kontrolle über Vegas übertragen. Isabella und ich packten unsere Sachen und heuerten eine Umzugsfirma an. Ich wusste, sie war froh von Chicago wegzukommen, weg vom Zentrum der Gewalt, denn sie wollte verflucht nochmal nicht mehr ständig von jemandem begleitet werden, wenn sie unterwegs war. Sie bekam ihre Unabhängigkeit zurück, konnte wieder die beschissene Straße entlang gehen, wenn sie es wollte, ohne mit mir über ihre Sicherheit streiten zu müssen. Aber ich wusste auch, dass sie mehr verlor, als sie bekam, und das bereitete mir ein schlechtes Gewissen. Sie ließ die einzige Familie hinter sich, die sie je gehabt hatte, Menschen, die sie in ihr Herz geschlossen hatte, und mir war klar, dass sie sie vermissen würde. Fuck, ich würde sie vermissen. Dort waren Kinder, an denen sie hing, und sie musste wieder die Schule wechseln und aus dem Kunstprogramm ausscheiden, welches ihr, wie ich wusste, großen Spaß gemacht hatte. Sie tat, als wäre das alles keine große Sache, aber sie konnte mir keinen Scheiß vormachen – sie opferte dies alles für mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sagte ihr, sie könne sich aussuchen, wohin wir zogen, wollte, dass sie entscheiden konnte, wo wir unser gemeinsames Leben begannen. Angesichts der Tatsache, dass sie schon zuvor dorthin gegangen und auch Clara jetzt dort war, hatte ich schon halb erwartet, sie würde sich für Südkalifornien entscheiden, und war verblüfft, als sie sich stattdessen für Blue Diamond, Nevada entschied. Es war eine kleine Gemeinde rund dreißig Minuten von Las Vegas entfernt, und mir klein meinte ich abgefuckt winzig. Sie war ungefähr doppelt so groß wie Forks, hatte aber nur in etwa ein Zehntel von dessen Einwohnern – um die 300 Menschen. Ich war mit mehr Flachwichsern auf der Highschool gewesen, als in Blue Diamond lebten, und außer einer Tankstelle und einer Post gab es dort gottverdammt nichts. Nichts außer Bäumen, Straßen und Feldern, zwischen denen sich ein paar Häuser verteilten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das war, wie mir klar wurde, genau der Grund, warum sie diesen Ort verdammt nochmal ausgewählt hatte. Wir waren abgeschieden. Sie hatte einen Weg gefunden, uns einen Teil unserer gottverdammten Blase zurückzugeben, in der wir einfach nur wir sein konnten, diesmal aber nicht so realitätsfremd. Wir wussten, wir waren immer noch ein Teil dieser anderen Welt und würden das auch immer sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hast du Esme erzählt, dass unsere Fliegentür am Arsch ist?“, fragte ich meinen Blick auf Isabella gerichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, das habe ich ihr nicht erzählt“, sagte sie mit verdrehten Augen. „Ich habe ihr gesagt, dass es uns gut geht und wir uns an alles gewöhnen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gewöhnst du dich dich daran? Gefällt es dir hier?“, fragte ich neugierig. Sie nickte lächelnd und griff nach meiner Hand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, tut es. Es ist ruhig und sehr friedlich“, erwiderte sie. „Sollte uns langweilig werden, haben wir eine große Stadt direkt vor der Nase, aber es gefällt mir wirklich hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, es ist nett“, sagte ich und ließ meinen Blick schweifen. Wir waren umgeben von Bäumen und einer staubigen Straße, das nächste Haus war über eine Meile entfernt. Ich konnte Nachts durch meinen Garten rennen und meine verdammten Eier durch die Luft schlenkern, und nicht ein einziger Flachwichser würde ein Wort über diesen Scheiß verlieren. „Also, was nun, Mrs. Cullen? Wir fangen gerade von vorn an und haben ein ganzes Leben vor uns. Was nun?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß es nicht“, erwiderte sie achselzuckend. „Vielleicht der Schule noch eine Chance geben? Ich habe schon immer gehört, dass aller guten Dinge drei sind.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gluckste nickend. „Yeah, stimmt. Ich bin sicher, es gibt einige anständige Schulen in Las Vegas, in die du dich einschreiben könntest.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde mich umsehen. Ich denke, ich möchte auch wieder Kunstkurse für Kinder geben. Das hat mir wirklich Spaß gemacht“, sagte sie. „Aber was ist mit dir? Denkst du darüber nach, wieder zur Schule zu gehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe daran gedacht“, erwiderte ich, „daran, ein paar Klavierkurse zu belegen und vielleicht einen Abschluss in Musik zu machen. Ich meine, mit dem Scheiß kann ich zwar keine Karriere machen, aber wie du weißt, brauche ich nicht unbedingt einen Job, um Geld zu verdienen. Für sowas wie ein Medizin- oder Jurastudium bin ich nicht gemacht und habe auch ganz ehrlich nicht die Zeit, mich dem zu widmen. Mich selbst dazu zu zwingen, würde nur noch mehr Stress für mich bedeuten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Leuchtet ein“, sagte sie. „Hey, du könntest auch unterrichten! Gib Klavierstunden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Verdammt, ich kann nicht unterrichten, Bella“, sagte ich lachend. „Hast du schon vergessen, dass ich  damals in Forks versucht habe, dir das Klavierspielen beizubringen? Das überlasse ich lieber Arschlöchern mit Geduld.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, vielleicht hast du Recht“, sagte sie. „Also werde ich einige Kunstkurse belegen und mit Kindern malen, und du nimmst Musikkurse und spielst Klavier. Klingt gut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, klingt gut“, erwiderte ich. „Wir können dir ein Atelier in der Stadt bauen, wenn du möchtest. Dort könntest du deine Stunden geben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich?“, fragte sie, ihr Gesicht erstrahlte vor Begeisterung. „Du würdest mir ein Atelier bauen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bella, ich würde dir ein beschissenes Raumschiff bauen, wenn du es wolltest“, entgegnete ich. „Wenn wir einmal dabei sind, sollten wir wohl auch ein Haus bauen. Ich meine, das hier ist abgesehen von der abgefuckten Tür okay, aber wir sollten unser eigenes haben, wenn wir hier bleiben wollen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wow, das wäre großartige!“, sagte sie. „Wir könnten es irgendwo unten an der Straße bauen. Da steht eine Menge Land zum Verkauf, viel Platz für uns.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir werden etliche Quadratmeter kaufen und ein schickes zweistöckiges Haus bauen. Nichts zu verdammt großes, das uns über den Kopf wächst, aber größer als das hier. Ich brauche mehr Platz.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mit einem schönen Garten“, sagte sie lächelnd. „Wir könnten einen Zaun darum ziehen, aber ich denke, wir müssten es nicht wirklich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, wir werden einen arschgroßen Garten brauchen, denn ich will einen Pool“, verkündete ich. „Die Sommertage hier werden mich verdammt nochmal umbringen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Pool würde mir gefallen“, meinte sie lächelnd, „auch wenn ich nicht wirklich schwimmen kann.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dann solltest du es möglicherweise lernen“, sagte ich glucksend. „Verflucht, bitte nur nicht mich darum, es dir beizubringen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Keine Sorge, das werde ich nicht“, erwiderte sie. „Wir könnten auch einige Bäume im Garten pflanzen, um Schatten zu haben. Vielleicht sogar ein Baumhaus bauen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du möchtest ein Baumhaus?“, fragte ich belustigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte sie achselzuckend. „Und auch eine Hollywoodschaukel.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na gut“, sagte ich schmunzelnd. „Möchtest du auch ein Trampolin, wenn wir einmal dabei sind?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sicher“, meinte sie ernst, obwohl ich einen blöden Witz gemacht hatte. „Es wäre cool auch eine Terrasse zu haben, und dann einen von diesen Tischen mit den großen Schirmen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und einen Grill“, fügte ich an. Lachend warf sie mir einen ungläubigen Blick zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du willst grillen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, warum nicht“, sagte ich achselzuckend. „Ich meine, selbst ich kann ein verfluchtes Hot Dog zubereiten. Nur weil ich es nicht mache, heißt es nicht, dass ich es nicht kann. Im Sommer könnten wir Barbecues und solchen Scheiß machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir haben niemanden, den wir zu einem Barbecue einladen können, Edward“, sagte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht jetzt noch nicht, aber das werden wir“, erwiderte ich überzeugt. „Wir werden Leute kennenlernen, egal. Wir sind jetzt verheiratet, Bella. Wir müssen jetzt verheiratete Freunde und solchen Scheiß haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lachend schüttelte sie ihren Kopf. „Vielleicht kommt uns unsere Familie besuchen. Emmett und Rosalie können die Jungs mitbringen“, sagte sie. Rosalie hatte, während wir in den Flitterwochen waren, einen weiteren kleinen Jungen zur Welt gebracht. Sie hatten ihn Emmett Jr. genannt, weil er verdammt nochmal genauso wie Emmett aussah, stämmig mit dunklem Haar und den Gesichtszügen seines Vaters. Armes Kind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das werden sie bestimmt“, erwiderte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hätte auch gern ein paar Blumenbeete im Garten“, sagte Isabella.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mit Topfpflanzen“, fügte ich hinzu. Lachend verdrehte sie ihre Augen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir stellen keine Topfpflanzen in unseren Garten“, sagte sie. „Vielleicht ein paar Rosenbüsche.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hätte irgendwann gern ein weiteres Tattoo“, sagte ich zusammenhangslos. Irgendwas in ihren Worten hatte mich auf diesen Gedanken gebracht. „Etwas auf meinem Unterarm.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich denke, ich möchte auch eins“, sagte sie. Schockiert sah ich sie an und meine Miene ließ sie erröten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiße, wirklich, tesoro?“, fragte ich schmunzelnd und sie nickte. „Wirst du dir meinen Namen tätowieren lassen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, antwortete sie. „Ich dachte dabei an die Silhouette eines Vogels... für meine Mom.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nett“, entgegnete ich. „Weißt du, ich wollte immer einen Vogel als Haustier haben. Einen Papagei, dem ich beibringen konnte „Fick dich“ zu sagen. Der Scheiß wäre witzig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir werden uns keinen fluchenden Vogel zulegen, Edward. Nicht, wenn wir verheiratete Freunde haben werden und Barbecues für sie geben“, sagte sie verspielt. „Aber ich hätte gern eine Katze.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall“, sagte ich kopfschüttelnd. „Ich mag keine Katzen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum nicht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die sind verdammt gruselig. Sie starren dich an, als wären sie dabei, Pläne gegen deinen Arsch zu schmieden. Fuck, vielleicht tun sie das sogar. Nein, in mein Haus kommt keine gottverdammte Katze. Vielleicht ein Hund. Einen Pit Bull als Wachhund.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir kaufen keinen Pit Bull.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, wir kaufen auch keinen von diesen kleinen Fotzenleckern. Beschissene Fußhupen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht sollten wir einfach einen Goldfisch nehmen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bella, ein Goldfisch wäre in einer Woche tot.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie wäre es mit einer Rennmaus?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die sehen zu sehr nach Ratte aus“, sagte ich bei dem Gedanken schaudernd. „Der Scheiß würde mir Albträume machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Einsiedlerkrebse?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wer um alles in der Welt will Krebse? Die sind verdammt hässlich. Wie wäre es mir einer Schlange oder einem Leguan?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, weil die ja so viel niedlicher sind“, sagte sie sarkastisch und verdrehte ihre Augen. „Was ist mit Pferden?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirst du deren Scheiße wegmachen, Bella?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Okay, also keine Haustiere“, sagte sie seufzend. „Was hältst du von einem Baby?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ihre Worte bei mir ankamen, öffnete ich meinen Mund, um etwas zu erwidern, doch nichts kam heraus. Einen Moment lang saß ich reglos da und sie starrte mich mit wachsamer Miene an. Sie wirkte nervös, panisch, als stünde sie kurz davor aufzuspringen und verdammt nochmal so weit von mir wegzurennen wie möglich. „Ein Baby?“, fragte ich, wollte Klarheit, um sicherzustellen, dass ich sie richtig verstanden hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte sie zögernd, „ein Baby.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Öhm, okay“, erwiderte ich und fuhr mir nervös mit meiner Hand durch die Haare. Ich war nicht sicher, was ich sagen sollte, hatte nicht erwartet, das sie mit diesem Scheiß herausplatzen würde. „Ich meine, wenn es das ist, was du willst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, was willst du?“, fragte sie. „Möchtest du eins?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich denke schon“, sagte ich. „Wirklich darüber nachgedacht habe ich nicht. Ich weiß, wir haben darüber gesprochen, irgendwann eine große Familie zu haben, aber das war bevor, du weißt schon...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich weiß“, sagte sie leise. „Aber wärst du glücklich? Mit einem Baby?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eindringlich sah sie mich an, bettelte mich förmlich an das verdammt Richtige zu sagen, und der Anblick ihrer Miene ließ mein Herz rasen. „Ich glaube schon“, erwiderte ich. „Es wäre ein Teil von dir, also wäre ich  sicher wie Scheiße nicht unglücklich. Warum fragst du mich diesen Scheiß, tesoro? Möchtest du es versuchen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam schüttelte sie ihren Kopf, noch immer starrte sie mich mit diesem gottverdammten Gesichtsausdruck an. „Nein, ich denke, das müssen wir nicht“, murmelte sie. „Ich glaube, ich, ähm... weißt du...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Schwanger?“, fragte ich ungläubig und verspannte mich, als sie nickte. „Du glaubst, du bist schwanger?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte sie, „Ich meine, die Zeichen sind schon seit einer Weile da, aber ich war mir nicht sicher. Ich war ja noch nie schwanger, und dann ist meine Periode ausgeblieben...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also bist du dir nicht sicher?“, fragte ich. „Du könntest auch nicht schwanger sein?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, laut des Tests...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast einen Test gemacht? Wann?!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vorhin, im Haus“, sagte sie. „Deshalb bin ich heraus gekommen, ich wollte es dir sagen, wurde aber abgelenkt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Himmel, Bella“, sagte ich, war so verflucht verblüfft, dass ich nicht geradeaus denken konnte. „Und du bist sicher, dass er positiv war?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, es hieß, zwei Linien bedeuten schwanger, und da waren zwei Linien“, sagte sie und ihre Stimme fing an zu beben. Ich sah, wie die Tränen in ihre Augen schossen und das Blut in ihre Wangen stieg. „Also ja, ich bin ziemlich sicher.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie ist das passiert?“, platzte ich heraus, versuchte einen Sinn aus ihren Worten zu ziehen. Schwanger?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ähm, ich meine, das ist ziemlich offensichtlich“, erwiderte sie. „Ich glaube nicht, dass ich dir erklären muss, wie es passiert...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unbeholfen lachend schüttelte ich meinen Kopf. „Nein, das ist mir schon klar, aber du nimmst doch die Pille.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Habe ich, aber mit der Hochzeit und allem habe ich wohl ab und zu vergessen, sie zu nehmen“, erwiderte sie. Sie sah mich an und ein paar Tränen befreiten sich und rollten über ihre Wangen. Schnell wischte ich sie fort, meine Brust war wie zugeschnürt. Meine Augen brannten, in meinem Hals bildete sich ein Kloß und ich rang um meine Beherrschung. Ein Packen verschiedenster Emotionen erdrückte mich, von Verwirrung über Euphorie bis hin zu lähmender gottverdammter Angst. Ein Baby... wir würden ein verdammtes Baby bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was zur Hölle sollte ich mit einem Baby anfangen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie weinte nun heftiger, ich griff nach ihr und zog sie in meine Arme. Sie schlang ihre fest um mich und barg ihren Kopf an meiner Brust, als ich anfing ihren Rücken zu streicheln. „Ein Baby“, flüsterte ich und versuchte, mit diesem Scheiß klarzukommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Baby“, wiederholte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mein Baby“, raunte ich, „mit meiner DNA.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Hälfte von dir“, flüsterte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Armer kleiner Scheißer.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward!“, keuchte sie und stieß mir ihren Ellbogen in die Seite. Lachend versuchte ich, dem Stoß auszuweichen, schlang meine Arme noch fester um sie, und ein breites Lächeln überzog mein Gesicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir bekommen ein Baby, tesoro.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bekommen wir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir werden verdammt erschöpft sein und ich freue mich nicht auf vollgeschissene Windeln oder das gottverdammte Geschrei, aber ein Baby“, sagte ich. „Ein Teil von dir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Teil von uns“, korrigierte sie mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Himmel“, murmelte ich. „Ich... ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll, Bella. Ich bin verdammt nochmal sprachlos. Ich werde Vater?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirst du.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist verdammt nochmal verrückt“, sagte ich. Tränen drängten sich aus meinen Augen, denn ich war überwältigt vor Emotionen. Ich versuchte stark zu bleiben, versuchte meine Haltung zu wahren, aber es war sinnlos. „Was, wenn ich ein schrecklicher beschissener Vater bin?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das wirst du nicht sein“, sagte sie überzeugt. „Du wirst ein guter Vater sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Den Scheiß kannst du nicht wissen“, sagte ich kopfschüttelnd. „Was, wenn ich das Leben des Kindes versaue? Er wird mich hassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er?“, fragte sie und löste sich aus meiner Umarmung, um mich anzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er oder sie, egal“, sagte ich. Bei meinen Worten versteifte ich mich. „Scheiße, ich kann keine Tochter haben, Bella. Ich würde jeden Flachwichser killen, der auch nur versucht, sich ihr zu nähern. Ich weiß, wie Jungs sind, ich war einer! Oh Himmel, was, wenn ich einen Sohn bekomme, der genauso wird wie ich?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dann wäre ich stolz“, sagte sie lächelnd. Ich zog sie wieder in meine Arme und hauchte einen Kuss auf ihr Haar. Meine Gedanken waren ein Trommelfeuer aus „Was wäre wenn“, die Panik vor all dem Unbekannten fraß mich auf. Meine Hände wurden feucht, meine Angst schnellte in die Höhe und tief in mir brodelte dieses altbekannte Gefühl. Ich wollte einen beschissenen Drink, aber ich wusste, ich musste dagegen ankämpfen, denn ich durfte dem Scheiß nicht nachgeben. Nicht mehr. Ich hatte jetzt eine Frau und wir würden ein Baby bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Tag nach dem anderen“, flüsterte sie meine Anspannung spürend. „Eine Stunde nach der anderen, eine Minute nach der anderen. Wir nehmen es, wie es kommt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Genau so“, erwiderte ich, klang dabei aber nicht so verdammt überzeugt wie sie. „Alles wird gut werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Natürlich wird es das. Wir sind Überlebenskünstler, vergessen? Wenn ich die Sklaverei überstehen kann und du die Mafia ertragen kannst, bin ich ziemlich sicher, dass wir gemeinsam die Elternschaft überleben werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lachend wischte ich meine Tränen mit dem Handrücken fort, „Ich weiß nicht, Bella. Es wird nicht leicht werden“, sagte ich. „Scheiße, ich werde jetzt lernen müssen deine Titten zu teilen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Perverser“, brummte sie und stieß mir noch einmal ihren Ellbogen in die Seite.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tief in mir wusste ich, dass sie Recht hatte, wir würden es schaffen, denn so waren wir nun einmal. In unserer Zukunft würde es Chaos geben, eine Menge schlaflose Nächte und Tage voller Stress, aber es würde die Mühen wert sein. Ich würde tun, was ich tun musste, damit ich jeden Abend zu ihr nach Hause kommen konnte, in unser Haus mitten im gottverdammten Nirgendwo, und schon bald würden wir eine Familie sein. Es würde Kinder geben, wunderschöne kleine Mädchen wie Isabella, und vielleicht ein paar kleine rothaarige Raufbold-Ärsche wie ich, und wir würden unser Bestes tun, um ihnen ein schönes Leben zu geben... eine bessere Kindheit als wir sie hatten. Mit den vorbeiziehenden Jahren würden wir Geburtstage und Jahrestage erleben, feiern, was auch immer das Schicksal uns auf unserem Weg in die Hand legte. Es würde Knochenbrüche und Kämpfe und Suspendierungen von der Schule geben – denn bei meinem Genpool war das unausweichlich. Ich wusste, Isabellas Güte würde alles Schlechte ausgleichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie würde meine Zuflucht sein, meine Atempause in all dem Chaos... und wir würden verdammt glücklich sein. Denn wenn wir zusammen waren, war etwas anderes gar nicht möglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;--------&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Non posso immaginare di non averti nella mia vita. = Ich kann mir nicht vorstellen, in meinem Leben ohne dich zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Io combatterò ogni giorno essere l'uomo di vostri sogni = Jeden Tag werde ich dafür kämpfen, der Mann deiner Träume zu sein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;**********&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1735737126500531371-9102717266748787994?l=anja-tina.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://anja-tina.blogspot.com/feeds/9102717266748787994/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/2011/03/kapitel-80-part-i.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default/9102717266748787994'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default/9102717266748787994'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/2011/03/kapitel-80-part-i.html' title='Kapitel 80'/><author><name>Anja+Tina</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03663176774796438039</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_aRw8XE3eVT8/St971i5Z5yI/AAAAAAAAAGk/zf8dZIFvhgk/S220/fuck.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1735737126500531371.post-6564680947186533484</id><published>2011-02-15T22:26:00.000+01:00</published><updated>2011-02-15T22:27:42.599+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Story'/><title type='text'>Kapitel 79</title><content type='html'>*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Für immer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Alles liegt im Sinne des Betrachters. Auch beim „für immer“ sehe ich das so. Für jeden von uns könnte unser „für immer“ in einer Stunde zu Ende gehen, oder erst in hundert Jahren. Dessen kannst du dir nie sicher sein, also sorge besser dafür, dass jede Sekunde zählt.“ – Sarah Dessen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Edward Cullen POV&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bella fing an von meinem Vater zu erzählen und ich starrte sie benommen an. Die Augen aller waren auf sie gerichtet, trotz ihrer Nervosität scheute sie vor der Aufmerksamkeit nicht zurück. Ihre Stimme war fest und sie sah so verdammt selbstsicher aus. Sie wusste, was sie sagen wollte und würde nicht gehen, bevor sie es gesagt hatte. Sie war eine Frau auf einer Mission, sie gab einen Scheiß darum, was die anderen dachten, denn niemand würde sie davon abhalten können zu tun, was sie sich vorgenommen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies war neu, nichts erinnerte mehr an das schüchterne Mädchen, das sie einst gewesen war, das es vorgezogen hatte im Hintergrund zu bleiben. Dieses Mädchen... nein, Scheiß drauf... diese Frau machte den Mund auf, wenn sie das Bedürfnis dazu verspürte, vertrat ohne Angst ihre Meinung. Ich fand es sehr verwirrend, denn daran war ich nicht gewöhnt, aber davon einmal abgesehen, war es einfach nur verdammt sexy. Auf dem Friedhof hatte sie mich tatsächlich angeschrien, hatte verlangt, dass ich sie anhörte und ihre Sicht der Dinge kennenlernte. Sie hatte nicht zugelassen, dass ich ihre Meinung abtat, und sicher wie Scheiße war sie nicht bereit gewesen sich meinen Bullshit anzuhören. Sie hatte sogar geflucht, um ihren Standpunkt deutlich zu machen, die Leidenschaft, mit der sie ihre Meinung geäußert hatte, war überraschend gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;‚Verdammt noch mal, ich liebe dich.‘&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Esmes belebtem Wohnzimmer stehend, hallten diese Worte auch eine Stunde später noch immer in meinem Kopf wider. Trotz der Scheiße, die ich gebaut hatte, und all der Schmerzen, die ich sie gekostet hatte, liebte sie mich noch immer. Sie glaubte daran, dass wir zusammen gehörten und gab einen Scheiß darauf, was andere darüber dachten. Isabella war sich meiner so sicher – uns beider so sicher – dass es keine Rolle spielte, was ich im Versuch ihr zu widersprechen gesagt hatte. Ich wollte ihr glauben, wollte nachgeben und genau so verflucht sicher sein, wie sie es war, aber ich war innerlich zerrissen. Ich konnte einfach nicht bejahen, dass ich der Richtige für sie war, dass ich sie beschützen und der Mann sein konnte, den sie verdiente. Ich war total im Arsch und funktionierte kaum noch, und das letzte, was ich wollte, war sie mit mir herunterzuziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitten in ihrer Rede drehte sie sich zu mir um und unsere Augen versanken ineinander. Alles andere verblasste in diesem Moment, nichts außer ihr war noch wichtig. „Jetzt, wo ich endlich bereit war, hat er mir geholfen, meinen Weg nach Hause zu finden“, sagte sie, die Worte verwirrten mich kurz, bis mir klar wurde, was sie damit meinte. Eine Träne lief über ihre Wange und meine Brust zog sich zusammen, ich ertrug den Gedanken nicht, sie in Schmerzen zu sehen. Ich öffnete meinen Mund, um etwas zu sagen, wollte sie verflucht noch mal trösten, aber irgendwie kam kein Wort heraus. Dann wurde mir klar, wenn es darauf ankam, spielte es eigentlich gar keine Rolle, denn sie wusste ja sowieso schon alles, was ich möglicherweise dazu sagen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese zwei Sekunden, die wir uns anstarrten, fühlten sich wie Stunden an. Schweigend versuchten wir die Vergangenheit mit der Gegenwart in Einklang zu bringen und dabei auch noch damit klarzukommen, was zum Teufel das alles für unsere Zukunft bedeutete. Dieser Moment endete schlagartig, als Alice Bellas Namen ausrief, diese sich in ihre Richtung drehte und unseren Blickkontakt unterbrach. Dann bemerkte ich, dass Alec mich mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck von seinem Platz aus beobachtete, sein Blick war stechend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein Telefon begann zu klingeln und ich atmete erleichtert auf, weil er endlich wegsah, diese ständige beschissene Kontrolle ging mir auf den Geist. Er zog das Telefon aus der Tasche und sah auf das Display, stellte die Lautstärke ab und schob das Gerät wieder in seine Tasche. Für einen Moment blieb er still sitzen, seine Miene war ausdruckslos und seine Körperhaltung so entspannt, als fühle er sich wohl, aber an der Art und Weise, wie er seine Finger krümmte, erkannte ich, wie verdammt nervös er war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ein nervöser Alec war für niemanden gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er legte einen Arm um Esmes Schulter und zog sie näher an sich, lehnte sich vor und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Sie spannte sich an, während sie zuhörte, und sah dann sofort zu mir herüber. Sobald sich unsere Blicke trafen, sah ich die Sorge in ihren Augen und Panik kochte in mir hoch, jegliche Erleichterung, die ich vor einem Moment noch empfunden hatte, wurde fortgespült. Etwas ging vor, das war leicht zu sehen, und aufgrund von Esmes Miene wusste ich, was immer Alec auch plante, betraf aller Voraussicht nach mich. Ich hatte absolut keine beschissene Lust darauf, aber in Anbetracht der Tatsache, dass mein Vater einige lose Enden hinterlassen hatte, von denen ich wusste, dass sie so schnell wie möglich verknüpft werden mussten, war ich nicht wirklich überrascht. Solange Aro sich dort draußen versteckte, war mein Leben in Gefahr; ich hatte viel zu viel gesehen und gehört. Und ich wusste, jeder in meiner Nähe war ebenso in Gefahr. So lange er seinen Arsch retten konnte, war es ihm scheißegal, wer in diesem Kreuzfeuer umkam. Sein Reich war ein Schlachtfeld und er würde alles tun, um es vor dem Zerfall zu retten, auch wenn das hieß, meine gesamte Familie ermorden  zu müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder sah ich zu Bella hinüber, meine Paranoia flackerte erneut auf und ich stand kurz davor, meine Beherrschung zu verlieren. In meinem Kopf begann alles herumzuwirbeln. Mein Rücken war eine beschissene Zielscheibe, und sie war hier definitiv nicht sicher. Wir hatten so hart gekämpft sie aus der Schusslinie zu halten, und sie war einfach mitten auf das Schlachtfeld gekommen, meinetwegen war ihr Leben wieder in Gefahr. Das Schlimmste war, nach beinahe zwei gottverdammten Jahren der Qual ohne sie zu leben, hatte sich verflucht noch mal nichts wirklich geändert. Ganz egal, wie sehr ich mit ihr zusammen sein wollte, konnte ich nicht zulassen, dass sie verletzt wurde, und sicher wie Scheiße würde ich nicht mit mir leben können, müsste ich ihren Tod verantworten. Und wenn sie sich nicht von mir fernhielt, würde genau das geschehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verdammt, sie hätte nicht kommen dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stand noch für eine weitere Minute so da, mein Unbehagen wuchs mit jeder vergehenden Sekunde, bis ich es nicht mehr ertragen konnte. Leise schlüpfte ich aus dem Raum, hoffte, zum Teufel unbeobachtet hier herauszukommen, so dass ich meinen Kopf klar bekam, aber in dem Moment, in dem ich aus dem Haus trat, wurde mein Name gerufen. Beim Klang der Stimme erstarrte ich, blickte mich um und sah Alec, der mir offensichtlich gefolgt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was machst du?“ fragte er und hob fragend eine Braue. Nervös seufzend fuhr ich mit einer Hand durch meine Haare und er blieb neben mir auf dem Gehweg stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich gehe nach Hause.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nach Hause? Du wolltest gerade gehen, ohne dich zu verabschieden?“ fragte er ungläubig. Ich zuckte zögernd mit den Schultern, klar hatte ich das vorgehabt, und er schüttelte frustriert seinen Kopf. „So oft, wie ich schon mit dir über dein Benehmen gesprochen habe, sollte man doch meinen, es sollte mal langsam in deinen Kopf hineingehen. Du hast absolut keinen Respekt vor deiner Familie. Du behandelst sie, als wären sie dir völlig gleichgültig, als wären sie austauschbar. Wie selbstsüchtig bist du eigentlich? Interessiert es dich überhaupt nicht, was sie gerade durchmachen? Dein Vater ist tot!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Deinetwegen!“ schnappte ich die Beherrschung verlierend, die Worte flogen nur so aus mir heraus. Seine Augen verdunkelten sich und bevor ich noch ein weiteres Wort sagen konnte, stieß er mich gegen die Hauswand. Ich stolperte und fiel beinahe, aber er hielt mich fest und warf mich gegen die Ziegelsteinmauer. Dann umklammerte er meine Kehle und hielt mich fest, schnitt mir die Luft ab und blitzte mich wütend an. Ich griff nach seinen Händen, versuchte seine Finger zu lösen und rang um Luft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn du weißt, was gut für dich ist, dann wirst du nie wieder so mit mir sprechen“, zischte er wütend. „Deine Familie macht schon genug durch. Bring mich nicht dazu, ihnen genau jetzt noch mehr Kummer zu bereiten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er ließ mich los und trat ein paar Schritte zurück. Ich beugte mich vor und sog keuchend Luft ein. „Was zum Teufel“, spie ich, meine Augen brannten vor Tränen. Ich sah ihn wieder auf mich zukommen und sprang sofort hoch, hob abwehrend meine Hände. „Himmel, ich meinte es nicht so! Ich, oh... fuck, tut mir leid, Sir. Ich bin nur... ich kann nicht mehr, okay?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, es ist nicht okay“, antwortete er. „Reiß dich gefälligst zusammen und verbringe Zeit mit deiner Familie, solange du noch die Chance dazu hast.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann nicht“, sagte ich kopfschüttelnd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du kannst nicht?“ fragte er ungläubig. „Seit zwei Jahren bin ich nachsichtig mit dir, weil du nicht über Isabella Swan hinwegkommen konntest, und jetzt ist sie hier, und wie benimmst du dich? Was ist bloß in dich gefahren? Sie ist wegen dir hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und das sollte sie nicht“, gab ich zurück, versuchte noch immer, verdammte Luft zu bekommen. „Es ist gefährlich, Alec. Man wird sie verletzen. Alle werden meinetwegen verletzt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du meidest sie, um sie zu schützen?“ fragte er und lachte bitter, als ich nickte. „Tja, das ist... ehrenhaft, vermute ich, aber es ist auch beleidigend. Glaubst du ernsthaft, ich würde sie nicht beschützen? Oder kann es nicht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, ähm, aber ich...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Da gibt es kein aber. Die Menschen dort in dem Haus, um die du dir Sorgen machst, sind meine Verantwortung. Sie zu schützen ist mein Job, nicht deiner. Wenn ich nicht wüsste, dass Isabella in deiner Gegenwart absolut sicher ist, dann wäre sie jetzt nicht hier. Wenn ich dächte, du stelltest für deine Brüder oder meine Frau eine große Gefahr dar, würde ich dich nicht in ihre Nähe lassen. Und du beschützt niemanden, indem du ihn wegstößt, du verletzt nur dich selbst dabei“, sagte er und hielt inne, als sein Telefon wieder zu klingeln begann. Er zog es aus der Tasche, stellte den Anruf stumm und packte es wieder weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Verstehst du, was ich dir sagen will, Edward?“ fragte er und fuhr fort, als hätte das verdammte Teil nie geklingelt. „Die Gefahr, dass Isabella bei einem Verkehrsunfall getötet wird, ist weitaus größer, als dass sie wegen etwas Belanglosem wie dir ermordet wird. Weil es genau das ist, was du bist – du bist unbedeutend. Niemand wird deiner Familie nachstellen, um Rache an dir zu nehmen, das ist unsinnig. Sie würden dich einfach töten und es hinter sich bringen. Kapierst du das? Sie könnte jetzt aus der Tür kommen und während sie die Straße überquert, von einem Auto überfahren werden, und du hättest dann für nichts und wieder nichts deine letzte Chance vertan, Zeit mit ihr zu verbringen. Die meisten von uns haben nicht die Freiheit zu wissen, wann wir unseren letzten Atemzug machen werden, also müssen wir während unseres Lebens aus jedem Moment, den wir haben, das Beste machen. Hör auf so besessen zu sein und lerne zu schätzen, was dir gerade geschenkt wurde.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hielt inne, weil sein Telefon schon wieder zu klingeln begann, Wut umschattete sein Gesicht, als er es hörte, aber diesmal schaute er nicht einmal mehr nach, wer anrief. „Ich muss mich hier um gewisse Dinge kümmern. Geh rein zu den Menschen, die du liebst – die, die dich lieben“, sagte er und drehte sich um und ging zu seinem Auto. „Du weißt nie, ob du vielleicht nur noch ein paar Stunden übrig hast.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei seinen Worten lief mir ein Schauer über den Rücken und ich sah zu, wie er in sein Auto stieg, den Motor anließ und schnell in der Einfahrt zurücksetzte. Ich blieb noch einen Moment still stehen, versuchte mich zum Teufel noch mal zu beruhigen, als die Haustür geöffnet wurde. Ich wandte meinen Kopf und sah Leah aus dem Haus treten, die in ihrer Tasche nach Zigaretten wühlte. Sie kam die Stufen herunter, zündete sich eine Zigarette an und hielt mir die Packung hin. Schweigend nahm ich eine und griff nach ihrem Feuerzeug, um sie anzuzünden. Der Rauch brannte in meiner Lunge, doch das Nikotin beruhigte meine Nerven sofort etwas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie ist niedlich“, sagte Leah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wer?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Isabella“, klärte sie mich auf und verdrehte ihre Augen. „Wer sonst?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, yeah“, erwiderte ich, überrascht von dem Thema, weil ich ihr nie etwas über Isabella erzählt hatte. Mir wurde klar, dass sie sicher irgendwo im Haus Bilder gesehen hatte, kein Wunder, so gottverdammt neugierig  sie sein konnte, aber sie hatte nie versucht, mit mir über darüber zu sprechen. „Sie ist mehr als niedlich. Kleine Kinder sind niedlich, verdammt. Sie ist wunderschön.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun war es an ihr überrascht zu dreinzublicken. „Hast du gerade eine Frau wunderschön genannt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, und?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hätte nie gedacht, das mal von dir zu hören. Ich dachte, Schlampe wäre schon ein Kompliment“, sagte sie kopfschüttelnd. „Zumindest kann ich mir jetzt sicher sein, dass du nicht schwul bist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fick dich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dazu fehlen mir die Eier“, erwiderte sie sarkastisch. „Aber Isabella macht einen netten Eindruck. Ich habe heute morgen mit ihr gesprochen. Gerade als ich fahren wollte, ist sie vor deinem Haus aufgetaucht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich habe ihr gesagt, du wärst bei deiner Familie. Sie schien erst verschreckt zu sein, ich glaube, sie hat mich für sowas wie deine Freundin gehalten“, sagte sie. Ich rümpfte meine Nase bei diesem Gedanken, konnte mir nicht einmal vorstellen, mit einer Schlampe wie Leah zusammen zu sein, und sie stieß mich lachend an. „Nun tu mal nicht so. Du könntest dich glücklich schätzen, wenn du eine richtige Frau wie mich hättest. Ich habe ihr erklärt, ich könnte es kaum ertragen, deine Böden zu schrubben und deine Wäsche zu waschen, und es gäbe auf keine Fall irgendetwas persönliches zwischen uns.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei ihrer Erklärung spannte ich mich an und beäugte sie misstrauisch. „Hast du ihr gesagt, dass ich dich für diesen Scheiß bezahle? Dass ich dich nicht dazu zwinge?“ fragte ich. Ich wollte auf keinen Fall, dass Isabella annahm, ich hätte eine Sklavin im Haus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, Mensch entspann dich. Hab ihr gesagt, dass du gutes Geld zahlst und ich mich nur deshalb mit dir abgebe“, sagte sie. „Ich schwöre, ich dachte wirklich, sie haut mir eine rein, weil ich dich als Arschloch bezeichnet habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das hätte sie verdammt noch mal ruhig tun sollen“, murmelte ich. „Irgendjemand muss das ja mal tun.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Meinetwegen“, sagte sie und verdrehte ihre Augen. „Aber du willst gar nicht, dass sie mir eine reinhaut, denn dann müsste ich zurück schlagen, und dann hätten wir beide ein wirkliches Problem.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein ernstes Problem“, sagte ich und blitzte sie an. „Solltest du jemals Hand an sie legen, mache ich dich fertig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das bezweifle ich nicht“, antwortete sie. „Obwohl ich eins nicht verstehe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was denn?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grinsend zog sie noch einmal an ihrer Zigarette, warf sie dann auf den Boden und trat sie aus. „Was zum Teufel sie jemals in dir gesehen hat. Ich meine, ernsthaft. In dir?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verdrehte meine Augen und schnippte die Zigarette auf den Gehweg. „Mach die für mich aus, ja?“ fragte ich und drehte mich, um ins Haus zurückzugehen. „Du weißt, mein Onkel flippt aus, wenn er Marlboro-Kippen vor seinem Haus liegen sieht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Arschloch“, murrte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Schlampe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Haus war immer noch ziemlich laut, als ich wieder hineinging, aber die Menschenansammlung aus dem Wohnzimmer hatte sich weitgehend zerstreut. Isabella war nirgendwo zu sehen, genau wie meine Brüder oder Rose und Alice. Ich schlendert durch die erste Etage und fand Esme in der Küche, Überraschung flackerte über ihr Gesicht, sobald sie mich sah. „Hey, Kiddo. Ich dachte, du bist mit Alec gefahren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, ich war nur etwas an der frischen Luft“, murmelte ich und holte mir eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Mein Hals pochte und war empfindlich, wahrscheinlich bildete sich schon ein Bluterguss. Ich brauchte verzweifelt einen richtigen, verdammten Drink, etwas Hartes direkt aus der Flasche, aber ich wusste, meine Familie würde das nicht gut aufnehmen. „Ist, äh... ich meine, wo...?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie ist draußen im Hof“, erwiderte sie und lächelte sanft. Sie wusste, was zum Teufel ich wollte, obwohl ich es nicht herausbekam. „Sie haben auch gedacht, du seist mit Alec gefahren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Danke“, sagte ich und öffnete die Hintertür. Ich trat in den Hof hinaus und sah sie sofort. Sie faulenzten in  Esmes Korbsesseln auf dem Rasen und waren in ein Gespräch vertieft. Ich schlenderte in ihre Richtung, war auf einmal wieder verflucht nervös, was aber sofort nachließ, als Isabella zu mir herüber sah. Sie wurde sofort munter, ein strahlendes Lächeln hellte ihr Gesicht auf und ihre Augen funkelten glücklich. Mein Herz blieb bei diesem Anblick beinahe stehen und ich musste mich zusammenreißen, um nicht sofort auf die Knie zu fallen und sie zu bitten, mich verdammt noch mal immer so anzusehen. Ich wollte sie anbetteln, mich immer zu lieben, mir alles, was ich falsch gemacht hatte, zu vergeben, sogar den Scheiß, von dem sie gar nichts wusste und niemals wissen würde. Ich wollte nicht, dass sie sich für mich schämte oder sie der Scheiß, den ich getan hatte, anwiderte, und sicher wie die Hölle wollte ich keine Enttäuschung in ihren Augen sehen. Ich wünschte mir, dass sie stolz auf mich war, und genau jetzt, in diesem Moment, wollte ich ihr schwören alles für sie zu tun, was sie sich von mir wünschte, damit sie so empfinden konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber stattdessen unterdrückte ich meine Gefühle und hielt meinen Mund, griff mir einen Stuhl von der Terrasse und leistete ihnen auf dem Rasen Gesellschaft. Ich setzte mich ihr gegenüber neben Emmett, meine Augen auf sie fixiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hey, Brüderchen“, sagte Emmett und verpasste mir einen Schlag auf den Rücken. „Schon zurück?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zuckte mit den Schultern. „Ich war gar nicht weg, habe nur etwas frische Luft geschnappt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, sicher hast du frische Luft geschnappt“, sagte Rosalie sarkastisch von ihrem Sitz an der anderen Seite von Emmett. „Du riechst nach Rauch. Das ist ekelerregend, wirklich. Himmel, setz dich nicht so in den Wind.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verdrehte meine Augen. „Es weht kein beschissenes Lüftchen, Rosalie. Also halt deine verdammte Klappe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hey Mann“, sagte Emmett und sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Rede nicht so mit der Mama meines Babys, oder...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor er weiter reden konnte, rempelte Rosalie seinen Stuhl an und stieß Emmett dabei fast um. „Wie viele Male soll ich dir noch sagen, mich nicht so zu nennen?“ spie sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Scheiße, tut mir leid, Rosie“, sagte Emmett und warf ihr einen um Verzeihung bittenden Blick zu. Ich schüttelte meinen Kopf über seine Unterwürfigkeit und fragte ihn fast, ob sie jetzt auch noch seine Eier in  ihrer verdammten Handtasche mit sich herumtrug, entschied mich dann aber, es nicht zu sagen, denn ich stand ja genau so unter dem Pantoffel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich sogar noch mehr, wenn man bedachte, dass ich bei jemandem unter dem Pantoffel stand, den ich zwei gottverdammte Jahre nicht gesehen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du rauchst?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Isabellas sanfte Stimme lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf sie, ein wissbegieriger Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. „Nicht wirklich“, murmelte ich. „Hin und wieder rauche ich eine Zigarette, aber ich mache mir keine Gewohnheit daraus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wo wir von Gewohnheiten sprechen“, sagte Emmett und zeigte auf die Flasche in meiner Hand. „Ist das wirklich Wasser, Brüderchen? Das ist nicht deine übliche Getränkewahl...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kniff meine Augen zusammen, diese beschissene Frage machte mich wütend. „Ja, es ist Wasser“, sagte ich. „Ist das wirklich so verflucht schwer zu glauben?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na klar“, antwortete er schulterzuckend. „Die einzige klare Flüssigkeit, die du seit Jahren trinkst, ist Wodka.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bullshit“, zischte ich. „Erzähl nicht solch eine Scheiße. Du hast mich in den letzten zwei Jahren doch kaum gesehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, weil du die ganze Zeit besoffen warst“, mischte sich Rosalie ein und lachte humorlos. „Du hättest dich wahrscheinlich nicht daran erinnert, uns gesehen zu haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So gottverdammt viel trinke ich gar nicht“, gab ich zurück, obwohl ich sofort wusste, dass es eine verdammte Lüge war. Ich hatte mich öfter als ich zählen konnte ins Delirium gesoffen und hatte definitiv blinde Flecken in meiner Erinnerung, es gab ganze Tage, an die ich mich nicht einmal erinnern konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hast du heute überhaupt etwas getrunken?“ fragte Alice von ihrem Platz neben Isabella. In der Hoffnung, sie würden dieses verdammte Thema endlich fallen lassen, ignorierte ich ihre Frage, aber dieses Glück hatte ich nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, wo ist dein Flachmann?“ fragte Jasper. „Hast du ihn dabei?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, schnappte ich und funkelte ihn an. Aus den Augenwinkeln sah ich Isabellas besorgten Blick und meine Magen drehte sich um. Ich Arschloch log und wir beide wussten es. „Bella hat ihn mir weggenommen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das Kätzchen hat ihn dir weggenommen?“ fragte Emmett ungläubig. Ich nickte und sie alle fingen an zu lachen, mein Bruder schlug mir noch einmal amüsiert auf den Rücken. „Wurde ja auch Zeit, dass das mal jemand tut. Und du trinkst echt zu viel, Brüderchen. Wirklich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Meinetwegen“, knurrte ich und senkte meinen Blick. Ich wollte nicht darüber sprechen; das Thema machte mich nervös, und ironischerweise brachte es mich dazu, noch mehr trinken zu wollen, als ich bereits hatte. Geistesabwesend fing ich an, mir über den Hals zu reiben, meine Unruhe wuchs. „Was soll das eigentlich? Soll das ein Eingriff in meine Privatsphäre werden, gottverdammt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht“, antwortete Jasper.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also, ihr verschwendet euren Atem, denn ich brauche das verdammt noch mal nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das sehen wir anders“, sagte Alice. „Ich meine, du hast immer schon getrunken, aber es ist schlimmer geworden. Sogar du müsstest das wissen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Lass mich zum Teufel in Ruhe, Alice.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie begann mit mir zu streiten, aber Rose unterbrach sie. „Komm, wir lassen es einfach“, sagte sie. „Yeah, dann trinkt er eben. Meinetwegen. Aber es könnte schlimmer sein. Wenigstens fickt er nicht mehr mit Molly herum.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sofort senkte sich angespanntes Schweigen über uns und langsam hob ich meinen Kopf und blitzte Rosalie an, Wut durchflutete mich. Sie sah meinen feindseligen Gesichtsausdruck und wurde bleich, fing an zu stammeln, sie hätte es nicht so gemeint, wie es sich angehört hatte und drehte sich zu Isabella, doch ich unterbrach sie. „Halt... halt einfach deine blöde Klappe, Rosalie. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt und nicht der richtige Ort für diesen Scheiß. Redet über etwas anderes, etwas, worüber ihr gesprochen habt, bevor ich hierher kam und euch verflucht noch mal unterbrochen habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir haben  immer noch Erinnerungen ausgetauscht“, sagte Jasper, warf mir einen besorgten Blick zu und versuchte das Thema zu wechseln. „Unsere Lieblingserinnerungen an Dad.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also, dann macht doch weiter“, erwiderte ich und trank aus meiner Wasserflasche. Ich war plötzlich furchtbar ausgetrocknet, meine Kehle brannte. Das Wasser war kalt und lief glatt herunter, wurde nicht von dem Brennen oder der Wärme begleitet, die ich mir verdammt noch mal so erflehte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie wär's mit der Sache, als dieser große Sturm im Anzug war und wir die Schule geschwänzt haben, um zum First Beach herunterzufahren?“ fragte Emmett. Ich seufzte, wusste ganz genau, von welchem verdammten Tag er sprach, da stimmten die anderen auch schon ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Keiner von uns wollte ins Wasser, weil es so wellig war, aber Jacob hat Edward zum Surfen herausgefordert“, sagte Jasper.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So verdammt bescheuert“, murmelte Rosalie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hat versucht, diese große Welle zu reiten, den Scheiß aber falsch berechnet und ist von ihr unter Wasser gerissen worden. Als er plötzlich verschwunden war, sind wir am Strand alle in Panik geraten“, fügte Emmett hinzu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh Gott, das war furchtbar“, sagte Alice. „Ich hatte geglaubt, er würde ertrinken. Und ich habe Jasper angeschrien ihn da rauszuholen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall wäre ich in dieses Wasser gegangen“, sagte Jasper, schüttelte seinen Kopf und lachte trocken. „Ich hatte Em gesagt, er solle reingehen, aber er hatte mich nur angesehen, als wäre ich verrückt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall hätte ich Emmett da rausschwimmen lassen“, sagte Rosalie bestimmt. „Man hätte echt gehirntot sein müssen, um an diesem Tag ins Wasser zu gehen. Jacob, das Arschloch, hatte ihn herausgefordert, also hätte er ihm auch helfen müssen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, aber Jacob war ‘ne Pussy“, fügte Emmett hinzu. „Er wäre auch abgesoffen. Die beste Schwimmerin unserer Gruppe war Alice.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ernsthaft?“ fragte Alice ungläubig. „Ihr hattet erwartet, dass ich ihn rette?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, warum nicht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weil sie gerade mal neunzig Pfund wiegt, Emmett“, sagte Jasper. „Sie hätte Edward gar nicht aus dem Wasser ziehen können.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du denkst, ich wiege neunzig Pfund?“ fragte Alice und sah ihren Freund überrascht an. Er zuckte zögernd mit den Achseln, und sie verschränkte lächelnd ihren Arm mit seinem. „Du bist so süß.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rosalie verdrehte stöhnend ihre Augen. „Ich schwöre euch, ihr seid alle Idioten. Edward ist aus freien Stücken ins Wasser gegangen. Wäre etwas passiert, wäre das seine eigene Schuld gewesen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Streitet nicht deswegen, ich musste ja gar nicht gerettet werden“, unterbrach ich sie. „Aber schön zu wissen, dass ihr meinen Arsch hättet absaufen lassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also war alles in Ordnung mit dir?“ fragte Isabella neugierig, sah sich um und wartete darauf, dass sie die Geschichte fertig erzählten. „Was ist dann passiert?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Polizei kam vorbei gefahren, sie wollten wegen des Sturms den Strand kontrollieren und haben Alice schreien gehört, also haben sie angehalten. Etwa zur gleichen Zeit war Edward aus dem Wasser gekommen... nackt“, sagte Emmett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du warst nackt?“ fragte Isabella verblüfft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich seufzte. „Ja, aber das war keine verdammte Absicht gewesen. Gleich die erste Welle hat mir meine Shorts vom Arsch gerissen. Ich habe so lange gebraucht wieder herauszukommen, weil ich das verdammte Ding gesucht habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, also kam Edward genau in dem Moment nackt den Strand hinauf gelaufen, als die Polizisten aus dem Auto stiegen“, sagte Jasper und kicherte, bevor er weiter sprach. „Und als wäre die Situation nicht schon schlimm genug gewesen, war einer der Cops auch noch eine Frau.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie war fassungslos“, sagte Emmett und begann zu lachen. „Sie hat angestrengt versucht, nicht auf seinen Schwanz zu starren, aber er ist einfach direkt auf sie zugegangen, als wäre es keine große Sache, und dann mit den Händen auf seinen Hüften vor ihr stehen geblieben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und“, fuhr Jasper fort, „er hat sich direkt vor ihr gebückt, um aus der Kühlbox etwas zu trinken zu holen, und ihr sogar etwas angeboten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das war ja nicht das Schlimmste“, sagte Rosalie. „Die Polizistin war sowieso schon durcheinander, und er hatte nicht besseres zu tun, als sie anzumachen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe sie nicht angemacht“, sagte ich kopfschüttelnd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Doch, hast du“, sagte Alice. „Du hast sie gefragt, ob sie ihre Handschellen schon mal im Schlafzimmer benutzt hat und hast einen furchtbaren Scherz über deinen Knüppel gemacht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gluckste bei der Erinnerung. „Ich hab sie doch nur verarscht. Hey, sie hat auf meinen Schwanz gestarrt...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und was hat sie gemacht?“ fragte Isabella neugierig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie hat genau das getan, was sie hätte tun sollen“, sagte Rosalie. „Sie hat den Blödmann eingebuchtet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wisst ihr, ich habe keine Ahnung, was zum Teufel das mit Dad zu tun hat“, warf ich ein. „Wir wollten uns doch an ihn erinnern und nicht an den Scheiß, den ich gemacht habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, er musste dich ja wohl von der Polizeiwache abholen, oder?“ fragte Jasper.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na, dann erzählt mal weiter.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er war so angepisst“, sagte Emmett. „Wir sollten eigentlich in der Schule sein, aber er hat im Krankenhaus einen Anruf bekommen, dass wir alle die Schule geschwänzt hatten und Edward wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses eingebuchtet worden war.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist ja auch egal. Ich wurde jedenfalls nie angeklagt“, murmelte ich mich daran erinnernd, wie mein Vater mir an diesem Tag zum ersten Mal angedroht hatte mich wegzuschicken. Ich hätte ihn in Verlegenheit beschämt, hatte er gesagt, mein Benehmen beeinträchtige seinen Ruf. Damals hatte mich das einen Scheißdreck interessiert, aber heute fühlte ich mich schuldig. Das war alles so verdammt belanglos, aber er hatte so hart daran gearbeitet, unsere Leben von der Kriminalität fernzuhalten, und ich hatte nicht besseres zu tun gehabt, als uns wieder hineinzuziehen. „Sie haben mir nur nahegelegt, in Zukunft meine Sachen anzubehalten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und? Hast du?“ fragte Rosalie grinsend. „Wenn ich mich recht erinnere, hat dir die Polizistin ihre Telefonnummer zugesteckt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich?“ keuchte Isabella.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, sie hat mir ihre Nummer gegeben“, murmelte ich. „Aber nein, ich habe sie nicht gefickt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie hat ihm nur einen geblasen“, erwiderte Emmett lachend. „Am gleichen Abend.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall! Wirklich?“ sagte Rosalie und sah mich schockiert an. Ich nickte zögernd, ich wusste, das war nicht einer meiner tollsten Momente gewesen, und sie stöhnte. „Das ist ja ekelhaft.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Meinetwegen, Rose. Sei bloß nicht neidisch, weil du mir nie einen blasen durftest.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Örks, ist das ekelhaft!“ spie sie. „Ich würde dir nicht einmal mit dem Mund von Jessica Stanley einen blasen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist sie jetzt nicht deine Freundin?“ fragte Jasper und sah Rosalie an. „Ganz schön brutal, so etwas über eine Freundin zu sagen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was erwartest du denn?“ fragte ich. „Sie ist eine Schlampe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hey“, rief Emmett und kniff seine Augen zusammen. „Sag nicht so einen Scheiß über die Mama meines Bab...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Emmett.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir saßen noch eine Weile länger dort, die Atmosphäre entspannte sich, sie erzählten noch mehr Geschichten und wir tauschten spielerische Neckereien aus. Es fühlte sich an wie in alten Zeiten, immer noch fassungslos beobachtete ich Isabella. Sie schien ganz locker zu sein, sie lächelte und lachte, aber außer einer Frage hier und dort trug sie nicht viel zur Unterhaltung bei. Ich wollte ihre Stimme hören und ihren Geschichten lauschen, wollte wissen, was sie getan hatte, während sie allein dort draußen in der Welt war. Ich wollte alles erfahren und stechende Eifersucht durchfuhr mich, als mir klar wurde, wie viel ich verpasst hatte. Ich wusste, es war meine eigene verdammte Schuld, schließlich hatte ich sie verlassen, aber sie hatte im Prinzip ein ganzes Leben, von dem ich sehr wenig wusste, und der Scheiß gefiel mir überhaupt nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da die anderen Gäste nach und nach gingen, kam Esme nach draußen und setzte sich zu uns, ließ uns noch an ein paar weiteren Geschichten teilhaben. Hin und wieder sah Isabella zu mir herüber, ihre Wangen wurden rot und sie grinste schüchtern, Spuren des scheuen Mädchens, an das ich mich erinnerte, schimmerten durch. Das gab mir Hoffnung, etwas, das ich für so lange verfluchte Zeit nicht gefühlt hatte – nicht, seitdem ich damals in Forks durch die Tür gegangen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann ging ich zur Toilette, und als ich wiederkam, bemerkte ich, dass sie sich in Gruppen aufgeteilt hatten. Alice und Jasper gingen zusammen weg, Emmett telefonierte. Ich schlenderte hinüber und setzte mich neben ihn, versuchte, sein Gespräch auszublenden, sodass es nicht so wirkte, als lausche ich. Rosalie, Esme und Isabella waren in einem Gespräch vertieft und ich beobachtete sie, die Gefühle überwältigten mich wieder, als ich sah, dass sie eine Hand flach auf Rosalies Bauch legte. Sie fühlte die Tritte des Babys, heftige Sehnsucht erfasste mich bei dem Anblick und ich versuchte sie zurückzukämpfen, denn ich hatte keinerlei Recht, mich nach dem Scheiß zu verzehren. Mit meinem Eid für die Organisation hatte ich meine Rechte abgegeben und meine beschissene Wahl getroffen, und ihnen nachzutrauern war nur verfluchte Zeitverschwendung. Ich konnte dieses gottverdammte klischeehafte Leben mit einem verdammten großen Haus und einem weißen Lattenzaun, 2,5 Kindern und einem Golden Retriever namens Buddy nicht haben. Die Welt, in der ich lebte, würde immer von Gewalt geprägt sein, dort gab es keinen Sonnenschein und keine Regenbögen, nur anhaltende Stürme am Horizont, die alles verdunkelten und jeden Moment freigesetzt zu werden drohten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Sicherheit war dies kein Ort für eine Familie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und wann bist du soweit?“ fragte Isabella.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Zum Jahresende“, erwiderte Rosalie. „Es kann nicht schnell genug kommen. Ich fühle mich so verdammt aufgeblasen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du siehst wunderschön aus“, sagte Isabella mit ernster Stimme. „Du strahlst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Danke“, sagte Rosalie lächelnd. „Obwohl ich mich wie ein Schwein fühle.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ist das nicht eigenartig?“ fragte Isabella zögernd. „Ich habe vorher noch nie wirklich mit einer Schwangeren gesprochen. Ist es nicht seltsam, dass sich in dir so ein winziges Menschlein bewegt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ein bisschen“, antwortete sie. „Es fühlt sich irgendwie an, als sei mein Körper übernommen worden und gehöre mir nicht mehr selbst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich frage mich immer, ob das wie in Horrorfilmen ist, wenn die Aliens die Körper der Menschen übernehmen“, sagte Isabella. „Weißt du, wie die Invasion der Körperfresser.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rosalie lachte. „Nun, so extrem ist es natürlich nicht, aber ungefähr so. Aber es ist ein schönes Gefühl, die Bewegungen des Babys zu spüren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Möchtest du auch einmal Kinder haben, Isabella?“ fragte Esme. Bei dieser Frage verspannte ich mich, hatte Angst vor der gottverdammten Antwort. Isabella erstarrte kurz, zog dann ihre Hand von Rosalies Bauch. Wir hatten uns früher darüber unterhalten, und ich hatte ihr gesagt, dass wir eine große Familie haben könnten, hatte ihr so viele Kinder versprochen wie sie wollte. Das war, bevor dies alles geschehen war, damals, als ich naiv geglaubt hatte, wir kämen aus allem unbeschadet heraus. Ich war mir nicht sicher, was sie fühlte, ob sie diesen Scheiß überhaupt noch mit mir wollte. Mir wurde klar, ich überforderte mich selbst, bekam ich ihr Auftauchen hier doch kaum in meinen verdammten Schädel. Unsere mögliche Zukunft plagte meinen Geist, nichts ergab mehr einen Sinn. Einerseits konnte sie jede verdammte Sekunde mit Leichtigkeit aufstehen, weggehen und niemals zurücksehen, aber andererseits war es auch gut möglich, dass sie blieb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was dann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich wollte das, ja“, erwiderte sie nach einem Moment. „Allerdings bin ich mir nicht wirklich mehr sicher, was ich will. Ich meine, dort draußen gibt es so viele Kinder, die ein Zuhause brauchen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du, Alec und ich haben über eine Adoption nachgedacht“, sagte Esme. „Das ist so etwas Selbstloses. Ich habe Elizabeth und meinen Bruder immer für die Entscheidung Emmett zu adoptieren respektiert. In unserer Welt wird großer Wert auf die Bedeutung der Blutlinien gelegt, und aus diesem Grund würden es so viele Familien, die wir kennen, nicht tun, aber ich denke, das wäre wundervoll.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du und Alec habt darüber nachgedacht ein Kind zu adoptieren?“ fragte Rosalie, sie klang genau so verdammt überrascht wie ich mich fühlte. Alec als Vater war etwas, das ich mir nicht vorstellen konnte, sein Auftreten war einfach zu verflucht kalt für sowas. Als ich ein Kind war, hatte er mir schon eine Todesangst eingejagt, wenn er nur den gleichen Raum wie ich betrat. Ich konnte mir nicht vorstellen, mit diesem Flachwichser zu leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, haben wir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wolltet ihr irgendwann mal eigene Kinder haben?“ fragte Isabella. Esme zuckte mit den Schultern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Als ich jünger war“, erwiderte sie, „aber das wollen die meisten Mädchen, denke ich. Aber ich wusste von Anfang an, dass Alec keine Kinder wollte, also war das nichts, woran ich mich geklammert habe. Mein Ehemann, gepriesen sei sein Herz, ist tief drinnen ein guter Mann, aber er kommt nicht gerade aus der liebevollsten Familie. Er meinte, er wolle kein Kind mit seiner DNA verfluchen, was mir verrückt erscheint, aber ich respektiere seine Entscheidung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend hielt sie inne. „Er war immer felsenfest davon überzeugt, dass die Welt, der er angehört, kein Ort ist, an welchem ein Kind aufwachsen sollte“, sagte sie und überraschte mich, indem sie die die gleiche gottverdammte Sorge aussprach, die mich plagte. „Über die Jahre ist er in seiner Ansicht allerdings weicher geworden. Deshalb denken wir schon eine Weile über eine Adoption nach, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Zug inzwischen für uns abgefahren ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist nie zu spät“, sagte Isabella leise. „Du wärst eine tolle Mutter. Solltest du irgendwann adoptieren wollen, wüsste ich vielleicht ein oder zwei Kinder, die sich glücklich schätzen würden, dürften sie zu euch kommen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Esme lächelte warm und zog Isabella in ihre Arme. Zur gleichen Zeit klappte Emmett sein Telefon zu. „Rose, Baby, wir müssen los“, sagte er, erhob sich und ließ seinen Blick über uns schweifen. „Es war nett, mal wieder mit euch abzuhängen. Wir sollten uns öfter treffen, nicht nur wenn... ihr wisst schon... etwas passiert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah“, murmelte ich, auch von den anderen kam zustimmendes Raunen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie verabschiedeten sich, rangen Isabella das Versprechen ab, in Verbindung zu bleiben und machten sich dann auf den Weg. Jasper und Alice brachen kurz nach ihnen auf, und Esme entschuldigte sich mit der beschissenen Ausrede, sie müsse sich um irgendetwas kümmern, huschte davon und ließ Isabella und mich allein. Einen Augenblick saßen wir schweigend da, starrten uns an. Die Luft zwischen uns lud sich mit unausgesprochenen Fragen auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Möchtest du, ähm...“, setzte ich an, ohne zu wissen, was ich sagen oder wo zur Hölle wir anfangen sollte. „Fuck, ich weiß auch nicht. Möchtest du einen Kaffee trinken gehen oder so? Macht man das nicht so?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Achselzuckend lachte sie leise. „Ich weiß nicht, wie andere das sehen, aber für mich klingt es nett.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gut“, murmelte ich. Meine verdammten Nerven spielten auf ein Neues verrückt, Übelkeit regte sich in meine Magengrube. Ich hatte Angst es zu vergeigen; machte mir Sorgen, etwas Falsches zu sagen und damit jegliche Chance, den Scheiß zwischen uns in Ordnung zu bringen, zu ruinieren. Ihr einen zaghaften Blick zuwerfend hielt ich ihr meine Hand entgegen, der bange Ausdruck in ihrem Gesicht weckte Zweifel in mir. Weil sie meine Hand nicht nahm, ließ ich sie schnell wieder fallen und schob sie in meine Hosentasche. „Du musst nicht. Ich... Himmel, warum ist das nur so verdammt peinlich?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß nicht. So sollte es nicht sein. Ich meine, es sind nur wir. Und es ist nicht so, dass ich deine Hand nicht nehmen will“, sagte sie und stand auf. „Aber du bist verletzt, und ich möchte dir nicht weh tun.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, sagte ich, zog meine Hand aus der Tasche und betrachtete sie. „Es geht schon, keine Sorge. Du wirst mir nicht weh tun.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nervös auf ihrer Unterlippe kauend streckte sie mir ihre Hand entgegen, und ich nahm sie lächelnd, verwob unsere Finger miteinander. Sanft drückte ich ihre Hand und jaulte auf, als der Schmerz in mein Handgelenk schoss. Entgegen meiner Behauptung ging es meiner Hand eindeutig gar nicht gut. Noch immer tat sie beschissen weh, sie musste genäht werden oder so, aber ich war zu abgelenkt gewesen, um zum Arzt zu gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es geht schon“, sagte ich noch einmal, als ich ihr Stirnrunzeln bemerkte.&lt;br /&gt;„Was hat der Arzt dazu gesagt? Wie schlimm ist es?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß es nicht“, murmelte ich, ließ ihre Hand los und machte mich daran, den Verband abzuwickeln. „Der Rettungssanitäter meinte, es wäre nichts Ernstes, also war ich nicht im Krankenhaus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald der Verband unten war, hielt ich ihr meine Hand hin, die sie stöhnend nahm. Der Handrücken war rot, sie drückte ihre Finger in meine Haut und seufzte, als ich mein Gesicht verzog. „Es ist entzündet, weißt du“, sagte sie. „Du solltest wirklich zum Arzt gehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Woher weißt du das?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Im Ernst?“ fragte sie, mit erhobenen Augenbrauen sah sie mich an, als hätte ich eine beschissenen dämliche Frage gestellt. „In Phoenix haben wir uns oft verletzt, zu einem Arzt durften wir aber nicht gehen, also wurden wir mehr oder weniger zu Experten, was das Aufspüren von Problemen betrifft. Deine Hand ist entzündet und empfindlich, ganz offensichtlich heilt sie nicht gescheit ab, Edward. Ich habe Menschen an weit weniger ernsten Sachen als dieser hier sterben sehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, sagte ich, betrachtete meine Hand und kam mir wie ein verdammter Idiot vor. „Kann ich sie in verfluchtes Peroxid oder Alkohol oder sowas tauchen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist immer noch so stur“, murmelte sie und nahm so sanft meine Hand, dass sie verdammt noch mal kaum meine Finger berührte. „Du könntest es versuchen, denke ich, aber besser wäre es, zum Arzt zu gehen und dir ein Antibiotikum gehen zu lassen“, sagte sie mich beschwörend anblickend, ehe sie weitersprach, „also bitte geh... für mich?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich seufzte resigniert und war teilweise gottverdammt genervt, dass sie immer noch ganz genau wusste, wie sie mich herumkriegen konnte. „Meinetwegen. Ich werde morgen gehen oder einen Termin machen“, brummte ich. „Aber nicht jetzt. Jetzt habe ich ein Date... oder was immer das auch ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Date“, wiederholte sie, ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um zu vermeiden, von irgendjemandem gesehen zu werden, gingen wir seitlich um das Haus herum, denn ich war nicht in der Stimmung für beschissenes, als Anteilnahme verkleidetes Mitleid. Nervös ging ich mit ihr die Straße entlang, und obwohl ich meinen Kopf gesenkt hielt, war ich mir all dessen, was um uns herum geschah, sehr wohl bewusst. Was Alec gesagt hatte, war egal, das konnte meine Paranoia nicht verhindern. Aro war immer noch irgendwo da draußen, und bis ich mir nicht sicher war, dass man sich um ihn gekümmert hatte, würde ich mich auf keinen gottverdammten Fall entspannen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Isabella wollte die Straße überqueren, als wir uns ihrem Auto näherten, doch ich hielt sie kopfschüttelnd auf. „Ich muss mich vorher umziehen. Diese verdammten Schuhe bringen mich um.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, okay“, erwiderte sie und folgte mir zu meinem Haus. Nachdem wir es erreicht hatten, ließ ich sie los und zog meinen Schlüsselbund heraus, schloss die Haustür auf und stieß sie auf. Dann bedeutete ich ihr einzutreten, und lächelnd ging sie ins Haus, ihre Augen huschten neugierig umher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Öhm, Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, Badezimmer und Waschküche und sowas alles“, sagte ich auf die Räume im Untergeschoss zeigend. „Das Zimmer gegenüber des Wohnzimmers, am Ende des Flurs, war früher, als ich noch ein Kind war, das Büro meines Vaters, aber im Moment steht es einfach voller Kisten und Scheiß. Ich habe mir nie die Mühe gemacht alles auszupacken.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wirklich?“ fragte sie. „Du wohnst seit fast zwei Jahren hier und hast immer noch nicht ausgepackt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich denke, ich hatte wohl anderen Scheiß im Kopf“, sagte ich achselzuckend. „Egal, fühl dich wie zu Hause. Ich bin gleich wieder da.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ließ sie im Flur stehen und eilte nach oben, zog meine Schuhe aus und warf sie in den Schrank, dann entledigte ich mich meiner Klamotten, zog eine Jeans und ein grünes langärmliges Hemd an, dazu meine grün-weißen Nikes und ging ins Badezimmer. Dort machte ich meine Haare nass und fuhr mit den Fingern hindurch, was meine beschissene Hand nur noch mehr schmerzen ließ. Ich durchsuchte die Schränke, fand eine Flasche Peroxid und gab etwas davon auf meine Hand. Die Wunde brannte höllisch, fluchend pustete ich sie an, um das bescheuerte Brennen zu lindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innerhalb von Minuten war ich wieder auf dem Weg nach unten und hielt inne, als ich Isabella im Wohnzimmer stehen sah. Sie hatte mir den Rücken zugedreht und starrte das Gemälde an, das ich über dem Klavier aufgehängt hatte, das Gemälde, von dem ich gottverdammt genau wusste, dass sie es gemalt hatte. Ich schmunzelte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist schön“, sagte ich, meine Stimme erschreckte sie. Zusammenzuckend fasste sie sich an die Brust und drehte sich herum, um mich anzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe dich nicht zurückkommen hören“, murmelte sie, ihre Augen tasteten mich von oben bis unten ab und kehrten dann zu meinem Gesicht zurück. Ich schmunzelte, als ich ihre Musterung bemerkte, und errötend, weil ich sie ertappt hatte, drehte sie sich wieder dem Gemälde zu. Ich ging weiter und trat an ihre Seite. „Was siehst du, wenn du es betrachtest?“ fragte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das sollte ich wohl eher dich fragen“, entgegnete ich. „Oder eigentlich sollte ich dich fragen, was du gedacht hast, als du es gemalt hast.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du weißt es?“ fragte sie zögernd und sah mich überrascht an. Ich nickte und ihre Röte vertiefte sich. „Woher? Hat Esme es dir gesagt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, sie würde mir nie irgendwelchen Scheiß verraten. Ich hab es mehr oder weniger herausgefunden“, erwiderte ich. „Ich bin sogar nach Kalifornien geflogen, nachdem ich alle Puzzleteile zusammengefügt hatte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du?“ fragte sie verblüfft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, aber du warst schon verschwunden“, sagte ich. „Ich habe deine Freundin Emily getroffen... ich glaube, so hieß sie. Sie war irgendwie zickig, ich habe keine Ahnung, was zur Hölle dich geritten hat, dich mit einer wie ihr abzugeben, jedenfalls erzählte sie mir, du wärst verschwunden. Sie schien sich wirklich um dich zu sorgen und hat mir für den Fall, dass ich dich wiedersehe aufgetragen dir auszurichten, dass du dich bei ihr melden sollst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wow“, murmelte sie, ansonsten gab sie keinen Kommentar dazu ab. Sie schien tief in Gedanken versunken zu sein, ihre Stirn war gerunzelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du, du wärst um einiges leichter zu finden gewesen, hätte ich gewusst, dass du nicht unter dem Namen Swan unterwegs warst“, sagte ich nach einem Moment des Schweigens. „Was hat es damit überhaupt auf sich? Warum hast du deinen Namen geändert?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie seufte. „Es war Alecs Idee. Nachdem mich der Bundesagent in Seattle ausfindig gemacht hatte, bin ich...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„DiFronzo?“ unterbrach ich sie. Sie nickte und erzählte mir von den Ereignissen im diesem Park, die sie letztendlich nach Kalifornien gebracht hatten, erklärte mir all den Scheiß, den Alec im Versuch sie zu schützen getan hatte. Endlich leuchtete mir ein, warum er verdammt nochmal so ausgetickt war, nachdem er herausgefunden hatte, dass ich losgezogen war, um sie zu suchen, und warum er mir, sobald ich zurückgekommen war, in den Arsch getreten hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber es war alles sinnlos, denn irgendwann haben sie mich trotzdem gefunden“, sagte sie. „Deshalb habe ich Kalifornien verlassen“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wieder Agent DiFronzo?“ fragte ich. Sie schüttelte ihren Kopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, erwiderte sie, zögerte und sprach dann leise weiter. „Die Mafia.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit gerunzelte Stirn begann ich ihr Fragen zu stellen, wollte wissen, wer zum Teufel sie aufgespürt hatte, aber sie räusperte sich und wechselte eilig das Thema. „Also, beantwortest du nun meine Frage?“ forderte sie. „Ich möchte wissen, was du siehst, wenn du das Gemälde betrachtest.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich denke, ich sehe mein Leben“, erwiderte ich es anstarrend. „Die Musik ist wie das Gute in meinem Leben, Scheiß, der mich glücklich macht, und das Rot erinnert ich irgendwie an Blut und die andere Seite meines Lebens – an den Teil, den ich verdammt nochmal hasse. Und alles ist undeutlich und ineinander verwoben, denn egal, wie sehr ich es auch will, kann ich diese beiden Teile verflucht noch mal nicht mehr voneinander trennen. Das bin einfach alles... ich, glaube ich. Ich kann keinen Scheißdreck dagegen machen, nur damit klarkommen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Isabella umschlang meinen Arm und lehnte ihren Kopf an meine Schulter. „Was jemand in einem Gemälde sieht, sagt eine Menge über ihn aus, weißt du.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und was sagt es über mich aus? Dass ich abgefuckt bin?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, erwiderte sie. „Es sagt mir, dass du immer noch der gleiche Edward Cullen bist, an den ich mich erinnere, der gleiche Mensch, der geschworen hat, mich niemals zu verlassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schloss meine Augen, ihre Worte jagten stechende Schmerzen durch meine Brust. Verdammt, ich hatte sie angelogen und mein Versprechen gebrochen, hatte sie direkt nach meinem Schwur verlassen. „Ich habe dich enttäuscht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, hast du nicht“, versicherte sie. „Denn du bist immer noch der gleiche Mensch, der geschworen hat alles zu tun, was er tun musste, um meine Sicherheit zu gewährleisten. Es war einfach nur schade, dass du, um ein Versprechen zu halten, ein anderes brechen musstest. Deshalb verrät mir das, was du über das Gemälde gesagt hast, dass du noch immer der gleiche Mensch bist. Du bist innerlich zerrissen und versuchst herauszufinden, was du mit den Stücken anfangen sollst, wie sie zusammen gehören, um das richtige Gesamtbild entstehen zu lassen. Du hast es vielleicht noch nicht herausgefunden, gibst aber weiterhin dein Bestes. Das ist der Edward Cullen, an den ich mich erinnere, der, den ich liebe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich befreite mich aus ihrem Griff, schlang meine Arme um sie und zog sie an mich. „Sag es noch einmal“, raunte ich, vergrub mein Gesicht in ihrem Haar und atmete tief ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich liebe dich“, sagte sie ohne zu Zögern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hmmm, sag es noch einmal, aber diesmal wieder mit einem ‚verdammt nochmal‘“, entgegnete ich. „Der Scheiß war heiß.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lachend schüttelte sie ihren Kopf. „Jetzt forderst du dein Glück heraus.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich musste es zumindest versuchen“, sagte ich glucksend. „Und ich liebe dich auch, tesoro.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir schwiegen eine Weile, hielten uns einfach nur in den Armen, dann sagte sie: „Valentinstag.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irritiert runzelte ich meine Stirn. „Valentinstag?“ fragte ich mich, verwundert, wovon zur Hölle sie sprach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Valentinstag“, erwiderte sie. „Daran habe ich gedacht, als ich es gemalt habe, an die Nacht, die wir gemeinsam im Port Angeles im George Washington Inn verbracht haben. Du hast zum ersten Mal ‚18th Floor Balcony‘ für mich gespielt und all diese Rosen im Zimmer verteilt, und von daher kommen die Musik und das Rot im Gemälde. Es schlängelt sich alles so ineinander, weil es das erste Mal war, dass wir zusammen waren, das erste Mal, dass du mit mir geschlafen hast. Und das hitzige Flirren über allem ist dort, weil die Nacht, nun... heiß war.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wow“, sagte ich verblüfft und sah das Bild an der Wand noch einmal an. Nachdem sie es erklärt hatte, leuchte alles absolut ein, seine Bedeutung machte das Gemälde nur noch außergewöhnlicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe nie eines meiner Werke weggegeben, weil sie alle so persönlich sind, aber dieses eine drehte sich genauso sehr um dich wie um mich, also habe ich Esme gebeten, es dir zukommen zu lassen“, erklärte sie. „Es war das erste Bild, das ich in Kalifornien gemalt habe. Die Aufgabe lautete, eine Darstellung des schönsten Tages in unserem Leben zu malen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das war der schönste Tag in deinem Leben?“ fragte ich. Sie nicke, und ich umarmte sie fester. „Weißt du, wenn du mir solchen Scheiß erzählst, verpasst du mir noch ein Riesen-Ego.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie lachte. „Du hast schon ein Riesen-Ego.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schmunzelnd mühte ich mich bei ihren Worten, mein Lachen zu unterdrücken. „Mein Ego ist nicht das einzige riesige Teil an mir, Bella“, entgegnete ich, die Worte kamen ohne groß nachzudenken einfach heraus. In ihrer Nähe fiel es mir verdammt nochmal viel zu leicht, mich zu entspannen und einfach ich selbst zu sein. Stöhnend rückte sie von mir ab, doch an ihren Augen, die instinktiv zu meinem Schritt wanderten, und an der Röte, die ihr Gesicht überzog, konnte ich erkennen, dass sie keine Einwände gegen meine Feststellung hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann nicht glauben, dass du das gesagt hast“, nuschelte sie, wandte ihren Blick ab und gab sich die größte Mühe, ihr Gesicht vor mir zu verbergen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was denn, zu früh?“ fragte ich glucksend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sagte gar nichts, sah sich einfach nur kopfschüttelnd im Zimmer um. Ihre Augen wurden vom Klavier angezogen, sie ging darauf zu und fuhr sachte mit ihren Fingern über die Tasten. Angespannt wartete ich auf die Klänge, die durch das Zimmer hallen würden, doch sie drückte keine Taste nach unten, um irgendwelche Noten erklingen zu lassen. Ihr Schweigen machte mich nervös, und ich wünschte mir ein gottverdammter Gedankenleser zu sein. Ehe ich allerdings dazu kam sie zu fragen, was zur Hölle sie gerade dachte, platzte aus ihr die letzte Frage heraus, die ich in diesem Moment zu hören erwartet hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward, wer ist Molly?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überrascht erstarrte ich, und sie sah mich fragend an, weil ich nicht gleich antwortete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist in Ordnung, wenn sie deine, ähm... du weißt schon... Ich meine, wir waren nicht zusammen, also ist es keine große Sache“, stammelte sie, hielt dann aber inne und verzog ihr Gesicht über ihre eigenen Worte. Ihre Reaktion verriet mir, dass sie log und dass es für sie ganz eindeutig eine beschissen große Sache war. Ich erinnerte mich an meine Empfindungen, als ich mir Sorgen gemacht hatte, sie würde mit anderen Männern ausgehen und mit ihnen schlafen, allein nur der Gedanke, ein anderer Mann würde sie verdammt nochmal jemals berühren, brachte mein Blut vor Wut zum Kochen. Meine Hände zu Fäusten geballt versuchte ich, dieses beschissene Bild aus meinem Kopf zu schieben. Bella verspannte sich, als sie meine feindselige Körperhaltung bemerkte. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie mich an und fing wieder an zu stammeln, sagte mir, ich solle es vergessen, weil es sie nichts anginge, mit wem ich zusammen gewesen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich war mit niemandem zusammen, Bella“, schnitt ich ihr kopfschüttelnd das Wort ab. Verwirrung überzog ihr Gesicht, und ich stöhnte, wünschte, ich müsse ihr verdammt nochmal nie von dem Scheiß erzählen, den ich in ihrer Abwesenheit getan hatte. Besonders angesichts der Tatsache, wie ich gewesen war, bevor wir uns kennengelernt hatten, konnte ich ihr nicht vorwerfen, wenn sie glaubte, Molly wäre eine Frau. Wer hätte denn verflucht nochmal gedacht, dass Edward Cullen freiwillig abstinent werden würde? „Molly ist kein Mensch; so nennt man reines Ecstasy Pulver.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Molly ist eine Droge?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja. Ich war eine Zeit lang total abgefuckt und süchtig danach, weil ich mich verzweifelt wieder gut fühlen wollte. Es hätte mich wahrscheinlich umgebracht... nun, fuck, es hat mich beinahe umgebracht, aber ich wäre jetzt definitiv tot, hätte Alec nicht eingegriffen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hat dich davon losbekommen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja. Nun, nein, genau genommen hast du mich davon losbekommen. Er hat mich eine Nachricht hören lassen, die du ihm hinterlassen hast, darüber, dass du dich einlebst und in die Schule eingeschrieben hast und all solchen Scheiß, und mir im Grunde gesagt, dass du dich an dein neues Leben gewöhnst und ich ein beschissener Versager und eine Enttäuschung wäre, wenn ich nicht das Gleiche mache.“ Kopfschüttelnd hielt ich inne. „Na ja, er hat nicht genau diese Worte benutzt, aber das war der Punkt, auf den es ankam.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mich schockiert anstarrend nahm sie meine Worte in sich auf, und voller Angst darüber, wie ihre Antwort ausfallen würde, fuhr ich  mir nervös mit einer Hand durch meine Haare. „Hat es funktioniert?“ fragte sie neugierig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hat was funktioniert?“ wollte ich mit irritiert erhobenen Augenbrauen wissen. „Ich hab dir gesagt, dass ich aufgehört habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, ich meine Molly“, verdeutlichte sie. „Hat sie dich besser fühlen lassen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seufzend wandte ich den Blick ab und dachte über die Frage nach. Wieder sah ich das von ihr gemalte Bild an, bei dessen Bedeutung sich Wärme in meiner Brust ausbreitete. „Yeah, hat es, für eine Weile, aber es war nicht echt. Egal wie high ich war, ich habe nie die Glückseligkeit gefunden, nach der ich suchte. Ich habe mich nie so gut gefühlt, wie an jenem Tag mit dir in Port Angeles, und das war, was ich zurück haben wollte.“ Ihr einen schnellen Blick zuwerfend hielt ich inne. „Es war auch der schönste Tag meines Lebens, weißt du.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt werde ich ein großes Ego bekommen“, sagte sie spielerisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schmunzelte. „Ich habe etwas anderes Großes, das du bekommen kannst, tesoro.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward!“ keuchte sie. Glucksend griff ich nach ihr und zog sie in meine Arme. Sie blickte zu mir auf, ihre Augen funkelten wieder voller Emotionen. Wir standen kurze Zeit da und sahen uns an, die Luft um uns herum lud sich auf, als sie ihre Arme um meine Taille schlang. Mein Herz fing an zu rasen, das Blut rauschte wie wild durch meine Venen, meine Haut prickelte unter ihrer Berührung. Ihre Miene veränderte sich, ein ernster Ausdruck erschien auf ihrem Gesicht, und mein Atem stockte, als ihre Zunge herausschlüpfte und ihre Unterlippe befeuchtete. Zögernd, um ihre Reaktion abschätzen zu können, rückte ein Stück nach vorn, ihre Augen schienen instinktiv zu meinem Mund zu huschen. Das nahm ich als Zeichen und hoffte höllisch, dass ich es nicht versaute, neigte meinen Kopf herab und strich mit meinen Lippen sanft über ihre. Sie verhielt sich weiter still, und ich zog mich wieder zurück, wollte sie verdammt nochmal nicht überfordern, doch sie packte meinen Hinterkopf, um meine Bewegung zu unterbinden. Auf Zehenspitzen stehend zog sie mich zu sich zurück und drückte ihre Lippen fest auf meine. Ihr Mund bewegte sich kraftvoll, ihre Lippen teilten sich, ihre Zunge kam heraus und streifte meine. Ich stöhnte, als wir den Kuss vertieften und zog sie näher an mich, sodass ihr Körper eng an meinen geschmiegt war. Stöhnend hielt sie mich an Hinterkopf, und ihre Finger verflochten sich in meinen Haaren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Weile unterbrach sie keuchend nach Luft schnappend den Kuss und löste sich von mir, ihr Atem kam stoßweise. Ihre Wangen waren gerötet, nervös zog sie ihre Unterlippe in ihren Mund, kaute darauf herum und blickte mich verlegen an. Schmunzelnd streckte ich meine Hand aus, mit meinen Fingern strich ich über ihre Lippen, zog sie zwischen ihren Zähnen hervor. Dann beugte ich mich nach vorn und drückte einen weiteren, unschuldigen Kuss auf ihren Mund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wow“, sagte sie leise.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Genau, wow“, erwiderte ich. Sie zu küssen ließ mich nach mehr verlangen, meine Hormone begehrten in mir auf. Ich sah auf meine Uhr, versuchte mich verdammt nochmal abzuregen und bemerkte, dass es schon kurz nach sieben Uhr abends war. „Willst du immer noch einen Kaffee trinken gehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie nickte, also führte ich sie zur Haustür und deutete dort auf mein in der Auffahrt stehendes Auto. „Was dagegen, wenn ich fahre?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ähm, nein“, sagte sie achselzuckend. „Was dagegen, wenn wir bei meinem Hotel anhalten, damit ich mich auch umziehen kann? Kleider und hohe Schuhe sind noch immer nicht so wirklich bequem.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stimmte zu, und sie gab mir die Richtungen vor. Meine Nase war angewidert hochgezogenen, als ich auf den Parkplatz des kleinen heruntergekommenen Hotels fuhr, das ein paar Meilen von meinem Haus entfernt war. Sie stieg aus, und ich folgte ihr in eines der Zimmer, blieb wie angewurzelt in der Tür stehen und blickte mich um. „Konntest du kein besseres Hotel finden, Bella?“ fragte ich. „Himmel, das hier ist schrecklich. Du kannst hier nicht schlafen. Du weißt nie, wer in diesem gottverdammten Zimmer übernachtet und was zum Teufel er in diesem Bett gemacht hat. Scheiße, wurde diese beschissene Bude überhaupt schon mal gereinigt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie zuckte mit den Schultern. „Ich bin sicher, es ist gereinigt worden, Edward“, erwiderte sie. „Es war das erste Hotel, das ich gesehen habe und mir war das Bargeld ausgegangen. Außerdem sieht es wie das aus, in dem wir auf dem Weg nach Phoenix übernachtet haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Genau“, entgegnete ich. „Wir hatten Glück, dass wir uns dort keine beschissene Seuche eingefangen haben. Übernachte nie in einem verfluchten Hotel, das aussieht, als würden die Zimmer stundenweise vermietet, Bella. Sie wurden für Nutten und Drogensüchtige erbaut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl ich verdammt nochmal vollkommen ernst war, lachte sie. Ich wollte nicht, dass sie an einem Ort wie diesem hier war. „Weißt du, in wie vielen Hotels, die genauso aussehen wir das hier, ich in den letzten Monaten übernachtet habe?“ wollte sie wissen, ihre Frage verwirrte mich. „Es wird mir schon gut gehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum solltest du in Hotelzimmern schlafen?“ fragte ich, meine Verwirrung wurde nur noch größer, als ich sah, wie sie in einer mit Kleidung vollgestopfter Pappkiste herumwühlte, die auf dem Boden stand. „Und warum zum Teufel befinden sich deine Klamotten in einer Kiste? Hast du keinen Koffer, keine Reisetasche oder sowas?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, habe ich nicht“, erwiderte sie, wegen meiner Fragerei ziemlich genervt klingend. „Und ich habe in Hotelzimmern übernachtet, weil ich umhergereist bin. Oder eigentlich war es mehr ein Davonlaufen, aber du verstehst, was ich meine. Seit ich Kalifornien verlassen habe, bin ich ständig unterwegs und habe aus Kisten gelebt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist verdammt nochmal obdachlos?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum?“ fragte ich verständnislos. „Konntest du dich nirgendwo niederlassen? Fuck, Bella, ich weiß doch, dass du Geld hast.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe dir schon gesagt warum“, entgegnete sie ungeduldig. „Die Mafia hatte mich gefunden, und ich musste in Bewegung bleiben, damit dies nicht wieder geschah.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das musst du mir wirklich erklären, denn ich verstehe es nicht“, sagte ich kopfschüttelnd. „Wer genau ist die Mafia, weil ich nicht weiß, ob du es begriffen hast, aber Alec ist die beschissene Mafia. Scheiße, ich bin die beschissene Mafia, tesoro. Vor wem genau bist du davongelaufen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Jeans und ein T-Shirt in der Hand haltend stand sie seufzend auf. „Alec war sich ziemlich sicher, dass es Alistair war“, sagte sie lässig. „Egal, ich muss mich, ähm, umziehen, und, ähm...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, sagte ich und wandte mich ab, um ihr etwas Privatsphäre zu geben. Sie zog sich eilig hinter mir um, und es kostete mich meine ganze Willenskraft, mich nicht umzudrehen und einen verdammten Blick auf sie zu werfen, der hormonelle Teil von mir, der seit Jahren nicht mehr flachgelegt worden war, sehnte sich danach, etwas Haut zu sehen. Ich kam mir wie ein verfluchter Zwölfjähriger vor, der einen Katalog von Victoria‘s Secret in die Finger bekommen hatte. Mein Schwanz wurde allein schon bei dem Gedanken daran hart, dass sich Isabella neben mir umzog. Ich stöhnte, als ein Bild ihrer entblößten Haut vor meinem geistigen Auge auftauchte, eine entfernte Erinnerung an sie damals in Forks, und ich war so in diesem Augenblick versunken, dass ich überrascht zusammenzuckte, als ich ihre Hand auf meinem Rücken spürte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Alles in Ordnung?“ fragte sie, als ich mich herumschwang, um sie zu betrachten. Nickend ließ ich meine Augen instinktiv über ihren Körper wandern. Sie wurde rot und murmelte, sie wäre bereit zu gehen, also führte ich sie widerwillig wieder hinaus zum Wagen... obwohl ich eigentlich nur eins tun wollte, sie verdammt noch mal auf das Bett werfen und mich in ihr verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, vielleicht nicht auf diesem Bett. Ohne Witz. Das Zimmer war verflucht versifft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem Starbucks Ausschau haltend, fuhr ich durch Chicago, wusste, es würde nicht lange dauern, bis ich einen fand, denn es schon mittlerweile an jeder gottverdammten Ecke einen zu geben. Sobald ich einen gefunden hatte, fuhr ich auf den Parkplatz, stellte das Auto ganz hinten ab und stieg aus. Dann öffnete ich die Beifahrertür für Isabella, sie lächelte süß, nahm meine Hand, und wir gingen hinein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich noch niemals zuvor in einem Starbucks gewesen war, starrte ich die Karte eine ganze Weile an. „Was möchtest du?“ fragte Isabella. Mit einem trockenen Lachen sah ich sie kopfschüttelnd an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann nicht sagen, dass ich irgendetwas möchte“, erwiderte ich. „Ich trinke keinen Kaffee. Der Scheiß ist abartig.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie lachte. „Warum lädst du mich dann auf einen Kaffee ein, wenn du keinen magst?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich dachte mir, zu einem einfachen Kaffee sagst du vielleicht eher ja, als zu einem richtigen Essen“, sagte ich. „Ich hätte dich zu einem ordentlichen Drink eingeladen, aber da du mir meinen dämlichen Flachmann weggenommen hast, nahm ich an, dass dies außer Frage steht. Warte, scheiße, trinkst du überhaupt Kaffee?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, sagte sie. „In Kalifornien waren Emily und ich so ziemlich jeden Tag bei Starbucks.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nickte. „Dieses Emily Mädchen sah wie die Art Schlampe aus, die arschteuren Kaffee trinkt. Himmel, wer bezahlt fünf Dollar für einen beschissenen Drink, in dem nicht mal gottverdammter Alkohol ist? Das ist verrückt. Für das Geld sollte wohl ein kostenloser Blow Job oder sowas dabei sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward“, keuchte sie, mein Ausbruch hatte die Aufmerksamkeit der Leute um uns herum auf uns gezogen. Ich brummte eine Entschuldigung und bemerkte einen Mann ein paar Meter entfernt, der uns verärgert anstarrte, also sah ich ihn mit zusammengekniffenen Augen an und formte ‚Problem?‘ mit meinen Lippen. Schnell wandte er den Blick ab, und ich betrachtete schmunzelnd wieder die Menükarte. „Siehst du etwas, von dem du vielleicht glaubst, dass du es mögen könntest?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß nicht, ich habe keine Ahnung, was das alles ist“, sagte ich. „Ich meine, einiges davon ist auf italienisch, also kann ich es lesen, aber es verrät mir nicht ein verdammtes bisschen darüber, wie es schmeckt. Was trinkst du denn hier?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Einfach einen schwarzen Kaffee.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ernsthaft? All dieser ausgefallene Caramel Chai Frappe Cappu-fucking-cino Venti Latte Bullshit, und du nimmst schwarzen Kaffee?“ Sie nickte, und ich hob glucksend ihre Hand und drückte einen Kuss auf den Rücken. Dies schien sie zu überraschen und mich fragend, ob ich solchen Scheiß besser nicht tun sollte, spannte ich mich an, entspannte mich aber wieder, als sie lächelte. „Und das ist die Isabella Swan, an die ich mich erinnere und die ich liebe, die Isabella, die einfachen Scheiß mag.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zickig aussehende Frau an der Kasse fragte nach unserer Bestellung, und ich brummte, dass ich zwei normale Kaffee haben wollte. Meine Miene forderte sie heraus, mich mit ihrem Fachkauderwelsch zu korrigieren. Sie kassierte uns nur nickend ab, und ich stöhnte, als ich den Preis sah. „Ich glaube, ich habe noch ein paar Dollar“, sagte Isabella und griff in ihre Tasche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Denke nicht mal daran“, erwiderte ich streng, warf ihr dabei einen ungläubigen Blick zu. „Ich würde die verdammte Bude hier eher ausrauben, als dass ich dich für deinen Kaffee bezahlen lasse.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie zog ihre Hand wieder heraus, und ich holte meine Brieftasche hervor, aus der ich eine zwanzig Dollar Note zog. Die Frau reichte mir, mich misstrauisch musternd, mein Wechselgeld, und ich schob den Zehner, den sie mir gegeben hatte, in die Trinkgeldkasse auf den Tresen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das war ein sehr großzügiges Trinkgeld“, bemerkte Isabella. „Ich weiß noch, wie knickrig du immer mit Trinkgeld warst, wenn wir ausgegangen sind.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja nun, ich habe mehr oder weniger gedroht, die Bude hier auszurauben, also dachte mich mir, ich sollte obendrein nicht auch noch mit dem Trinkgeld sparen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber du würdest den Laden nicht wirklich ausrauben“, sagte sie überzeugt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, würde ich nicht“, erwiderte ich. „Nun, jedenfalls solange es mir nicht aufgetragen wird.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ehe sie etwas entgegnen konnte, waren unsere Getränke fertig, die ich mir dann schnappte und Isabella zu einem Tisch in einer Ecke weit weg von allen anderen führte. Wir setzten uns, und ich nahm einen Schluck aus meiner Tasse, bei dem Geschmack musste ich würgen und husten. „Der Scheiß ist bitter“, spie ich mit verzogenem Gesicht. Achselzuckend trank sie selbst einen Schluck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich finde, es schmeckt gut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich häufte so viel Zucker in die verdammte Tasse, wie nur hinein passte, versüßte den Geschmack, dass er ein wenig erträglicher wurde, hatte aber dennoch kein Verlangen, diesen Scheiß zu trinken. Wir saßen da und unterhielten uns, dabei trank sie ihren Kaffee in kleinen Schlucken, und ich hörte ihr gespannt zu, als sie mir von ihrem Leben in Kalifornien erzählte. Sie sprach über die Schule und über die Kunst, erklärte mir, wie sie zum Unterrichten gekommen war. Sie erzählte mir von den Leuten, die sie kennengelernt und den Freunden, die sie ich gemacht hatte, ehe sie schließlich im Detail erklärte, wie es dazu gekommen war, dass sie Kalifornien verlassen musste. Sie erzählte, wie sie danach von Stadt zu Stadt gezogen war, verloren und verwirrt, und dann in den Nachrichten vom Tod meines Vaters gehört hatte, woraufhin sie den Entschluss gefasst hatte, dass es endlich an der Zeit war nach Chicago zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du, es war nicht das erste Mal, dass ich kommen wollte. Als ich bei Jasper in Seattle war, war ich wirklich durcheinander und bin eines Abends mitten in der Nacht aus der Wohnung gerannt und in ein Taxi zum Flughafen gestiegen“, sagte sie bei dieser Erinnerung humorlos lachend. „Ich stand da ganz schön neben mir, hatte lange nicht geschlafen. Geld für ein Flugticket hatte ich vergessen mitzunehmen, und als dann die Sicherheitsleute kamen, bin ich durchgedreht. Es endete damit, dass ich zusammenklappte und die Polizisten Jasper anrufen mussten, damit er mich abholen konnte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das war gefährlich, Bella“, sagte ich, war verärgert darüber, dass mir keiner davon erzählt hatte. „Sie hätten dich wegen verdächtigen Verhaltens verhaften können. Die Flughafensicherheit macht keine Witze, weißt du. Nicht nach dem 11. September. Alle haben beschissene Angst vor Terroristen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich sehe nun wirklich nicht wie ein Terrorist aus, Edward.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nun, ich auch nicht, aber das Aussehen bedeutet gar nichts.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber du bist kein Terrorist“, konterte sie, „Also beweist das meinen Standpunkt irgendwie.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, tut es nicht“, sagte ich. „Es beweist überhaupt keinen Scheiß. Ich terrorisiere Menschen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist nicht das gleiche“, meinte sie, kniff ihre Augen zusammen und ein gereizter Ausdruck überzog ihr Gesicht. „Du gehst zu hart mit dir ins Gericht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, du gehst nur zu schonend mit mir ins Gericht, Bella“, sagte ich kopfschüttelnd. „Du weißt verdammt nochmal ja gar nicht...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dann erzähl es mir“, sagte sie ernst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Kannst du mir gar nichts erzählen?“ fragte sie eine Braue hochziehend. „Oder ist es einfach so, dass du mir nichts erzählen willst, weil du meinst, ich soll nichts wissen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du willst es nicht gar wissen, Bella“, erwiderte ich. „Vertrau mir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde dir vertrauen, wenn du anfängst mir zu vertrauen“, sagte sie. „Und ich sage, ich möchte es wissen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verärgert über den plötzlichen Richtungswechsel unserer Unterhaltung, lachte ich trocken auf. „Nein, willst du nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also triffst du einfach wieder Entscheidungen für mich?“ fragte sie ungläubig. „Nach allem, was geschehen ist, kannst du mich dennoch nicht für mich allein entscheiden lassen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, aber ich...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn du glaubst, ich werde aufstehen und durch diese Tür rennen, nur weil du mir irgendetwas erzählst, dann irrst du dich“, unterbrach sie mich. „Du wirst mich nicht verschrecken. Ganz ehrlich, mir ist egal, was du getan hast. Wenn du es mir nicht erzählen kannst, verstehe ich das, aber verbirg nicht etwas vor mir, nur weil du glaubst es wäre besser, wenn ich es nicht weiß. Das hast du in Forks sehr oft getan.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es kann nichts Gutes mit sich bringen, wenn du jeden Scheiß weißt, Bella“, sagte ich. „Du wirst mich ansehen und du wirst mich verdammt noch mal nicht mehr erkennen. Du wirst sie sehen. Du wirst all die Menschen sehen, die ich verletzt habe, und all die abgefuckten Dinge, die ich getan habe, also entschuldige, dass ich es verdammt nochmal eher mag, wenn du mich siehst, und nur mich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie öffnete ihren Mund, wollte etwas erwidern, doch zögerte kurz, stützte dann ihre Ellbogen auf den Tisch und rückte näher an mich heran. „Musstest du, öhm...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Töten?“ beendete ich ihre Frage für sie. Sie sah sich nervös um, vergewisserte sich, dass uns niemand belauschte und nickte dann. Ich konnte die Neugierde in ihren Augen erkennen, aber auch die beschissene Angst sehen, und das war etwas, das ich niemals an ihr sehen wollte. „Ist es wichtig, ob ich es musste? Macht es einen Unterschied?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, sagte sie. „Nun, ich meine, natürlich macht es einen Unterschied, aber falls du es musstest, weiß ich, dass du es getan hast, weil du keine andere Wahl hattest.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum fragst du dann?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß es nicht“, sagte sie. „Ich denke, ich will es einfach wissen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sah mich verhalten an. „Du wirst es mir nicht verraten?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich seufzte. „Nein, das ist die Antwort, Bella. Nein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh.“ Anscheinend tief in Gedanken versunken, saß sie für einen Moment still da. „Siehst du sie, wenn du in den Spiegel schaust? Die Menschen, die du verletzt hast?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, antwortete ich. „Es ist schwer, etwas Gutes zu sehen, wenn es so vieles verdammt Schlechtes gibt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich sehe das Gute“, sagte sie und sah mich sanft lächelnd an. „Aber vielleicht hilft es dir, wenn du mit jemanden darüber sprichst. Du hast eine Menge durchgemacht. Und es hilft nicht, wenn du alles in dir verschließt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde dir diesen Scheiß aber trotzdem nicht erzählen“, erwiderte ich kopfschüttelnd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß“, sagte sie. „Du bist dickköpfig. Ich meinte jemanden professionelles.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich runzelte meine Stirn. „Willst du mich etwa zu einem Seelenklempner schicken?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie zuckte mit den Schultern. „Sowas in der Art“, gab sie zurück. „Ich meine, ich weiß, es gibt Dinge, die du ihm nicht erzählen kannst, aber das heißt nicht, dass er dir überhaupt nicht helfen kann. Der Mafia-Typ in ‚Reine Nervensache‘ ist zu einem Psychiater gegangen, und auch Tony Soprano hat das gemacht, wenn er Panikattacken hatte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich grinste, als mir bewusst wurde, was zum Teufel sie gesagt hatte, doch ich versuchte, meine Belustigung zu verbergen, denn mir war klar, dass sie es ernst meinte, aber ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich begann zu lachen, und sie sah mich fragend an, Röte überzog ihr Gesicht. „Ahhh, sei nicht verlegen“, sagte ich und umschloss mit einer Hand ihre Wange. Sie wärmte meine Handfläche und Isabella schmiegte sich schüchtern lächelnd in meine Berührung. „Wirklich süß, dass du dir solche Sorgen machst, aber dies ist nicht wie im Film oder im Fernsehen, tesoro. Im wirklichen Leben können wir diesen Scheiß nicht machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie antwortete nicht, und ich begann meinen Daumen zu bewegen, streichelte sanft ihre Wange. „Weißt du, in der Nacht, als ich zum Flughafen gefahren bin, da hat dein Vater mir versprochen, mir zu helfen nach Chicago zu kommen, sobald ich bereit bin.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Also, ich bin froh, dass er das getan hat“, erwiderte ich. „Ich bin glücklich, dass du hier bist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich auch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnell wechselte ich das Thema und erzählte ihr von der Schule und wie ich meinen GED bekommen hatte, damit ich mit dem Musikstudium beginnen konnte. Die Sonne ging unter, als wir Starbucks verließen, die Dunkelheit senkte sich über die Straße. Hand in Hand schlenderten wir über den Parkplatz zum Auto, die Atmosphäre zwischen uns war wieder entspannt. Es fühlte sich an, als wäre mir ein Gewicht von der Brust genommen worden, meine Welt war gottverdammt ein kleines bisschen heller, seitdem sie dorthin zurückgekehrt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl das sorgenfreie Gefühl nicht anhielt – nicht, dass ich es wirklich erwartet hätte. Wir fuhren zum Haus zurück, und ich fragte sie, ob sie sich mit mir einen Film anschauen wollte, aber wir hatten noch nicht einmal den Vorspann geschafft, als mein Telefon zu klingeln begann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zog es zögernd aus der Tasche und schaute auf das Display, spannte mich an, als ich Alecs Namen dort sah. Ich seufzte, ließ das Telefon aufschnappen und hielt es an mein Ohr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sir?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sei in fünf Minuten vor meinem Haus“, sagte er ruhig. „Komm vorbereitet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir“, brummte ich, aber die Antwort hätte ich mir sparen können, da er schon längst aufgelegt hatte. Ich schob das Telefon in meine Tasche zurück, fuhr mit einer Hand durch meine Haare und sah Bella ängstlich an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du musst gehen“, sagte sie leise, eine Spur Traurigkeit lag in ihrer Stimme. Ich nickte, und sie zwang sich zu einem Lächeln. „Ich verstehe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wollte sich erheben, aber ich griff nach ihrem Arm, um sie zu aufzuhalten. „Nein, geh nicht“, sagte ich. Verwirrt sah sie mich an, und ich ließ sie seufzend los. „Ich... Fuck. Bleib einfach, ja?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß nicht“, sagte sie zögernd. „Es ist spät. Ich sollte wahrscheinlich sowieso besser zurück in mein Hotel fahren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stöhnte laut, es klang wie ein verdammtes Knurren. „Dieses Hotel ist der letzte Ort, zu dem du gehen solltest, Bella“, sagte ich. „Ich will nicht, dass du dort bleibst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Schau, ich schreibe dir nicht vor, was du machen sollst“, sagte ich, obwohl mir klar war, dass es sich genau so beschissen anhörte. „Wenn du gehen willst, tesoro, dann gehe ruhig. Mir wäre halt nur lieber, du würdest hier bleiben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich, ähm...“, setzte sie an, aber sie unterbrach sich, weil mein Telefon schon wieder zu klingeln begann. Mir wurde klar, diese fünf verdammten Minuten waren wahrscheinlich schon um, also zog ich es fluchend heraus und öffnete es schnell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich komme, Sir.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt, Edward“, bellte er und legte auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verstaute das Telefon wieder in meiner Tasche und stand auf, musterte sie verhalten. „Warte... nur einfach auf mich, okay?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sagte nichts mehr, machte aber auch keine Anstalten zu gehen, und so war ich mir nicht sicher, was zum Teufel sie dachte. Ich hatte keine Zeit es herauszufinden, also sah ich sie noch einmal lange an, bevor ich durch die Tür eilte.  Draußen schlug eine Erinnerung auf mich ein, das letzte Mal, als ich ihr diese Worte gesagt hatte, ging mir durch den Kopf. Mein Telefon hatte mitten in unserem Gespräch geklingelt, und ich hatte mich entschuldigen müssen, weil es Aro gewesen war. Aber bevor ich rangegangen war, hatte ich sie gebeten auf mich zu warten. Ich wollte, dass sie blieb, dass sie mir eine Chance gab, zu beenden, was wir begonnen hatten, damit wir die Dinge zwischen uns in Ordnung bringen konnten, aber als ich mich an diesem Tag wieder umdrehte, war sie bereits gegangen. Sie hatte nicht auf mich gewartet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schaute noch einmal zum Haus zurück, während ich die Straße entlang lief, und hoffte wie die Hölle, dass sie dieses Mal verdammt noch mal wartete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Telefon klingelte wieder, als ich Alecs Haus gerade erreichte, aber dieses Mal meldete ich mich gar nicht mehr, da ich ja schon beinahe da war. Sein Auto parkte am Straßenrand vor seinem Haus, die Scheinwerfer waren aus, aber der Motor lief. Ich kletterte auf den Beifahrersitz und warf ihm einen vorsichtigen Blick zu, sah die Ungeduld auf seinem Gesicht, und spannte mich in der Erwartung an, dass er auf mich losgehen würde. Er ließ sein Telefon zuschnappen und meines hörte sofort auf zu klingeln, ohne mir ein Wort zu sagen, packte er es weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er fuhr an und raste die Straße hinunter, wartete, bis er einen Block weiter war, ehe er die Scheinwerfer einschaltete. Ich bemerkte, dass er schwarze Lederhandschuhe trug und wusste sofort, dass etwas Ernstes anstand. „Ich hoffe, du hattest heute eine schöne Zeit mit Isabella“, sagte er und unterbrach so das angespannte Schweigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Uh, yeah, hatte ich“, erwiderte ich zögernd. „Und danke schön für alles, was du für sie getan hast. Sie hat mir alles erzählt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es gibt keinen Grund mir zu danken“, sagte er kühl. „Ich habe nur meinen Job gemacht, Edward. Das ist es, was wir machen. Unsere persönlichen Gefühle sind unwichtig. Wir folgen Anordnungen, und eines, das du inzwischen über mich wissen solltest – eines, wofür du mich hoffentlich respektierst – ist die Tatsache, dass ich nicht versage, wenn ich eine Aufgabe habe. Niemals.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nickte. „Ja, Sir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und ich wollte deinen Abend nicht unterbrechen, aber es wurde Zeit“, sagte er. Ich sah ihn argwöhnisch an, fragte mich, wofür es Zeit war, aber er führte das nicht näher aus, und ich wusste es besser als ihn zu fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne noch etwas zu sagen, fuhr er weiter,  und ein schlechtes Gefühl breitete sich in meinem Magen aus, als wir uns dem rauen Teil der Stadt näherten. Abgesehen von abgerissenen Typen, die uns hin und wieder entgegen kamen, wirkte die Gegend ziemlich ausgestorben, auf beiden Seiten der Straße reihten sich abrissreife, mit Graffiti besprühte Gebäude aneinander. Dies war das Viertel der Gangs, der Teil der Stadt, in dem sie abhingen und in dem sie gegeneinander um die Kontrolle einzelner Ecken kämpften. Ecken, die eigentlich niemand verdammt noch mal kontrollieren wollte. Sie brachten sich für nichts und wieder nichts um, für die Herrschaft, wo es doch in dieser Ecke der Stadt nichts gab, das man gottverdammt beherrschen konnte. Drogen und Sex waren ihr Spiel, aber das war kein Geschäft der La Cosa Nostra, also hatten wir wirklich keinen Grund, uns in dieses Teil der Stadt zu wagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass wir nun hier waren, gefiel mir überhaupt nicht, meine Hände fingen an vor Nervosität zu zittern. Ich griff unter meinem Hemd nach der Knarre, die im Bund meiner Hose steckte, nur für alle Fälle entsicherte ich sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Machen dir die jungen Schlägertypen hier in der Gegend Angst?“ fragte Alec, der mein Tun bemerkt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, antwortete ich leise. „Ich weiß nur, dass jeder, der sich in diesem Teil der Stadt herumtreibt, nichts gutes im Sinn hat.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Richtig“, erwiderte er, hielt kurz inne, bevor er weiter sprach. „Es wird schnell vorbei sein.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine rätselhaften Worten ließen einen Schauer über meinen Rücken laufen, mein Herz schlug wie wild in meiner Brust. Er näherte sich dem Ende der Straße, auf der wir fuhren, bog links in eine andere schmale Straße ein und hielt in der Mitte an. Nachdem er den Motor abgestellt hatte, öffnete er die Tür und sah mich zögernd an. „Lass deine Waffe im Auto.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie bitte?“ fragte ich ungläubig, war überzeugt, ihn verdammt noch mal falsch verstanden zu haben. Am Telefon hatte er mir gesagt, ich solle vorbereitet kommen, und nun befahl er mir, die Knarre im Auto zu lassen, und das war das gottverdammt letzte, was ich tun wollte. Etwas stimmte nicht, das spürte ich, und wenn ich ungeschützt mitging, konnte ich genau so um meinen verdammten Tod bitten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast gehört, was ich gesagt habe“, sagte er bestimmt. „Stell meine Anordnung nicht in Frage. Tu es einfach.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er blitzte mich an, seiner Miene nach war es ihm ernst. Nach einem Moment seufzte er verärgert, seine Geduld hing nur noch an einem seidenen Faden, also zog ich meine Knarre aus dem Hosenbund und warf sie ins Handschuhfach. Ich wusste genau, täte ich es nicht selbst, würde Alec es tun und mir wahrscheinlich  vorher aus lauter Frustration ein paar Mal mit der Knarre eins überziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach stieg ich zögernd aus dem Auto und folgte ihm über die Straße zu einem verwahrlosten Holzhaus. Es sah aus, als wäre es seit Jahrzehnten unbewohnt, die Fensterläden hingen schief in den Angeln und alte Holzbretter waren quer über die Fenster genagelt, die schon seit Ewigkeiten kein Glas mehr gesehen hatten. Wir betraten die Veranda, und Alec klopfte zweimal an die große Tür, und noch bevor er ein drittes Mal klopfen konnte, wurde die Tür aufgerissen. Alec trat ein und ich folgte ihm vorsichtig, meine Augen fielen auf einen Italiener, der direkt hinter der Tür stand. Er war älter als ich, wahrscheinlich in Alecs Alter, er kam mir bekannt vor, definitiv ein Freund aus unserer Organisation, aber einer, dessen Namen ich verdammt noch mal nicht kannte. Defensiv hielt er seine Knarre in der Hand, er schien nervös zu sein, aber er senkte sie und entspannte sich etwas, als Alec ihm zunickte. Dieser stumme Austausch ließ Übelkeit in mir aufsteigen, und das schlechte Gefühl überwältigte mich, als der Mann an Alec vorbei sah und mich anblickte. Er grinste boshaft, die Niedertracht in diesem Grinsen sagte mir sofort, dass hier etwas wirklich beschissen faul war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich versuchte schnell, meine Gedanken zu sortieren und einen Sinn aus dem zusammenzureimen, was zum Teufel hier geschah, erwog sogar kurz durch die Tür zurück nach draußen zu stürzen, solange ich noch die Chance dazu hatte. Ich fragte mich, wie weit ich wohl käme, vor allem ohne Waffe, aber dieser Gedankengang war sinnlos, weil ich genau wusste, sie würden mich kriegen, noch ehe ich es auch nur auf die Veranda schaffte. Versuchte ich wegzurennen, würde mich das sicher wie Scheiße umbringen, denn schon die Tat allein ließe mich wie ein Verräter erscheinen. Der Mann starrte mich weiter an, und ich erkannte, dass ich ruhig bleiben musste, ich würde also den Unbeteiligten spielen und sie meine verdammte Furcht nicht sehen lassen, auch wenn sie mich gerade völlig überrollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte eine Scheißangst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec griff nach meinem Arm, nachdem er die Tür geschlossen hatte, und schob mich auf die Treppe zu, die der Mann bereits hinaufging. Niemand sagte ein verdammtes Wort, keine Instruktionen wurden gegeben, als ich, mit Alec auf den Fersen, widerwillig hinter ihm die Treppe hinaufstieg. Ich fühlte mich wie gottverdammtes Vieh, das getrieben wurde, und folgte dem Mann durch einen Flur hinein in ein Zimmer. Sobald ich über die Türschwelle trat, erstarrte ich voller Entsetzen. Bei dem, was ich im Zimmer sah, wurde   mir schwindelig, meine Sicht verschwamm und meine Knie wurden weich. Meine Atmung beschleunigte sich und ich war nahe dran zu hyperventilieren, die Angst lähmte mich. Ich brach beinahe zusammen, aber Alec griff nach mir, hielt mich auf den Beinen und zerrte mich weiter ins Zimmer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Mal schienen die Puzzleteile alle auf ihren richtigen Platz zu fallen. Sie formten das allerletzte beschissene Bild, das ich jemals hatte sehen wollen. Ich hätte es eher spüren müssen, hätte wissen müssen, was passierte. Die Anzeichen waren alle da gewesen, aber entweder war ich zu blind oder zu gottverdammt naiv gewesen, um zu glauben, dass es wahr sein könnte. Der Ausdruck auf Esmes Gesicht... Alecs Worte... „Du weißt niemals, wann du vielleicht nur noch ein paar Stunden übrig hast.“ „Es ist Zeit.“ „Es wird schnell vorbei sein.“ Als er mir gesagt hatte, ich solle meine Knarre im Auto lassen, hätte ich wissen müssen, was das hieß und was genau ich in diesem Haus finden würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinen Untergang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald meine Augen auf das Paar dunkler, kalter brauner auf der anderen Seite des Zimmers trafen, ergab alles endlich einen Sinn. Alec hatte mir gesagt, ich bräuchte mich nicht vor Aros Vergeltungsmaßnahmen fürchten, weil er die ganze Zeit geplant hatte, mich zu ihm zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aro stand in einer Zimmerecke in der Nähe eines kaputten Fensters, über das nur ein einzelnes Holzbrett genagelt war. Mondlicht schien herein, das mir kaum genug Licht gab ihn klar erkennen zu können. Er wirkte ungepflegt und erschöpft, seinen rechten, schlampig verbundenen Arm trug er in einer Schlinge. Er kam uns ein paar Schritte entgegen, seine Bewegungen waren steif, als könne er sein verdammtes Knie nicht beugen. Er war auf jeden Fall ernsthaft verletzt worden, war nicht in einem Krankenhauses versorgt worden und offensichtlich ziemlich am Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das wurde aber auch Zeit“, rief seine heisere Stimme aus, seine Augen blieben auf mich gerichtet, während der andere Mann zum Fenster ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich entschuldige mich für mein Zuspätkommen, aber Sie wissen, wie Mr. Cullen sein kann“, sagte Alec kühl  hinter mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, ich weiß sehr genau, wie er sein kann“, antwortete Aro wütend. „Er hört nicht zu und er gehorcht   Befehlen nicht. Man sagt ihm, er soll etwas tun, und er missachtet es. Er scheint zu denken, er weiß es besser als jeder andere, als stünde er über uns allen und müsse sich nicht unterordnen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er ist der Sohn seines Vaters“, sagte Alec. Ich spürte etwas in seiner Stimme, das sich sehr nach Sarkasmus anhörte, was mich verwirrte, denn Alec war kein sarkastisches Arschloch. Er war geradeaus denkend und sagte immer die Wahrheit, ganz egal, wie schwer der Scheiß zu ertragen war, aber dennoch... war da irgendwas. Ich wollte mich umdrehen, um ihn ansehen zu können, aber er griff mir grob in den Nacken und hielt mich in Position, als er meine Bewegung spürte. Als der Name meines Vaters fiel, sah ich die Wut in Aros Gesicht und begann zu zittern, meine Augen huschten vorsichtig im Zimmer umher, mein Gehirn arbeitete auf Hochtouren, um einen Weg herauszufinden. Ich war unbewaffnet und unterlegen, jeder in diesem Zimmer hatte mit diesem Scheiß mehr Erfahrung als ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Suchst du nach einem Fluchtweg?“ fragte Aro und kam langsam auf mich zu. „So eine Schande, dass es keinen gibt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich spannte mich noch mehr an, da Alec mich losließ und ich das Klicken seiner Knarre hinter mir hörte, ich wusste, er hatte sie gezogen und entsichert. „Dies ist nicht notwendig“, sagte ich, die Worte purzelten förmlich aus meinem Mund, ohne dass ich vorher wirklich darüber nachgedacht hatte. Ich geriet in gottverdammte Panik, ich wusste, die Zeit lief mir davon. Bevor ich noch irgendetwas sagen konnte, presste Alec die Mündung seiner Waffe gegen meinen Hinterkopf, die Wucht dahinter ließ mich ein paar Schritte vorwärts taumeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie kannst du dich wagen, mir zu sagen, was nötig ist oder nicht!“ schäumte Aro. „Dies ist genau das, worüber ich gesprochen habe! Du denkst, du weißt alles besser, aber du liegst falsch! Du bist ein Niemand! Du bist ein Nichts! Ich habe dir einen Befehl erteilt, einen einfachen Befehl, und du hattest jede Gelegenheit, ihn zu befolgen, tatest es aber nicht! Du hast den Befehl missachtet! Du hättest es aufhalten können, als es begann, aber du hast dich geweigert! Er hätte niemals auf dich geschossen, und jetzt, da du dich gegen mich gestellt hast, sind meine Männer tot und meine Organisation versinkt im Chaos! Du bist nicht besser als dein Vater. Er hat bekommen, was er verdiente, und deine Mutter übrigens auch! Sie konnten die Dinge einfach nicht ruhen lassen, sie konnten nicht hören und sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern! Sie haben sich gegen uns gewendet und du auch, und dafür wirst du bezahlen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tränen quollen aus meinen Augen und ich kämpfte ein Schluchzen zurück, mein Körper zitterte wie wild bei seinen Worten. Ich hatte furchtbare Angst und war weit davon entfernt sterben zu wollen. Ich war viel zu jung, verdammt noch mal, und in meinem Leben gab es noch so viel zu tun. Ich hatte doch Isabella gerade erst wieder zurück bekommen, und nun brach alles über mir zusammen, meine verfluchte Welt explodierte wegen der Knarre, die gegen meinen Hinterkopf gedrückt wurde. Er war ein perfekter Schütze, verfehlte niemals sein Ziel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein eigener Onkel, meine eigene beschissene Familie...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als diese Gedanken durch meinen Kopf rasten, wusste ich, ich konnte nicht einfach aufgeben. Ich konnte nicht ohne einen Kampf zugrunde gehen. Ich würde nicht gewinnen, das war mir klar, aber ich war kein gottverdammter Feigling. Ich würde nicht einfach nur hier stehen und mich töten lassen, die Flinte ins Korn werfen und alles, was ich vom Leben wollte, wegwerfen. Gestern hätte ich das vielleicht noch getan, oder sogar vor ein paar Stunden noch, aber nicht jetzt... nicht, wo ich sie endlich zurück hatte. Ich hätte nicht für mich selbst gekämpft, aber für sie würde ich gottverdammt immer kämpfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf Wiedersehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese beiden Worte aus Alecs Mund setzten mich in Bewegung, und ich duckte mich zur gleichen Zeit, als ein betäubender Knall ertönte, der Pistolenschuss hallte laut im Zimmer wider und brachte meine Ohren zum Klingeln. Ich drehte mich zur Tür, aber etwas auf der anderen Seite des Raum erregte während meiner Bewegung meine Aufmerksamkeit, und ich blieb wie angewurzelt stehen. Der Mann, der am Fenster gestanden hatte, sank schlagartig auf seine Knie, dann schlug er laut auf dem Boden auf. Blut sickerte aus einer Wunde mitten auf seiner Stirn. Aro drehte sich voller Entsetzen um, und Alec stieß mich grob zur Seite, so dass ich auf meine Hände und meine Knie fiel. Schnell rollte ich mich zur Seite und beobachtete schockiert, wie Alec während dieser Ablenkung blitzschnell in Aros Hosenbund griff, dessen Knarre mit der linken Hand herauszog und zusammen mit seiner eigenen anhob, um neu zu zielen. Aro drehte sich zurück, seine Augen voller Furcht weit aufgerissen, als er die beiden auf seinen Kopf gerichteten Waffen sah. Das Ganze dauerte nur ein paar Sekunden, aber es schien wie in Zeitlupe abzulaufen. Jetzt war ich völlig verwirrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was tust du da?“ spie er, versuchte streng zu klingen, aber ich konnte die Angst in seiner Stimme hören. Ich war fix und fertig, unsicher, was jetzt geschehen würde, ein Teil von mir schrie danach, irgendwie zum Teufel hier herauszukommen, aber ein anderer Teil von mir hatte gottverdammte Angst, sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich folge meinen Befehlen“, sagte Alec ruhig. „Als ich eingeführt wurde, habe ich einen Eid abgelegt. Ich schwor, stets ein Ehrenmann zu sein und immer die Organisation an erste Stelle zu setzen. Das mögen für einige vielleicht nur Worte sein, aber für mich haben sie eine Bedeutung. La Cosa Nostra oder der Tod, Sir. Das habe ich geschworen. Ich habe die Cosa Nostra gewählt, das tat ich immer. Es ist eine Schande, dass Sie den Tod gewählt haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec senkte schnell die beiden Knarren und feuerte sie beide zur gleichen Zeit ab, Kugeln zerfetzten Aro beide Knie. Er ließ einen markerschütternden Schrei erklingen und fiel auf den Boden. Entsetzt schrie ich auf. Alec stand stoisch da, während Aro auf dem Boden lag und verzweifelt versuchte, seine blutüberströmten Beine wegzudrücken, was wegen seines verletzten Arms aber praktisch unmöglich war. Er schrie herum, drohte Alec ihn für seinen Verrat zu töten, aber konnte sich kaum bewegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Erinnerst du dich, was ich dir über Ratten erzählt habe und was mit ihnen geschieht, Edward?“ fragte Alec, seine Stimme klang völlig ruhig. „Was wir mit den Untreuen und den Unehrenhaften, mit dem Ungeziefer machen, mit denen, die Schande auf uns bringen und alles, wofür wir stehen, in Verruf bringen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja“, erwidert ich mit bebender Stimme. Ich zuckte bei der Erinnerung an den Vorfall im Lagerhaus zusammen. Was sie mit Verrätern machten, verfolgte mich seitdem in meinen Träumen. Es war wie eine Großstadtlegende unter denen, die in der Organisation waren, eine Geschichte, die wir alle genau kannten, über die wir hinter vorgehaltener Hand sprachen, aber keine Beweise hatten, dass es jemals wirklich geschehen war. „Die Ratten für die Ratten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec nickte und ging ein paar Schritte auf Aro zu, holte mit seinem Fuß aus und trat ihm mitten ins Gesicht. Ich zuckte zusammen, als Aro aufschrie. Alec wiederholte seine Tritte, bis Aros Gesicht blutüberströmt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dieses Haus ist verseucht. Wenn du aufmerksam lauschst, kannst du sie in den Wänden kratzen und umher huschen hören. Sie werden nicht lange brauchen, um den Blutgeruch aufzufangen, und sobald sie erkennen, dass es hier frisches Fleisch gibt, werden sie herauskommen. Lebend aufgefressen zu werden ist eine brutale Art zu sterben“, sagte er. Mein Magen drehte sich um und ich widerstand dem Drang, mich zu übergeben, der Gedanke allein ließ Übelkeit in mir aufsteigen. Alec drehte sich und sah mich an, sein Gesicht eine ausdruckslose gefühllose Maske. Dies sandte einen Schauer über meinen Rücken, diese Seite Alecs zu sehen jagte mir geradezu höllische Angst ein. Er wirkte beinahe unmenschlich. „Er weiß das alles, denn deshalb hat er dieses Haus als Treffpunkt ausgewählt, Edward. Er hat einfach nur nicht erwartet, derjenige zu sein, der zurückgelassen wird, diesem Grauen entgegenzusehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aros Schreie ignorierend, schob Alec die Knarre zurück in seinen Hosenbund. Er kümmerte sich um die Pistole, die er Aro weggenommen hatte, entfernte die Kugeln und steckte sie in seine Tasche. Er drehte die Trommel und ging zur Tür, hielt dort an und legte die Pistole auf den Boden. „Ich habe eine Kugel drin gelassen“, sagte er und drehte sich zu Aro zurück. „Es wird dich einige Zeit kosten, bis du dich hierher gequält hast, aber ich bin mir sicher, du schaffst das, wenn du deinem Leiden ein Ende setzen willst. Du hast die Wahl.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du verdammter Verräter“, spie Aro. „Dafür wirst du in der Hölle schmoren!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec lachte bitter. „Ich werde wahrscheinlich für das meiste, das ich in meinem Leben getan habe, in der Hölle schmoren, aber dies ist eines der wenigen Dinge, die es wert sind.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und verließ das Zimmer, und in dem Augenblick, in dem ich seine Schritte auf der Treppe hörte, sprang ich auf meine Füße. Ich rannte ihm hinterher, stolperte über ein loses Brett und fiel in meiner Hast beinahe die beschissene Treppe herunter. Als wir das Haus hinter uns ließen,  konnte ich immer noch Aros Schreie hören, aber Alec, der auf das Auto zuging, schien das nicht zu berühren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich öffnete die Beifahrertür, um einzusteigen, als alles auf mich einschlug, und ich kauerte mich würgend zusammen. Tränen strömten über meine Wangen und ich zitterte immer noch, konnte mich kaum auf den Füßen halten. Ich konnte nicht glauben, dass ich noch immer lebte, ich war mir so verdammt sicher gewesen, dass dies mein Ende sein würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec stieg wortlos ins Auto und wartete geduldig darauf, dass ich mich zusammenriss. Nach einem Moment stieg ich ein, versuchte mich zu beruhigen, und er ließ den Motor an, um loszufahren. „Wird niemand seine Schreie hören?“ fragte ich und wischte mir die Tränen von den Wangen, was sich als verdammt nutzlos erwies, weil sie einfach weiter liefen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Möglicherweise, aber das spielt keine Rolle“, erwiderte er. „Wie du schon sagtest, jeder, der sich hier herumtreibt, hat nichts Gutes im Sinn. Niemand wird die Polizei rufen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er fuhr eine Weile schweigend weiter, die Atmosphäre war angespannt. Meine Gedanken rasten wie wild,  und ich versuchte, in all dem einen Sinn zu erkennen, die Furcht, mein Leben zu verlieren, war einfach zu viel für mich. Ich war eindeutig am Ende meiner Kräfte angelangt, und ich fühlte mich, als stünde ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch, schaffte kaum, mich am letzten Schnipsel meines gesunden Menschenverstandes festzuhalten. Alles schlug auf einmal auf mich ein, die Erinnerung an alles, was ich durchgemacht hatte, raste durch meinen Verstand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wieso hast du es getan?“ würgte ich schließlich hervor und räusperte mich, um mich in den Griff zu bekommen. Er sah mich überrascht an, diese Frage hatte er offenbar nicht erwartet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wärst du lieber an seiner Stelle gewesen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nicht Aro“, sagte ich kopfschüttelnd, die Tränen strömten noch immer über meine Wangen. Dies alles traf mich mit voller Wucht, Bilder von allem, was ich beobachtet hatte, blitzten in mir auf. „Mein Vater. Warum hast du es getan?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er antwortete nicht gleich, und ich dachte schon, er wollte es auch gar nicht, aber nach ein paar Minuten seufzte er gereizt. „Er wäre sowieso gestorben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wieso?“ fragte ich, ich verstand es einfach nicht. „Ich begreife nicht, wieso er das überhaupt getan hat, verdammt noch mal. Warum hat er sterben müssen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Für ihn war es besser als die Alternative. Er hatte nicht die Absicht, ins Gefängnis zu gehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber hätte er das überhaupt gemusst?“ fragte ich kopfschüttelnd. „Er hat doch verflucht noch mal alles getan, Alec, er hatte sogar ein Abkommen mit den Feds, so dass er nicht ins Gefängnis gemusst hätte. Es hätte nicht so ausgehen müssen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast Unrecht“, sagte er bestimmt. „Dein Vater hat dieses Abkommen nicht für sich selbst ausgehandelt, es ging ihm nie darum, sich selbst zu retten. Er hat sein Schicksal akzeptiert. Dein Vater hat es für dich getan, für Isabella und für jeden anderen, den du liebst. Er gab ihnen, was sie wollten, damit sie seine Familie in Ruhe ließen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hielt kurz inne, um seine Gedanken zu sammeln, und fuhr dann fort. „Er hatte seine Entscheidung getroffen, aber ich konnte nicht zulassen, dass er sich sein eigenes Leben nimmt, und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich glaube, dass er den Frieden, den er gesucht hat, sonst nicht gefunden hätte. Ich habe schon viele Männer getötet, Edward, doch niemals zuvor habe ich so mit einer Entscheidung gerungen, ein Leben zu beenden. Zum ersten Mal habe ich jemanden getötet und mir tatsächlich darüber Gedanken gemacht, was mit ihm passiert, was irgendwie ironisch ist, denn genau aus dem Grund habe ich ihn getötet. Ich weiß, es mag seltsam sein, das ausgerechnet von mir zu hören, aber wenn dir deine Sünden vergeben werden sollen, musst du Reue zeigen, Buße tun. Dein Vater hat während seiner letzten Tage viel Zeit damit verbracht zu bereuen und mit allem, was er getan hat und noch tun würde, ins Reine zu kommen, und ich wollte nicht, dass er aus Verzweiflung alles wieder zerstört. Ich glaube daran, dass Selbstmord eine unverzeihliche Sünde ist. Er wollte wieder mit deiner Mutter zusammen sein. Ich habe dafür gesorgt, dass er es kann.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schockiert starrte ich ihn an und versucht, seine Worte zu verarbeiten, diese Antwort hatte ich nicht erwartet. „Hast du ihn deshalb um Verzeihung gebeten?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schüttelte seinen Kopf. „Ich habe nicht ihn um Verzeihung gebeten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wartete darauf, dass er weitersprach, fragte mich, wen zum Teufel er gemeint hatte, aber sein klingelndes Telefon verhinderte seine Antwort. „Sind alle da?“ fragte er wen auch immer er in der Leitung hatte. „Gut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er legte auf und sah mich an. „Wir müssen uns heute Abend noch um eine Sache kümmern, also nimm dich zusammen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er fuhr quer durch die Stadt zu einem Strip Club, in dem ich schon einmal mit ihm gewesen war, als er diesen Iren wegen seiner Verstrickung mit James getötet hatte. Der Parkplatz war voll, in der letzten Reihe stand ein vertrauter schwarzer Mercedes neben dem anderen. Alec parkte das Auto direkt an der Gebäudeseite, stieg aus und sah sich vorsichtig um.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du wahlberechtigt?“ fragte er, während er ausstieg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Öhm, nein“, antwortete ich und fragte mich, was zum Teufel  er damit meinte. Er nickte, die Antwort schien ihn nicht zu überraschen, und bedeutete mir ihm zu folgen. Der Club war voll, die Luft voller Rauch, und gemischt mit meinen Tränen vernebelte er meine Sicht, meine Augen brannten. Ohne ein Wort zu sagen, schob sich Alec am Türsteher vorbei, und ich folgte ihm, hielt meine Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet, während er auf das Hinterzimmer zusteuerte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wählen ist wichtig“, sagte er leise und blieb an der Kellertür stehen, um mich anzusehen. „Die Menschen mögen es, ein Mitsprachrecht bei dem zu haben was geschieht, auch wenn es nur eine Illusion ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte, hatte keine Ahnung, was das ganze überhaupt sollte, aber es spielte keine Rolle, weil er ohnehin nicht auf eine Antwort wartete. Er öffnete die Kellertür, und ich hörte sofort Stimmen, die aber leiser wurden, als sie uns kommen hörten. Ich stieg hinter ihm die Treppe herunter, blieb auf der letzten Stufe zögernd stehen und sah mich geschockt um. Es waren mindestens fünfundzwanzig Männer anwesend, Capos, soweit ich es sagen konnte – die ranghöchsten Mafiosi, die es in der Organisation noch gab. Sie alle sahen Alec an, als er eintrat, und er nickte einem anderen Mann zu, der sich räusperte, um die Aufmerksamkeit aller auf sich zu lenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir alle wissen, wieso wir hier sind, also lasst es uns hinter uns bringen. Vorschläge?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein paar Leute nannten unverzüglich Alecs Namen, während andere zustimmend murmelten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Irgendwelche Einwände?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich blickte mich um und sah, dass alle Anwesenden nervös wirkten, nur Alec war die Ruhe selbst. Es kehrte Stille ein, niemand sagte etwas. Ich war mir nicht ganz sicher, was zum Teufel hier vor sich ging, die ganze Szene machte einen sehr seltsamen Eindruck auf mich. Sie hatten gerade demokratisch gewählt, obwohl jedermann wusste, dass die Organisation eine beschissene Diktatur war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist also entschieden, Alec ist es“, sagte der Mann. „Die Zusammenkunft ist vorüber und hat nie stattgefunden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Anwesenden murmelten ihre Zustimmung, und Alec drehte sich um, bedeutete mir, die Treppe wieder hinaufzugehen. Ich ging hinaus, er folgte mir auf den Parkplatz, neben seinem Auto blieb er stehen. „Wie gesagt, die Leute glauben gerne, sie hätten eine Wahl, auch wenn sie sie in Wirklichkeit nicht haben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er stieg auf der Fahrerseite und ich auf der Beifahrerseite ein und beäugte ihn argwöhnisch. „Was wäre geschehen, wenn jemand widersprochen hätte?“ fragte ich neugierig. Ich wusste, gab es bei einer Einführung einen Widerspruch, endete derjenige im Normalfall als toter Mann. „Wäre ihm erlaubt worden, den Raum zu verlassen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, er hätte den Raum verlassen“, erwiderte er, hielt dann kurz inne, um mich anzusehen. „Aber in hundert Einzelteilen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er ließ den Motor an und fuhr uns schweigend nach Hause. Ich war tief in Gedanken versunken, versuchte mich damit abzufinden, dass Aro verdammt noch mal tot war und Alec jetzt die Leitung innehatte. Ich war mir unsicher, was ich über den Scheiß denken sollte, fragte mich, inwiefern sich die Dynamik ändern würde, wie der Machtwechsel mein Leben beeinflussen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir kamen in unserem Viertel an, und ich sah mich um, dachte gleich an Isabella. Mein Herz hörte beinahe auf zu schlagen, als ich ihren BMW immer noch am Bordstein stehen sah. „Vergiss deine Waffe nicht“, sagte Alec und hielt vor meinem Haus. „Und halte dich eine Weile immer in der Nähe deines Hauses auf.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nickte, nahm meine Knarre aus dem Handschuhfach und stieg aus. Während er davon fuhr, schlenderte ich auf die Eingangtür zu. Ich schloss auf und lauschte auf Geräusche von drinnen, bemerkte die völlige Stille des Hauses, konnte aber sehen, dass das Wohnzimmer von einem blauen Fernsehschirm beleuchtet wurde. Isabella lag schlafend auf der Couch, ihre Schuhe standen vor ihr auf dem Boden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging vor ihr in die Hocke und schob meine Knarre unter die Couch, dann klemmte ich eine Strähne ihrer Haare hinter ihr Ohr. Sie rührte sich etwas, blieb aber ansonsten ruhig liegen, und ich hockte für einen Moment einfach nur dort und sah zu, wie sie atmete. Die Hoffnung, die in mir anschwoll, war intensiv, und ich hatte das Gefühl, meine verfluchte Brust würde jeden Moment explodieren. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass sie tatsächlich hier vor mir lag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie war nicht nur hier, sie hatte sogar auf mich gewartet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War ich vorher nicht sicher gewesen, wusste ich es jetzt. Und fühlte ich es verdammt noch mal. Wir würden es schaffen, weil ich noch lebte und sie bei mir war. Ich wusste nicht, was in Zukunft geschehen würde, was für ein Leben auf uns wartete und wie zum Teufel wir das schaffen wollten, aber irgendwie würden wir es.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kämpfte wieder meine Tränen zurück, war immer noch nicht in der Lage, mich zu beherrschen. Ich war außer mir und verwirrt, absolut überfordert vom Leben. Von Gewalt und Tod umgeben, fraß die Hässlichkeit mich auf, aber dann gab es sie. Sie war Frieden und Hoffnung und pure verdammte Schönheit. Sie war das Gute, das das Böse besiegen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bella“, wisperte ich und fuhr mit einer Hand über ihre Wange. „La mia bella ragazza.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie rührte sich wieder und öffnete schließlich ihre Augen, blinzelte heftig. Für eine Sekunde wirkte sie durcheinander, bevor ihr aufzufallen schien, wo sie war. Ein Lächeln spielte um ihre Lippen, und sie sah mich schläfrig an. „Du bist zurück“, murmelte sie mit belegter Stimme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast gewartet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Natürlich. Das wolltest du doch. Ich habe dir doch gesagt, ich renne nicht weg, Edward.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich auch nicht“, sagte ich und lächelte bei ihren Worten. „Ich werde immer zu dir zurückkommen. Ich werde dich nie wieder verlassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Versprichst du es?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich schwöre es, verdammt nochmal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gut“, erwiderte sie und setzte sich mich argwöhnisch musternd auf. Dann legte sie ihre rechte Hand auf meine Wange und strich mit dem Daumen sanft über meinen Mund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hast du geweint?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vielleicht“, entgegnete ich leise, neigte mich zu ihr und drückte sanft meine Lippen auf ihre. Sie bewegte ihren Mund im Gleichklang mit meinem, nach einem Moment teilte ich ihre Lippen mit meiner Zunge und vertiefte den Kuss. Ihre Hände wanderten in meine Haare, zogen mich zu ihr, dabei legte sie sich wieder auf die Couch, sodass ich nun über ihr schwebte. Sie stöhnte in meinen Mund,  und dieses Geräusch sorgte dafür, dass mein Blut in Wallung geriet und mein Schwanz hart wurde. Ich stöhnte in Erwiderung, drückte mich an sie. Meine Bewegungen wurden wilder, denn ich wollte verzweifelt mehr von ihrer Wärme spüren. Sie klammerte sich fest an mich und küsste mich leidenschaftlich, ihre Hände wanderten meinen Rücken hinab und schlüpften dann unter mein Hemd. Sobald sie auf meiner nackten Haut lagen, erschauerte ich, ein Prickeln durchfuhr mich von oben bis unten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fuck“, keuchte ich, nachdem ich den Kuss zum Luft holen unterbrochen hatte. Meine Brust fühlte sich an, als wolle sie explodieren, meine Lunge brannte, und mein Herz raste wie verrückt. Sie wand sich, klammerte sich immer noch an mich und hielt ihre Augen geschlossen. Ich senkte meinen Kopf, liebkoste ihren Hals, atmete dabei tief ein und fing an, die entblößte Haut dort zu küssen. Ihre Ausstrahlung war überwältigend, ihre Berührung und ihr Duft und ihr verdammter Geschmack machten mich verrückt, abermals rollten Tränen aus meinen Augen, und ich kämpfte ein Schluchzen zurück. Ich war nicht mal sicher, warum zum Teufel ich weinte, es war einfach alles gottverdammt zu viel, ich konnte es nicht mehr länger ertragen. Mir tat alles weh, und ich brauchte unbedingt etwas, um diese Schmerzen zu lindern, brauchte sie in diesem verdammten Moment mehr als jemals zuvor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward“, keuchte sie, der Klang meines Namens in ihrer Stimme spornte mich an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Fühlst du sie immer noch?“ fragte ich, nippte an der Haut nahe ihres Schlüsselbeins und drückte mich an sie. „Diese Elektrizität zwischen uns? Bitte sag mir, dass du sie verdammt nochmal fühlst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich fühle sie“, wisperte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich brauche dich, Bella“, sagte ich, meine Stimme brach, die Worte blieben mir im Hals stecken. „Gott, ich brauche dich verdammt nochmal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Körper fing an zu beben, es wurde immer schwerer, gegen meine Gefühle anzukämpfen. „Ich weiß“, flüsterte sie. „Ich werde hier sein, solange du mich willst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde dich immer wollen“, erwiderte ich. „Sempre.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sempre“, wiederholte sie, dieses Wort aus ihrem Mund brachte mich um den Verstand. Ein ersticktes Schluchzen entwich meiner Kehle, was sie dazu veranlasste, mich noch fester zu halten, und sie redete leise auf mich ein, als ich anfing in ihren Armen zu weinen. Ich schien nicht mehr aufhören zu können – sie hatte meine gottverdammten Mauern ein weiteres Mal eingerissen, mich zusammenbrechen lassen, und nun strömte alles heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder küsste ich sie wild, ließ meine Lippen heftig auf ihre krachen und riss an ihrer Kleidung. Ich wollte verdammt nochmal mehr von ihr spüren, jeden Zentimeter ihres Körpers schmecken und wieder mit ihr zusammen sein. Es war so gottverdammt lange her, und ich brauchte es, brauchte es in ihr zu sein und zu spüren, wie sie in meinen Armen erbebte. Ich wollte sie kommen lassen und meinen Namen von ihren Lippen hören, erleben, wie sie ihn voller Lust heraus schrie. Ich musste sie glücklich machen, dafür sorgen, dass sie sich gut fühlte, denn das war der gottverdammt einzige Weg, wie auch ich mich jemals wieder gut fühlen würde. So klemmte ich meine Hand unter sie, umfasste ihren Hintern und drückte sie an mich, presste meinen harten Schwanz gegen sie. Ich konnte die verdammte Wärme ihrer Pussy durch ihre Jeans spüren und stöhnte bei diesem Gefühl auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Langsam, Edward“, sagte sie, griff nach meinen Armen und schob mich weg. Ich hielt inne, rückte von ihr ab und sah ihr ins Gesicht. Sie blickte mich verwirrt an, die Besorgnis ihn ihrem Ausdruck war alarmierend. „Du bist ganz aufgelöst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich, ähm...“, setzte ich an, war nicht sicher, was zur Hölle ich sagen sollte. Sie ließ meine Arme los, ihre Fingerspitzen strichen über meine Wange, wischten meine Tränen fort. „Ich brauche dich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß“, erwiderte sie. „Ich habe dir gesagt, ich bin bei dir. Es ist nur... mach langsam, okay? Ich werde nirgendwo hingehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder nahm sie mich in die Arme und zog mich an sich, ihre Finger fuhren durch die Haare in meinem Nacken. „Es tut mir leid“, sagte ich, fühlte mich beschissen, weil ich sie gerade so bedrängt hatte, nachdem ich mich den ganzen beschissenen Tag aufs Äußerste bemüht hatte, dies nicht zu tun.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Du musst dich nicht entschuldigen“, erwiderte sie mit sanfter Stimme. „Es ist nicht nicht so, dass ich nicht will. Ich liebe dich, Edward. Es ist nur...“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Zu früh.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Genau, zu früh“, sagte sie leise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Einen Augenblick lang lag ich da, versuchte mich am verdammten Riemen zu reißen und zu beruhigen. Ich wusste, dass ich schwer war und dass es für sie nicht sonderlich bequem sein konnte, also rutschte ich von ihr herunter und stand auf. Nervös seufzend fuhr ich mir mit meiner Hand durch die Haare. „Möchtest du schlafen gehen? Oben ist ein Bett. Das ist viel gemütlicher.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich war auf eine Diskussion vorbereitet, besonders nach dem, was zur Hölle gerade geschehen war, aber sie diskutierte nicht, kämpfte sich stattdessen auf ihre Füße und reichte mir ihre Hand. Nachdem ich diese ergriffen hatte, führte ich sie nach oben in mein Schlafzimmer, wo ich mich durch meine Kommode wühlte, um etwas bequemeres für sie zum Anziehen zu finden. Obwohl ich wusste, dass sie zu groß sein würde,  gab ihr eine Pyjama-Hose von mir, hoffte aber, es wäre okay. Dann ging Isabella ins Badezimmer und zog sich um.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Während sie im Bad war, wechselte ich meine Hose und zog mein Hemd aus, das ich in eine Ecke auf den Boden warf. Kurz darauf öffnete sich hinter mir die Badezimmertür, und ich drehte mich herum, um sie anzusehen. Schmunzelnd bemerkte ich, dass ihre Augen automatisch von meiner nackten Brust angezogen wurden. Mit gerunzelter Stirn neigte sie ihren Kopf zur Seite. Mich fragend, warum sie so reagierte, blickte ich an mir herab. Es traf mich wie ein Blitz, dass sie mein neues Tattoo anstarrte. Als sie an mir vorbei ging, nahm ich seufzend meinen Arm beiseite, damit sie es besser sehen konnte. In schwarzer dicker Farbe und scharfen Linien prangte es auf meiner rechten Seite und zog sich über meinen Brustkorb.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Es ist ein Tribal oder so“, brummte ich. „Ich habe keinen Schimmer, wie zum Teufel es wirklich heißt. Es ist ein, ähm...“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Es ist ein Schwan“, sagte sie sanft lächelnd und streckte ihre Hand aus, um es zu berühren. Ihre Fingerspitzen zeichneten die Konturen nach, und ich zuckte zusammen, weil ihre Berührungen kitzelten. „Was hat dich bewogen, dieses Motiv zu wählen?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich zuckte mit den Schultern. Sie ließ ihre Hand sinken, ging zum Bett und kletterte hinein. Ich legte mich neben sie und nahm sie nach kurzem Zögern in meine Arme. Zufrieden summend schmiegte sie sich an mich, ihre körperliche Nähe war so tröstlich. „Ich habe dir ja gesagt, dass ich mich nicht wirklich daran erinnere, wie ich es bekommen habe“, sagte ich. „Aber ich kann mir ziemlich gut vorstellen, was – oder besser gesagt wer – mich dazu inspiriert hat.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Lächelnd schloss sie ihre Augen und kuschelte sich noch dichter an mich. „Ich mag es“, flüsterte sie nach einer Weile schläfrig, ihre Worte waren kaum noch vernehmbar. Ich neigte meinen Kopf und drückte einen Kuss auf ihr Haar, dann, erschöpft von den Ereignissen des Tages, schloss ich meine Augen, um ein wenig zu schlafen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Danach war das Leben wie ein Wirbelsturm, ein Tag folgte rasend schnell dem nächsten. Wir holten Isabellas Sachen aus dem Hotel, und sie blieb bei mir. Nachdem sie sich bei mir wie zu Hause fühlte, entspannte sie sich mehr und mehr. Zwischen uns ging es, abgesehen von hin und wieder einem Kuss oder einer zarten Berührung im Vorbeigehen, größtenteils platonisch zu. Ich drängte sie nicht, dachte mir, ich müsse ihr die Führung überlassen, und sie versuchte nicht einmal ansatzweise zu vertiefen, was immer zum Teufel wir zusammen hatten. Es störte mich aber nicht, ich verstand, dass sie einfach noch nicht bereit war. Wenn ich ehrlich war, war ich mir nicht mal sicher, ob ich bereit war. Es war einfach schön, sie wieder bei mir zu haben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich war erschöpft, wurde mit jedem Tag matter. Albträume störten meinen Schlaf und ich gab mein Bestes, nüchtern zu bleiben, doch der Alkohol schien verdammt nochmal nach mir zu rufen. Isabella verlor nie ein Wort darüber, aber jedes Mal, wenn sie mich trinken sah, bemerkte ich die Besorgnis in ihrer Miene. Dieser Blick machte mich fertig, wann immer ich einen Schluck trank, zerfraß mich mein schlechtes Gewissen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Dennoch reichte es nicht aus, mich zum Aufhören zu bewegen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich war tatsächlich im Krankenhaus gewesen, um meine Hand verarzten zu lassen, und am nächsten Tag hatte Isabella vorgeschlagen, endlich meine restlichen Sachen auszupacken. Viel unserer gemeinsamen Zeit verbrachten wir mit Reden und Herumlungern. Wir genossen, wie in alten Zeiten, einfach die Gesellschaft des anderen. Alles lief gut, genau genommen fast schon zu gut. Ich wartete darauf, dass der nächste Hammer kam, dass alles um uns herum verdammt nochmal einstürzte. Es war zu schön, um wahr zu sein, als wäre da ein Haken, von dem man mir noch nicht erzählt hatte, oder als hätte ich das beschissene Kleingedruckte, in welchem das Verfallsdatum stand, nicht gelesen. Aber, sehr zu meiner Überraschung, ließ man uns in Ruhe. Ich war mir sicher, meine Brüder würden meine verdammte Tür einrennen, um Isabella zu sehen, oder Alec würde mich anrufen, weil ich mich um Geschäfte kümmern sollte, aber es kam nichts. Keine Besuche, keine Anrufe, kein  gottverdammtes Ding.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Fast eine Woche später klopfte es schließlich an der Tür, die ich widerwillig öffnete. Ich war überrascht, den Postboten auf der Veranda zu sehen. Dieser blickte den Umschlag in seiner Hand an und las blinzelnd den Namen darauf. „Edward A. Cullen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, das bin ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ich habe ein Einschreiben für Sie“, sagte er und reichte mir eine kleine Karte, auf der ich unterschreiben musste. Ich kritzelte meinen Namen darauf, gab sie ihm wieder zurück, dann überreichte er mir den Brief. Bevor ich die Tür schloss, bedankte ich mich bei ihm und schlenderte ins Wohnzimmer, wo ich mich neben Isabella auf die Couch fallen ließ. Der Brief war von Mr. Ricci, ich riss ihn auf und zerrte das Schreiben heraus.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Was ist das?“ fragte Isabella neugierig.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Öhm, das ist eine Benachrichtigung vom Anwalt“, erwiderte ich, meine Augen flogen über das Schriftstück. „Am Montag wird das Testament meines Vaters verlesen. Offensichtlich hat er mir etwas hinterlassen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Warum klingst du so überrascht?“ fragte sie. „Du bist sein Sohn.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ich weiß nicht“, sagte ich achselzuckend und legte den Brief auf den Tisch. „Es fühlt sich immer noch so unwirklich an. Ich meine, fuck, ich weiß, es ist real – ich weiß, dass er tot ist. Ich hab ihn verdammt nochmal sterben sehen. Aber es ist dennoch schwer zu glauben, dass es wirklich passiert ist.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Darauf wette ich“, entgegnete sie. „Möchtest darüber reden?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich schüttelte meinen Kopf. „Nicht jetzt“, sagte ich. „Das ist das Letzte, woran ich im Moment denken möchte.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Okay“, meinte sie, lehnte sich an mich und drückte mich rückwärts in die Couch. Dann schlang sie ihre Arme um mich, ihren Kopf legte sie an meine Brust. Unterdessen schnappte ich mir die Fernbedienung, schaltete den Fernseher ein und zappte durch die Kanäle. So verbrachten wir den restlichen Abend, vergaßen gottverdammt alles, außer dem, was sich innerhalb der Wände meines Hauses abspielte, richteten unsere Aufmerksamkeit abermals nur auf uns.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wieder dauerte es nicht an. Am nächsten Tag, genau zur selben Zeit, ertönte ein weiteres verdammtes Klopfen an der Tür. Murrend machte ich mich auf den Weg, um sie zu öffnen, und erstarrte irritiert, nachdem ich sie aufgerissen hatte. Der gleiche verfluchte Postbote stand auf der Veranda und hielt einen ziemlich vertraut aussehenden gottverdammten Umschlag in seiner Hand. „Beschissenes Déjà-vu“, sagte ich. „Waren Sie nicht erst hier und haben den Scheiß gebracht?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Nickend betrachtete er den Umschlag in seiner Hand. „Ja, aber diesmal ist er nicht für Sie“, erwiderte er. „Ist eine Isabella M. Swan hier?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Oh ja, ist sie“, entgegnete ich, riss die Tür noch weiter auf und rief ins Haus hinein nach Isabella. Kurz darauf kam sie herbei, sah den Postboten und mich irritiert an. Mit einem Lächeln zeigte ich auf den Brief, der Postbote hielt ihr eine Karte entgegen. „Es ist für dich, tesoro.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Für mich?“ fragte sie überrascht und nahm dem Mann die Karte ab. Auf die unterste Linie schrieb sie ihren Namen, ihre Handschrift war akkurat und gottverdammt perfekt kursiv. Wissend, wie sehr sie sich angestrengt hatte, dies zu lernen, sah ich ihr mit einem Lächeln zu. Sie gab dem Mann die Karte zurück, und er gab ihr den Umschlag, wünschte ihr einen schönen Tag und verschwand dann. Isabella erwiderte nichts, stand einfach nur an der Tür und starrte ihren Umschlag überrascht an, ihre verblüffte Miene brachte mich zum glucksen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Warum bist du so überrascht?“ fragte ich spielerisch, wiederholte ihre Worte vom Vortag. „Du bist die Freundin seines Sohnes.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Sie blickte auf und sah mich mit gerunzelter Stirn an. „Bin ich das?“ fragte sie.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Bist du was?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Bin ich deine Freundin?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich zögerte ihre Frage zu beantworten, war plötzlich besorgt, ob ich das verdammt nochmal vielleicht nicht hätte sagen sollen. „Ich weiß nicht, bist du?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Sie lächelte. „Ich habe dich zuerst gefragt.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Möglicherweise, denke ich. Meinst du, es ist zu früh, solchen Scheiß zu sagen?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ich weiß nicht, meinst du das?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Im Versuch, den Sinn unserer Unterhaltung zu begreifen, starrte ich sie einen Moment an. „Ich weiß nicht“, sagte ich kopfschüttelnd. „Das ist verflucht albern, Bella.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Das ist es“, erwiderte sie. „Es ist wirklich nicht wichtig. Ich meine, es ist nur ein Wort. Du hast immer gesagt, es sind nicht die Bezeichnungen, die uns definieren – wir definieren uns.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Sehr richtig“, sagte ich, nahm sie in meine Arme und zog sie an mich. „Ich bin ein schlauer Flachwichser, weißt du.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Schau einer an, wie du dein eigenes Horn bläst “, sagte sie spielerisch. Glucksend neigte ich meinen Kopf und liebkoste ihr Haar. Sobald meine Lippen direkt an ihrem Ohr waren, hielt ich inne.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Möchtest du mein Horn blasen, tesoro?“ wisperte ich. Mein Atem auf ihre Haut ließ sie schaudern, nervös kichernd stieß sie sich von mir ab.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Das war ein abgedroschener Scherz“, merkte sie an.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ich habe keinen Scherz gemacht“, erwiderte ich zwinkernd. Sie wurde rot und verdrehte ihre Augen, dann wandte sie den Blick ab.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Dass du es ernst gemeint hast, macht es nur noch schlimmer, weißt du“, murmelte sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf dem Umschlag richtend. „Ich frage mich, was er mir hinterlassen hat.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Könnte alles mögliche sein“, entgegnete ich, während sie den Brief aufriss und das Schreiben las, in dem ihr Datum und Uhrzeit mitgeteilt wurde. „Geld, Besitz... weiß der Teufel.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Aber warum?“ fragte sie mich eigentümlich anblickend. „Ich meine, ich möchte wirklich nichts, ich habe genug. Ich brauche kein Geld oder Häuser oder sowas. Mir ist nichts davon wichtig.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht warum“, sagte ich. „Ich denke, wir werden es am Montag herausfinden.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das Wochenende verbrachten wir, indem wir zusammen herum hingen, Filme ansahen und zusammen zum Abendessen ausgingen, nachdem ich ihr Chicago gezeigt hatte. Der Montag rückte schnell heran, und gegen Mittag zog ich mich an. Weil ich verdammt nochmal wusste, dass Alec da sein würde, versuchte ich halbwegs anständig auszusehen, hatte mich für eine schwarze Hose, ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte entschieden. Dann schlüpfte ich in schwarz-weiße Nikes und machte mich auf den Weg nach unten. Während Isabella noch unter der Dusche war, öffnete ich den Kühlschrank und nahm die Grey Goose Flasche heraus. Ich war verflucht nervös, etwas an diesem Tag ließ alles viel realer erscheinen. Ich schraubte den Deckel von der Flasche, hielt sie dann an meine Lippen und trank einen großen Schluck. Der Wodka brannte in meinem Hals, beruhigte aber meine Nerven, meine Nervosität legte ich beinahe sofort.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Trinkend stand ich am Fenster und sah hinaus, da klingelte das Telefon in meiner Hosentasche. Das Geräusch erschreckte mich, denn ich hörte es zum ersten Mal seit Tagen wieder, und die Bedeutung dessen ließ mich verkrampfen. Nachdem ich die Flasche auf die Arbeitsplatte gestellt hatte, zog ich das Handy aus meiner Tasche und registrierte mit einem Stöhnen Alecs Namen im Display.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ja, Sir?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ich muss mit dir sprechen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Jetzt?“ Ein Blick auf meine Uhr sagte mir, dass es fast halb eins war, in weniger als einer Stunde sollten wir alle zur Testamentseröffnung im Büro des Anwalts sein.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ja, jetzt“, erwiderte er. „Isabella kann mit Esme fahren. Wir werden sie dort treffen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ähm, okay“, sagte ich, hatte gerade wirklich keine Lust, mich mit Geschäften zu befassen, wusste aber auch, dass ich keine andere beschissene Wahl hatte. „Ich bin sofort da.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich legte auf, nahm einen letzten Schluck und stellte die Flasche zurück in den Kühlschrank, dann ging ich nach oben, um Isabella die Situation zu erklären. Nach einem schnellen Kuss sagte ich ihr, ich sähe sie dort und eilte danach aus dem Haus, weil ich Alec nicht lange warten lassen wollte. Ich schlenderte über die Straße zu seinem Haus und sobald ich die Veranda betreten hatte, wurde die Tür geöffnet und Esmes lächelndes Gesicht erschien. „Hey Kiddo“, sagte sie warmherzig. „Du siehst gut aus.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Danke.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ist Isabella im Haus?“ fragte sie. Ich nickte, und ihr Lächelnd wurde breiter, liebevoll tätschelte sie meine Wange. „Es ist schön, euch Kinder wieder zusammen zu sehen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ähm, yeah, es ist schön, sie wieder bei mir zu haben“, stammelte ich. Es überraschte mich, wie glücklich sie wirkte. Eins war sicher, es war ein merkwürdiger gotterdammter Tag, um so putzmunter zu sein. „Du bist schrecklich gut gelaunt.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Yeah, nun, ich mag es, wenn es nach meiner Nase geht“, erwiderte sie. „Das kommt nicht oft vor. Egal, du solltest rein gehen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Okay“, sagte ich unsicher, wovon zur Hölle sie sprach, aber ich wusste, sie hatte Recht. „Bis später dann.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Alles klar, Kiddo.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich eilte ins Haus und ging den Flur entlang, vor Alecs Bürotür zögerte ich, dann klopfte ich an. „Es ist offen“, rief er von innen. Also drehte ich den Knauf und trat ein, sah ihn hinter einem Stapel Papiere an seinem Schreibtisch sitzen. Neben dem Tisch stand ein schwarzer Aktenvernichter, und ich schaute zu, wie er ihn, ohne mir auch nur einen Blick zuzuwerfen, mit Papier fütterte. „Mach die Tür zu und nimm Platz.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich gehorchte und setzte mich hin, wartete geduldig, während er schweigend noch weitere Unterlagen vernichtete. „Was hältst du vom Süden?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Vom Süden?“ fragte ich verwirrt. „Du meinst, Alabama und Mississippi und diesen Scheiß?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Nun ja, das ist der Süden“, sagte er lässig. „Aber ich dachte mehr an den Südwesten.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Oh, ähm, ist okay. Ich meine, ich habe nicht viel Zeit dort verbracht, aber ich denke, es ist nett dort“, erwiderte ich, ohne einen Schimmer zu haben, warum zum Teufel er mich fragte. In der Hinsicht, mich mit obskuren gottverdammten Fragen ins Schwitzen zu bringen, hatte er viel von meinem Vater. „Phoenix war beschissen heiß.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Es braucht eine gewisse Zeit, sich an die Hitze zu gewöhnen“, sagte er. „Ich bin dort aufgewachsen, aber ich denke, das weißt du.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ja, genauso sind meine Mom und Isabella dort aufgewachsen. Aber ich denke, das weißt du auch.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Meine Worte brachten mir einen merkwürdigen Blick seinerseits ein, doch er sagte nichts dazu, konzentrierte sich stattdessen wieder auf seine Papiere. Schweigend schredderte er noch ein paar mehr, und ich fragte mich, warum zum Teufel er mich hier her bestellt hatte, meine Nerven warum zum Zerreißen gespannt. Sobald der Papierstapel komplett geschreddert war, stöpselte er den Aktenvernichter aus, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und musterte mich seltsam.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Du hast einen Eid abgelegt, Edward“, sagte er mit strenger Stimme. „Du hast der Organisation lebenslange Loyalität geschworen. La Cosa Nostra steht ohne Ausnahme bis zu deinem Tod an erster Stelle. Du hast an jenem Tag dein Blut vergossen und anerkannt, dass, solltest du den Eid jemals brechen, auch dein restliches Blut vergossen werden wird. Du hast genau gewusst, worauf du dich einlässt, und ich kann das nicht einfach ignorieren. Einmal ein Ehrenmann, immer ein Ehrenmann. Ich kann dich nicht aus deiner Pflicht entlassen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Nicht wirklich überrascht von seinen Worten, aber leicht besorgt darüber, warum zur Hölle er dies ansprach, nickte ich. „Ich verstehe, Sir. Das erwarte ich auch nicht.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Gut“, sagte er. „Und obwohl ich dich nicht gehen lassen kann, bin ich dennoch nicht dumm. Ich weiß, du bist für dieses Leben nicht geschaffen und ich bin gnädig genug, dies bereitwillig zu berücksichtigen. Ich möchte, dass du erfolgreich bist, Edward. Ich möchte nicht, dass du von diesem Leben in die Knie gezwungen wirst, und ich werde jetzt gnadenlos ernst sein. So, wie es gerade läuft, würdest du nicht lange überleben. Du hast zu viel von deiner Mutter in dir. Offen gesagt, hätte ich dich gar nicht erst eingeführt, aber wie gesagt, war getan ist, ist getan, verstehst du?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ja, Sir“, sagte ich, obwohl ich verdammt noch mal überhaupt nichts verstand.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Das freut mich und bringt mich wieder zum Ausgangsthema zurück – dem Süden“, sagte er. „Wie du wohl weißt, kommt ein großer Anteil unseres Profits aus Las Vegas. Mit unseren Anteilen an den Kasinos und den illegalen Wetten, ist Glücksspiel ein lukratives Geschäft für uns. Wir haben Mitarbeiter, die die meiste Arbeit erledigen, aber es muss auch ein Ehrenmann vor Ort sein, dem sie Bericht erstatten. Jemand, der dafür sorgt, das niemand aus der Reihe tanzt, gewisse Umstände klärt, sollten welche auftauchen, und Chicago über alles auf dem Laufenden hält.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ein Mittelsmann.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Genau. Charles Swan Senior hat sich jahrelang darum gekümmert und nach seinem Tod hatte Alistair dies übernommen, und, nun, du weißt, was mit den beiden Männern geschehen ist.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Mein Vater hat sie getötet“, murmelte ich. Trocken lachend nickte er.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ja, ich nehme an, das hat er“, sagte er. „Sie sind gierig geworden und haben sich gegen uns gerichtet, was mich nun in die missliche Lage bringt, Alistair ersetzen zu müssen. Es ist nicht die ruhmreichste Aufgabe, aber sie bringt gewisse Vorteile mit sich, wie ein Umzug in den Süden.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich runzelte die Stirn. „Warte, ich?“ fragte ich. „Du redest davon, dass ich seinen Job übernehmen soll?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ja. Ich kann dir vertrauen, nicht wahr?“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Selbstverständlich.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Gut. Ich sage nicht, dass du jetzt sofort bereit bist, den Job zu übernehmen, aber der Posten wartet auf dich, und ich denke, du wirst es auf die Reihe kriegen“, sagte er. Ich fing an zu stottern, war überrascht und hatte keine Ahnung, was ich erwidern sollte, doch er hob seine Hand, um mich zu unterbrechen. „Ich möchte jetzt noch keine Antwort von dir. Ich möchte nur, dass du darüber nachdenkst, und ich bin sicher, du möchtest dich diesbezüglich mit Isabella kurzschließen, ehe du eine Entscheidung triffst.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Äh, ja“, entgegnete ich.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Nun denn, das ist alles, weswegen ich dich hierher bestellt habe“, sagte er, schob seinen Stuhl zurück und stand auf. Seufzend sah er auf seine Uhr. „Wir sollten gehen und es hinter uns bringen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Zustimmend nickend erhob ich mich und folgte ihm ohne ein weiteres Wort aus dem Haus. Mit ihm zusammen fuhr ich zum Büro des Anwalts, pünktlich um viertel nach eins, genau zur geplanten Zeit der Testamentseröffnung, gingen wir hinein. Meine ganze Familie war da, ich sah Isabella in einem wuchtigen Bürostuhl an dem langen Holztisch sitzen, also zog ich den Stuhl neben ihr hervor und ließ mich darauf nieder. Mich anlächelnd griff sie unter dem Tisch nach meiner Hand.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich rückte nah an sie heran, ihr lieblich frischer Duft stieg in meine Nase. „Du siehst gut aus“, flüsterte ich, nachdem meine Augen sie von oben bis unten gemustert hatten. Sie trug wieder ein Kleid und hochhackige Schuhe, ein Anblick, bei dem ich mir nicht sicher war, ob ich mich jemals daran gewöhnen würde.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Danke“, erwiderte sie und wurde rot. „Du aber auch.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Das weiß ich“, sagte ich spielerisch. Sie verdrehte ihre Augen, doch ehe sie irgendetwas entgegnen konnte, räusperte sich Mr. Ricci, denn er wollte anfangen. Wir richteten alle unsere Aufmerksamkeit auf ihn, und vor uns im Raum stehend, wühlte er sich durch einige Unterlagen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Ein jeder hier kannte Carlisle sehr gut, also denke ich, wir alle sind uns darüber einig, dass es ihn nicht stören würde, wenn wir dies hier kurz und zwanglos gestalten“, sagte er. „ Er hat einen Brief, den ich vorlesen soll, bei mir gelassen, der seinen letzten Willen enthält, also werde ich ihn einfach vorlesen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Er hielt inne, Isabella zappelte auf ihrem Stuhl herum und sah mich besorgt an. In der Hoffnung, sie würde sich entspannen, drückte ich ihre Hand, als Mr. Ricci zu lesen begann.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„An meine Familie – mit schwerem Herzen schreibe ich dies. Ihr sollt wissen, dass ich jedes Leid bedaure, das ich euch jemals zugefügt habe. Alles, was ich in meinem Leben getan habe, tat ich mit euch in meinen Gedanken, und ich weiß, ich habe viele Fehler auf meinem Weg gemacht, doch ich habe immer getan, was ich für das Beste hielt. Ich erwarte nicht, dass ihr alles versteht, nicht sofort jedenfalls, aber ich hoffe, dass ihr mit der Zeit euren Frieden mit meiner Entscheidung machen werdet. Ich versichere euch, ich habe es.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;An Esme, meine Schwester, meine beste Freundin und meine Vertraute – immer, wenn ich eine Meinung oder nur jemanden zum Zuhören brauchte, warst du für mich da. Es gibt so viel, das ich dir sagen möchte, aber ich denke, das Wichtigste ist, dass ich dich liebe und dass ich dir danken möchte. Über die Jahre habe ich mich sehr auf dich verlassen und nichts kann je wieder gutmachen, was du nach Elizabeths Tod für die Jungs getan hast. Elizabeth und du wart gute Freundinnen, und ich erinnere mich daran, dass die Ausflüge, die ihr gemeinsam unternommen habt, zu ihren liebsten Zeiten gehört haben. Deshalb möchte ich dir alles hinterlassen, was sich auf dem Dachboden des Hauses in Forks befindet. Dort lagern Elizabeths Sachen, Dinge, die sie über die Jahre angeschafft hat. Ich konnte es nie ertragen, mich davon zu trennen, also ist alles noch da und setzt Staub an. Ich bin sicher, von allen hier kannst du am meisten damit anfangen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich warf einen Blick auf Esme und sah, dass sie lächelte, ihre Augen glänzten vor unvergossenen Tränen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und an Alec geht, was sich im Keller des Hauses in Forks befindet, ebenso was der Safe im Büro im Erdgeschoss und das Lagerhaus in Port Angeles beinhalten. Du weißt, was du da mit machen musst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Mr. Ricci überreichte Alec einen Schlüssel und einen Zettel. Alec nahm beides entgegen und steckte es mit einem Nicken in seine Tasche, dann bedeutete er Mr. Ricci weiterzumachen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„An meine Söhne. Ihr sollt alle drei wissen, dass ich euch liebe. Emmett, mein Ältester, der, den das Schicksal mir beschert hat – dein Humor hat unser Leben immer erhellt. Du bist stark und beschützt die Menschen, die du liebst, und außerdem bist du ein sehr intuitiver Mensch. Du wirst ein großartiger Vater werden und ich wünschte, ich könnte sehen, wie Rosalie mein erstes Enkelkind zur Welt bringt. Ja, ich weiß, dass sie schwanger ist, mein Sohn. Du hast es nicht vor mir verbergen können. Ich bin Arzt, ich erkenne sowas.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Alle lachten und Emmett legte eine Hand auf Rosalies Bauch. Dann las Mr. Ricci weiter. „Du warst immer der Geschäftstüchtigste, kannst gut mit Computern umgehen, auch wenn du diese Fähigkeit genutzt hast, um mein Leben ein oder zweimal zu verkomplizieren. Ich hinterlasse dir all meine Anlagen, meine Wertpapier, meine Anleihen und meine seriösen Geschäfte.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Mr. Ricci übergab Emmett eine Mappe voll Papierkram, dann wandte er sich wieder dem Brief zu.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„An Jasper, meinen mittleren Sohn. Du warst immer so mitfühlend und umgänglich. Du verstehst die Menschen und fühlst mit ihnen, und aus diesem Grund wirst du eines Tages ein großartiger Arzt werden. Du bist am stärksten mit Washington verwurzelt, dort ist Alices Familie, und dort geht ihr beide zur Schule, also möchte ich, dass du das Haus bekommst und alles was sich sonst noch darin befindet.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Er reichte Jasper einen Schlüsselbund und ließ ihn einige Unterlagen unterschreiben, ehe er sich abermals dem Brief zuwandte. „Und an meinen jüngsten Sohn, Edward – jeder weiß, wie explosiv, stur und pingelig du sein kannst, aber einer Sache, der sich viele nicht bewusst sind, ist die Tatsache, dass du insgeheim unglaublich großmütig bist. Diese selbstlose Seite an dir hast du von deiner Mutter. Das respektiere ich an dir und egal, was in der Zukunft geschehen mag, möchte ich, dass du weißt, wie stolz du mich gemacht hast. Du kannst das Haus in Chicago behalten, aber ich hinterlasse dir auch ein Päckchen. Was du mit dessen Inhalt anfängst, bleibt allein dir überlassen, aber mir erscheint es am sinnvollsten, wenn du es bekommst.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Mr. Ricci gab mir einige Unterlagen, die ich unterschreiben musste, damit das Haus irgendwann auf meinen Namen überschrieben werden konnte, und als ich sie ihm zurück gab, überreichte er mir einen kleinen gepolsterten Briefumschlag. Ich dankte ihm leise und mich fragend, was zur Hölle sich darin befand, riss ich ihn langsam und vorsichtig auf.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Alice und Rosalie – ihr wart immer wir Töchter für mich. Es war mir eine Ehre euch aufwachsen zu sehen, und ich hoffe ihr versteht, wie wichtig ihr für diese Familie seid. Euch beiden hinterlasse ich genug Geld in einem Fond, damit ihr eure Schule bezahlen könnt und was immer ihr auch sonst in der Zukunft vielleicht braucht, auch wenn ich, dank meiner Söhne, die Vermutung habe, dass es keiner von euch je an etwas mangeln wird. Der Rest meines Geldes wird durch drei geteilt und in gleichen Anteilen an meine Söhne gegeben. Über den genauen Betrag bin ich mir selbst nicht sicher, aber es ist mehr, als ihr in eurem Leben ausgeben könnt, und ich bin überzeugt, es ist mehr, als jemand von euch überhaupt braucht. Ich vertraue darauf, dass ihr etwas Gutes damit anzufangen wisst.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Er hielt inne und warf Isabella einen kurzen Blick zu, woraufhin sich nun alle Augen im Raum auf sie richteten. Durch die Aufmerksamkeit wurde sie nervös, sie zappelte herum und kaute auf ihrer Unterlippe, die Anspannung stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. „Und zuletzt, an Isabella Swan... dir hinterlasse ich einen Umschlag. Im Vergleich mit dem, was die anderen bekommen haben, erscheint dies armselig, aber ich habe das Gefühl, dass dich dies nicht stören wird. Was sich in diesem Umschlag befindet, ist auf egoistische Weise genauso für mich wie für dich, und ich wünschte, ich hätte es dir persönlich überreichen können, aber das wird so reichen müssen.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Mr. Ricci hielt Isabella einen normal aussehenden weißen Umschlag entgegen, den sie zaghaft nahm und dessen Vorderseite anstarrte. Ihr Vorname stand in der ausgeprägten Handschrift meines Vaters darauf geschrieben, es gab keinen Hinweis darauf, was zur Hölle sich darin befand. Neugierde brannte kurzzeitig in mir auf, aber ich wusste, es ging mich verdammt nochmal nichts an, also konzentrierte ich mich wieder auf das Päckchen in meiner Hand, während Mr. Ricci zum Ende kam.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;„Noch einmal, der Schmerz, den mein Abschied verursacht hat, tut mir leid, aber haltet eure Köpfe oben und geht voran. Il tempo guarisce tutti i mali. Vergesst das nie. Ich weiß, meine Söhne werden es nicht. Ich liebe euch alle, Carlisle“, las Mr. Ricci vor, dann legte er den Brief auf den Tisch. „Das war alles.“&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich rieb über die Stelle auf meiner Brust, wo diese Worte in meine Haut eigeschlossen waren, aus meinen Augenwinkeln sah ich, dass Emmett und Jasper das gleiche taten.  Il tempo guarisce tutti i mali. Zeit heilt alle Wunden. Wir waren gemeinsam losgezogen und hatten es uns stechen lassen, und obwohl ich mich noch immer so verdammt gebrochen fühlte, ein Teil tief in meiner Seele noch immer wegen allem, was ich gesehen und allem, das ich verloren hatte, verwundet war, wusste ich, dass mit der Zeit irgendwann alles verheilen würde.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wir alle würden verdammt noch mal heilen, und ich wusste auch, dass die Anwesenheit dieser wunderschönen Frau, die rechts neben mir saß, der Leim war, der dabei helfen würde, mich zu reparieren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Schließlich öffnete ich das Päckchen komplett und blickte hinein. Das goldene Schimmern am Boden ließ mich erstarren. Sobald mein Blick darauf fiel, wusste ich genau, was es war, dutzende von Emotionen trafen mich mit einem Schlag. Ich hatte ihn hunderte, wenn nicht sogar tausende beschissene Male gesehen, hatte ihm am Finger der ersten Frau, die ich je geliebt hatte und später am Hals des ersten Mannes, den ich je verehrt hatte, bewundert.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Den Ehering meiner Mutter.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Er war so verdammt schlicht, barg aber so viel Bedeutung, er brachte ein Leben voller Liebe und Geschichten mit sich. Er war ein Symbol der Liebe meiner Eltern, ein Symbol des Bandes, das sie vereinte, das alberne beschissene Titel wie Sklavin oder Mafiaprinz überwand. Diese Dinge waren ihnen scheißegal gewesen, was sie trennte, war nichts im Vergleich mit dem, was sie zusammenbrachte. Sie waren Seelenverwandte und trotz gottverdammt allem, was ihnen im Weg gestanden hatte, hatte das Leben dafür gesorgt, dass sie genau dort angekommen waren, wo sie hatten sein sollen. Und es war der Ring, der, der auf dem Boden des Umschlages in meiner Hand lag, der ihr Schicksal für sie besiegelt hatte.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Er war ihr Schicksal gewesen... und nun war er das meine.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Gegen die verdammten Emotionen ankämpfend, die mich überfluteten, sah ich Isabella an und verspannte mich, als ich die Tränen erblickte, die aus ihren Augen strömten. Sie hatte den Umschlag aufgerissen, der nun vor ihr auf dem Tisch lag, ihre Hand war um das Blatt Papier geklammert, welches sie aus dem Umschlag gezogen hatte. „Tesoro, was ist los?“ fragte ich leise und wischte die Tränen von ihren Wangen. Kopfschüttelnd schaute sie mich an, dann gab sie mir zögernd das Blatt. Verwirrt von ihrer Reaktion nahm ich es vorsichtig an und betrachtete es. Ich lächelte, als ich die Worte las, die mitten auf das Blatt gekritzelt waren, mir wurde klar, was mein Vater ihr gegeben hatte, war das wahrscheinlich Wertvollste, das einer von uns bekommen hatte.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;‚Du warst es wert.‘&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*******&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1735737126500531371-6564680947186533484?l=anja-tina.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://anja-tina.blogspot.com/feeds/6564680947186533484/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/2011/02/kapitel-79.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default/6564680947186533484'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1735737126500531371/posts/default/6564680947186533484'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://anja-tina.blogspot.com/2011/02/kapitel-79.html' title='Kapitel 79'/><author><name>Anja+Tina</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03663176774796438039</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_aRw8XE3eVT8/St971i5Z5yI/AAAAAAAAAGk/zf8dZIFvhgk/S220/fuck.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1735737126500531371.post-422818068033084669</id><published>2011-01-28T19:03:00.000+01:00</published><updated>2011-01-28T19:04:02.446+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Story'/><title type='text'>Kapitel 78</title><content type='html'>*****&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Schön&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Manches dauert nicht ewig an, anderes schon. Zum Beispiel ein schönes Lied, ein schönes Buch oder eine schöne Erinnerung, die du in deiner dunkelsten Stunde hervorholen und entfalten, deren  Ecken du niederdrücken und in die du tief hineinblicken kannst, in der Hoffnung, die Person, die du dort siehst, noch immer wiederzuerkennen.“ – Sarah Dessen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Isabella Swan&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Westküste Amerikas bis zur Ostküste waren es rund dreitausend Meilen, vielleicht auch weniger, was davon abhing, wo man losfuhr und wohin man wollte. Diese Tatsache überraschte mich, denn es war mir immer viel weiter vorgekommen, beinahe, als läge ein ganzes Universum zwischen den beiden riesigen Ozeanen. Fuhr man über die Interstates und Highways, konnte man die Strecke in weniger als achtundvierzig Stunden zurücklegen, aber realistisch gesehen, dauerte es in etwa doppelt so lang. Dennoch war das nicht so schlimm... in weniger als einer Woche konnte man sich am gegenüberliegenden Ozean wiederfinden und aus einem ganz anderen Blickwinkel in die Welt hinaus schauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies klang nach etwas, dass ich irgendwann ein mal bei Jeopardy hätte lernen können, doch diese Information hatte ich tatsächlich selbst gewonnen. Für meine Reise brauchte ich allerdings bedeutend länger als nur ein paar Tage. Um genau zu sein, dauerte sie annähernd drei Monate. Drei Monate umherfahren, umherirren... drei Monate suchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Emilys Anruf an diesem Juni-Abend in Kalifornien , hatte ich voller Panik Alec angerufen. Wissend, dass sie sich Sorgen machte, weil ich ihr nicht erklären konnte, was vor sich ging, hatte ich befürchtet, sie könne die Polizei einschalten. Eilig erzählte ich ihm, was geschehen war, und er befahl mir, ruhig zu bleiben und niemandem die Tür zu öffnen außer ihm. Die Polizei hätte keinen Grund ins Haus zu kommen, und ich wäre nicht verpflichtet mit ihnen zu reden, hatte er mir erklärt. Blieb ich also dort wo ich war, würde es zu keinen weiteren Schwierigkeiten kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem großen Fenster blickend, saß ich zusammengekauert im Wohnzimmer und hielt auf der Straße achtsam nach Anzeichen von Besuchern Ausschau. Die Zeit zog sich dahin. Abgesehen vom Ticken der Wanduhr war es vollkommen still im Haus. Gegen drei Uhr morgens fuhr ein kleines schwarzes Auto mit getönten Scheiben vor. Alec stieg aus und ließ seinen Blick wachsam über die Umgebung schweigen. Verwirrt musterte ich den Wagen, es war nicht der gleiche, den er sonst fuhr, und sah interessiert zu, wie er ein paar Pappkartons aus dem Kofferraum holte. Dann klopfte er, und nachdem ich ihn ins Haus gelassen hatte, stellte er die Kartons neben der Tür ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Pack ein, was wichtig für dich ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit irritiert gerunzelter Stirn blickte ich zwischen ihm und den Kartons hin und her. „Packen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Isabella. Packen“, sagte er ungeduldig. „Wir müssen dich so schnell wie möglich hier fort schaffen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er erläuterte dies nicht weiter, zog stattdessen sein Handy heraus und wählte eine Nummer, während er darauf wartete, dass ich seinen Anweisungen folgte. Ich zögerte, doch nachdem er mir einen gereizten Blick zugeworfen hatte,  schnappte ich mir einen Karton und zerrte diesen ins Wohnzimmer. Damit ich genug Licht hatte und sehen konnte, was ich tat, schaltete ich die Lampe ein und fing an, verschiedene Dinge in die Kiste zu werfen. Dabei dröhnte Alecs Stimme von den Wänden widerhallend durch das stille Erdgeschoss. Seine Worte klangen gehetzt und gereizt, und alles war auf italienisch. Hin und wieder kam ein Wort vor, das ich verstand, oder er nannte einen Namen, den ich kannte, doch ich verstand den Zusammenhang nicht, also hatte ich keinen Schimmer, worüber er sprach. Dennoch jagte es mir Angst ein, weil ich die Namen von Emily und Seth aufschnappte, und mehr als einmal verfiel er mit wilder Stimme in eine Tirade über Edward. Als er endlich wieder leiser wurde, klopfte mein Herz wie wild. Meine Hände zitterten, und ich versuchte, mich so weit zu beruhigen, dass ich meine Bücher durchsehen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sind die wichtig?“ fragte Alec unerwartet hinter mir. Geschwind drehte ich mich um und sah, dass er das Telefon immer noch am Ohr hatte, mich aber trotzdem mit erhobenen Augenbrauen anblickte. Nervös biss ich auf meine Lippe und schaute auf die Bücher in der Kiste herab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir“, sagte ich leise in der Hoffnung, er würde nichts einwenden und verlangen, ich solle sie hier lassen. Nach einem Augenblick nickte er, ohne über meine Ansicht zu diskutieren, und wandte sich dann um, um das Zimmer zu verlassen und wieder ungeduldig in sein Telefon zu sprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gib mir meine Frau, Carlisle.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er mit Esme redete, wurde seine Stimme sanfter und abermals verfiel er ins Italienische. Ich hatte keine Ahnung, was vor sich ging oder was sie besprachen, aber angesichts der Tatsache, dass ich meine Sachen packte, war mir klar, dass ich höchstwahrscheinlich etwas mit der Situation zu tun hatte. Nach einigen Minuten ging ich mit einem weiteren Karton nach oben, um den Rest meiner Sachen zusammenzupacken, dabei plagten Fragen meinen Geist. Würde er mich mit sich nehmen? Würde ich nach Chicago fahren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich durchforstete die Sachen in meinem Schreibtisch, holte all meine Bilder heraus und warf sie in die Kiste, dann öffnete ich eine weitere Schublade und sortierte meine Schulunterlagen. Alles, von dem ich glaubte, es wäre nötig zu behalten, packte ich zusammen, den Rest warf ich in einen Mülleimer und versteifte mich, als ich den zerknitterten Briefumschlag entdeckte, der ganz unten in der Schublade lag. Ich nahm ihn heraus, hatte ihn total vergessen, und starrte den auf der Vorderseite stehenden Namen an – Edward Cullen. Es war der Brief, den ich ihm damals in Seattle geschrieben hatte, der, den ich in meinen Händen gehalten hatte, als mich der Bundesagent im Park angesprochen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter mir ertönte ein Räuspern, und ich sprang erschrocken auf. Alec stand in der Tür und betrachtete mich eigentümlich. „Etwas Wichtiges?“ fragte er, seine Augen schnellten zum Umschlag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ähm... nein... es ist nur ein Brief, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe“, sagte ich leise. „An Edward.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von meiner Antwort anscheinend nicht überrascht, nickte er. „Soll ich ihn übergeben, wenn ich nach Chicago zurückkehre?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verblüfft von seinem Angebot starrte ich ihn an und spürte, wie die Hoffnung schwand, die unbemerkt in mir angeschwollen war. Wenn er anbot, den Brief weiterzugeben, bedeutete es, dass er nicht die Absicht hatte, mich mit sich zu nehmen. Meine Anspannung und Enttäuschung verdrängend blickte ich abermals auf den Umschlag und versuchte mich daran zu erinnern, was ich geschrieben hatte. Es kam mir vor, als wäre eine Ewigkeit vergangen, seit ich mein Herz auf den Linien des Papiers, das sich in dem Umschlag befand, ausgeschüttet hatte. Damals war ich ein anderer Mensch gewesen, einer, von dem ich mir nicht sicher war, ob ich ihn noch wiedererkennen würde. Selbst die Handschrift auf der Vorderseite erschien mir fremd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, flüsterte ich nach einem Moment. Mit vor Sehnsucht brennender Brust ließ ich den Umschlag in den Mülleimer zu den anderen aussortierten Unterlagen fallen. Das Leben hatte mich verändert – ich war nicht länger das zerbrechliche, verzweifelte Kind, das ich gewesen war, als ich den Brief geschrieben hatte, und ich konnte nur vermuten, wie sehr sich auch Edward verändert hatte. Keiner von uns würde wieder dorthin zurückkehren können, wo wir früher gewesen waren... wir konnten nur nach vorn gehen. „Könnten Sie aber vielleicht Emmett und Rosalie etwas von mir geben?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging zum Schrank, griff auf die oberste Ablage und zog eine kleine Schachtel herunter, eingewickelt in strahlend grünes Papier, das mich an Edwards Augenfarbe erinnerte. In der festen Absicht zur Hochzeit zu gehen, hatte ich das Geschenk mit Emilys Hilfe schon vor Monaten gekauft, aber das Leben hatte andere Pläne für mich bereitgehalten. Alec hatte gesagt, ich könnte der Hochzeit beiwohnen, aber er hatte auch gemeint, es gäbe keine Garantie, nach Kalifornien zurückzufahren, ohne von der Vergangenheit verfolgt zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte dennoch hinfahren wollen. Der Gedanke, einen solch wichtigen Tag im Leben der beiden zu verpassen, war nahezu unerträglich, doch je weiter die Zeit voranschritt, umso selbstsüchtiger wurde ich. Falls der Bundesagent herausfand, dass ich in Chicago war, würde hinzugehen nicht nur mich in Gefahr bringen, sondern sich auch auf das Leben aller Menschen auswirken, die ich gern hatte. Was würde es für Dr. Cullen und sein Verhandlung bedeuten? Welchen Einfluss würde es auf Edward haben? Was würde aus den Kindern werden, die ich half zu unterrichten, wenn ich Kalifornien verlassen und mich irgendwo verstecken musste und nie wieder zu dem Leben, das ich mir aufgebaut hatte, zurückkehren konnte? Sie waren es gewohnt, dass man sie aufgab, so sehr daran gewöhnt, dass man sie im Stich ließ, und ich durfte einfach nicht eine weitere Person in deren Leben sein, die davon ging, als würden sie nichts bedeuten. Sie verdienten etwas besseres, und so sehr ich mit meiner Entscheidung auch bis zum letzten Moment schwankte, wusste ich doch tief in mir, dass ich es nicht tun konnte. Ich konnte einfach nicht in die Welt der Isabella Swan zurück, wenn doch so viel von der Existenz der Isabella Smith abhing.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedachte man, dass ich sowieso gerade packte, um zu verschwinden, schienen all meine Sorge umsonst gewesen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsicher, was ich den beiden mitteilen wollte, nahm ich eine weiße Karte vom Schreibtisch und kritzelte eine Nachricht darauf. Ich kämpfte gegen die Tränen an und versuchte, meine Hand ruhig zu halten, als ich an Rosalie in ihrem Brautkleid dachte, mir ausmalte, wie schön sie darin aussehen würde. Und der Gedanke an Emmett, an den ehrfürchtigen Blick, der sein Gesicht überziehen würde, wenn er seine Braut sah, zauberte ein trauriges Lächeln auf meine Lippen. Nachdem ich fertig war, klebte ich den Umschlag zu und übergab das Geschenk an Alec, der es unter seinen Arm klemmte. Er sagte nichts, als ich weiter packte, stand einfach in der Tür und beobachtete mich. Sobald die letzte Kiste gefüllt und verschlossen war, drehte ich mich, nervös auf meiner Lippe kauend, zu ihm um. „Ich glaube, das war alles. Auf dem Zeug im Mülleimer steht mein Name. Ich wusste nicht, was ich damit machen sollte...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich werde es verbrennen“, sagte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er erklärte, dass Leute unterwegs waren, um meine restlichen Sachen abzuholen, weil er das Haus bis Sonnenaufgang leer haben wollte. Ich fragte ihn, was er damit vorhatte, doch er winkte nur ab und wiederholte, dass alles ersetzbar war und ich nicht zu sehr an materiellen Dingen hängen sollte. Nervös folgte ich ihm nach unten, sah fassungslos zu, wie er die Kartons in den Kofferraum des schwarzen Autos packte und dann wieder zur Haustür kam und mich ansah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich würde dich mit mir nehmen, damit du dein Geschenk persönlich übergeben kannst, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie dich beobachten werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wer?“ fragte ich zögernd, war in diesem Moment total verunsichert. „Agent DiFronzo?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er seufzte gereizt. „Der Bundesagent ist momentan der letzte, um den du dir Sorgen machen musst, Isabella. Ich zweifle nicht daran, dass er immer noch auf der Suche nach dir ist, sei es auch nur aus reiner Neugierde, um seinen Fall zu stützen, aber da gibt es andere Mächte, die gerade versuchen dich zu finden, und die sind für meinen Geschmack schon viel zu nah dran. Die Tatsache, dass deine Freundin weiß wer ich bin, vermindert meine Sorge um deine Sicherheit auch nicht unbedingt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Emily?“ fragte ich überrascht. „Glauben Sie...? Ich meine, Sie glauben doch nicht wirklich, sie steckt in irgendwas drin, oder?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein, ich habe Emily gründlich überprüft, und sie selbst stellt keine Gefahr dar, aber das bedeutet nicht, dass sie dir nicht irgendwie gefährlich werden kann“, erwiderte er. Irritiert starrte ich ihn an, und er schüttelte seinen Kopf, als er meine Miene bemerkte. „So etwas wie  Zufälle gibt es nicht, Isabella. Es war kein  Versehen, dass du Seth Clearwater begegnet bist, dass nur kurze Zeit später in dein Haus eingebrochen wurde und dass Emily mich erkannt hat, als ich aufgetaucht bin. Es wurde alles so arrangiert. Nachdem wir miteinander gesprochen haben, habe ich Seth Clearwater ausfindig gemacht, und er hat meinen Verdacht bestätigt, dass er angeheuert wurde, um dich ausfindig zu machen. Eine Hälfte des Geldes hat er vorher bekommen, die andere Hälfte sollte ihm überwiesen werden, sobald er ihnen einen Hinweis auf deinen Aufenthaltsort hätte zukommen lassen. Er ist derjenige, der den Einbruch begangen hat, und das ist der wahre Grund, warum er vor dem Gemeindezentrum gelauert hat. Er hat immer noch versucht eine Bestätigung zu finden, dass er das richtige Mädchen gefunden hat – die richtige Isabella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum?“ fragte ich, entsetzt, dass jemand hinter mir her war. „Wer hat ihn bezahlt?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hat denjenigen nie gesehen – alles wurde telefonisch geregelt – aber er hat eine Adresse in Chicago bekommen, an die er den Beweis schicken sollte“, sagte er. „Es gibt nur ein paar Leute, von denen ich mir vorstellen kann, dass sie sich eine solche Mühe machen würden, um dich aufzuspüren, der schlüssigste Verdächtige ist ein Mann namens Alistair. Bekämst du ihn zu Gesicht, würdest du ihn erkennen – vor Jahren hatte er einen Unfall und deshalb hat er eine große Narbe im Gesicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übelkeit breitete sich in meinem Magen aus, das Bild des im Lagerhaus über mir stehenden Mannes blitzte in meinen Gedanken auf. Seine Miene war so hart, seine Augen kalt. „Er war da“, wisperte ich. „Als ich mitgenommen wurde... er war da.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das war er“, erwiderte Alec, der dies aus irgendeinem Grund schon wusste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was will er von mir?“ fragte ich verängstigt. Meine Beine zitterten, und ich schlang, bemüht mich aufrecht zu halten, meine Arme um meine Brust.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das kommt darauf an, ob er allein arbeitet oder nicht“, legte er da. „Es ist möglich, dass er im Auftrag der Organisation arbeitet, dass er dies tut, weil der Verantwortliche es ihm befohlen hat, aber ich halte das für unwahrscheinlich. Ja, du hättest als Druckmittel benutzt werden können, um möglicherweise Edward oder sogar Carlisle zu kontrollieren, aber genauso hättest du auch gegen ihn benutzt werden können, und das wusste er. Die Konsequenzen, dich in seine Hände zu bekommen, wiegen die Vorteile für ihn auf, daher glaube ich nicht, dass er es riskieren würde. Aber wenn ich Unrecht habe und dies ein offizieller Befehl ist, schweben wir alle in Todesgefahr.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Worte kamen lässig heraus, jagten aber kalte Schauer über meinen Rücken. Er bemerkte meine Reaktion, und ein merkwürdiger Ausdruck überzog sein Gesicht. Ich umarmte mich noch fester, der Gedanke, dass die Cullens oder Alec und Esme in Gefahr waren, ließ meine Knie weich werden. „Und wenn er allein arbeitet?“ fragte ich auf eine bessere Alternative hoffend, die sie keinen Gefahren aussetzte. „Warum sollte er mich wollen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schwieg eine Weile, wägte seine Worte ab. Sein Verhalten ängstigte mich, denn Alec war jemand, der immer gerade heraus war, der keine Angst hatte die Wahrheit zu sagen, egal wie hart die Worte auch waren, doch jetzt zögerte er. „Man entledigt sich immer der Zeigen, Isabella. Man lässt nie jemanden zurück, der bestätigen kann, dass man irgendwo war, wo man nicht hätte sein sollen. Alistair sollte nicht im Lagerhaus sein. Dessen bin ich mir ganz sicher, und du bist die einzige Überlebende, die ihn direkt damit in Verbindung bringen kann. Er wird das Risiko, dass du ihn identifizieren kannst, nicht eingehen wollen. In seiner Vorstellung heißt es, entweder du oder er.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, keuchte ich entsetzt. „Er will mich tot sehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist eine Möglichkeit, aber wirklich sicher bin ich nicht, und deshalb musst du von hier verschwinden. Sofort. Seth hat behauptet, er hätte die Sachen, die er gestohlen hat, in einer Mülltonne in der Nähe entsorgt und wäre nie dazu gekommen, etwas davon abzuschicken, das bedeutet aber nicht, dass Alistair nicht genug Informationen hat, um direkt hierher geführt zu werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie hat er mich überhaupt gefunden? Ich meine, woher wussten sie...“, begann ich, verstummte aber, denn Alec sah mich bedeutungsvoll an. Dann warf er einen kurzen Blick hinter sich auf den silbernen Volvo, woraufhin sich mein Magen umdrehte. Das Auto... sie hatten mich durch das Auto gefunden. Seit ich nach Kalifornien aufgebrochen war, hatte er mir immer wieder gesagt, ich solle es loswerden, und jedes Mal hatte ich ihn ignoriert, ohne zu begreifen, dass ich damit all die Arbeit, die er investierte, um mich zu verstecken, zunichte machte. „Der Volvo.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, der Volvo. Ich habe die Schilder getauscht und den Halter geändert, aber er hat immer noch die gleiche Fahrzeugidentifikationsnummer, Isabella. Er ist immer noch eine Verbindung in dein anderes Leben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es tut mir leid“, flüsterte ich, kam mir albern vor, weil ich so daran hing.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Entschuldige dich nicht“, entgegnete er kopfschüttelnd, zog einen Schlüsselbund hervor und reichte ihn mir. „Du kannst nichts tun, um die Vergangenheit zu ändern, aber jetzt kannst du ihn auf keinen Fall mehr fahren. Ich habe alles wegen des BMW klar gemacht, die notwendigen Papiere sind im Handschuhfach, und fürs erste noch ein Führerschein mit neuer Identität. Für den Fall, dass wir ihn mal brauchen, habe ich ihn schon vor einiger Zeit machen lassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wohin soll ich gehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Überall hin, nur weg von hier“, erwiderte er achselzuckend. „Wie gesagt, ich würde dich lieber mit mir nehmen, aber sie beobachten uns höchstwahrscheinlich. Alistair ist gerade in Chicago, also möchte ich, dass du weg bleibst, bis die Situation unter Kontrolle ist. Halte dich von dir vertrauten Orten fern, wie zum Beispiel Forks. Dort könntest du vielleicht erkannt werden. Und versuche dich unter die Leute zu mischen. Für den Fall, dass er auf offiziellen Befehl handelt, werden wir unseren Kontakt einschränken müssen, aber ich möchte, dass du mich alle paar Tage auf dem Handy anrufst, damit ich weiß, dass du in Ordnung bist. Halte die Nachrichten kurz und knapp, lass mich wissen, wo du bist, aber sag nicht deinen Namen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hielt mir seine Hand entgegen, und ich runzelte die Stirn, als er nach meinem Handy fragte. Verwirrt zog ich es aus meiner Tasche, und er tauschte es gegen ein kleines Schwarzes aus. „Es ist ein Prepaid Handy mit Chicagoer Nummer, das nicht zu dir zurückverfolgt werden kann. Ich habe sechs Monate im Voraus bezahlt, also musst du dir darüber keine Sorgen machen. Nimm es nur, um mich zu kontaktieren. Unter keinen Umständen darfst du hier irgendjemanden damit anrufen, und ich möchte auch nicht, dass du meine Frau oder einen der Cullens anrufst, bis ich etwas anderes sage. Ich möchte nicht, dass sie in mehr hineingezogen werden als notwendig. Fahr einfach solange, bis du einen Ort findest, an dem du dich sicher fühlst und an dem du dich niederlassen kannst, dann ruf mich an und gib mir Bescheid. Folge deiner Intuition.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, Sir“, erwiderte ich, kämpfte einmal mehr gegen die Tränen und sah mich ein letztes Mal im Haus um. „Vielen Dank.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es gibt keinen Grund mir zu danken. Ich tue nur, was ich tun muss. Jetzt geh. Es gibt keine Zeit zu vertrödeln.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich zur Tür hinaus ging und langsam die Zufahrt entlang lief, sah er auf seine Uhr. Kurz zögernd ging ich am Volvo vorbei, strich dabei mit meiner Hand über die schnittige silberfarbene Motorhaube. Es war albern, aber die Tränen flossen jetzt, denn es fühlte sich an, als würde mir jetzt das letzte bisschen entrissen, das mir von Edward geblieben war. Mir wurde klar, dass Alec mich von der Tür aus beobachtete, und weil ich ihn nicht noch mehr verärgern wollte, als er ohnehin schon war, ließ ich den Volvo hinter mir, stieg in das schwarze Auto und fuhr los, ehe meine Nerven reißen konnten. Ich entfernte mich von dem Haus und der Straße, von dem Ort, den ich im vergangenen Jahr mein Zuhause genannt hatte, und machte mir nicht einmal die Mühe einen Blick in den Rückspiegel zu werfen, bis alles außer Sicht verschwand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder lief ich davon, verschwand... Würde das jemals aufhören?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ein paar Meilen, ich musste an einem Stoppschild anhalten, öffnete ich das Handschuhfach und schnappte mir den großen Umschlag, der sich dort befand. Ich öffnete ihn und entdeckte Bargeld darin, das ich zusammen mit dem Stapel Unterlagen herausnahm. Eine kleine Plastikkarte fiel in meinen Schoß, ich betrachtete sie und erkannte sofort mein Foto. Ich hob sie hoch, versuchte in der Dunkelheit blinzelnd die Worte zu erkennen – Isabella Jones aus Lovelock, Nevada. Zwanzig Jahre alt. Das war jetzt ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich noch tun sollte oder wohin mein Leben führte, wusste ich nicht genau. Wochenlang fuhr ich ziellos durch das Land, besuchte  kleine Städte, übernachtete in Hotels, sah berühmte Wahrzeichen, schlenderte durch historische Gebäude und aß in kleinen Restaurants. Um die Zeit herumzukriegen ging ich zu Aufführungen, schaute mir Filme in dunklen Kinos an und streifte über Jahrmärkte, ging in Kunstzentren und besuchte Colleges, wo ich den ortsansässigen Künstlern zusah, wie sie an ihren Werken arbeiteten. Seit dem folgenschweren Anruf an Alec hatte ich keinen Pinsel mehr in die Hand genommen, und es fühlte sich an, als stünde mein Leben gegenwärtig still, nichts war mehr das Gleiche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es notwendig war, führte ich kurze Gespräche mit den Leuten, redete im Vorbeigehen über das Wetter und andere belanglose Themen, aber größtenteils mied ich dies, um keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Ich war einsam – einsamer als ich je zuvor gewesen war – und ich wusste nicht, wann sich das ändern würde. Die meisten Menschen bemerkten mich kaum, denn ich verschwand in der Menge, verschmolz mit meiner Umgebung, während alle anderen ihre Leben lebten. Ich hatte wieder das Gefühl unsichtbar zu sein, beinahe, als würde ich nicht existieren, und ich wollte verzweifelt etwas haben, an das ich mich klammern konnte, damit ich mich nicht verlor. Nach einiger Zeit verschwammen die Städte ineinander, eine sah aus wie die andere, doch ich nahm an, dass dies im Grunde egal war. Wo ich mich befand, war nicht wirklich wichtig – alles was zählte war, wo ich mich nicht befand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auburn...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Truckee...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lovelock...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lake Point...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kimball Junction...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rock Springs...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sinclair...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arlington...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ogallala...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dearborn...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;St. Loius...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mount Juliet...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carthage...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Little River...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle paar Tage wählte ich Alecs Nummer, und wenn ich seine Mailbox erreichte, nannte ich schlicht den Namen der Stadt, in der ich gerade war. Ich blieb nie lange an einem Ort, höchstens ein paar Tage, dann stieg ich wieder ins Auto und machte mich erneut auf den Weg. Er hatte gesagt, ich solle mich niederlassen, wenn ich mich sicher fühlte, ich solle auf meine Intuition hören, aber ich war paranoid, und kein Ort schien der richtige zu sein. Vollkommen abgeschnitten von allem und jedem,  fühlte ich mich verletzlich und gleichzeitig völlig entblößt. Ich war mir meiner selbst nicht mehr sicher, zauderte das ein oder andere Mal verwirrt, wenn mir jemand eine unbedeutende Frage stellte, zum Beispiel wie ich hieß oder wo ich herkam. Ich misstraute jedem und überanalysierte alles, was die Leute sagten, suchte nach einer geheimen Bedeutung oder drohenden Gefahr. Die Albträume kamen zurück, Gesichter verfolgten mich, wenn ich versuchte zu schlafen, und wenn ich erwachte, war ich verwirrt und davon überzeugt, sie würden in der Nähe lauern und mich beobachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade als ich die Möglichkeit bekommen hatte, herauszufinden wer ich wirklich war, verlor ich mich selbst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Juli und der August vergingen schnell, und als der September herbei zog, erreichte ich endlich das Ende der Straße. Ich fand mich in einer Stadt namens Ocean Isle in North Carolina wieder, möglicherweise war es auch South Carolina, und übernachtete in einem kleinen Hotel an der Küste. Seit einer Woche war ich hier, die längste Zeit, die ich an einem Ort verbracht hatte, und die meiste Zeit war ich damit beschäftigt, auf dem Balkon meines Zimmers zu sitzen und den Atlantik zu beobachten. Stundenlang starrte ich auf das Wasser hinaus, lauschte dem Krachen der Wellen und spürte Nachts, wenn sich der Schlaf nicht einstellen wollte, das Wehen des Windes. Es war beruhigend, und ich schwelgte darin. Sobald die Nacht hereinbrach, gestattete ich mir, alles für ein kleines Weilchen zu vergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Morgens wurde ich von einem Geräusch wachgerüttelt, setzte mich abrupt auf und sah mich irritiert um. Mein Herz schlug in wilder Panik, und ich bemühte mich um klare Sicht, um meine Umgebung erfassen zu können. Noch immer saß ich in einem weißen Plastiksessel auf dem Balkon, die Sonne ging gerade auf, und der Strand vor mir war vollkommen leer. Das würde nicht lange so bleiben, denn bald würden die Urlauber mit ihren Familien herbeikommen, um das gute Wetter zu genießen, doch im Moment war alles absolut ruhig. Ich fragte mich, ob ich geträumt hatte und wollte es schon abtun, als ein lautes Krächzen ertönte und mich erschreckte. Schockiert aufschreiend griff ich mir an die Brust, denn auf dem Geländer vor mir saß eine weiße Möwe, die, nachdem sie meine Anwesenheit bemerkt hatte, noch einmal überrascht krächzte und dann davon flog.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Au weia“, murmelte ich um Fassung bemüht und stand auf. Geistesabwesend fuhr ich mir mit einer Hand durch mein Haar und stutzte, mein Atem geriet kurz ins Stocken, als Gedanken an Edward meinen Verstand überfluteten. Ganz willkürlich tauchte er in meinem Verstand auf, diese Vorfälle hatten begonnen sich zu häufen, und die Erinnerung an ihn verhöhnte mich nahezu ununterbrochen. Es schien, als bekäme ich ihn nicht mehr aus dem Kopf, seit ich in Ocean Isle angekommen war. Ein nagendes Gefühl lenkte mich ab und machte mich nervös. Ich hatte keine Ahnung, was in Chicago vor sich fing, wusste aber, dass Dr. Cullens Verhandlung schon begonnen haben musste, und machte mir Sorgen, wie Edward sich hielt und ob es allen gut ging. So schnell die Gedanken gekommen waren, versuchte ich sie auch wieder wegzuschieben, denn ich wusste, es gab nichts, das ich tun konnte, doch es war leichter gesagt als getan. Ich war sogar soweit gegangen, unterwegs in den Bibliotheken der kleinen Städte anzuhalten und dort im Internet nach Neuigkeiten zu suchen, doch ich hatte nie etwas gefunden und irgendwann aufgegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm an, dass Alec, wenn alles vorbei war – sobald wir in Sicherheit waren – endlich einen meiner Anrufe erwidern würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Balkon ging ich in das kühle Hotelzimmer und zog mich aus, meine Haut war mit Schweiß überzogen, und meine Knochen schmerzten vom Schlaf im Balkonsessel. Um mich frisch zu machen und wach zu werden, sprang ich unter die Dusche, wickelte mich danach in eines der kleinen weißen Handtücher und durchsuchte meine Kleidung. Ich musste unbedingt waschen, aber ich fand noch eine saubere Jeans und schnappte das erste Oberteil, das ich entdeckte. Schnell zog ich mich an und verkrampfte mich, als ich im Spiegel einen Blick auf mich erhaschte und mir klar wurde, dass ich Edwards Football-Shirt trug. Stöhnend betrachtete ich die dunklen Ringe unter meinen Augen, die Erschöpfung stand mir so deutlich ins Gesicht geschrieben, als wäre sie irgendwann auf meiner Reise dort eingemeißelt worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wandte mich von meinem Spiegelbild ab, wollte mich nicht länger sehen, und machte mich daran, meine Sachen aufzusammeln. Mehr als nur meine Kleidung packte ich nie aus, all meine Besitztümer befanden sich noch immer im Kofferraum. Ich schleppte meine Sachen nach unten zum Auto und warf sie auf den Beifahrersitz, dann ging ich zur Rezeption und gab meinen Schlüssel zum Auschecken ab. Meine Paranoia verstärkte sich, und ich wurde wieder rastlos, mir wurde klar, dass ich weiterziehen musste, ehe e schlimmer wurde. Das Problem allerdings war, ich hatte keine Ahnung, wohin ich gehen sollte. Mein Geld wurde knapp, hatte ich doch auf meiner Reise von dem gelebt, was ich bei mir hatte, und ich war nicht sicher, ob ich es riskieren konnte, etwas von meinem Konto abzuheben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr die Straße entlang, in der, wie ich mich erinnerte, ein paar Ecken weiter ein Waschsalon war, und suchte, nachdem ich angekommen war, nach einer Dollarnote, die ich in Münzen für die Waschmaschine wechselte. All meine schmutzigen Sachen stopfte ich in eine Ladung, missachtete dabei alles, was mir übers Sortieren nach Farben beigebracht worden war, und kaufte ein Päckchen Waschpulver am Automaten. Der Salon war leer und ruhig, also nahm ich mir einen alten Atlas vom einem kleinen Tisch und setzte mich auf einen kalten Plastikstuhl, nachdem ich die Waschmaschine eingeschaltet hatte. Meine Gedanken gingen auf Wanderschaft, als ich den Atlas durchblätterte und versuchte zu entscheiden, wohin ich fahren sollte. Sollte ich kehrt machen und wieder nach Westen fahren? Sollte ich mich auf den Weg weiter nach Süden machen, vielleicht Richtung Florida? Wie wär es mit Norden? Benebelt sinnierte ich über die Bundesstaaten, und nach einer Weile wurde es noch stiller im Salon, was mich verwirrte, bis ich kapierte, dass die Waschmaschine schon fertig war. Ich stand auf, steckte alles in den Trockner und schaltete ihn ein, dann fing mein Magen an zu knurren,  und altbekannte Hungerschmerzen überkamen mich. Mich an das Restaurant auf der anderen Straßenseite erinnernd, warf ich einen Blick hinüber und sah das ‚Geöffnet‘ Schild, das schief an der Eingangstür hing.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich überlegte, ob ich mir das leisten konnte oder nicht, doch mein Magen knurrte wieder und traf die Entscheidung für mich, mein Körper verlangte nach etwas zu essen. Nach einem letzten Blick auf meine Sachen schlenderte ich zum Restaurant, setzte mich in eine freie Nische und blickte mich nervös zappelnd um. Es waren noch ein paar andere Gäste da, ein paar Tische weiter saß ein älteres Paar und in einer der hinteren Nischen eine Familie, auf den Stühlen an der Bar saßen zwei Kaffee trinkende Männer. Alle schienen harmlos zu sein, niemand, um den ich mir Sorgen machen musste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Frau in einem weißen Oberteil, abgeschnittenen Jeans und einer um ihre Taille gewickelten schwarzen Schürze kam zu mir und ließ freundlich lächelnd eine große Speisekarte vor mich auf den Tisch fallen. Ich rang mir ein Lächeln für sie ab, doch weil ich so erschöpft war, sah es mehr nach einer Grimasse aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was kann ich dir zu trinken bringen, Schätzchen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauerte einen Moment, bis ich ihre Frage verstand, ihr Südstaaten-Akzent war extrem stark. „Kaffee“, sagte ich leise. „Schwarz bitte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Na klar“, sagte sie, machte kehrt und ging zu einer anderen besetzten Nische. Ich öffnete die Karte und überflog sie, das Angebot war überwältigend. Nach einen Moment kam die Kellnerin zurück, schenkte mir eine Tasse Kaffee ein und stellte ein Glas Wasser daneben. „Bitte schön. Weißt du schon, was du bestellen willst?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ähm, ja. Nur ein paar Pfannkuchen, denke ich“, sagte ich das erste nennend, das ich sah. So hungrig wie ich war, hörte sich nichts wirklich appetitlich an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Kommt in einem Augenblick, Süße“, erwiderte sie freundlich, nahm mir die Karte ab und ging davon. Seufzend nahm ich meinen Kaffee und trank einen Schluck der heißen bitteren Flüssigkeit, dabei starrte ich aus dem Fenster. Einer der Männer bat die Kellnerin den Fernseher einzuschalten, und ein paar Sekunden später hallten Nachrichten durchs Restaurant. Ich konnte mich nicht an das letzte Mal erinnern, das ich mir etwas angesehen hatte, konnte mich nicht einmal daran erinnern, ob es in den letzten Hotels, in denen ich gewesen war, überhaupt Fernseher gegeben hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Berichten ging es hauptsächlich im die anstehende Wahl des Präsidenten, die Skandale, die sich um einen der Kandidaten rankten, dominierten die Schlagzeilen. Beschwingt, weil mir durch meine Identität das Recht zu wählen gegeben war, hatte ich in Kalifornien einige Zeit damit verbracht, mich über die Parteien zu informieren. Emilys Vater hatte wieder kandidiert, und ich hatte sie oft darüber ausgefragt. Meine Fragen waren aber immer von ihr abgewehrt worden, weil sie die Meinung vertrat, dass nichts davon wirklich wichtig war. Sie behauptete, hinge der Job ihres Vaters nicht daran, würde sie sich nicht mal die Mühe machen zur Wahl zu gehen, und beharrte darauf, dass sich nie etwas ändern würde, egal wer welches Amt inne hatte, denn keiner von ihnen würde etwas anders machen als der Vorgänger. Ich hatte nie versucht ihr zu widersprechen, aber ich war absolut nicht ihrer Meinung. Abraham Lincoln und der 38. Kongress hatten den dreizehnten Zusatzartikel verabschiedet, der die Sklaverei abschaffte und es illegal machte, einen anderen Menschen zu besitzen. Woodrow Wilson und der 66. Kongress hatten den neunzehnten Zusatzartikel verabschiedet, der den Frauen das Wahlrecht einräumte. Für mich war es wichtig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kaffee trinkenden Männer fingen an, über politische Probleme zu diskutieren ihre Kommentare dazu abzugeben, offenbar waren die beiden in allem verschiedener Meinung. Nach einer Weile blendete ich sie aus, starrte aus dem Fenster und ließ ihre Stimmen mit den anderen im Hintergrund verblassen. Ich war so in meinen eigenen Gedanken versunken, dass ich niemanden näher kommen hörte, bis sich jemand laut räusperte. Ich zuckte zusammen, verschüttete aus Versehen etwas von meinem Kaffee,  blickte auf und sah die Kellnerin neben mir stehen. Sie reagierte schnell, machte sich daran den verkleckerten Kaffee aufzuwischen und sah mich dabei besorgt an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Schätzchen, ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte sie entschuldigend. „Ich wollte nur sicher gehen, dass es dir gut geht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Uh, yeah, mir geht’s gut“, murmelte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sicher?“ fragte sie mit skeptisch erhobenen Augenbrauen. „Du hast dein Frühstück noch nicht mal angerührt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verwirrt runzelte ich meine Stirn, als ich die Pfannkuchen vor mir auf dem Tisch stehen sah. Mir war völlig entgangen, dass sie serviert worden waren. Dann bemerkte ich, wie kalt mein Kaffee schon war, und fragte mich, wie lange ich weggetreten sein musste. Es schienen mir nur ein paar Sekunden gewesen zu sein, aber so besorgt, wie die Kellnerin aussah, stimmte das wohl nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, ich war nur, ähm...“, setzte ich kopfschüttelnd an, schob die Kaffeetasse weg und griff nach der Gabel. „Nur abgelenkt, denke ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du, ich bin eine gute Zuhörerin“, sagte sie mit einem Lächeln auf ihrem Lippen und starrte mich an. „Die Leute erzählen mir ständig von ihren Problemen. Manchmal hilft es, es einfach nur herauszulassen. Wenn du also etwas auf dem Herzen hast, Süße, bin ich ganz Ohr.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lächelte höflich und schüttelte meinen Kopf. „Mir geht’s gut, wirklich. Aber danke für das Angebot.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gerne“, sagte sie. „Mein Name ist übrigens Nettie. Und du heißt...?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Isabella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie alt bist du, Isabella?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich öffnete meinen Mund, um zu antworten, und erstarrte, kein Wort kam heraus. Wie alt war ich? Dies war eines der Dinge, deren ich mir nicht mehr sicher war, hatte ich doch während der letzten Jahre überall verschiedene Zahlen angegeben. Die Papiere, die Alec mir mit der Identität von Isabella Smith gegeben hatte, gaben mein Alter mit einundzwanzig an, aber ich wusste, dass es nicht stimmte. „Öhm, zwanzig“, antwortete ich. „Warten Sie, ich bin eigentlich noch neunzehn.“ Ich versuchte mich an das heutige Datum zu erinnern, fragte mich, wie lange es noch bis zu meinem Geburtstag dauerte, aber die Zeit begann wieder einmal vor mir zu verschwimmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So jung und hübsch“, sagte sie und lächelte liebevoll. „Falls es um einen Jungen geht, Schätzchen, vertrau mir, wenn ich dir sage, er ist es nicht wert. Wenn er es wäre, wärst du nicht alleine hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lächelte traurig, sie hatte keinen Schimmer, wie falsch sie lag, aber sie schien meine Miene als Bestätigung zu sehen. Lachend ging sie davon, sagte mir noch, ich wäre zu jung, wegen eines Jungen Trübsal zu blasen und sagte, sie würde mir frischen Kaffee bringen. Ich stach ein Stück der Pfannkuchen ab und wollte gerade einen Bissen nehmen, da traf mich die Erkenntnis. Achtzehn... Ich war in Wirklichkeit erst achtzehn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie kam wieder, um mir Kaffee einzuschenken, warnte mich, er wäre heiß, und ich saß still da und aß kleine Stücke von den Pfannkuchen. Der Appetit war mir vergangen, aber ich wusste, ich musste etwas in meinen Magen bekommen, weil ich nicht sicher sein konnte, wann ich wieder etwas essen würde. Als ich keinen Bissen mehr herunter bekam, ließ ich die Gabel sinken, trank einen Schluck von meinem Kaffee und sah mich im Diner um. Überraschenderweise hatte es sich gefüllt, die Männer auf den Hockern diskutierten jetzt den zweiten Zusatzartikel – das Recht Waffen zu tragen – und wie wichtig Waffenkontrolle in Amerika war. Ihr Gezänk wurde lauter, und ich wandte mich von ihnen ab, erstarrte aber schockiert und verschüttete abermals meinen Kaffee, als ich auf den Fernseher blickte. Mein Magen hob sich beim Anblick des bekannten Mannes, meine Augen überflogen schnell den Untertitel am unteren Rand des Bildschirms, der seinen Namen zeigte – D.O.J. Special Agent Joseph DiFronzo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kaffee war immer noch heiß, und meine Hand brannte wie Feuer. Ich biss meine Zähne zusammen, versuchte, die sengenden Schmerzen zu ignorieren. Im Diner wurde es still, während die Leute sich umdrehten, um nachzusehen, was diese Aufregung verursachte. Die Kellnerin eilte herbei, um mir zu helfen, aber ich beachtete sie gar nicht, meine Aufmerksamkeit war ausschließlich auf den Mann im Fernseher gerichtet. Es fiel mir schwer die Worte zu begreifen, das Pochen in meiner Hand lenkte mich ab, und plötzlich hatte ich das Gefühl in Wasser zu versinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„...veröffentlichten eine Stellungnahme über einen Vorfall in Chicago ... ... der nicht hätte geschehen  dürfen ... … peinlich für das Dezernat ... … die Razzia endete tödlich ... … Massaker auf dem Grundstück des mutmaßlichen Mob-Bosses Aro Volturi ... … der größte tödliche Zwischenfall in der Geschichte der Chicagoer Mafia ... … Nahkampf ... … Debatte, wie mit den Zeugen ordnungsgemäß umgegangen werden soll …“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es traf mich wie eine tonnenschwere Mauer, meine Brust zog sich zusammen, als ein Bild von Dr. Cullen eingeblendet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„... mutmaßlicher Mobster war auf der Flucht … … Haftbefehl für das Fernbleiben von dem Prozess wegen der R.I.C.O. Anklagepunkte ...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh Gott“, keuchte ich, als sie ein Video des großen Anwesens zeigten, dutzende Polizeiautos standen davor, das ganze Areal war mit gelben Band abgesperrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„...Gerüchte, er sei ein Zeuge des Bundesministeriums gewesen ... …. lieferte Informationen , die die Razzia auslösten … … eröffnete das Feuer, bevor die Polizei eintraf … … Massenchaos … … unsicher, wer das Ziel war … … Haftbefehl für Aro Volturi ausgegeben, der fliehen konnte … … man glaubt, er sei bei dem Schusswechsel verletzt worden...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie zeigten ein Foto von Aro, unten auf dem Bildschirm erschien eine Telefonnummer, die man anrufen sollte, falls man ihn sah, und versprachen eine Belohnung für seine Ergreifung. Ich schauderte, Tränen stiegen mir in die Augen, und ich fing an zu hyperventilieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„...sieben Tote, einige Überlebende wurden in Haft genommen, gestern wurden die ersten Verstorbenen beigesetzt...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich keuchte laut auf, als ein Foto von Alistair auf dem Bildschirm erschien, gefolgt von Bildmaterial einiger anderer Opfer, die schon tot gewesen waren, als die Polizei eintraf. Schockiert riss ich die Augen auf... Alistair war tot? Die anderen, einen mutmaßlichen Boss namens Caius und weitere Mitglieder der Organisation, kannte ich nicht, kein bekanntes Gesicht war dabei. Ich war fassungslos. Edward war augenscheinlich nicht dort gewesen, und das überwältigte und erleichterte mich so sehr, dass ich die nächsten Worte beinahe nicht mitbekam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„...Carlisle Cullens Beerdigung ist für morgen geplant...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Restlos schockiert und voller Entsetzen saß ich da und hörte einen der Männer im Diner verärgert seufzen. „Das perfekte Beispiel dafür, wieso der Waffenbesitz kontrolliert werden muss.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf keinen Fall“, erwiderte der andere Mann unverzüglich. „Das ist Abschaum. Sie tun uns allen einen Gefallen, wenn sie sich gegenseitig abknallen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein lautes Schluchzen entwich meiner Kehle, schnell hob ich meine Hände, um mir meinen Mund zuzuhalten. Die Tränen, die nun über meine Wangen rollten, konnte ich allerdings nicht aufhalten. Ich zitterte, schüttelte wie wild meinen Kopf, als das Wissen in mich einsank. Beerdigung? Dr. Cullen war tot? Das musste ein Fehler sein! „Isabella?“ Die Stimme der Kellnerin erklang, und ich blickte auf, sah, dass sie neben mir stand. „Geht es dir gut, Schätzchen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie klang besorgt und ich wollte antworten, aber sobald ich die Hände von meinem Mund nahm, hallte ein weiterer lauter Schluchzer durch das Diner. Schnell sprang ich auf und stürzte beinahe, meine Beine waren wackelig und kaum in der Lage mein Gewicht zu tragen. Ich schob mich an ihr vorbei und rannte zur Tür, vergaß in meiner Hast völlig zu bezahlen und stürmte über die Straße, wo mein Auto geparkt war. Jemand schrie mir etwas hinterher, aber ich drehte mich nicht um, fummelte mit den Autoschlüsseln herum und sprang ins Auto.  Ich ließ den Motor an und fuhr los, rammte im Davonrasen beinahe einen Pick-up. Durch den Tränenschleier konnte ich die Straße kaum erkennen, navigierte aber durch die Straßen, so gut es aus dem Gedächtnis ging. Ich wollte etwas aus der Mittelkonsole nehmen, hörte dann aber eine laute Hupe und quietschende Reifen. Hastig blickte ich auf, trat voll auf die Bremse und wich, über eine rote Ampel rasend, einem riesigen Truck aus. Unkontrolliert und angsterfüllt schrie ich laut auf und bremste schnell am Straßenrand ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um meine Beherrschung wiederzuerlangen, stellte ich den Motor ab, lehnte mich im Sitz zurück und schloss meine Augen. Ich war schockiert, die Worte der Nachrichten gingen mir immer wieder durch den Kopf, obwohl mir das nicht wirklich einleuchten wollte. Wie konnte er tot sein? Was war geschehen? Die Nachrichten waren mit solcher Wucht auf mich eingestürzt, dass ich, obwohl ich so lange bemüht gewesen war nicht aufzufallen, eine Szene verursacht hatte. Mir dämmerte, dass ich Edwards Football Shirt mit der auffälligen Cullen-Aufschrift auf dem Rücken trug, und  besorgt, dass jemand die Verbindung herstellen würde, fragte ich mich, ob  man sie während meines Rückzuges bemerkt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich meine Atmung wieder unter Kontrolle hatte, öffnete ich meine Augen und wischte mir die Tränen von den Wangen. Ich griff in die Mittelkonsole, holte ein kleines, schwarzes Handy heraus und rief die einzige Nummer an, die einprogrammiert war. Es klingelte nicht einmal, mein Anruf wurde gleich auf die Mailbox weitergeleitet. „Alec Evanson. Hinterlassen Sie eine Nachricht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Piepser ertönte und ich versuchte die Nervosität zurückzudrängen, die diese Anrufe immer begleitete, obwohl ich das in den letzten paar Monaten schon über ein Dutzend Male durchgemacht hatte. Ich seufzte, als das einsame Wort meinen Lippen entschlüpfte, das Brennen in meiner Brust verminderte sich ein wenig und ein anderes Gefühl setzte ein. Trotz des Schocks, des Entsetzens und der Furcht spürte ich Entschlossenheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Chicago“, wisperte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit zitternden Händen programmierte ich das Navigationssystem des Autos. Auf den Bildschirm starrend sah ich zu, wie es den Weg berechnete. 980 Meilen (1577 km) – eine Fahrt, die ich in sechzehn Stunden schaffen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich kannte ich mein Ziel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie benebelt folgte ich den Anweisungen des Gerätes. Ich hielt nur, um mir die Beine zu vertreten, Kaffee zu kaufen oder auf die Toilette zu gehen. Je erschöpfter ich wurde, umso häufiger legte ich eine Pause ein, brauchte mehr Kaffee, um wach zu bleiben. Nach dreizehn Stunden Fahrtzeit war ich so erschöpft, dass ich beinahe hinter dem Lenkrad einnickte. Ich wich mit dem Auto auf den Seitenstreifen aus und kam schleudernd zum Stehen, krachte dabei beinahe in ein Straßenschild. Zitternd würgte ich das Auto ab und stellte die Automatik in die Parkposition, fuhr mit den Händen über mein Gesicht und atmete tief ein und wieder aus. Ich musste schlafen, obwohl ich es nicht wollte. Aber ich wusste, fuhr ich weiter, verursachte ich womöglich Schäden oder Leid.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem sich mein Herzschlag wieder beruhigt und das Zittern nachgelassen hatte, ließ ich den Motor wieder an, lenkte das Auto auf die Straße zurück und fuhr vorsichtig ein paar Meilen bis zum nächsten Rastplatz. Ich parkte das Auto, verschloss die Türen und drehte die Lehne des Fahrersitzes nach hinten. In der Hoffnung mich etwas ausruhen zu können, schloss ich meine Augen, aber trotz meiner Erschöpfung schien ich meinen Kopf nicht abschalten zu können. Ich versuchte immer noch, mir einen Reim aus allem zu machen, mein Herz schmerzte, wenn ich an Dr. Cullen dachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entgegen der vielen Male zuvor, bei denen mir immer der Vorfall meiner Bestrafung zuerst in den Sinn gekommen war, konnte ich heute nur am die guten Momente denken. Ich dachte an den Tag, an dem er mir das Foto von meiner Mutter gegeben hatte, und an die Erinnerungen von den Besuchen seiner Frau, die er mit mir geteilt hatte. Ich erinnerte mich an die Feiertage, die ich dank ihm erlebt hatte, und an den Klang seines Gelächters, wenn einer seiner Söhne etwas lustiges machte. Sein stolzer Gesichtsausdruck, als Emmett und Jasper ihren High School Abschluss feierten, war ein Anblick, an den ich mich immer erinnern würde, und ich würde niemals vergessen, wie er an meiner Seite saß und meine Hand hielt, als der Doktor den Chip aus meinem Rücken entfernte. Ich dachte an mein erstes McDonalds Fastfood-Essen, das er mir gekauft hatte, und wie er mir die Schlüssel des Mercedes gab, damit ich fahren lernen konnte. Er war nicht einmal wütend gewesen, als er ihn mit einem Kratzer auf dem Außenspiegel zurückbekommen hatte, hatte ihn einfach in Ordnung bringen lassen, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Ich dachte an mein Aufwachen in Chicago nach der Entführung. Ein besorgter Dr. Cullen hatte sich über mich gebeugt und untersucht. In diesem Moment war mir bewusste geworden, dass er sich ernsthaft um mich sorgte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es schien, als kämen Erinnerungen eines ganzen Jahres plötzlich auf mich eingestürmt, und mit ihnen kamen die Tränen zurück. Die meisten meiner bedeutendsten Augenblicke, meine ersten Male im Leben, waren irgendwie mit ihm verknüpft. Ich rief mir das erste Mal, dass ich ihn gesehen hatte ins Gedächtnis. Damals in Phoenix. Jedes Mal, wenn ich mich an diesem Nachmittag gewagt hatte ihn anzublicken, sah ich das Lächeln auf seinen Lippen. Zu dieser Zeit dachte ich, es bedeute etwas Unheilvolles, denn ich war darauf trainiert worden, niemals einem Mann in die Augen zu sehen, aber jetzt wusste ich, er hatte gelächelt, weil ich mutig genug gewesen war es zu versuchen. Schon damals waren ihm meine Stärke und meine Entschlossenheit aufgefallen, und trotz des Schmerzes und der Wut, die er für mich fühlte, weil ich ihm seine Frau genommen hatte, hatte er es nicht über sein Herz bringen können, mir den Abschied von meiner Mutter zu verwehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war mir nicht sicher, wie lange ich dort lag und von der Vergangenheit bestürmt wurde, bis ich endlich wegdöste. Kurz bevor ich einschlief, drangen Jaspers Worte in mein Bewusstsein. Die, die er zu mir gesagt hatte, als er mich damals in Forks zum ersten Mal zum Fluss mitnahm. Er hatte mich nach meiner größten Angst gefragt und zögernd hatte ich ihm erzählt, dass es die Hoffnung wäre. Ich fürchtete mich davor, mir mehr im Leben zu wünschen, und vor der Enttäuschung, wenn ich bei einem Versuch versagte. Ich hatte ihn nach seiner größten Furcht gefragt, mir war unangenehm gewesen, über meine zu sprechen, und seufzend hatte er geantwortet. „Meine größte Angst ist es, meinen Vater zu verlieren. Wegen seines Lebensstils habe ich schon meine Mutter verloren; ich möchte ihn nicht auch noch deswegen verlieren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jasper hatte mir gezeigt, dass es okay war, mehr vom Leben zu erwarten, dass ein Risiko in Kauf zu nehmen, auch wenn es schmerzte, eine gute Sache war. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Er hatte mir geholfen, mich meiner größten Angst zu stellen... es war nur fair, wenn ich dort war, wenn er sich seiner stellen musste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wurde irgendwann später durch ein lautes Hupen geweckt und setzte mich stöhnend in meinem Sitz auf. Mein Körper fühlte sich völlig steif an. Ich blinzelte, das durchs Fenster flutende Sonnenlicht blendete mich, und um einen klaren Kopf kämpfend, blickte ich mich um. Der Rastplatz war gut besucht, und ich schaute auf die Uhr, sah, dass es kurz nach acht war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnell benutzte ich die Toilette und machte mich dann wieder auf den Weg, wünschte mir verzweifelt mein Ziel zu erreichen. Die letzten drei Stunden meiner Fahrt schienen, bedingt durch meine Nervosität, extrem langsam zu vergehen, aber sobald ich das große grüne Schild passierte, das mich in Chicago willkommen hieß, kehrte das Gefühl der Entschlossenheit zurück. Alec hatte mir gesagt, ich solle solange weiterziehen, bis ich mich sicher fühle und meiner Intuition folgen. Überall, wohin ich gegangen war, fühlte es sich falsch an, aber plötzlich, als ich in die Stadt fuhr, begann ich mich zu fühlen, als sei ich exakt dort, wo ich sein sollte – wo ich immer hätte sein sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich rief mir Edwards Adresse ins Gedächtnis und fuhr direkt zu der Wohnsiedlung im Lincoln Park, ließ den Wagen ausrollen, und als das Haus in mein Blickfeld kam, parkte ich in der ersten freien Parklücke am Straßenrand. Es sah immer noch so aus, wie an dem Nachmittag, als wir dort auf der Veranda gesessen hatten, die Tür war immer noch abgenutzt und brauchte dringend einen neuen Anstrich. Ich saß dort für einen Augenblick und starrte auf das Haus, mein Magen drehte sich. Es war so lange her, dass ich ihn gesehen hatte, und ich fragte mich, wie er wohl aussah, ob er glücklich war mich zu sehen oder ob er wütend seine würde, weil ich gekommen war. So viele Fragen und Szenarien häuften sich in meinem Kopf an, aber ich versuchte sie zurückzukämpfen, stieg aus dem Auto, atmete tief durch und überquerte die Straße. Auf dem Gehweg vor dem Haus blieb ich stehen und begutachtete das schwarze Fahrzeug in der Einfahrt. Stirnrunzelnd sah ich Zigarettenkippen auf dem Rasen vor dem Haus liegen. Rauchte er jetzt? Was war noch anders?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen meine Panik ankämpfend betrat ich die Veranda, aber bevor ich überhaupt klopfen konnte, schwang unerwartet die Eingangstür auf. Ich erstarrte, meine Sicht verschwamm und mein Herzschlag schoss in die Höhe. Meine Nervosität und meine Hoffnung kämpften gegeneinander um die Vorherrschaft, als ich die Gestalt sah, die aus der Tür trat.  Als ich sie endlich völlig klar sah, überkam mich heillose Verwirrung. Mit gerunzelter Stirn starrte ich auf das Mädchen vor mir, meine Augen tasteten sie schnell ab. Sie hatte schwarzes Haar und einen dunklen Teint, ihr Körper war dünn, wirkte in dem schwarzen Kleid, das sie trug, aber dennoch kurvig. Mir wurde das Herz schwer, denn ich bemerkte, dass ihre Haare nass waren, als hätte sie gerade geduscht, und ich musste die Übelkeit niederkämpfen, als die Fragen in mir aufstiegen. Wer war sie? Wieso duschte sie in Edwards Haus? Lebte sie etwa hier? War sie seine Freundin?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne etwas zu sagen trat sie hinaus auf die Veranda, zog eine Packung Zigaretten aus ihrer Tasche und zündete eine davon an. „Willst eine?“ fragte sie und brach das Schweigen. Ich zuckte beim Klang ihrer Stimme zusammen und schüttelte meinen Kopf, als sie mir die Packung hinhielt. Achselzuckend steckte sie sie wieder weg. „Dann bleibt mehr für mich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich, uh... ist, uh.... ich meine, bist du...“, begann ich zu stammeln, schlang meine Arme um meinen Oberkörper und versuchte nicht auseinanderzufallen. Ein Kloß formte sich in meinem Hals, und ich schluckte, versuchte, ihn loszuwerden, damit ich meine Frage herausbekam. Ich drehte mich um und schaute hinter mich auf das Auto, überlegte kurz voller Panik wegzurennen, aber bevor ich irgendetwas tun konnte, sagte sie wieder etwas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er ist nicht da“, sagte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Huh?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward. Das Arschloch, das hier wohnt, weißt du?“ stellte sie klar. Ein Lächeln formte sich auf ihren Lippen. Sie schien sich über irgendetwas sehr zu amüsieren. „Er ist nicht da.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh“, erwiderte ich, ein wenig ärgerlich über ihre Wortwahl. Arschloch? „Woher weißt du, dass ich wegen Edward hier bin?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie lachte über meine Frage, als wäre sie sehr dumm, und ich errötete voller Verlegenheit, weil sie es möglicherweise wirklich war. „Auf dir steht überall Edward geschrieben, Mädchen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich runzelte meine Stirn über ihre Aussage und schaute an mir herunter, errötete noch mehr, als ich bemerkte, dass ich immer noch die Sachen vom Vortag trug – Edwards Football Shirt aus Forks. Als ich mich umdrehte, hatte sie  wohl seinen Namen auf dem Rücken gesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Außerdem“, fuhr sie fort, „habe ich Fotos von dir in seiner Schreibtischschublade gesehen. Isabella, richtig? Ich bin Leah.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, ich bin Isabella. Nett, dich kennenzulernen“, murmelte ich, unsicher, ob ich die Worte auch so meinte, wie ich sie aussprach. Ich war verblüfft, dass sie wusste, wer ich war, fragte mich, was Edward ihr über mich erzählt hatte, falls überhaupt. Sie lächelte wieder, trat ihre Zigarette auf dem Boden aus und stieß die Kippe dann mit ihrem Fuß in das Gras vor der Veranda. Ich starrte auf die weggeworfenen Stummel, fragte mich, wie viele davon von ihr waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, gleichfalls“, antwortete sie. „Es ist wirklich schön, dass er mal Besuch bekommt, vor allem einen, den er möglicherweise sogar sehen will. Er meckert immer herum, wenn Leute vorbeikommen, was eine Schande ist, wenn man bedenkt, wie viel Zeit ich damit verbringe, diesen Saustall sauber zu halten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich starrte sie an, während ihre Worte in mich einsanken. „Lebst du... hier?“ fragte ich zögernd. Bei meiner Frage riss sie überrascht ihre Augen auf und schüttelte lachend ihren Kopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Himmel, nein. Reden wir überhaupt über den gleichen Mann? Er ist eine absolute Nervensäge. Ich kann ihn einmal pro Woche kaum ertragen, nicht in einer Millionen Jahre würde ich bei ihm leben wollen. Er zahlt mir ‘ne Menge Kohle, damit ich hier sauber mache, also komme ich mit seinem Verhalten irgendwie klar“, erwiderte sie. „Manchmal jedenfalls. Aber meistens sage ich ihm, was für ein Arschloch er ist. Irgendjemand muss ihm das schließlich sagen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, du arbeitest für ihn?“ fragte ich, nachdem sie sich Luft gemacht hatte. „So wie eine Hausangestellte?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So in der Art“, erwiderte sie und schaute auf ihre Uhr. „Aber ich muss jetzt los. Edward ist wahrscheinlich gerade bei seiner Familie, aber sicherlich kannst du ihn später treffen. Falls du das möchtest, natürlich. Er hat eine höllische Laune, aber ich denke, das war zu erwarten, nach dem, was passiert ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah“, antwortete ich. Sie zog die Haustür zu und überprüfte, ob sie auch wirklich verriegelt war, bevor sie zu einem Auto ging, das in der Nähe am Straßenrand abgestellt war. Sie rief von weitem noch, dass wir uns sicher noch sehen würden, und ich winkte höflich und sah zu, wie sie wegfuhr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich überlegte, was ich tun sollte, machte mich dann auf dem Weg zum Haus der Evansons, das ganz in der Nähe stand, und fragte mich, ob ich mich mit Alec absprechen sollte. Dort angekommen,  klopfte ich zögernd an die Tür. Als ich sich nähernde Schritte hörte, biss ich mir nervös auf meine Lippe. Nach einem Moment schwang die Tür auf, und ehe ich auch nur schauen konnte, wer vor mir stand, wurde ich in die Arme genommen und fest gedrückt. „Isabella!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Clara?“ fragte ich überrascht, als ich die Stimme erkannte. Sie ließ mich los und trat einen Schritt zurück, ihr Anblick ließ mich schockiert erstarren. Sie hatte ein Kleid an und trug hohe Absätze, hatte sogar Make up aufgelegt, etwas, das ich mir bei Clara nie hätte vorstellen können. „Wow, ich bin so überrascht, dich zu sehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das könnte ich genau so sagen“, erwiderte sie und lächelte strahlend. „Ich wusste nicht, ob ich dich jemals wiedersehen würde! Gott, habe ich mir Sorgen gemacht! Wie geht es dir?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ganz okay, denke ich“, sagte ich. „Ich meine, ich bin gerade mehr als durcheinander, aber ansonsten geht es mir gut. Und dir?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wundervoll, jetzt, wo du da bist“, erwiderte sie, sie klang freudig erregt. „Es ist im Moment nicht einfach, nach dem, was mit Dr. Cullen passiert ist, aber so gut kannte ich ihn nicht. Obwohl ich natürlich dankbar dafür bin, was er getan hat. Für alles. Ich dachte niemals, dass dies mal geschehen könnte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah, öhm... was genau hat er denn getan?“ fragte ich, noch mehr verwirrt, weil sie so glücklich erschien. Er war tot, war zusammen mit einigen anderen während eines brutalen Schusswechsels getötet worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das weißt du nicht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß, dass er gegangen ist“, wisperte ich, würgte an dem Wort, weil es mich an Edward erinnerte, als er mir vom Tod seiner Mutter erzählt hatte. Ich räusperte mich und versuchte, mich zusammenzunehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hat uns befreit, Isabella“, antwortete sie mit plötzlich ernstem Gesichtsausdruck. „Ein Dutzend von uns. Er verbrachte Monate damit unserer Spur zu folgen, und als er es herausgefunden hatte, sagte er der Polizei, wo sie uns finden könnten. Vor einer Woche haben mich Esme und ihr Mann einem anderen Mann übergeben. Ich fühlte mich verraten, weil ich in Esme eine Freundin gesehen hatte... Ich dachte, ich hätte eine Freundin. Aber dann wurde ich einfach ausrangiert, als bedeute ich ihnen gar nichts, und ich war verzweifelt. Ich befürchtete, alles würde von vorn anfangen, aber dann... dann geschah es. Sie kamen mitten in der Nacht, und die Polizei nahm mich mit. Sie gaben mir meine Identität zurück und das alles, weil Dr. Cullen  ihnen die Informationen gegeben hatte. Ich dachte, die Evansons wollten mich loswerden, um mir wehzutun, aber sie taten es in Wirklichkeit, um mir zu helfen, denn wäre ich hier bei ihnen geblieben, hätte die Polizei nicht nach mir gesucht. Sie haben mich gerettet, Isabella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schockiert starrte ich sie an, spürte die Tränen, die in mir aufsteigen. „Mich auch“, murmelte ich. „Sie haben auch mich gerettet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das weiß ich“, gab sie zurück und zog mich lächelnd in ihre Arme. Wir standen einen Moment fest umschlungen beieinander, bis sie sich räusperte und mich wieder losließ. „Es ist wirklich großartig, dich zu sehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dich auch, Clara“, sagte ich und wischte mir lächelnd die Tränen aus den Augen. „Wo sind denn alle?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie sind schon in der Kirche. Ich hatte angeboten hierzubleiben und das Haus für den Empfang nachher vorzubereiten“, antwortete sie. „Gehst du zur Beerdigung?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich blickte an mir herunter, zuckte bei meinen Aufzug zusammen. Soweit hatte ich definitiv nicht gedacht. „Ich, uh... ich weiß nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor sie noch etwas sagen konnte, bremste ein weißer Van in der Einfahrt, und sie seufzte. „Das ist der Caterer. Esme hatte zu viel um die Ohren, um selbst etwas zu machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Darauf wette ich“, flüsterte ich, erneut überkam mich die Trauer. Ich hatte nicht einmal daran gedacht, wie Esme mit allem fertig wurde, hatte sie doch ihren einzigen Bruder verloren. „Ich sollte jetzt wirklich gehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie lächelte, während ein Mann und eine Frau aus dem Van stiegen und damit anfingen die Sachen auszuladen. „Werde ich dich später noch sehen?“ fragte sie. Ich nickte zögernd und ihr Lächeln wurde breiter. „Gut. Ich glaube, Dr. Cullen wird auf dem Mount Carmel Friedhof beerdigt. Ich denke, es wird ihnen eine Menge bedeuten, wenn du dort erscheinst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nickte, antwortete aber nicht. Ich war mir nicht wirklich sicher, was ich tun sollte. Die Caterer waren nun damit beschäftigt, die Sachen ins Haus zu tragen, und ich machte mich eilends auf den Weg, lief die Straße entlang zu meinem parkenden Auto. Ich fuhr durch die Wohnsiedlung und hielt nach ein paar Meilen vor einem kleinen Hotel an und buchte ein Zimmer für eine Nacht. Mein Geld reichte kaum noch, um es zu bezahlen, und so händigte ich dem Typen hinter der Anmeldung das letzte Bargeld aus, das ich dabei hatte. Nachdem ich den Zimmerschlüssel hatte, begann ich meine Habseligkeiten im Auto zu durchwühlen, stöhnte laut, als mir klar wurde, dass ich aus Ocean Isle geflüchtet war und meine Kleidung im Waschsalon gelassen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging in das kleine Zimmer, warf einige meiner Sachen auf das Bett und begutachtete meine Umgebung. Das Zimmer war schäbig, die fade hellbraune Farbe an den Wänden blätterte ab, das Bett war mit einem typischen Blümchen-Überwurf bedeckt. Es ähnelte den anderen Hotels, die ich in den letzten paar Monaten gesehen hatte, aber erinnerte mich auch seltsamerweise an das Zimmer in Kalifornien, in dem Edward und ich auf unserem Weg nach Phoenix übernachtet hatten. Ich lächelte bei der Erinnerung, waren wir damals doch so glücklich gewesen. Alles hatte gerade erst begonnen, eine Welt voller Möglichkeiten stand uns offen, nur der Himmel schien unsere Grenze zu sein. Eine Welt, in der ich vor nichts weglaufen musste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sehnte mich nach diesem Gefühl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer heißen Dusche zog ich das einzige schwarze Kleid an, das ich besaß. Emily hatte es mir eines Nachmittags während eines Shopping-Trips ausgesucht, sie sagte, jedes Mädchen bräuchte ein einfaches schwarzes Kleid in ihrem Kleiderschrank. Mich auf die Bettkante setzend, dachte ich an meine Freundin, fragte mich, was sie gerade tat und ob sie sich Gedanken darüber machte, was mit mir geschehen war. Ich konnte mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, was sie dachte, was für wilde Szenarien sie sich ausmalen musste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich griff nach einem Paar schwarzer Pumps, ebenfalls die einzigen, die ich besaß, und schlüpfte hinein. Nervös trug ich etwas Makeup auf und versuchte anständig auszusehen. Als ich fertig war, starrte ich mich einen Moment im Spiegel an. Ich hatte Angst und zweifelte an mir, das alles überwältigte mich und mein Bauch war voller Schmetterlinge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor ich hinausging, griff ich nach dem Telefonbuch, das auf einem kleinen Tisch im Zimmer lag, und suchte darin die Adresse des Friedhofs. Die Fahrt verging wie in einem Nebel, aber ich wusste, dass ich an der richtigen Adresse war, als ich eintraf. Der Gottesdienst war bereits zu Ende, die Autos fuhren nach und nach vor dem Friedhof vor, ein paar schwarze Stretchlimousinen und ein Leichenwagen, bedeckt mit Blumen, parkten an der gewundenen Straße. Die meisten der Fahrzeuge waren schwarz, identisch mit dem Mercedes, den Dr. Cullen gefahren hatte, und dem, der in Edwards Einfahrt geparkt war. Ich wusste, es waren typische Mafia-Autos, die, die die Ehrenmänner der Organisation fuhren. Ich hatte nicht bedacht, wer sonst noch zur Beerdigung kommen würde, aber der Gedanke, so viele gefährliche Männer an einem Platz zu sehen, war beängstigend. Das Auto, das ich fuhr, passte zu den anderen, und zum ersten Mal, seit ich Kalifornien verlassen hatte, war ich dankbar, nicht mehr den Volvo zu fahren. Ich parkte weit genug von allen anderen entfernt, wollte keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen, und stieg nervös aus dem Auto.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich tat mein Bestes, um mich im Hintergrund zu halten, mied die Leute und blieb ein paar Meter entfernt abrupt stehen, als mein Blick auf den langen goldfarbenen Sarg fiel, neben dem ein Meer von Blumen lag. Der Anblick ließ meine Knie weich werden, die ganze Sache wurde ganz plötzlich sehr real. Dr. Cullens Leichnam lag dort im Sarg, sein Herz schlug nicht länger und das Leben war aus ihm gewichen. Er war fort, und bei dem Gedanken schien die Luft aus meiner Lunge gepresst zu werden, Schwindel überkam mich und meine Sicht verschwamm. Ich trat ein paar Schritte zur Seite und lehnte mich gegen einen Baum, um wieder zu Atem zu kommen. Ich fürchtete, ohnmächtig zu werden. Dort standen dutzende Menschen, in teuerste schwarze Garderobe gekleidet, alle warteten stoisch. Ich überflog die Menschenmenge, während ich mich wieder fasste, erhaschte flüchtige Blicke auf Esme und Jasper, aber alle anderen schienen vor meinen Blicken verborgen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Niemand schien meine Anwesenheit wahrzunehmen, nicht einmal, als sie direkt an mir vorbeigingen. Verzweifelt hoffend Edward zu sehen, wollte ich näher treten, aber ganz egal, wie sehr ich es versuchte, meine Füße wollten sich einfach nicht bewegen. Die Messe begann und ich hörte dem Priester zu, der einige Gebete sprach und dann begann, von Dr. Cullens Leben zu erzählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Carlisle Cullen war ein loyaler Mann. Er stand für das ein, woran er glaubte und kämpfte für das, was er erreichen wollte. Er war ein Ehemann und ein Vater; ein Sohn und ein Bruder. Er war kein perfekter Mann, er machte Fehler, aber niemand ist perfekt. Wir alle sind Sünder, wir alle fallen Versuchungen zum Opfer. Carlisle war nicht anders. Habgier, Wollust, Völlerei, Trägheit, Zorn, Neid, Hochmut – die sieben Todsünden. Er kämpfte mit ihnen, versuchte, das Gute und das Böse in seinem Leben auszugleichen, und viele Male versagte er. Aber nur weil er dem Bösen erlag, heißt das noch lange nicht, dass er böse war. Er war ein guter Mann. Er war Arzt und beeinflusste viele Menschen während seiner Zeit auf der Erde, rettete so manches Leben auf seinem Weg. Viele lieben ihn und werden ihn vermissen.&lt;br /&gt;Er litt auf Erden, besonders nach dem Verlust seiner geliebten Elizabeth, und kämpfte gegen die Verzweiflung. Doch Carlisles Leiden ist vorüber, und darüber sollten wir uns freuen. Er ist nun bei unserem Herrn und im Leben nach dem Tod mit seiner Frau vereint. Bevor sich sein Leben dem Ende neigte, kam Carlisle mich oft besuchen, und wir sprachen ausführlich über die Situation, in der er sich befand. Er brachte sein großes Bedauern für diejenigen zum Ausdruck, die er über die Jahre verletzt hatte, und aus diesem Grund bin ich mir einer Sache gewiss – trotz seiner Mängel und Fehler war Carlisle Cullen ein Ehrenmann.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Grabrede ging weiter, und aus der Menge waren Schluchzer zu hören, doch ich konnte nicht erkennen, von wem sie kamen. Diese Geräusche ließen meine Brust nur noch mehr schmerzen. Als der Priester seine Rede beendet hatte, gingen die Leute zum Sarg, um langstielige rote Rosen darauf zu legen und einen letzten stummen Abschiedsgruß zu hinterlassen. Ich erhaschte einen Blick auf Emmett und Alice, doch die Familie stand ganz vorn, und die Sicht auf sie wurde von den anderen blockiert. Danach wurde der Sarg langsam herabgelassen und ehe die Leute gingen, warfen sie noch eine Handvoll Erde in das Loch im Boden, wobei weitere Schluchzer erklangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nervös auf meine Lippe beißend, sah ich mich in der sich auflösenden Menschenmenge nach einem vertrauten Gesicht um und erstarrte, als endlich Edward in Sicht kam. Er stand mit dem Rücken zu mir, also konnte ich sein Gesicht nicht sehen, wusste aber ohne Zweifel, dass er es war. Er trug einen schwarzen Anzug und sein Haar war glatt zurückgekämmt, sein Kopf hing nach unten, als wolle er ein Loch in den Boden starren. Die Leute redeten im Vorbeigehen auf ihn ein, doch er nahm sie nicht wahr. Emmett kam auf ihn zu und klopfte ihm leicht auf den Rücken, und Edward zuckte dabei nicht einmal zusammen. Steif wie eine Statue stand er einfach nur da, während es um ihn herum nur so wimmelte. Es war bestürzend, und ich beobachtete ihn aufmerksam, alles andere verblasste, während ich mich auf seine Gestalt konzentrierte. Nach einem Augenblick vernahm ich hinter mir ein Räuspern. Aus meiner Trance gerissen schreckte ich auf, drehte mich herum und erblickte Alec.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich freue mich zu sehen, dass es dir gut geht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, ich, ähm...“, setzte ich an, wusste nicht, was ich sagen sollte. Er trug einen ähnlichen Anzug wie Edward und musterte mich eingehend, ein ernster Ausdruck lag auf seinem Gesicht. Sofort kehrte meine Paranoia zurück und fragte mich, ob es falsch von mir gewesen war, hierher zu kommen. Er hatte mir gesagt, ich sollte Chicago fern bleiben, bis die Situation unter Kontrolle war, und ich war mir nicht sicher, ob dies der Fall war. Die Aussicht, noch immer in Gefahr zu sein, versetzte mich in Panik. „Ich wusste nicht, ob ich... Ich meine, ich habe nur geglaubt...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist schön, dass du gekommen bist“, sagte er mein Gestotter unterbrechend, kam dann näher und blieb neben mir stehen. Einen Moment lang schwieg er und starrte einfach nur geradeaus. Ich wandte mich wieder um und richtete meinen Blick zurück auf Edward. Er stand immer noch an Ort und Stelle, hatte sich nicht ein Stück bewegt. „Es tut mir leid, dass ich dich nicht angerufen und dir mitgeteilt habe, was geschehen ist, aber nach den Ereignissen hat man mich eingesperrt und erst gestern entlassen. Zu diesem Zeitpunkt hattest du mich schon von deiner Absicht, hierher zu kommen, informiert, also habe ich angenommen, du wusstest schon Bescheid.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe es in den Nachrichten gesehen“, sagte ich leise. „Dort hieß es, es hätte ein Massaker gegeben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er das Wort hörte, gab er ein verächtliches Geräusch von sich, und ich sah ihn an, bemerkte den gereizten Ausdruck auf seinem Gesicht. „Es war kein Massaker. Dieses Wort unterstellt, es wäre unnötig und wahllos gewesen, ich kann dir allerdings versichern, dass Carlisle genau wusste, was er tat. Wäre es ein Massaker gewesen, hätte dieses Haus niemand lebend verlassen, doch Edward und ich haben überlebt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward war dort?“ keuchte ich entsetzt. „Hat er es gesehen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, er hat gesehen, was passiert ist“, sagte Alec leise. „Und wie du dir wahrscheinlich denken kannst, steckt er es nicht sonderlich gut weg. Nach dem Mord an Elizabeth hat er sich in sich zurückgezogen und mit niemandem gesprochen, und wie es scheint, verarbeitet er den Tod seines Vaters auf die gleiche Art.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh Gott“, sagte ich, mit brennender Brust und Tränen in den Augen sah ich Edward an. Obwohl nun die meisten Leute gegangen waren und die Beisetzung sich dem Ende neigte, bewegte er sich noch immer nicht. Esme stand neben ihm, und an ihrer Körperhaltung konnte ich erkennen, dass sie gerade sprach, er schien ihre Anwesenheit jedoch nicht einmal zu registrieren. „Er hat beide sterben sehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das hat er.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir schwiegen eine Weile, während die Tragweite seiner Worte in mich einsank, und sahen zu, wie Esme sanft über Edwards Rücken rieb und sich dann zum Gehen wandte. Sie blickte in unsere Richtung, ihre Schritte gerieten kurz ins Stocken und Überraschung war in ihrem Gesicht zu sehen. Mich warmherzig anlächelnd kam sie näher, dann nahm sie mich in die Arme. „Du siehst toll aus, Isabella. Es ist viel zu lange her.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre Stimme brach und klang heiser. „Danke“, sagte ich leise, und als sie mich losließ sah ich ihr gerötetes Gesicht. Ihr Makeup war verschmiert, ihre Augen vom Weinen blutunterlaufen. „Es tut mir so leid, Esme.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mir auch, Liebes, mir auch“, flüsterte sie, tätschelte mir dabei liebevoll die Wange. Stirnrunzelnd richtete sie ihren Blick auf Edward, dann sah sie mich wieder an. „Geh zu ihm“, sagte sie mit ihrem Kopf in seine Richtung deutend. „Er braucht dich. Sorg dafür, dass er sicher nach Hause kommt, okay?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alec legte seinen Arm auf die Schulter seiner Frau, nickte mir kurz zu, dann führte er sie davon. Fassungslos blieb ich einen Moment reglos stehen, alles kam mir so unwirklich vor, als ich Edward anstarrte. Von seiner Körperhaltung bis zu seiner Kleidung wirkte er so anders, alles war so fremd und verwirrend. Es war nicht das, was ich von Edward gewohnt war, und ich fragte mich, ob ich ihn überhaupt noch erkannte, denn alles fühlte sich so anders an. Ich wusste, dass er litt, erkannte es an seinen nach vorn gesackten Schultern. Die Hände in den Taschen seines Jacketts vergraben, stand er, sich der Welt um sich herum unbewusst, einfach nur da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging ein paar Schritte auf ihn zu, doch blieb wieder stehen, als er endlich aus seiner Starrte brach und mit einer Hand durch seine Haare fuhr. Danach standen einige Strähnen von seinem Kopf ab, und ich musste unwillkürlich lächeln, denn endlich war da etwas Vertrautes. Er verkrampfte sich, nahm seine Hand schnell wieder weg und krümmte seine Finger.  Mir fiel der weiße Verband auf und fragte mich, was wohl geschehen war, blickte dann auf meine Hand und sah die roten Flecken, wo ich mich am Kaffee verbrüht hatte. Edward machte sich in die entgegengesetzte Richtung auf, was Panik in mir auslöste, denn ich dachte, er würde gehen, doch stattdessen nahm er eine Rose von der Ablage und näherte sich einem nahegelegenen Grab. Vor dem Grabstein ging er in die Hocke, legte die Rose nieder und strich mit seinen Fingern über die in den verwitterten weißen Marmor gemeißelten Worte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angetrieben von meiner Neugier ging ich auf ihn zu. Sobald ich aber begriffen hatte, um welches Grab es sich handelte, blieb ich nach ein paar Schritten abermals stehen. In der Nacht, als wir in seinem Zimmer Zwanzig Fragen gespielt hatten, hatte er mir erzählt, dass seine Mutter auf dem Mount Carmel Friedhof beerdigt war, und es leuchtete ein, dass Dr. Cullen neben ihr beigesetzt würde. Mein Herz schlug wie wild, mein Magen spielte verrückt, denn auf einmal hatte ich das Gefühl, in seine Privatsphäre einzudringen. Die Erinnerung an ihn, wie er zusammengesunken am Klavier saß und den Todestag seiner Mutter beweinte, kam mir in den Sinn und Schmerzen zerrissen meine Brust. Mir blieb die Luft weg, trat augenblicklich einen Schritt zurück, allerdings musste er meine Bewegung irgendwie gespürt haben, denn sein Körper wurde steif.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keiner von uns sagte etwas, keiner von uns bewegte sich, als sich das Klima um uns herum änderte. Die Sonne verschwand hinter einer Wolke, hüllte den Friedhof in Schatten, und eine kühle Brise, die mich von oben bis unten erschauern ließ, wehte über das Gelände. Die Luft war so schwer, dass ich um Luft rang, meine Hände begannen zu zittern. Der Schlüsselbund, den ich hielt, klimperte. Im Versuch, mich zusammenzureißen, umklammerte ich ihn fester, doch das Geräusch schien über den verlassenen Friedhof zu hallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie in Zeitlupe drehte er sich zu mir um, unsere Blicke versanken ineinander. Ich keuchte auf, als ich endlich sein Gesicht sah. Die fest zusammengekniffenen Lippen und die dunklen Ringe unter seinen Augen waren so erschreckend, dass es schon weh tat. Er sah abgespannt und durch und durch erschöpft aus, und die Qual in seinen Augen war selbst von meinem Standort aus deutlich zu sehen. Seine leere Miene wandelte sich, als er mich anstarrte, die verschiedensten Emotionen, die den in mir aufwallenden glichen, überzogen sein Gesicht. Schock, Fassungslosigkeit, Verwirrung, Verzweiflung, Angst, Sehnsucht, Hoffnung, Trauer... alles stürzte gleichzeitig auf mich ein, als ich diesen gebrochenen Mann anstarrte, dem ich einst mein Herz geschenkt, es aber nie zurückbekommen hatte. Ich liebte ihn, und zwar genauso sehr, wie ich ihn immer geliebt hatte, und als ich begriff, dass mir das gleiche Gefühl entgegen strahlte, fiel alles an seinen Platz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er liebte mich. Trotz allem, was nun anders war, trotz allem, was nun fremd war, war die Liebe immer noch da. Endlich fühlte sich wieder etwas richtig an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich löste mich aus meiner Starre und setzte mich in Bewegung, gleichzeitig kam er ein paar Schritte auf mich zu. Seine Bewegungen bewirkten, dass ich schneller wurde und, meine Schuhe von mir ins Gras schleudernd, auf ihn zurannte. Zitternd und weinend krachte ich direkt in ihn hinein, und er nahm all seine Kraft zusammen, um seinen Halt nicht zu verlieren. Er schlang seine Arme um mich und taumelte durch die Wucht des Aufpralls ein paar Schritte zurück. Dabei stolperte er über irgendetwas, woraufhin wir beide auf den Boden stürzten. Ein ersticktes Schluchzen entwich ihm, sein ganzer Körper bebte. Er umklammerte mich so fest, als hinge sein Leben davon ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sprachen nicht, der Kloß in meinem Hals machte es unmöglich, etwas anderes als Weinen herauszulassen. Mit geschlossenen Augen lag ich in seinen Armen, ein weiterer Schauer überkam mich, als ich seinen vertrauten Duft einatmete. Sein Körper war warm, und obwohl ich wusste, wie schwach und verletzlich er war, fühlte ich mich beschützt, sobald ich seine Hände auf mir spürte. Ich fühlte mich sicher, als hätte mich all mein Suchen, all mein Umherstreifen zu diesem Moment geführt, an diesen Ort, wo ich mich endlich wieder zuhause fühlte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er war mein Zuhause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte keine Ahnung, wie lange wir so im Gras zwischen den Gräbern seiner Eltern saßen, uns verzweifelt aneinander klammerten und dabei all unsere Emotionen herausließen. All der Schmerz, die Qual und der Kummer wurden mit jedem bebenden Atemzug ausgestoßen. Wir hielten einander so fest, dass ich befürchtete, wir würden den Friedhof voller blauer Flecke verlassen. Doch das war mir egal – es war nicht wichtig. Er war der einzige, der in diesem Moment wichtig war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es konnten Minuten oder Stunden gewesen sein, es war, als wäre die Zeit für uns stehen geblieben. Wir bekamen nichts von dem mit, das um uns herum geschah, und niemand wagte uns zu stören, nur wir beide existierten. Irgendwann trockneten seine Tränen und auch meine, aber keiner war bereit, den anderen loszulassen. „La mia bella ragazza“, wisperte er, seine Stimme brach, und er unterdrückte ein weiteres Schluchzen, das ihm zu entwischen drohte. Bei seinem Worten durchraste mich schmerzende Sehnsucht, und ich schloss meine Augen, als die Elektrizität seiner Berührung durch meinen Körper jagte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Edward“, sagte ich leise, sein Name blieb mir im Hals stecken. Er rückte etwas ab, damit er mich ansehen konnte, sein Gesicht war tränennass, seine Augen blutunterlaufen und sein Haar ein heilloses Durcheinander. Ich strich mit meiner Hand hindurch und schreckte vor der Menge des Zeugs zurück, das er benutzt hatte, um seine Locken zu bändigen. Sie waren immer so weich gewesen, doch jetzt waren sie ganz steif, und meine Finger verfingen sich darin. „Deine Haare.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein trauriges Lächeln zog seine Wundwinkel nach oben, und obwohl er nichts darauf erwiderte, wusste ich, dass er genau verstand, was ich meinte. Er wischte die Tränen von meinen Wangen, meine Augen schlossen sich bei seiner sanften Berührung. Mit seinen Fingerspitzen zeichnete er meine Kinnlinie nach, seine Hand erforschte sanft mein Gesicht, dann klemmte er eine widerspenstige Haarsträhne hinter mein Ohr. „Deine Ohren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nickte, während er vorsichtig mit meinem Ohrring spielte. In Kalifornien hatte ich mir endlich Ohrlöcher stechen lassen, und Emily hatte mir mein allererstes Paar Ohrringe zum Geburtstag geschenkt. Genau wie er es bei mir getan hatte, wischte ich seine Tränen fort und erforschte sein Gesicht. Besondere aufmerksam betrachtete ich die kleine Narbe auf seiner Wange. Ich hatte sie noch nie zuvor gesehen und wusste, sie war neu. Sofort fragte ich mich, was ihm zugestoßen war. „Du hast eine Narbe“, sagte ich leise und strich mit dem Zeigefinger darüber. Seufzend schmiegte er sich in meine Berührung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist braun geworden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei meinen Worten erschien ein echtes Lächeln auf seinen Lippen, und als ich es erwiderte, entwich ihm ein überraschtes Glucksen. Er starrte mich an, und mir stieg das Blut ins Gesicht. Sanft umschloss er mit seiner Hand meine Wange. „Du wirst immer noch rot“, wisperte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bringst mich immer noch dazu.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir schwiegen, während diese Worte in uns einsanken, seine Augen tasteten mich neugierig ab. „Du trägst Makeup.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du trägst einen Anzug.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder nickte er, mit verzogenem Gesicht blickte er flüchtig an sich herab. „Ich mag sie immer noch nicht, aber es ist eine Beerdigung.“ Beim letzten Wort brach seine Stimme, er wandte den Kopf ab und versuchte tief Luft holend, sich wieder in den Griff zu bekommen. Er starrte auf irgendetwas hinter mir, ein verwirrter Ausdruck erschien auf seinem Gesicht, und er schüttelte den Kopf. „Du hast High Heels getragen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich mag sie immer noch nicht, aber es ist eine Beerdigung“, flüsterte ich seine Worte wiederholend und setzte meine Inspektion fort. „Du hast keine Nikes an.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich wünschte, ich hätte. Diese beschissenen Schuhe drücken“, murmelte er. Ich musste ein Lachen unterdrücken, der Klang seiner Stimme ließ Emotionen in meinem Körper aufsteigen, die zu empfinden ich mir lange Zeit nicht gestattet hatte. Es war überwältigend und verwirrend, die widersprüchlichen Empfindungen erschöpften mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du sagst immer noch solche Worte“, sage ich. Es überraschte mich, wie erleichternd es war, ihn fluchen zu hören. Es war ein Stück Edward, das ich liebte, ein Teil von ihm, an den ich mich deutlich erinnerte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Welche Worte?“ fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich erwiderte erst einmal nichts, und kopfschüttelnd gluckste er erneut. „Ich nehme an, du sagst sie immer noch nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zuckte nur mit den Schultern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir saßen noch länger so da und tauschten Erkenntnisse aus, was unter den gegeben Umständen so banal erschien, aber ich wusste, dies war unsere Art der Wiedervereinigung. Wir prägten uns den anderen aufs Neue ein, machten uns mit Dingen vertraut, die sich während unserer Trennung verändert hatten, und dabei kehrten Behaglichkeit und Vertrautheit zurück. Unzählige Male hatte ich mich gefragt, was ich zu Edward sagen würde, sollte ich ihn jemals wiedersehen, und hatte mir den Kopf darüber zerbrochen, was er mir möglicherweise antworten würde. In Gedanken hatte ich hypothetische Gespräche geführt, über die ‚Was wäre wenn‘s nachgedacht, aber nicht ein einziges Mal in Betracht gezogen, dass es schlicht so reibungslos ablaufen würde. Es waren fast zwei Jahre vergangen, seit er das letzte mal vor mir gestanden hatte, doch in meinem Herzen fühlte es sich an, als wäre überhaupt keine Zeit verstrichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten uns beide verändert, Alec und Esme hatten aber Recht gehabt, als sie mir sagten, Edward wäre tief drinnen noch immer der gleiche. Sobald ich in seine tiefgründigen grünen Augen starrte, war nicht mehr zu übersehen, dass in ihm eine Düsternis lauerte und die Ereignisse, die er hatte miterleben müssen, ihn heimsuchten, aber sie hatten ihn nicht zerstören können. Es fehlte vielleicht nicht mehr viel, aber ich konnte sehen, dass er sein Leben nicht vollkommen davon beherrschen ließ. Er hatte durchgehalten, und ich hatte keine Ahnung, wie er es geschafft oder was er getan hatte, um sich nicht gänzlich zu verlieren, aber ganz eindeutig hatte er gekämpft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Edwards Geist mochte zerbrochen sein, seine Seele allerdings war noch immer intakt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir spionierten uns nicht gegenseitig aus, keiner von uns erfragte Einzelheiten dessen, was der andere während unserer Trennung getan oder nicht getan hatte. Später würde es Zeit für Fragen geben, Zeit für längst überfällige Erklärungen, doch jetzt würden wir erst einmal einfach nur wir sein. Es kam mir vor, als würde ich ihm erneut zum ersten Mal begegnen, in meinem Herzen wusste ich diesmal aber von Anfang an, wer er war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er war Edward, und selbst so gebrochen war er umwerfend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist schwer zu glauben, dass du wirklich hier bist“, wisperte er und zog  mich zurück in seine Arme. Er verbarg sein Gesicht in meinem Haar und atmete tief ein, beim Ausatmen bebte sein Körper. „Das muss ein gottverdammter Traum oder sowas sein. Auf keinen verdammten Fall bist du wirklich hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist kein Traum“, erwiderte ich. „Ich bin wirklich hier.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Für wie lange?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich öffnete meinen Mund, wollte antworten, ihm sagen, dass ich so lange hier sein würde, wie er mich hier haben wollte, doch ehe ich auch nur ein Wort von mir geben konnte, klingelte Edwards Telefon. Anspannung fegte über uns, er ließ mich los, griff in seine Tasche und holte sein Handy heraus. Andeutend, ich solle bleiben wo ich war, erhob er sich steif vom Boden. Misstrauisch sah ich ihm nach, als er davon schritt, das Telefon aufklappte und es an sein Ohr hielt. Er sprach leise, achtete darauf, dass ich nichts mitbekam. Ich runzelte meine Stirn, und ein flaues Gefühl breitete sich in meinem Magen aus. Mir war klar, dass die Leichtigkeit nicht andauern konnte und die Blase, die wir zu formen versuchten, eilends platzen würde, sobald die Realität uns einholte. Er war noch immer ein Teil dieses Lebens, und es gab Dinge, in die ich nicht hineingezogen werden durfte – Dinge die ich nicht wissen durfte. Edward barg Geheimnisse, die nie ausgeplaudert werden durften, nicht einmal mir gegenüber, und so würde es jetzt immer sein. Dies würde sich, komme was wolle, niemals ändern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da Edward immer noch mit wem auch immer am Telefon sprach, stand ich vom Boden auf und starrte schweigend auf den Grabstein, der das Grab seiner Mutter kennzeichnete, und las die Inschrift.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elizabeth „Lizzie“ Cullen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;März 1965 – Oktober 1996&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Or pensa pur die farmi onore“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie war mit gerade mal einunddreißig Jahren gestorben, war viel zu jung gewesen, um aus der Welt gerissen zu werden. Dr. Cullen hatte über ein Jahrzehnt ohne seine Frau gelebt, doch seine Liebe für sie war, obwohl er wusste, er würde sie nie zurückbekommen, nie vergangen. Auch wenn es das Ende für die beiden gewesen war, hatte er dennoch an ihrer Erinnerung festgehalten, denn er war sich sicher gewesen, dass sie die Einzige für ihn war. Ihre Seelen waren bis zu einem Punkt miteinander verbunden, an dem selbst der Tod nicht mehr trennen konnte, was sie miteinander teilten, und ich wusste, Dr. Cullen hatte bis zu seinem letzten Atemzug nicht aufgehört sie zu lieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich konnte mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie er sich gefühlt haben musste und fragte mich, wie es wohl war, jeden Morgen aufzuwachen und sich der Erkenntnis zu stellen, dass er sie nie wieder bei sich haben würde, dass er nie wieder die Liebe empfinden würde, die er mit ihr erlebt hatte. Als ich den Grabstein anstarrte, der für alles stand, was Dr. Cullen in seinem Leben verloren hatte, wurde mir klar, dass er und ich an diesem ersten Tag in Phoenix mehr gemeinsam gehabt hatten, als ich mir je hätte vorstellen können. Wir hatten beide den Willen verloren, weiterzumachen, hatten die Hoffnung auf mehr aufgegeben. Wir hätten beide den Tod willkommen geheißen, der die Qual beendet hätte, zu der unsere Leben verkommen waren, aber wir wussten auch, dass wir im Diesseits noch etwas zu erledigen hatten, dass es Menschen gab, die wir stolz machen mussten. Und aus diesem Grund hatten wir beide für die Menschen, die wir liebten, gekämpft, und in diesem Augenblick wurde mir klar, dass es uns beiden gelungen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Entschuldige“, sagte Edward, der wieder neben mir stand und mich aus meinen Gedanken riss. „Es war...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich muss es nicht wissen“, unterbrach ich ihn, hörte ihn aber dennoch Alecs Namen murmeln. Er war mir nichts schuldig, und ich wollte nicht, dass er sich mir gegenüber in irgendeiner Art verpflichtet fühlte. Ich starrte weiter auf den Grabstein, und ein unangenehmes Schweigen breitete sich zwischen uns aus. Edward seufzte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Or pensa pur di farmi onore“, las er die, in den Stein, gemeißelte Zeile vor. „Es bedeutet ‚Gib dein Bestes mich zu ehren‘. Es ist ein Satz aus Dantes...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„La Vita Nouva“, sagten wir gleichzeitig, und ich lächelte sanft, als er mich überrascht ansah. „Du hast mir eine Ausgabe davon zum Geburtstag geschenkt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, stimmt“, murmelte er, ein Lächeln zerrte an seinen Lippen, und ein Funkeln trat in seine Augen. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag übrigens.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Worte überraschten mich. „Geburtstag?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja. Heute ist der dreizehnte. Du wusstest nicht, dass heute dein Geburtstag ist?“ fragte er irritiert. Ich schüttelte meinen Kopf, und er murmelte irgendetwas in sich hinein, versuchte dabei abermals mit seiner Hand durch seine Haare zu fahren, ohne an den Verband und das Zeug in seinen Haaren zu denken. Fluchend zuckte er zusammen, wieder krümmte er seine Finger „Hast du wenigstens an deinen achtzehnten Geburtstag gedacht? Ich fühle mich beschissen, weil ich ausgerechnet diesen verpasst habe.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe daran gedacht“, sagte ich leise. „Aber es ist nicht deine Schuld, dass du ihn verpasst hast, ich...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verstummte, denn er warf mir einen ungläubigen Blick zu, und mir wurde klar, wie falsch meine Worte klangen. Edward hatte mich verlassen, war mitten in der Nacht davon gerannt, und hätte er das nicht getan, wäre er an meinem Geburtstag bei mir gewesen. Natürlich glaubte er, dass es ausschließlich seine Schuld war. „Nun, du hast den hier nicht verpasst“, sagte ich achselzuckend. „Davon abgesehen habe ich zwei von deinen versäumt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trocken lachend schüttelte er seinen Kopf. „Nein, hast du nicht“, sagte er betont. Sein Tonfall ließ  mich verstummen, die Anspannung zwischen uns verstärkte sich. „Du hast mir beide Male gratuliert. Weißt du, das war das einzige, was mich an diesen Tagen aufrecht gehalten hat. Ich war ein abgefuckter Scheißhaufen. Weißt du, was ich an deinem achtzehnten Geburtstag gemacht habe, Bella?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Nein“, sagte ich zögernd, hatte schon beinahe Angst vor der Antwort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich auch nicht“, erwiderte er kopfschüttelnd. „Ich hatte einen Auftrag zu erledigen und musste... fuck, ich musste Scheiß machen – Scheiß, den ich verdammt noch mal nicht machen wollte. Dann bin ich nach Hause gekommen und hab mich ins Koma gesoffen. Ich kann mich an nichts aus dieser Nacht erinnern – an gar nichts. Am nächsten Morgen hat mich ein Polizist geweckt, hier auf diesem Friedhof, und  mich wegen öffentlicher Trunkenheit und Gammelei zurechtgewiesen. Ich hatte kein Hemd und keine beschissenen Schuhe an, mein Gesicht war im Arsch und auf meiner Haut war frische Farbe. In dieser Nacht habe ich mir ein Tattoo stechen lassen, anscheinend den Arsch aufgerissen bekommen und bin dann hier rausgefahren, um auf dem Grab meiner Mutter zu schlafen, und ich erinnere mich an nichts davon. Anstatt bei dir zu sein, wo ich verdammt noch mal hätte sein sollen, war ich hier. Wer zum Henker macht solchen Scheiß? Und als der verfluchte Bulle meinen Namen gehört hat...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bitter auflachend ließ er die Worte ausklingen. Ich sah die Tränen in seinen Augen, mit jedem Wort floss die Wut aus ihm heraus. Schweigend sah ich zu, wie er versuchte, sich zu beruhigen, mir war klar, er musste es loswerden, bevor es ihn noch auffraß. „Er sah, dass ich ein Cullen war, also war ich natürlich automatisch einer von denen. Der Sohn von Carlisle Cullen, was mich zum verdammten Feind macht. Tale il padre, tale il figlio. Ich war sofort als schlechter Mensch gebrandmarkt, denn ein guter Mensch würde nie in diesen Scheiß hineingezogen. Allein mein Name reichte aus, und er hatte mich durchschaut, und das schlimmste von allen war, er hatte verdammt noch mal Recht! So beschissen ich das auch finde, er hatte Recht damit. Ich bin einer von denen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist kein schlechter Mensch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Doch, das bin ich, Bella. Du weißt nicht mal, wie verdammt schlecht ich bin“, spie er, zögerte kurz und sprach dann leise weiter. „Du könntest mich nicht mehr ansehen, wenn du es wüsstest.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hast nur getan, was du tun musstest, Edward.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du weist doch gar nicht, was ich getan habe!“ konterte er „Ich habe dabei gestanden und zugeschaut, ohne auch nur ein gottverdammtes Wort zu sagen. Wie kannst du behaupten, ich wäre ein guter Mensch, wenn ich zugesehen habe, wie verdammt noch mal Menschen ermordet wurden und meine Klappe gehalten habe, als wäre es egal? Als wären sie verflucht noch mal unwichtig, als hätten sie keine Familien? Welcher beschissene gute Mensch macht sowas?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich“, sagte ich leise, Tränen rollten aus meinen Augen. Ich wischte sie fort, und er warf mir einen ungläubigen Blick zu „Hast du die Geschichte vergessen, die ich dir erzählt habe? Von Charles, der das Mädchen umgebracht hat? Er hat sie zu Tode geprügelt, ihre Leiche lag stundenlang auf dem Boden,  und wir mussten alle um sie herumlaufen, als wäre sie gar nicht da. Nachdem er sie fortgeschafft hatte, war ich diejenige, die die Sauerei wegmachen musste. Ich bin die ganze Nacht aufgeblieben und habe das Blut aufgewischt, den Vorfall ausgelöscht, als wäre sie ein Nichts, und hinterher war es, als hätte es sie nie gegeben! Ich habe es getan, Edward. Dieses Mädchen ist tot, ich kannte nicht mal ihren Namen, und habe nichts unternommen, ihr zu helfen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schüttelte heftig seinen Kopf. „Das ist was anderes.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wieso ist das was anderes?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hätte dich verdammt noch mal gekillt, Bella! Du hattest keine andere Wahl, außer dabei mitzumachen. Er hat dich beherrscht!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und du hast eine Wahl?“ fragte ich. „Willst du behaupten, sie werden dich nicht töten, wenn du nicht mitmachst? Willst du behaupten, dass sie dich nicht beherrschen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist trotzdem nicht das Gleiche“, sagte er bestimmt, die Gereiztheit in seiner Stimme war nicht zu überhören. „Du bist in diesen Scheiß hineingeboren worden und hattest dabei kein Mitspracherecht, ich aber habe mir dieses Leben ausgesucht. Ich habe mich bereitwillig dafür entschieden. Ich habe mich dafür entschieden, dieser verfluchte Mensch zu sein, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Für mich“, sagte ich. „Du hast es für mich getan, Edward. Du hast dieses Leben nicht gewählt, weil du diese Dinge tun willst oder weil du dieser Mensch sein willst. Du hast es gewählt, um mich zu retten, damit ich ein Leben haben konnte. Wenn nichts anderes, macht dich schon allein das zu einem guten Menschen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Prima“, höhnte er. „Du meinst, so gut wie mein Vater war? Sie haben heute darüber gesprochen, wie verdammt gut er war, über all die Menschen, denen er geholfen hat, und über sein Herz, das gewöhnlich am rechten Fleck saß. Armer beschissen verzweifelter Carlisle Cullen, er machte einfach das Beste aus dem, was ihm gegeben war. Sie führen sich auf, als wäre er ein gefallener Engel, dabei ist er weit davon entfernt! Was ist mit den schlechten Sachen? Verdammt noch mal, er hat ein paar Menschen geholfen, und plötzlich sind alle vergessen, denen er Leid zugefügt hat? Was ist mit dem, was er dir angetan hat? Was mit dem, was verdammt noch mal mir angetan hat? Er hat das Feuer auf  ein gottverdammtes Haus eröffnet, in dem ich mich befunden habe und den Scheiß mit ansehen musste! Dann hat er... dann hat er verflucht noch mal versucht... Gott verdammt, er ist tot!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zitternd versuchte er sich wieder in den Griff zu bekommen, sein Atem ging schwer, als stünde er kurz vorm Hyperventilieren. Ich streckte die Hand aus und rieb ihm über den Rücken, meine Tränen rollten unaufhörlich. Er war verletzt und wütend, verängstigt und verwirrt, und ich hatte keine Ahnung was ich tun konnte, damit es ihm besser ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er ist verdammt noch mal tot“, wiederholte Edward nach einer Weile, seine Stimme war leise. „Er ist gegangen. Sie sind beide gegangen. Was zur Hölle soll ich jetzt tun?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was du immer getan hast“, wisperte ich. „Überleben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Verdammt, ich hasse ihn“, sprach er weiter, nahm nicht einmal wahr, dass ich etwas gesagt hatte. „Er ist, von einem Glorienschein umgeben, ausgezogen, um Rache für das zu nehmen, was sie mit meiner Mutter gemacht haben und den Rest von uns zu beschützen, und ich kann nicht anders, als ihn verdammt noch mal zu hassen, weil er nun auch gegangen ist! Er war mein Vater, ich habe ihn geliebt! Ich wollte ihn nicht verlieren! Aber jetzt ist er verflucht noch mal tot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das schlimmste daran ist, dass es mich nicht überrascht hat, denn er hat genau das getan, was ich auch getan hätte. Ich hätte jeden einzelnen dieser Flachwichser dafür umgelegt. Ich denke, der Bulle hatte auch damit Recht. Ich bin Carlisle Cullens beschissener Sohn... ich bin genauso wie mein gottverdammter Vater.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich keuchte entsetzt auf, als er sich einen der Trauerkränze schnappte, die neben uns aufgereiht lagen, ihn davon warf und gleichzeitig gegen einen weiteren trat. Er brüllte dem Grab seines Vaters Schimpfworte zu, und ich ergriff seinen Arm, versuchte ihn zu beruhigen. Es war erschreckend, ihn so außer Kontrolle zu sehen, seine Stimmung wandelte sich so schnell, dass es mir schwerfiel mitzuhalten. Er wich vor mir zurück und wurde nach einer Weile ruhiger. Dann blieb er stocksteif stehen, nahm die gleiche Körperhaltung an wie vorhin, als ich ihn das erste Mal von weitem gesehen hatte. Er war angespannt und starrte vollkommen bewegungslos auf den Boden. Es schien, als wäre er betäubt und blind für alles im sich herum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es tut mir leid“, sagte er nach einer Weile mit ruhiger, flacher, fast schon emotionsloser Stimme. Er war dabei, sich in sich zurückzuziehen, sich einzukapseln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Entschuldige dich nicht“, flüsterte ich. Kopfschüttelnd griff er in seine Tasche und zog einen silbernen Flachmann heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich bin dir eine Menge Entschuldigungen schuldig“, sagte er, hielt den Flachmann an seine Lippen und trank einen Schluck. Ich beobachtete, wie er seine Augen schloss und sein Körper sich schüttelte. „Ein ‚Tut mir leid‘ erscheint aber nicht mal annähernd genug.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hattest immer gute Absichten“, sagte ich, sein Selbsthass gefiel mir gar nicht. Er machte sich selbst fertig, und nach seinem Verhalten zu urteilen, tat er das schon eine ganze Weile.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie heißt es doch so schön? Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert“, sagte er trocken lachend. „Leuchtet ein, denke ich, wo ich mich doch auf diesem Weg befinde.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sag das nicht, Edward“, sagte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tut mir leid, du hast Recht“, sagte er schnell und trank noch einen Schluck aus seinem Flachmann. „Ich sollte dir diesen Scheiß nicht sagen. Ich bin nur... ach, tut mir leid. Ich bin froh, dass du hier bist. Du weißt, du hättest nicht kommen müssen. Du schuldest uns nichts, aber es ist schön dich zu sehen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Worte waren seltsam formell, der Gefühlsausbruch von vorhin war verschwunden. „Es ist auch schön dich zu sehen. Ich, uh... ich habe dich vermisst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Yeah?“ fragte er und hob seine Augenbrauen. Ich nickte errötend und ein Lächeln spielte um seine Lippen. „Ich habe dich auch vermisst. Du siehst gut aus, tesoro.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Worte brachten mein Herz zum Rasen, mein Magen flatterte, als 'tesoro' über seine Lippen kam. „Du auch“, sagte ich. Mit gerunzelter Stirn sah er mich ungläubig an und ich lachte. „Doch, tust du. Aber du siehst auch müde aus. Was ist mit deiner Hand passiert?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er blickte seufzend auf seine Hand. „Alec hat auf mich geschossen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Er hat auf dich geschossen?! Warum?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Da musst du ihn selbst fragen. Ich habe seitdem nicht mehr mit ihm gesprochen. Dieser Abend war so abgefuckt. Er hat meinen... uh, fuck. Ich habe keine Ahnung. Beachte mich nicht.“ Er schwieg wieder, und ich wusste, er behielt etwas für sich, zog sich in sich selbst zurück. „Daher habe ich auch diese Narbe im Gesicht. Jemand hat verdammt noch mal auf mich geschossen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich starrte ihn an und ließ den Gedanken in mich einsinken, hatte Angst um seine Sicherheit. „Das ist furchtbar.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist das Leben“, sagte er achselzuckend, als wäre es keine große Sache, aber ich wusste es besser. „Das ist jetzt mein Leben. Nicht, dass es eine Rolle spielt, es ist wie es ist. Ich komme damit klar. Und, wie ist dein Leben? Wie ist die Freiheit?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Freiheit“, murmelte ich. „Das ist die Freiheit?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, das ist sie. Du kannst gehen, wohin du möchtest, kannst tun, was du möchtest und sein, was du sein willst. Du musst nichts tun, wenn du den Scheiß nicht tun willst. Wachst du morgens auf und willst weiterschlafen, dann schläfst du weiter. Klingelt dein Telefon, und du willst verflucht noch mal nicht dran gehen, dann lässt du es einfach sein. Du kannst Krankenschwester, Köchin oder Lehrerin werden, wenn du das möchtest, kannst nach Hawaii oder ins beschissene Utah ziehen, wenn du das willst. Ich weiß zwar nicht, warum zum Teufel irgendjemand nach Utah ziehen wollen würde, aber ist ja auch egal. Der Punkt ist, du kannst tun, was immer du tun willst. Das ist Freiheit, Bella.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schweigen senkte sich zwischen uns, und ich sah ihm dabei zu, wie er weitere Schlucke aus dem Flachmann nahm, seine Augen schauten überall hin, nur nicht zu mir. Ich konnte die Traurigkeit in ihnen sehen, die Enttäuschung und die Sehnsucht nach etwas, das er nicht haben konnte. Meine Brust begann zu schmerzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Mann namens Michael wollte vor ein paar Monaten mit mir ausgehen“, platzte ich heraus. Edward erstarrte mit dem Flachmann an seinen Lippen, zuckte bei meinen Worten zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bist du mit ihm ausgegangen?“ Seine Stimme klang besorgt, er strahlte Anspannung und Ärger aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe darüber nachgedacht. Er war nett, ein Kunststudent. Ich hätte sicher Spaß mit ihm gehabt, aber mir wurde bewusst, wie sinnlos es wäre, mich darauf einzulassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wieso das?“ fragte er, sah mich an und hob neugierig seine Augenbrauen. Hinter der Traurigkeit schlummerte Hoffnung, die Hoffnung, von der ich wusste, dass sie da war, auch wenn er versuchte, sie zu verbergen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weil er mich niemals gekannt hätte“, sagte ich leise. „Ich hatte Freunde – ich denke, man könnte sie so nennen – aber sie kannten mich auch nicht. Keiner von ihnen kannte mich. Sie wissen nicht, woher ich komme und was ich durchgemacht habe. Sie werden niemals von den Dingen wissen, die ich gesehen habe, und ich kann ihnen niemals davon erzählen, weil sie es niemals verstehen könnten. Sie glauben, die Welt aus der ich komme, existiert nur in Filmen, sie glauben, die Sklaverei wäre vor einem Jahrhundert verschwunden und die Mafia wäre mit Al Capone gestorben. Und ich kann sie nicht einmal korrigieren, weil sie niemals wissen dürfen, was ich weiß. Es ist für sie unmöglich, Isabella Swan jemals kennenzulernen, mein wahres ich. Sie kennen nur die Geschichte, die Hülle, das Mädchen, das ich vorgebe zu sein, das Mädchen, das ich für alle sein soll. Ich kann nicht einfach nur ich sein, das Mädchen, dessen Mutter eine Sklavin und dessen Vater ihr Besitzer war. Sie werden niemals davon erfahren, wie ich gekidnappt wurde, wie ich beinahe starb und wie ich anderen Menschen beim Sterben zusah. Sie werden niemals erfahren, was du getan hast, um mich zu befreien, was du für meine Rettung geopfert hast. Und sie werden niemals erfahren, was du durch mich verloren hast.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das ist der Punkt, Bella“, sagte er eindringlich. „Du musst kein Teil dieser Welt mehr sein. Du musst nicht mehr das Mädchen sein, das einmal eine Sklavin war, oder mit irgendwelchem Scheiß klarkommen, der damit zu tun hat. Das ist genau der Grund, wieso wir alle für dich gekämpft haben. Damit du fortgehen kannst und niemals zurückschauen musst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Geht es nicht in deinen Kopf hinein, Edward? Das bin ich! Ich bin dieses Mädchen. Wer ich damals war, hat mich zu der gemacht, die ich heute bin. Ich kann nicht einfach nicht zurückschauen – was für ein Leben wäre das, wenn ich vergessen müsste, woher ich komme? Ich möchte mein Leben nicht damit verbringen, vor meiner Vergangenheit wegzulaufen und vorzugeben jemand zu sein, der ich nicht bin. Ich will einfach nur ich sein. Ich möchte einfach nur, dass jemand mich versteht... mein wahres Ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du verdienst mehr“, sagte er leise, die Worte klangen traurig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du auch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe mir den Scheiß selbst ausgesucht, Bella“, schnappte er. Ich zuckte beim Ton seiner Stimme zusammen. „Es spielt keine Rolle, wieso ich es getan habe – Tatsache ist, ich habe es getan! Das ist mein Leben und es ist sinnlos, sich damit aufzuhalten, ob ich es leben sollte oder nicht, denn ich stecke mittendrin. Ich bin jetzt dieser verdammte Mensch. Ich habe meine Wahl getroffen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum kann ich es dann nicht? Warum kann ich nicht wählen? Warum musstest du es für mich tun?“ fragte ich ärgerlich. Er schüttelte stöhnend seinen Kopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weil du zu gut für diesen Scheiß bist, Bella! Dein ganzes bisheriges Leben bist du herumgeschubst und von diesen Arschlöchern kontrolliert worden; ich konnte einfach nicht zulassen, dass du auch noch deine Zukunft für sie aufgibst. Gottverdammt, ich kann einfach nicht zulassen, dass du meinetwegen alles wegwirfst. Ich bin es nicht wert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schockiert starrte ich ihn an, fassungslos über seine Worte. „Wie kannst du so etwas sagen? Mein gesamtes Leben habe ich zu hören bekommen, dass ich nicht zähle, dass ich wertlos sei! Mein Vater sagte es, seine Frau sagte es, seine Eltern sagten es und sogar dein Vater sagte es einst! Du warst einer der wenigen Menschen, die mich angesehen und mir gesagt haben, ich wäre etwas wert, die mir sagten, ich würde etwas zählen, also wage es nicht hier zu stehen und mir zu sagen, du wärst es nicht wert, Edward Cullen, denn du bist es!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schockiert riss er seine Augen auf und setzte zu einer Antwort an, aber bevor er etwas sagen konnte, redete ich weiter. Auf keinen Fall würde ich zulassen, dass er sich selbst fertig machte, wenn das Leben ihm dies schon genug antat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du wolltest, dass ich da raus gehe und meine Möglichkeiten erkunde, zur Schule gehe und meinen Platz in der Welt finde. Du wolltest, dass ich etwas für mich selbst tue, meinen Träumen folge, und genau das habe ich getan, Edward. Ich habe es versucht, weil du es für mich wolltest, weil ich es dir für alles, was du für mich getan hast, schuldig war! Ich mochte es... nein, ich liebte es! Ich liebte es, zur Schule zu gehen und zu malen. Ich liebte es, einen Platz zu haben, den ich mein Zuhause nennen konnte, liebte es, Menschen kennenzulernen. Aber trotzdem war ich einsam. Weißt du, wie es sich anfühlt, in einem Raum voller Menschen zu stehen und sich trotzdem allein zu fühlen? Weißt du es? Denn so habe ich mich ohne dich gefühlt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann nicht der sein, für den du alles aufgibst, Bella, weil du denkst, du kannst nicht mehr haben. Verdammt noch mal, ich könnte es niemals ertragen, wenn du für mich auf deine Zukunft verzichtest.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgeben?“ fragte ich ungläubig. „Du denkst, mit dir zusammen zu seine wäre Aufgeben? Bist du  wirklich so blöd?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schockiert gaffte er mich an, und ich erstarrte kurz, selbst verblüfft von meinem Ausbruch. Er wollte antworten, aber ich redete weiter, ehe er überhaupt auch nur versuchen konnte zu widersprechen. „Ich werde immer ein Teil deiner Welt sein, Edward, weil Alec immer ein Teil meines Lebens sein wird, ob es dir nun gefällt oder nicht. Es wird immer jemanden geben, der mich ständig im Auge behält, der darauf achtet, dass ich mein Schweigen nicht breche. Am Wochenende der Hochzeit deines Bruders wurde in mein Haus eingebrochen und ich konnte nicht einmal die Polizei anrufen, um Anzeige zu erstatten, ich musste deinen Onkel anrufen! Wie willst du das den Leuten erklären? Das ist nicht normal – ich bin nicht normal! Ich darf niemanden an mich heranlassen! Allein dort draußen in der Welt zu sein, mein Leben damit zu verbringen vorzugeben, jemand zu sein, der ich nicht bin, und zu versuchen, meine Vergangenheit zu verheimlichen, das ist Aufgeben, Edward. Spielt es überhaupt eine Rolle, was ich will?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich tut es das, aber...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Da gibt’s kein aber!“ spie ich. Ärgerlich seufzend schüttelte er seinen Kopf und setzte seinen Flachmann abermals zum Trinken an. Er versuchte, sich vor einer Antwort zu drücken. Ich stöhnte über sein ausweichendes Verhalten und riss ihm den Flachmann aus der Hand, bevor er einen Schluck nehmen konnte. Schockiert schaute er zu, wie ich ihn umdrehte, die klare Flüssigkeit ausschüttete und den Behälter dann auf den Boden warf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich kann nicht glauben, dass du verflucht noch mal gerade...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Entweder spielt es eine Rolle oder nicht, Edward“, schnitt ich ihm das Wort ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er zögerte mit seiner Antwort, er schien immer noch verblüfft zu sein.“ „Es spielt eine Rolle.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie kannst du dann nicht einsehen, dass du mir das einzige weggenommen hast, was ich am meisten wollte? Als du mich verlassen hast, hätte ich mich deswegen beinahe aufgegeben, Edward! Alles, was ich jemals wollte, war, dass mich jemand wahrnimmt, liebt und versteht. Du bist der einzige, der mich je verstanden hat, der einzige, der mich überhaupt verstehen kann. Ich brauche vor dir nicht verbergen, wer ich einst war; wenn ich mit dir zusammen bin, brauche ich nicht vorzugeben, jemand zu sein, der ich nicht bin. Du kennst mich, mein wahres Ich, die Frau, die kein anderer je kennenlernen wird. Ich wollte mit dir zusammen sein, ich dachte, wir gehörten zusammen, aber du hast mich verlassen! Du hattest mir versprochen, du würdest mich niemals verlassen, du wärst für mich da, und dann bist du einfach gegangen, während ich schlief! Du hast mich verlassen, damit ich alles allein mache, obwohl ich die ganze Zeit nichts mehr wollte, als dort zu sein, wo du warst! Du wolltest, dass ich ein Leben habe... wie konntest du nicht sehen, dass du mein Leben warst. Ich zitterte, selbst verblüfft über all den Schmerz, der aus mir heraus strömte. „Ich wollte doch nur das Beste für dich, Bella. Ich wollte doch nur, dass du eine Chance hast“, flehte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Eine Chance für was, Edward? Glück? Ich hasse es ja, dir dies sagen zu müssen, aber ich war mit dir bereits glücklich. Wenn du mich nicht geliebt hast, ist das etwas anderes, aber...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Natürlich habe ich dich geliebt, verdammt noch mal!“ schnappte er und unterbrach mich. Seine Augen waren mit Tränen gefüllt, einige liefen an seinen Wangen herab. „Ich wollte nicht, dass du umgebracht wirst! Ich wollte nicht, dass du wie meine Mutter endest!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du bist nicht dein Vater, Edward, und ich bin nicht deine Mutter.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das weiß ich“, spie er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weißt du das wirklich? Du bist so sehr damit beschäftigt, die Vergangenheit davon abzuhalten sich zu wiederholen, dass du vollkommen ignorierst, was deine Mutter dir beizubringen versucht hat. Du ignorierst, was du vor dir hast!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und das wäre?“ fragte er und rieb sich kopfschüttelnd die Augen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das Schicksal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das Schicksal“, wiederholte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ja, das Schicksal. Ein kluger Mann hat mir mal erzählt, dass nichts aus Zufall geschieht. Es gibt für alles einen Grund und es spielt keine Rolle, was wir tun; wenn es geschehen soll, geschieht es. Deine Mutter hat mit jeder Faser ihres Seins daran geglaubt und es scheint auf jeden in ihrem Leben abzufärben, nur nicht auf dich! Du kamst in mein Leben, weil du dazu bestimmt warst, ein Teil meines Lebens zu sein, Edward. Es war kein Zufall, dass wir zusammen gekommen sind, es war Schicksal! Wie ich sagte, wenn du mich nicht liebst, ist es eine Sache, aber schiebe mich nicht weg, weil du versuchst mich zu beschützen oder weil du für mich etwas Besseres willst, denn damit tust du nur uns beiden weh! Ich habe dich geliebt... nein, verdammt noch mal, ich liebe dich, Edward Cullen. Du kannst das Schicksal nicht bekämpfen, du wirst verlieren, und du ehrst deine Mutter nicht, wenn du es ignorierst!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verzweifelt schlang ich meine Arme um meine Brust, versuchte, mich selbst zusammenzuhalten, aber ich stand kurz davor zusammenzubrechen. Edward schien fassungslos zu sein, starrte mich wie betäubt an, aber als meiner Kehle ein Schluchzen entschlüpfte, schien ihn das in die Gegenwart zurückzubringen. Schnell schlang er seine Arme eng um mich und ich schmolz in ihnen dahin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, tesoro“, wisperte er nach einer Minute in mein Haar und rieb mir zart über den Rücken. „Ich liebe dich auch, verdammt noch mal.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir standen dort noch eine Weile und klammerten uns aneinander, als plötzlich sein Telefon klingelte und den Moment zwischen uns zerbrach. Stöhnend ließ er mich los, griff nach dem Handy und sah auf das Display. „Sorry“, murmelte er, klappte es auf und meldete sich zögernd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sir“, sagte er, seine Stimme klang flach. Er trat weder
